
Heute bin ich keine 10 km gefahren. Und trotzdem bin ich jetzt 140 km Luftlinie südlicher als noch heute Morgen.
Tatsächlich wurde ich gefahren, nämlich übers Meer.
Heute Mittag habe ich in Nynäshamn die Fähre von Destination Gotland nach Visby auf der Insel Gotland, genommen.
Die Überfahrt hat für mich und meinen Wagen etwas mehr als 100 Franken gekostet, und dauerte dreieinhalb Stunden.
Diese Fähre war wohl die grösste, mit der ich je gefahren bin.
Die Dimensionen der M/S VISBY sind jedenfalls beeindruckend: Baujahr 2018 / Länge: 199,9 m / Breite: 25,86 m / 1’650 Passagiere / 98 Kabinen / 500 Pw (ich weiss nicht, ob die auch Lastwagen transportieren), aber Wohnmobile werden zu den Pw gezählt. Und davon hatte es viele an Bord.
Von diesen Schiffen hat die Reederei drei Stück für die zwei Linien Visby – Nynäshamn und Visby – Oskarshamn. Mit einem vierten, ähnlichen Schiff fahren die auch noch Rostock in Deutschland an.
Das Wetter war wieder den ganzen Tag makellos. Sonnenschein pur und kein einzige Wölkchen am Himmel. Auf Gotland weht ein kühler Wind, weshalb im Schatten lange Ärmel ganz angenehm sind.
Die Überfahrt verlief ruhig. Man merkte eigentlich nicht, dass man auf einem Schiff war.
Leider hatte das Schiff keine Aussendecks. So kam es mir wie in einem Zug vor, dessen Fenster sich nicht öffnen liessen. Natürlich war bei dem Wetter das Meer absolut glatt. Es hatte überhaupt keine Wellen.
Das Schiff war nach meiner Einschätzung ziemlich voll. Immerhin begann das Pfingstwochenende heute. Ich bin in Nynäshamn nach dem Check-In eine Stunde mit dem Auto angestanden, bevor ich aufs Schiff fahren konnte.
Platz hatte es im Grunde genug. Aber ich hatte zum Glück einen Sitzplatz am Fenster reserviert, denn nur dort gab es Steckdosen, um einen Laptop anzuhängen. Und die nicht reservierten Sitze waren alle weg, bevor ich überhaupt auf dem Deck war.
Selbst auf meinem Sitz sass schon jemand. Die Dame wechselte dann aber schnell den Platz.
Diese Überfahrt habe ich übrigens bereits im November letztes Jahr gebucht. Destination Gotland rät auf ihrer Homepage dazu, frühzeitig zu buchen, wenn man an einem Wochenende fahren möchte, oder an einem Feiertag. Ein guter Rat, wie man heute sehen konnte.
Die Zeit auf der Überfahrt nutzte ich zur Bildbearbeitung. Natürlich gab’s an Bord gratis WiFi. Und dessen Leistung konnte sich durchaus sehen lassen. Also habe ich ein paar Bilder von meinem gestrigen Zoobesuch bearbeitet.
Auf ein Mittagessen an Bord habe ich verzichtet. Ich habe mir vorher im Hotel am Frühstücksbuffet den Magen vollgeschlagen. Zusammen mit einem Apfel hielt das bis zum Abendessen. 😉
Nach der Ankunft in Visby und dem Check-In im Hotel habe ich zu Fuss den alten Stadtteil erkundet.
Ein sehr schönes, altes Städtchen mit vielen alten, aber gut erhaltenen Gebäude, engen Gässchen und Kopfsteinpflaster. Da stehen zum Teil komplette Ruinen von sehr alten Gebäuden mitten in bewohnten Häusern.
Am auffälligsten dürfte die Ruine der St. Katharina Kirche (Sankta Karins kyrkoruin) sein, die direkt am Marktplatz (Stora Torget) steht.
Zuerst glaubte ich vor der Kirche von Visby zu stehen, die überall signalisiert war. Aber der Dom zu Visby (Visby Sankta Maria Domkyrka) war dann noch ein paar Gässchen weiter, wie ich feststellen konnte.
Ich fand es einzig nicht so toll, dass die Stadtverwaltung es nicht geschafft hat, wenigsten die Kernzone zur Fussgängerzone erklären. Die ist jetzt eine Begegnungszone für Fussgänger, Velos und Autos; inklusive Parkplätze über all in den engen Gässchen und auf dem Marktplatz. Und natürlich fahren da ständig Autos durch die Leute. Schade.
Fürs Erste habe ich mich heute einfach ein bisschen orientieren wollen. Und natürlich ein geeignetes Restaurant für mein Abendessen gesucht.
Morgen fahre ich über Land in ganz Gotland, in erster Linie in den nördlichen Teil der Insel, und suche schöne Landschaften als Bildmotive.
Visby will ich mir dann am Montag noch einmal ein bisschen genauer anschauen.