Island 2022: Am nordöstlichsten Punkt der Reise

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Nun bin ich in Raufarhöfn, dem nordöstlichsten Punkt meiner Reise. Vorsichtig geschätzt, dürfte es im Gesamten sogar der nördlichste Punkt der Reise überhaupt sein.
Der kleine Ort Raufarhöfn liegt ziemlich abgelegen, wenn auch dank ausgebauter Strasse von Húsavík aus in ca eineinhalb Stunden zu erreichen.
Hier leben gerade Mal 180 Menschen. Es hat eine Bank, eine Post, einen kleinen Laden, ein Kaffee und ein Hotel. Und die meisten Menschen hier leben von der Fischerei.
Ausserdem steht hier Heimskautsgerðið (The Arctic Henge), ein gross geplantes, aber bis heute nicht vollendetes Bauwerk, das an Stonehenge in Grossbritannien angelehnt ist.

Die Idee des inzwischen verstorbenen Erfinders des Heimskautsgerðið war, eine Attraktion im Stile der nordischen Mythologie zu schaffen, um mehr Touristen nach Raufarhöfn zu bringen. Offenbar hat der Tod des Initianten und wahrscheinlich damit verbundene Finanzierungsprobleme das Projekt ins Stocken gebracht.
Im Moment stehen die vier Eingangstore (in den vier Windrichtungen) sowie das 11 Meter hohen Zentrum. Sonst ist noch gar nichts da. Ausserdem ist mir aufgefallen, dass die Gräben für die Beleuchtung und die daneben liegenden Kabel immer gleich aussehen wie vor einem Jahr, als ich das erste Mal hier war. Da geht also gar nichts mehr.

Die Fahrt hierher verlief problemlos. Angesichts des Regens und des Windes, die überall waren, war es auch nicht erstaunlich, dass es wenig Verkehr hatte. Den hat’s im Norden sowieso weniger als im Süden, aber heute waren die Strassen teilweise leergefegt.

Einzig, als ich im Ásbyrgi Canyon Halt machte, liess der Regen nach und im Canyon gab’s auch keinen Wind. Genau zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.
Abgesehen von seiner Hufeisenform ist der Ásbyrgi auch aus einem anderen Grund eine Besonderheit: er ist fast vollständig bewaldet. Eigentlich gibt es seit Jahrhunderten in Island keine grösseren Waldflächen mehr. Es wurde im Laufe der Besiedelung alles abgeholzt, von Wikingern und ihren Nachfolgern.
Die Wiederaufforstung ist nicht ganz so einfach wegen der kurzen Sommer und des besonderen Bodens. Nicht jede Baumart kann in Island gedeihen.
Im Ásbyrgi Canyon läuft seit über 70 Jahren eine Wiederaufforstungsprojekt mit Birken und Nadelbäumen. Und es scheint ganz gut zu klappen. Der Wald im Canyon ist mittlerweile mehr als vier Meter hoch und die Stämme erreichen eine Dicke von 20 bis 40 cm. Immer noch ein junger Wald, aber für Island ganz beachtlich.
Man kann zwar mit dem Auto bis zuhinterst in den Canyon fahren. Dort gibt’s einen grossen Parkplatz, von dem aus man das Canyonende mit dem kleinen See in ein paar Minuten zu Fuss erreicht.
Aber Ásbyrgi ist bekannt als Wandergebiet. Und am Eingang des Canyons gibt’s einen Campingplatz. Denn auch hier gilt wie in ganz Island ein absolutes Verbot von Wildcampen.

Morgen soll das Wetter etwas besser werden, wenn ich weiter nach Egilsstaðir fahre. Mal sehen.

Heimskautsgerðið
The Arctic Henge

Stay tuned.

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