Stockholm: Rendez-vous mit einer sehr giftigen Schlange und einem sehr alten Schiff

Flagge_Schweden

Wie gestern angekündigt, bin ich heute in den Stadtteil Djurgården gefahren, und haben den Skansenpark sowie das Vasa-Museum besucht. Das ABBA-Museum habe ich allerdings ausgelassen.

Zuerst fuhr ich mit dem Tram in den Skansenpark.
Die öV hier in Stockholm sind sehr unkompliziert. Mit einem Ticket kann man 75 Minuten auf dem ganzen Stadtnetz fahren, mit allen Verkehrsmitteln (Bus, Tram, Bahn, U-Bahn und Schiff). Kein langes rechnen, wieviele Zonen wieviel denn kosten, etc. Ein Ticket zum Einheitspreis von SEK 38 (Fr. 4.10) für 75 Minuten auf dem ganzen Netz. That’s it. Und mit der entsprechenden App kann man das Tickt online kaufen, ohne an einen Automaten rennen zu müssen.

Der Skansenpark ist das älteste Freilichtmuseum der Welt. Es ist zu vergleichen mit dem Ballenberg in der Schweiz. Bloss ist Skansen grösser, und hat noch Zooelemente eingebaut. So gibt es Gehege mit Robben, Braunbären, Wisenten und Luchsen. Alles Tiere, die in Schweden in freier Wildbahn leben.
Zusätzlich gehört noch ein sogenanntes Aquarium dazu, für das allerdings separat bezahlt werden muss. Im Skansen Akvariet gibt es aber nicht nur Fische und Reptilien zu sehen, sondern auch Mantelpaviane und Kattas. Letztere können ohne Gitter oder andere Trennwände angetroffen werden, da der Weg der Besucher durch ihr Gehege führt.
Der Grund, weshalb ich noch ins Aquarium wollt, ist, wie gestern schon erwähnt, der Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus) aus Australien. Diese schöne Schlange ist nicht nur die giftigste Schlange der Welt (die Giftmenge eines Bisses könnte 250 Menschen töten). Sie ist auch sehr selten. Sie lebt so abgelegen in der Wüste des Australischen Bundesstaates West Queensland, dass bis in den 1970er nur die Australischen Ureinwohner von ihrer Existenz wussten. Dank der Abgeschiedenheit des relativ kleinen Verbreitungsgebietes sind bis heute auch keine tödlich verlaufenen Bissvorfälle bekannt.
Entsprechend selten ist deshalb auch die Haltung in Gefangenschaft. Ich kenne neben dem Skansen Akvariet nur noch einen Zoo in Europa, der dieses Schlange hält: das Haus des Meeres in Wien. Über weitere Haltungen, auch ausserhalb Europas, weiss ich nicht Bescheid.
Die beiden Schlangen zu fotografieren, war nicht gerade einfach. Die Lichtverhältnisse im Terrarium hätten eigentlich ein Stativ nötig gemacht. Aber ein solches hatte ich natürlich nicht dabei. Also gab ich mein Bestes, einigermassen guten Bilder hinzukriegen.

Am Nachmittag ging ich dann weiter und machte den obligaten Museumsbesuch, den ich immer mache, wenn ich in Stockholm bin (nach drei Mal in Folge kann man schon fast von einer Tradition sprechen) . Ich liess Tivoli, ABBA Museum, Vikingermuseum und das Museum der Wracks links liegen und ging ins Vasa-Museum.
Die Vasa, das grösste und schönste Kriegsschiff seiner Zeit, das König Gustav Adolph bauen liess, um im 30-jähringen Krieg die Vorherrschaft über die Baltische See zu erobern, sank 1628 auf seiner Jungfernfahrt nach nur 1’000 Meter Fahrt vor dem Hafen von Stockholm, als es wegen eines Konstruktionsfehlers durch eine Böe zu viel Seitenlage kriegte und mit Wasser voll lief.
333 Jahre später wurde es geborgen und erwies sich in einem überraschend guten Zustand. Die Zusammensetzung des Wassers des Ostsee hatte das Schiff vor der vollständigen Verrottung bewahrt.
Das Schiff liegt seit seiner Bergung in einem Trockendock, um das ein Museum gebaut worden ist. Es bietet Forschern aus vielen verschiedenen Fachrichtungen ein Fülle von Möglichkeiten, etwas über das Leben im 17. Jahrhundert zu erfahren. Unter anderem auch durch die Skelette der rund dreissig Menschen, die damals bei Untergang ertranken.
Und es ist es ist faszinierend, die Dimensionen dieses Schiffes, das man sonst nur von Zeichnungen und Bauplänen kennt, direkt vor einem zu sehen. Das Schiff ist ohne Masten ab Kiel fünf Stockwerke hoch. Es ist 60 Meter lang und 11 Meter breit, und hatte eine Besatzung von über 400 Mann. Die Vasa ist das einzige Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, das es noch gibt. Laut Museumsführer wird es trotz aller Konservationsbemühungen langsam verrotten. Man tut aber alles, um diesen Prozess zu verlangsamen.

Morgen will ich in den Stadtteil Gamla Stan (Altstadt). Dort stehen unter anderem das Stockholmer Schloss (das ein Zimmer mehr hat als der Buckingham Palast in London, und deshalb der grösste königliche Palast Europas ist) und der Reichstag, das schwedische Parlament. Aber in Gamla Stan steht auch das Nobelpreismuseum und in den vielen, kleinen Gassen gibt es kleine Läden, die allerlei anbieten. Wenn ich es zeitliche hinkriege, werde ich auch die Wachtablösung beim Schloss fotografieren.

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Stay tuned.

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