Skandinavien 2023: Halbzeit bei der Bilderbearbeitung

Rund drei Monate nach dem Abschluss meiner siebenwöchigen Skandinavienreise bin ich nur  bei der Bearbeitung der über 11’000 Rohbilder in Hälfte angelangt.

Heute habe ich die Bearbeitung der Bilder des 25. Tages (von 49) der Reise abgeschlossen und die Bilder in die Galerien hochgeladen.

So viele Bilder zu sortieren, auszuwählen und schlussendlich zu bearbeiten brauchte halt seine Zeit. Dazu kommt, dass ich im September für zwei Wochen auf einem Roadtrip in Island war. Dort sind nicht nur weitere 5’000 Rohbilder entstanden, die auch auf ihre Bearbeitung warten.
In dieser Zeit habe ich natürlich nicht an den Bildern aus Schweden & Dänemark gearbeitet.

Nun sind in den Galerien also alle Bilder bis und mit dem 25. Reisetag hochgeladen. Von den restlichen 24 Tagen sind im Moment die Bilder hochgeladen, die ich unterwegs bearbeitet hatte.
Da werde ich nach und nach weitere Bilder hochladen.

Stay tuned.

Island 2023: Wieder zu Hause

Island_flag

Seit einer Woche bin ich nun wieder zu Hause. Die diesjährige Islandreise ist leider Geschichte.
Das waren dreizehn Tage, zwölf Übernachtungen in neun Hotels, fast 2’000 km im Mietwagen Mitsubishi Eclipse Cross PHEV, über 150 Liter Benzin, fast jede Form isländischen Wetters und rund 5’000 Bilder.

Ich hatte nicht erwartet, im Herbst so viele tolle Tage mit schönem Wetter zu erleben.
Die Reise bot mir einige Highlights wie z.B die stärksten und hellsten Nordlichter, die ich je gesehen habe, und das zwei Nächte hintereinander. Oder die Whalewatching-Tour in der Skjálfandi Bucht bei Húsavík, auf der wir nicht nur mehrere Buckelwale beobachten konnten, sondern fast eine Stunde von einem Schwarm Streifendelphine begleitet wurden. Und ich fuhr wieder stundenlang durch sehr besondere, schöne Landschaften, unter anderem durch das Eldhraun, das grösste Lavafeld der Welt.

Es regnete auf dieser Reise bloss zweieinhalb Tage, wobei an einem Tag in Ostisland so heftiger Regen niederging, dass in Seyðisfjörður mehrere Bereiche im Dorf evakuiert werden mussten, weil befürchtet wurde, dass sich an den Berghängen Schlammlawinen lösen würden, welche bis ins Dorf kommen könnten.
Das passierte dort zuletzt am 18. Dezember 2020, als eine Schlammlawine 13 Häuser des Dorfes wegriss. Damals gab es zum Glück keine Personenschäden.

Und ich erlebte an der Südküste, wo es praktisch immer windet, einen Tag mit Sturmböen von bis zu 100 km/h. Das macht mir im Grunde nichts aus. Man muss sich darauf einstellen und ein paar Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Solange man nicht mit einem Camper, Wohnwagen oder Lastwagen unterwegs ist, kann man in der Regel fahren.
Man sollte zum Beispiel nicht mit dem Rücken zum Wind parkieren, da der Wind beim Öffnen der Autotür diese einem aus der Hand reissen und komplett aufklappen kann, was zu erheblichen Schäden an der Tür und dem Kotflügel führen kann.
Aber ich habe Respekt und bin sehr vorsichtig, wenn die geologischen Bedingungen zusammen mit starken Winden die Möglichkeit eines Sandsturmes ergeben. Gerade in den Sandwüsten und Lavafeldern an der Südküste gibt es diese Phänomen gerne mal. Schäden am Auto, die durch Sandstürme entstehen, zum Beispiel zerkratzter Lack, sind durch keine Versicherung gedeckt. Das kann dann recht teuer werden.

Der Rest der Reise war geprägt von schönem Wetter. Besonders an den letzten beiden Tagen sah man kein Wölkchen am Himmel. Der war einfach nur blau und die Sonne schien.

Die gut 5’000 Bilder, die ich mit verschiedenen Kameras gemacht habe, warten nun auf Sortierung, Auswahl und Bearbeitung.
Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis ich das in Angriff nehmen kann, da ich zur Zeit immer noch mit den Bildern meiner langen Reise durch Schweden und Dänemark beschäftigt bin.
Ich habe aber unterwegs jeden Tag bereits ein paar Bilder aus Island bearbeitet und hochgeladen. Man findet sie in den Galerien hier im Blog oder auf meiner neuen Homepage.

Unterwegs habe ich die drei Bücher von zwei isländischen Autoren gelesen:
Joachim B. Schmidt ist ein Schweizer Autor, der nach Island ausgewandert ist, und mit seiner Familie in Reykjavík lebt und auch dort arbeitet. Er hat auch die isländische Staatsbürgerschaft angenommen.
Seine Figur Kalmann ist ein etwas zurückgebliebener junger Mann, der in Raufarhöfn lebt, eines der wohl abgelegensten Dörfer in Nordostisland. Der erste Kalmann Roman war ein Erfolg und „Kalmann und der schlafende Berg“ ist nun das Folgewerk. Ich bin ein erklärter Fan von Kalmann und würde gerne einen dritten Roman lesen…
Ragnar Jónasson ist ein isländischer Krimiautor und Jurist. Seine Figur Ari Þór Arason ist ein junger Polizist, der nach der Ausbildung in Reykjavík nach Siglufjörður zieht, einem kleinen Dorf im Norden Islands, um dort seine erstes Stelle als Polizist anzutreten.
Jónasson gilt als Mitbegründer des „Nordic Noir„, dem skandinavischen Krimistil. Weitere Autoren des Nordic Noir, die ich kenne, sind Jussi Adler Olsen, Jo Nesbø und Henning Mankell. Ich mag diesen Stil sehr.

Das Besondere an den Romanen von Schmidt und Jónasson ist, dass ich die Orte, an denen sie spielen, alle schon mehrfach besucht habe. Ich kenne Raufarhöfn genauso wie Siglufjörður, war mehrfach in Reykjavík, Akureyri und Dalvík, und ich bin auch schon mehrere Male über die Lágheiði gefahren.
Damit entsteht beim Lesen ein besonderes Szenario vor dem geistigen Auge. Das macht diese Bücher für mich besonders interessant.

Buchtitel
Meine Reiseliteratur

Stay tuned.

Island 2023: Das schöne Wetter hält an

Island_flag

Heute war der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen geht’s leider schon wieder nach Hause.
Island verabschiedete sich mit Prachtwetter. Den ganzen Tag durch habe ich nicht eine einzige Wolke am Himmel gesehen. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel waren angesagt. 🙂
Wer nun glaubt, man hätte sonnenbaden können, irrt sich.
Ein relativ starker, bissiger Wind macht es durchaus notwendig, sich richtig anzuziehen. Wenn man allerdings ein windgeschützte Ecke fand, zu der die Sonne hin schien, kam man durchaus auf angenehme Herbsttemperaturen.

Auf meinem Weg zum Flughafen habe ich wieder ein paar Orte besucht, die ich von verschiedenen Besuchen durchaus schon kannte. Aber ich war noch nie am Morgen dort (so wie ich gestern mehrere Orte an der Südküste zu ersten Mal in der Abendsonne sah). Dadurch kriegte ich den Gullfoss, den Strokkur und den Kerið Krater in einem anderen Licht vor die Linse. Ausserdem versuchte ich, die Aufnahmen von anderen Punkten aus zu machen, als dass ich dies früher tat.

Am Nachmittag fuhr ich dann wie immer gemütlich entlang der Reykjanes Halbinsel Richtung Westen zum Flughafen Keflavík. Ich ziehe die Route über die Strasse 427 im Süden der Halbinsel der Schnellstrasse 43 im Norden vor. Im Süden hat es viel weniger Verkehr und man fährt durch grosse Lava-Felder. Und ich habe zwei Cafés an dieser Route, bei denen ich immer gerne eine kurzen Halt mache.

Die Reykjanes Halbinsel gilt als das heisseste Gebiet Islands. Hier kocht buchstäblich die Erde. Es gibt viele heisse Quellen und beim Geothermalgebiet Gunnuhver steht sogar ein Kraftwerk, das den heissen Dampf in Energie umwandelt. Und nicht zu vergessen: Die berühmte „Blaue Lagune“ befindet sich auch hier.
„Vulkantechnisch“ war es aber lange ruhig, bis 2021 nach 800 Jahren wieder ein Vulkan ausbrach. Auch wenn dieser Ausbruch nur ein paar Monate dauerte, scheint er doch der Beginn einer Serie von Ausbrüchen gewesen zu sein. Seither hat es in dem Gebiet jedes Jahr einen Ausbruch gegeben.

Nun sitze ich hier am Flughafen Keflavík in meinem Hotelzimmer und packe meine Koffer.
Bald muss ich ins Bett, denn mein Flug geht morgen um 07:20 Ortszeit.
Erfahrungsgemäss ist aber um 05:00 am Flughafen schon ziemlich viel los. Vor zwei Jahren bin ich über eine Stunde an der Gepäckabgabe angestanden. Es lohnt sich also, auch hier früh am Flughafen zu sein.

Island_23_12_0037932
Strokkur

Stay tuned.

Island 2023: Ein sonniger Tag an der Südküste

Island_flag

Island hat sich heute ‚mal wieder von der besten Seite gezeigt. Und gleichzeitig auch demonstriert, wie schnell sich das isländische Wetter ändern kann. 😉

Am Morgen, als ich in Vík losfuhr, war der Himmel noch bedeckt und es wehte ein moderater Wind. Der Wind blieb den ganzen Tag über, aber die Wolken verzogen sich bald einmal und nach nur 10 Minuten Fahrt entschloss ich mich, wegen des schönen Wetters von meiner Route abzuweichen und zum schwarzen Strand von Reynisfjara zu fahren. Der Sand dort ist nicht weiss (oder bräunlich), er ist schwarz.
Vor Ort musste ich feststellen, dass seit letztem Jahr ein Bezahlsystem fürs Parkieren eingerichtet worden war. Man kassiert also jetzt auch dort. Der Gerechtigkeit halber muss ich aber auch sagen, dass die Qualität von Strasse und Parkplatz um einiges besser geworden ist. Das muss auch erst einmal gemacht und bezahlt werden.
Die gefährlichen Sneaker-Waves kamen heute nicht so weit ins Land hinein, dass ein Unfall zu befürchten war, und jemand ins Meer gezogen würde. Obwohl es auch heute LEute gab, die ausprobieren mussten, wie weit sie ans Wasser gehen konnten, ohne nasse Füsse zu kriegen.
In den letzten zwei Jahren sind hier drei Touristen von den Wellen erfasst worden und ertrunken, weil sie die Warnsignale ignoriert hatten.
Diese Warnsignale (aktuell war Gefahrenstuf gelb [2 von 3] aktiv) wurden auch heute fleissig ignoriert, besonders von meinen Lieblingstouristen aus Fernost. Aber leider erfüllte sich meine Hoffnung nicht, dass eine oder einer dieser rücksichtslosen Genies nasse Füsse kriegen oder vielleicht sogar ein Bad im Meer nehmen würde. Eigentlich schade, denn nur so lernen die Leute…

Von Reynisfjara kam ich nur gerade 20 Minuten Fahrt weiter, denn auch wegen des guten Wetters fuhr ich nach sechs Jahren wieder einmal zum Leuchtturm von Dyrhólaey hoch.
Der Leuchtturm liegt auf einem kleinen Berg, von dem man bei schönem Wetter eine phantastische Aussicht über die Südküste hat.
Ausserden ist Dyrhólaey der südlichste Punkt der isländischen Hauptinsel.
Vor sechs Jahren führte eine mit Schläglöchern gespickte Naturstrasse zum Leuchtturm hoch. Man kam nur mit 4×4 Pw hinauf.
Das ist heute leider anders. Inzwischen wurde eine zweispurige Strasse gebaut und oben befindet sich ein geteerter Parkplatz. Nun kommt leider jeder Idiot mit dem kleinsten Fahrzeug dort hinauf und auch für Camper und Kleinbusse ist es kein Problem mehr. Eigentlich schade. 😦

Von Dyrhólaey ging es dann auf der Ringstrasse weiter Richtung Westen. Ich liess mehrere Sehenswürdigkeiten aus, denn die Strecke ist derart mit interessanten Orten gespickt, dass ich wohl jetzt noch dort wäre, wenn ich überall Halt gemacht hätte.

Aber ich besuchte den Skogafoss und den Seljalandsfoss, die beide wohl grössten Touristenmagneten an der Südküste. Beide dieser Wasserfälle haben eine Fallhöhe von gut 60 Metern.
Beim Skogafoss kann man auf einer Treppe zum Scheitelpunkt hoch gehen, und hat von dort eine sensationelle Aussicht entlang der Südküste bis weit nach Osten.
Beim Seljalandsfoss kann man hinter dem Wasserfall hindurchgehen. Ich empfehle aber jedem, der das machen will, wasserdichte Kleider anzuziehen. Die Winde verwandeln diese Wasserfälle auch in gewaltige Duschen, und wenn man zu nahe kommt, wird braucht man anschliessend ein grosses Handtuch. Auf jeden Fall sahen heute die Leute, welche hinter dem Wasserfall durchgingen, aus wie begossene Pudel. 😉
Beide Wasserfälle wurden von der Mittagssonne heute wunderbar ausgeleuchtet, und so entstanden in der vom Wind weitherum verteilten Gischt Regenbogen.

Morgen ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Am Abend werde ich am Flughafen Keflavík das Mietauto zurückgeben und im Flughafenhotel Aurora Star einchecken. Mein Flug am Freitag zurück nach Zürich geht um 07:20

Island_23_11_0037375
Die isländische Südküste

Stay tuned.

Island 2023: Alle Zeichen stehen auf Sturm

Island_flag

Heute hat es nicht mehr geregnet. Am Morgen drückte da und dort sogar ein bisschen die Sonne durch. Aber…

Es windete bereits sehr stark, als ich aufstand.
Der isländische, meteorologische Dienst hielt zwar die Unwetterwarnung für Ostisland und die Ostfjorde den ganzen Tag aufrecht (am Abend kam dann noch eine Sturmwarnung für Nordisland dazu).
Aber entlang der ganzen Südküste wurden starke Winde vorausgesagt, in der Graphik von vedur.is ging man in gewissen Abschnitten von Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 115 Km/h (30 m/s) aus.
Und genau entlang der Südküste Richtung Westen lag meine heutige Reisestrecke.

Dazu muss ich sagen, dass mich starker Wind noch nicht beunruhigt. Der ist für Lastwagen, Camper und Wohnwagen viel gefährlicher. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein solches Fahrzeug Flugstunden nimmt und von der Strasse fliegt, wenn gerade eine besonders heftige Böe weht. Mit einem SUV kommt man in der Regel ganz gut durch.

Was bei mir eher eine höhere Aufmerksamkeit auslöst, sind Steine und Sand, die durch einen Sturm aufgewirbelt werden können. Auch das kommt vor und kann bei einem Auto durchaus auch einmal eine Windschutzscheibe kosten. Egal ob man fährt oder steht. 😉
Sandstürme hingegen haben die unangenehme Eigenschaft, ein Auto danach aussehen zu lassen, als ob es gerade eine Sandstahlbehandlung durchgemacht hat.
Und diese Schäden deckt leider keine Versicherung! 😦

Also bin ich mit einer gewisser Vorsicht losgefahren und habe immer nach Warnschildern Ausschau gehalten. Zudem kenne ich die Strecke ganz gut und weiss ziemlich genau, wo die Beschaffenheit des Geländes solche Gefahren möglich macht und wo nicht. Blöd war einfach, dass die Wetterbilder genau dort die höchsten Windgeschwindigkeiten voraussagten, wo man durch eine Sandwüste fährt.

Fazit: Es hatte die ganzen 200 km Fahrt entlang der Südküste starken bis sehr starken Wind.
Mein Auto schaukelte zwischendurch ganz schön, auch wenn ich nicht fuhr. Aber da war nichts, was mich verlangsamt oder aufgehalten hätte.
Der Wind war dann zum Glück nicht ganz so stark wie vorausgesagt. Der höchste gemessene Wert, den ich gesehen habe, war 23 m/s (82 km/h). Aber das ist auch schon ganz ordentlich.
Das Aussteigen aus dem Auto war dabei etwas schwierig. Entweder wurde einem die Türe fast aus der Hand gerissen oder man kriegte sie kaum auf. Je nachdem, wie das Auto zum Wind stand.
DA muss man aufpassen. Offenbar hatten die Autovermieter vermehrt Schäden an Türen und Kotflügeln zu beklagen, die dadurch entstanden, dass die Türen vom Wind richtiggehend aufgerissen und umgeklappt wurden.
Jedenfalls hat zumindest Europcar bei seinen Autos an den Türen Kleber angebracht, die davor warnen.

Draussen, im Wind, war das Fotografieren ab und zu etwas schwierig, weil es ich nicht immer ruhig stehen konnte. Man konnte sich locker in den Wind legen und fiel nicht um. Umgekehrt musste man richtig gegen den Wind ankämpfen, um nicht umgeblasen zu werden.

Und als ich bei einem Stopp ein paar Kilometer hinter mir eine riesige Staubwolke entdeckte, wusste ich, dass sich dort ein kleiner, lokaler Sandsturm bildete. Zum Glück war ich dort schon vorbei, und meine Fahrtrichtung (Westen) brachte mich davon weg.

Ich mag diese Strecke von heute sehr wegen der grossen Lavafelder. Das ist eine Landschaft wie ich sie noch nirgends sonst gesehen habe. Der Anblick dieser unendlich scheinenden Lavafelder beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Ausserdem scheinen die Gletscher bis zur Küste hinunter zu kommen. Sie sind so nah, wenn man auf der Ringstrasse fährt. Ein grandioser Anblick. 🙂

Vorhin, als ich nach dem Abendessen ins Hotelzimmer zurückkam, regnete es kurz. Kaum hatte der Wind etwas nachgelassen, kam der Regen zurück. Aber das war nur eine kleine Zelle. Laut Wetterbericht soll es morgen immer noch starken Wind geben (eigentlich die ganze Woche), aber der Regen bleibt im Osten.

Island_23_10_0036922
Eldhraun

Stay tuned.

Island 2023: Es regnet

Island_flag

Heute hat es nur einmal geregnet. Ich hasse es, wenn der Wetterbericht für einmal so genau stimmt…
Bereits am Morgen beim Aufstehen in
Egilsstaðir goss es in Strömen. Und so  blieb es den ganzen Tag hindurch. Die Intensität des Regens änderte sich zwar immer mal wieder, aber die Wolken hingen so tief, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, im Nebel zu fahren.

Das ist zwar nichts Besonderes und Regen gehört für mich irgendwie zu einer Islandreise. An solchen Tagen gibt es dann einfach viel weniger Bilder, weil man oft nicht viel und nicht weit sieht.

Wenn aber der isländische Zivilschutz für Ostisland und die Ostfjorde schon am Morgen die erste Wetterwarnung ausgibt und die Alarmstufe von grün auf gelb erhöht, weil so viel Regen erwartet wird, dass es möglich ist, dass Bäche und Flüsse über die Ufer treten, und auch die Möglichkeit von Erdrutschen besteht, dann ist das etwas mehr als ein normaler Regen.
Später am Tag wurde die Alarmstufe für die Ostfjorde auf orange erhöht!
Und in Seyðisfjörður wurde für heute Abend für einen Teil des Dorfes die Evakuation angekündigt, weil man grössere Erdrutsche befürchtet.
Seyðisfjörður hat diesbezüglich eine längere Geschichte mit mehreren Schlammlawinen, bei denen auch schon Leute ums Leben kamen.
Im Dezember 2020 ging nach tagelangen, schweren Regenfällen der grösste Erdrutsch im Dorf nieder, der je in Island bewohntes Gebiet traf. Dabei wurden 13 Häuser verschüttet. Ein Teil des Dorfes war damals auf dem Landweg nicht mehr erreichbar. Nur mit viel Glück gab es dieses Mal keine Toten.
Als ich acht Monate später dort war, war von dem Erdrutsch nur noch die Abbruchstelle am Berg zu sehen. Ansonsten fehlten zwar ein paar Häuser (was man nur durch einen Vergleich mit alten Fotos feststellen konnte), aber ansonsten sah man praktisch nichts mehr von der Zerstörung.
Und man hat offenbar gelernt, ist jetzt vorsichtig geworden und alarmiert frühzeitig.
Ich werde die Geschichte in den isländischen News weiterverfolgen. Ich bin gespannt, wie sich die Lage entwickelt. Der Regen soll noch bis Mittwoch anhalten, im Osten Islands sogar länger.

Ich bin auf jeden Fall mit der heutigen Fahrt aus Ostisland weggekommen und befinde mich nun an der Südküste.
Hier regnet es zwar auch. Aber ich habe noch keine Wetteralarme gesehen. Die kommen hier meistens eher wegen starker Winde aus dem Hochland. Dann kann durchaus sein, dass es Wohnwagen von der Strasse windet. Aber im Moment ist noch kein solcher Alarm draussen. Am Mittwoche soll es aufhören zu regnen.

Morgen geht es dann weiter entlang der Südküste Richtung Westen. Es wäre schön, wenn der Regen nachlassen würde, denn nun komme ich an einigen schönen Orten vorbei, die es durchaus wert sind, anzuhalten.
Und ich werde durch Eldhraun (dt Feuerlava) fahren, das wohl grösste Lavafeld der Welt: mit Moos bedeckte, erstarrte Lava, soweit das Auge reicht. 🙂

Island_23_09_0036680

Stay tuned.

Island 2023: Weiter nach Ostisland

Island_flag

Heute hatte ich mit rund 200 km eine relativ überschaubare Strecke vor mir.
Dazu kam, dass ich diese Strecke bis auf einige Kilometer am Anfang bereits ein oder mehrere Mal gefahren war, auch in umgekehrter Richtung.
Ich bewegte mich also auf bekanntem Terrain und hatte reichlich Zeit bis zum meinem Ziel in
Egilsstaðir. Und ich hatte nur einen Besuch geplant, nämlich am Ende der heutigen Etappe in den Vök Baths kurz vor Egilsstaðir.

Deshalb fuhr ich von meiner Unterkunft erst einmal an den Mývatn (dt Mückensee). Zwar sind die Mücken (es handelt sich eher um kleine Fliegen – auf jeden Fall stechen die Viecher hier nicht) im September nicht mehr so zahlreich, aber sie fliegen einem immer noch ständig um den Kopf und immer wieder in Ohren, Nase und Mund. Im Sommer (Juni, Juli & August) sind die kleinen Quälgeister am Mývatn so zahlreich, dass man nicht ohne Mückennetz über dem Kopf ins Freie gehen kann.

Am Mývatn gibt es ein Lavafeld, das man durchwandern kann: Dimmuborgir.
Da wurden Wege angelegt, so dass man zwischen den bizzaren Lavagebilden (die gerne auch mal 10 oder mehr Meter hoch sein können) hindurch spazieren kann. Der Sage nach sollen hier Trolle und Elfen leben, und auch die dreizehn Jólasveinar (Yule lads) tauchen hier gerne auf.
Da ich vor sechs Jahren das letzte Mal im Dimmuborgir war, stattete ich dem Lavafeld heute einen Besuch ab. Dazu kam, dass gerade, als ich dort ankam, die Sonne durch die Wolken brach und die wegen dem Herbst ohnehin schon gelben Blätter der Sträucher gold-gelb färbte.

Von Dimmuborgir ging es weiter Richtung Osten. Aber schon nach einer Viertelstunde Fahrt war der nächste Stopp angesagt. Gleich wenn man über den Námaskarð-Pass kommt liegt das Geothermalgebiet Hverir vor einem. Hier kommt an verschiedenen Stelle 100 Grad heisses Wasser aus dem Boden, als Dampf, aber auch als zäher Schlamm.
Hier traf ich etwas Neues an: Das Parkieren ist gebührenpflichtig geworden. Das war letztes Jahr noch nicht der Fall. Und die Landbesitzer haben keine Hemmungen: Ein Pw kostet 1’200 ISK (dafür kann man den ganzen Tag dort parkieren, aber wer macht das schon). Das sind umgerechnet 8 Schweizer Franken.
Als Vergleich: In Þingvellir (einem staatlichen Nationalpark) kostet das Parkieren ISK 750.–. Das sind 5 Schweizer Franken, also deutlich weniger.
Aber der Anblick dieses Gebietes mit den blubbernden Schlammlöcher (als ob darin etwas gekocht würde) und den zischenden Steinhaufen, aus denen heisser Dampf mit einigem Druck entweicht, ist beeindruckend.

Auf den Besuch des Krafla-Vulkan-Gebietes mit dem grossen Kratersee und dem Kraftwerk verzichtete ich dieses Mal. Aber auch das wäre nur 10 Minuten Fahrt von Hverir entfernt gewesen.

Ich fuhr erst einmal eineinhalb Stunden Richtung Osten durch weite Lava Einöden auf einer bestens bekannten Strecke und machte erst auf einem Rastplatz im Osten Halt, von dem ich wusste, das man von dort bis weit ins Hochland sehen konnte.

Bis dorthin hatte sich auch das Wetter gehalten. Die Bewölkung war zwar ab dem Mittag ziemlich dicht und dunkel gewesen. Aber es blieb trocken.
Der Regen kam dann auf dem letzten Abschnitt, ca eine halbe Stunde vor Egilsstaðir.
Aber das war mir egal, denn bei meinem nächsten und letzten Halt würde ich sowieso nass werden, und zwar mit voller Absicht. 😉

So ging ich dann kurz vor Egilsstaðir in den Vök Bädern im warmen Wasser entspannen.
Das Besondere an diesen Bädern ist, dass zwei der drei Warmwasserbecken (38 – 41 Grad C) im See schwimmen. Man liegt also im heissen Wasser und kann die Hand in 10 Grad kaltes Seewasser halten.
Allerdings war mit Entspannung und Ruhe in diesen schwimmenden Becken leider nichts. Vier kreischende Chinesenweiber (wieder einmal…) machten dort lautstark Party. Wahrscheinlich hatten sie noch etwas zu viel Alkohol von der Bar erwischt. Am liebsten hätte ich die eine oder andere in den See geschmissen. Dann wäre wohl Ruhe gewesen. 😉 Aber das darf man ja leider nicht…
Auf alle Fälle war an Ruhe nicht zu denken. Also verzog ich mich wieder zurück in das dritte Becken. Dort herrschte Ruhe, obwohl sich dort die Bar befindet, und ein Kommen und Gehen herrschte. Hier waren vor allem erwachsene, etwas ältere Leute, die selber Ruhe wollten.
Dort liess ich mich dann etwas über eine Stunde in dem warmen Wasser treiben, bevor ich ins Hotel fuhr und mein Zimmer bezog.

Laut Wetterbericht wird es morgen mit gutem Wetter vorbei sein. Es soll die nächsten zwei Tage durchgehend regnen. Mal schauen. Vielleicht finde ich unterwegs einen geheizten Pool….

Island_23_08_0036262
Hverfjall am Mývatn

Stay tuned.

Island 2023: Whale watching & heisses Wasser

Island_flag

Das Wichtigste zuerst:
Das Wetter hat gehalten.
Heute war der Himmel zwar den ganzen Tag bedeckt, aber es war fast windstill und der Regen kam erst am späteren Nachmittag. 🙂
Dadurch war das Meer sehr ruhig und hatte kaum Wellen. Es war auch nicht besonders kalt.

Beste Voraussetzungen also, um um 10:00 auf die geplante Whale watching Tour zu starten.
Man darf dabei nicht unterschätzen, dass eine solche Tour drei Stunden dauert und das Schiff keine Kajüte hat, in die man sich zurückziehen könnte, wenn es einen zu fest friert. Man ist die ganze Dauer an der frischen Luft, ohne Schutz gegen das Wetter.

Aber das war heute kein Problem. Ausserdem verteilten die auf dem Schiff warme Overalls, die ausser an Händen und Kopf einen guten Wetter- und Kälteschutz boten (Handschuhe und eine warme Mütze musste man schon selbst mitbringen). Mir war das im Grunde zu warm (ich trug 6 Schichten), aber unser Guide (eine junge Französin) behauptete, dass es draussen sehr kalt sei. Naja…
Also zog auch ich den Overall auch an, wie alle anderen. Nach der Tour waren meine Hosen feucht vom schwitzen…
Es gab aber Leute an Bord, denen selbst der Overall zu wenig warm war. Da dieses Leute alle Spanisch sprachen, nehme ich an, es war ein Südländer-Problem. Die sind ein bisschen frische Luft einfach nicht gewöhnt. 😉

Die Tour hatte sich gelohnt. Wir haben mehrere Buckelwale (engl Humpback) gesehen.
Dass der Kapitän unser Schiff immer etwas auf Distanz zu den Tieren hielt, war zwar für das Fotografieren ärgerlich, aber wohl das Beste für das Tier. Es waren auch andere Boote in der Bucht, die regelrecht Jagd auf die Wale machten. Das gefiel mir gar nicht.
Unser Schiff drehte auch immer nach einer bestimmten Zeit ab, und liess die Tiere wieder in Ruhe.
In der zweiten Stunde trafen wir dann auf eine grosse Gruppe von Streifendelfinen. Diese Tiere haben Spass daran, mit Schiffen zu schwimmen. Da ist es kein Problem, wenn man näher an sie heranfährt. Die  Gruppe war mehr als eine halbe Stunde um uns herum, bis wir dann wieder Richtung Hafen zurückkehren mussten.

Nach der Rückkehr in den Hafen fuhr ich zu den Geosea Geothermal Sea Baths, um im heissen Wasser zu entspannen.
Geosea ist ein relativ neues Thermalbad in Húsavík mit drei Becken; alle draussen. Das Wasser ist um die 38 Grad Celsius warm. Zwei der Becken haben eine grandiose Aussicht über die Skjálfandi Bucht. Das dritte Becken hat eine Bar, an der Drinks bestellt werden können, die man dann im heissen Wasser geniessen kann.
Die Organisation, die Technik, die Grösse und das ganze Drumherum sind ähnlich wie bei den Vök Baths in der Nähe von Egilsstaðir im Osten Islands, wo ich morgen baden gehen will. Allerding liegen die Vök Bäder an einem See, respektive zwei der Becken mit dem heissen Wasser schwimmen in dem See. Aber eine Bar gibt es dort auch und im Innern ähneln sich die beide Bäder sehr. Vermutlich wurden sie von der gleichen Firma gebaut.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit chillen bei Kaffee & Kuchen. Das Baden, aber auch die präventiv genommene Anti-Seekrank-Pille machten ganz schön müde. Eine längere Autofahrt wäre heute nicht mehr möglich gewesen. Und da am Nachmittag der Regen einsetzte, verpasste ich dadurch auch nichts. 😉

Hier scheint es im Moment von Schweizern nur so zu wimmeln. Heute habe ich in Húsavík und hier beim mir im Gästehause mindestens 5 junge Paare aus der Schweiz getroffen, die zu ersten Mal in Island sind, und das Basispaket absolvieren: in acht oder zehn Tage einmal rund um die Insel…

Island_23_07_0115284

Stay tuned.

Island 2023: Tröllaskagi und andere bekannte Gegenden

Island_flag

Mit etwas über 300 Kilometer hatte ich heute eine etwas längere Strecke zu bewältigen. 🙂
Das lag vor allem daran, dass ich dieses Mal auf alle Abkürzungen verzichtete und der Küste entlang fuhr.

Das Wetter hielt sich brav. 🙂
Am Morgen bei meiner Abfahrt war noch eitel Sonnenschein angesagt. Aber das änderte sich aber innert einer Stunde. Immer mehr Wolken überzogen den Himmel, bis man die Sonne nicht mehr sah. Und so blieb es den ganzen Tag. Das wurde aber auch nicht schlechter. Regen habe ich erst ein kleines Bisschen abgekriegt, als ich gegen 17:30 bei meiner heutigen Unterkunft angekommen bin.
Das entsprach ganz dem Wetterbericht, und ich hoffe, der stimme morgen auch so genau.

Bevor ich erst Richtung Norden und dann nach Osten fuhr, habe ich dem Kolugljúfur Canyon und dem Efrifoss einen Besuch abgestattet. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Canyon und der erste von drei Wasserfällen im Canyon nur zehn Minuten Fahrt von meiner Unterkunft, dem Dæli Gästehaus entfernt lagen.

Danach fuhr ich los, erst einmal bis Hofsos und von dort dann weiter nach Siglufjörður. Das waren fast zwei Stunden gemütliche und ereignislose Fahrt. Letzteres liegt an der nördlichen Spitze der Trollhalbinsel, der Tröllaskagi.
Normalerweise kürze ich diese Fahrt quer über die Halbinsel über den Pass Lágheiði ab. Aber das lohnt sich nur bei schönem Wetter. Ansonsten ist es bloss ein Geholper über unendlich viele Schlaglöcher und man sieht nicht viel.
Heute bin ich deshalb wieder einmal aussen herum gefahren.
Siglufjörður erreicht man entweder auf der Strasse  durch Tunnel (von beiden Seiten der Halbinsel) oder per Schiff über das Meer, oder per Flugzeug. Es gibt einen kleinen Flugplatz ausserhalb des Dorfes.
Im Winter ist das Dorf ziemlich abgelegen und nicht immer erreichbar. Selbst in Island gilt Siglufjörður als Beispiel eines abgelegenen Ortes, in dem nur Leute wohnen, die schon hier geboren wurden.
Das Dorf ist der Schauplatz des ersten Kriminalromans von Ragnar Jónasson (Snjóblinda – Schneeblind), den ich gerade begonnen habe zu lesen. Ragnar gilt als einer der Mitbegründer des Nordic Noir Stiles, des ganz eigenen skandinavischen Krimistils. Wer das mag, dem sei der isländische Autor wärmstens empfohlen.
Für mich war es heute interessant, die Örtlichkeiten in dem Buch mit der Wirklichkeit zu vergleichen, soweit mir das denn gelang. 🙂
Ich kenne Siglufjörður zwar schon von früheren Besuchen, aber das Buch von Ragnar Jónasson hat mir eine neue Optik gegeben, nämlich die seines Romanhelden, eines jungen Polizisten, der aus Reykjavík hierher zieht. 😉
Ausserdem war das Dorf ja schon vor ein paar Jahren Drehort für einen grossen Teil der ersten Staffel von Ófærð, einer Isländischen Krimiserie, die vom ZDF mit produziert wurde.

Von Siglufjörður ich weiter Richtung Akureyri. Allerdings legte ich in Dalvík den obligaten Zwischenhalt in meinem isländischen Lieblingskaffee Gísli, Eiríkur, Helgi Kaffihús/bar ein. Das ist über die Jahre zu einem Ritual geworden. Jedes Mal, wenn ich durch Dalvík hindurchfahre, gehe ich dort einen Kaffee trinken. 🙂

Von Dalvík ging’s weiter nach Akureyri und von da zum Goðafoss.
Dieser Wasserfall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Er ist 158 Meter breit und 11 Meter hoch. Das ergibt einen beeindruckenden Anblick. Und er hat eine sehr interessante Geschichte in Zusammenhang mit der Christianisierung Islands.

Bis zu meiner jetzigen Unterkunft waren es dann bloss noch eine halbe Stunde Fahrt. Sie liegt ca eine halbe Stunde Fahrt südlich von Húsavík, wo ich morgen eine Whale-Watching Tour gebucht habe. Ich hoffe, es regnet nicht und der Wind benimmt sich auch. Als ich vor einem Jahr schon einmal dort war, wurden an dem Tag alle Touren wegen Sturm abgesagt.

Ich hoffe wirklich, dass es morgen klappt. Die Skjálfandi Bucht, an der Húsavík liegt, ist weltweit bekannt dafür, dass in ihr viele verschiedene Walarten leben. Húsavík nennt sich deshalb auch die „Whale-watching Hauptstadt“ Islands.

Island_23_06_0035821
Efrifoss am Eingang zum Kolugljúfur Canyon

Stay tuned.

Island 2023: Weiter in den Norden Islands

Island_flag

Nun bin ich im Norden Islands angekommen. 🙂

Die Strecke war mit etwas über 200 Kilometer überschaubar. Daher habe ich mir Zeit genommen: Erst einmal ausgeschlafen (wobei das nicht so einfach war…), dann ein gemütliches Frühstück zum spätmöglichsten Zeitpunkt und dann schon nach 10 Minuten Fahrt der erste Stopp.

Da sich das Wetter auch heute wieder von seiner besten Seite zeigte, beschloss ich, an verschiedenen Ort Halt zu machen, die ich von mehreren Besuchen schon gut kannte. Aber bei so schönem Wetter wollte ich die Naturschönheiten einfach noch einmal anschauen, und natürlich das eine oder andere Bild schiessen. 😉

Deshalb stoppte ich schon 10 Minuten nach meiner Abfahrt in Húsafell bei den Hraunfossar und dem Barnafoss. Diese Wasserfälle sind etwas besonderes. Der eine (hraun heisst Lava und fossar heisst Wasserfälle) wegen seiner einzigartigen Form, und der andere (barn heisst Kind und foss heisst Wasserfall) wegen der Saga, die dahintersteckt.
Und da die beiden Wasserfälle nur wenige Meter auseinanderliegen, kann man hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Eine weitere halbe Stunde später der nächste Stopp an den Grábrók-Kratern.
Bei schönem Wetter ist die Aussicht vom Rand des grössten der drei Krater fantastisch. Auf den Kraterrand kommt man relativ leicht über eine Holztreppe, die dort eingebaut wurde. Trotzdem spürt man natürlich, dass man dabei ca 100 Höhenmeter macht. Allerdings ist mir dort oben eine 67-jähriger Amerikaner begegnet, der trotz Amputation beider Unterschenkel alleine auf seinen Beinprothesen und nur mit einem Gehstock als Hilfe die Treppen hochgekommen ist. Respekt.

Nach weiteren 5 Minuten Fahrt habe ich dann schon wieder Halt gemacht, um zu Mittag zu essen. Hraunsnef ist ein Bauernhof, Hotel und Restaurant, in dem ich vor vier Jahren einmal übernachtet hatte. Die haben ein schönes Restaurant mit Terrasse und eine gute Karte. Grund genug, um 13:00 dort einzukehren.

An diesem Punkt habe ich das Schreiben wie gestern unterbrochen, weil draussen am Himmel wieder Nordlichter aufgetaucht sind und ein grossartige Show gezeigt haben. Das habe ich einfach fotografieren müssen. Man spürt dabei aber auch, dass in Island die Nächte frostig werden. Es ist im Moment auch ohne Wind richtig kalt draussen.

Aber weiter im Text:

Nach dem Mittagessen bin ich eineinhalb Stunden nach Norden gefahren, zu meinem nächsten Ziel: dem Hvítserkur.
Diesen Basaltfelsen, der im Meer steht, habe ich letztes Jahr das erste Mal aufgesucht und fotografiert. Damals allerdings bei Wind und Regen. Dieses Mal war nur der Wind da. Und der Felsen stand in ruhigem Wasser von der Sonne beschienen. Natürlich gab das andere Bilder. 😉

Vom Hvítserkur bis zu meiner heutigen Unterkunft war es anschliessend nur noch eine halbe Stunde zu fahren.
Das Dæli Gästehaus liegt 15 Minuten abseits der Hauptstrasse und bietet neben Unterkunft und Verpflegung auch Reitferien an. Ich habe einen Viertel eines Bungalows: ein grosszügiges Zimmer mit viel Platz, eingerichtet im Stil der 80er Jahre.

Island_23_05_0035803
Sonnenuntergang beim Dæli Gästehaus

Stay tuned.