Island 2023: Wieder auf isländischen Strassen

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Heute morgen wurde ich in Reykjavík pünktlich um neun von Europcar in meinem Hotel abgeholt und zur Mietwagenstation beim Stadtflughafen gebracht. Dort musste ich noch kurz den Papierkram erledigen und schon konnte ich losfahren. 🙂
Dieses Mal habe ich einen SUV von Mitsubishi gekriegt, einen weissen Eclipse Cross Hybrid.

Mein erstes Ziel war der Þingvellir Nationalpark.
Allerdings war der Ort dermassen von Touristen überlaufen, dass ich zuerst keinen Parkplatz fand, nicht zuletzt, weil die Leute parkierten wie die letzten Idioten und zum Teil zwei Parkfelder belegten. So kriegt man den Parkplatz natürlich auch ganz schnell voll. Es war relativ schnell auszumachen, aus welchem Teil der Welt die meisten Touristen dort kamen, und zumindest einen Teil davon kenne ich sehr gut als schlechte und rücksichtslose Autofahrer. Ich werde nicht genauer, aber es sind keine Europäer.
Diesem Volk sollte man ein generelles Fahrverbot erteilen…
Beim Infozentrum fand ich schliesslich einen Parkplatz. Aber weil dort auch alle Reisebusse aus Reykjavík anhalten und ihre Gäste ausladen, war auch das Infozentrum und die Gegend drumherum ziemlich überlaufen. Eine Rangerin sagte mir, man hätte in Þingvellir in diesem Sommer 2 Millionen Besucher gehabt.

Also bin ich bald einmal weiter nach Húsafell gefahren. Dabei habe ich bewusst eine etwas längere Strecke gewählt, die ich noch nie gefahren bin, nämlich um den Hvalfjörður.

Húsafell ist nicht nur der Ort meiner heutigen Übernachtung.
In Húsafell hatte ich einen Besuch in den Canyon Baths gebucht. Das sind warme Quellen in einem abgelegenen Canyon, die 2019 ein Einheimischer gefasst hatte und zwei Naturpools sowie eine Garderobe und einen Kiosk gebaut hatte.
Er sagt selbst, dass er die Kosten für die Bohrungen (nach heissem Wasser) und die ganzen Installationen wahrscheinlich nie wieder reinholen wird. Aber er hat die Anzahl Besuche trotzdem auf 4 pro Tag limitiert und auch 20 Gäste pro Tour begrenzt. Ausserdem wurde beim Bau so weit wie möglich auf Beton verzichtet, um das Ganze bei Bedarf auch wieder rückbauen zu können.
Zuerst wurden wir (ich und vier andere Touristen) mit einem Kleinbus ca 6 km zum Canyon gefahren, um dann über eine lange Treppe in den Canyon zu den Umkleidekabinen und den beiden Pools zu gelangen. Das Wasser ist um die 30 Grad und hat hier hat praktisch keinen Schwefelgehalt. Dafür ist ist es reich an Silikat. Dadurch riecht es nicht unangenehm, aber unterstützt die Hautpflege, wie ich es schon vom Schwefelwasser gekannt habe. Die Haut wird im Wasser weich und geschmeidig.
Da haben wir uns über eine Stunde einweichen lassen, bevor wir wieder zurück mussten.

Während ich am Schreiben dieses Posts war, klingelte gegen 22:00 mein Telefon. Das war der automatische Aurora-Alarm des Hotel. Viele Hotel im Norden bieten das an. Man kann sich an der Rezeption registrieren und wenn Nordlichter am Himmel auftauchen, wird man telefonisch alarmiert.

Also bin ich mit Kamera und Stativ raus, und habe eine Stunde lang den Himmel fotografiert.
Und ich muss sagen, da ging eine ziemliche Lichtshow in grün ab. Für alle, die das noch nie live gesehen habe: Die Lichter sind nicht statisch. Die bewegen und verändern sich ständig. Und wandern auch am Himmel. So weiss man nie, wie lange die Show dauert. Das können ein paar Minuten sein, oder so, wie heute Abend.
Ich habe seit 2017, als ich in Reykjavík das erste Mal Nordlichter (auch Polarlichter oder Aurora borealis genannt) sah, ungefähr sechs oder sieben Mal Auroras fotografieren können. Aber so stark wie heute habe ich sie noch nie gesehen. Man konnte die auch mit dem Smartphone fotografieren. Einfach sehr beindruckend, was die Natur da jeweils für ein Schauspiel bietet. 🙂

Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, das geplante Bild für diesen Post, eine Aufnahme von den Canyon Baths, zu kippen und stattdessen eines von heute Abend hochzuladen.

Nordlichter über Húsafell
Nordlichter über Húsafell

Stay tuned.

Island 2023: Ein ruhiger Tag in Reykjavík

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Heute habe ich mir in Reykjavík etwas Kultur gegönnt. 🙂

Als erstes habe ich dem Isländischen Punkrock-Museum (Pönksafn Íslands) einen Besuch abgestattet. Da bin ich bei meinen letzten Besuchen in Reykjavík oft daran vorbeigegangen, ohne es zu bemerken. Erst gestern ist mir das Schild aufgefallen, dass eine Treppe hinab auf das Museum hinwies.
Tatsächlich befindet sich das Museum in einer ehemaligen, unterirdischen öffentlichen Toilette mitten in der Fussgängerzone von Reykjavík, gleich gegenüber dem Sitz der Premierministerin.
Die Toilette steht unter Denkmalschutz und konnte deshalb nicht behinderten-gerecht umgebaut werden. Also wurde sie geschlossen, bis vor sieben Jahre eine Gruppe Punks auf die Idee kam, dort ein Museum einzurichten.
Und genau so sieht es aus. Und die Punkmusik ist nicht zu überhören.
Und am Eingang, an der Kasse, sitzt ein waschechter Punk mit grünem Irokesenschnitt, Tattoos, jede Menge Piercings im Gesicht und Lederklamotten mit vielen Ketten. Neben ihm auf dem Stuhl ein kleiner weisser Hund.
An ihm sah man auch gleich, dass der Punkrock auch in die Jahre gekommen ist, und vor allem eine Modeerscheinung der späten 60er und der 70er Jahre war. Der Mann war höchstens 5 Jahre jünger als ich. 😉

Das nächste Museum, das ich besuchen wollte, war das Photographie-Museum (Reykjavík Museum of Photography).
Aber da hatte ich Pech. Die hatten die letzte Ausstellung gestern abgebaut und waren nun im Begriff, eine neue Ausstellung zu installieren. Also gab es heute nichts zu sehen.
Ich hab’s mir für das nächste Mal vorgemerkt.

Also bin ich weiter zum alten Hafen gegangen. Diesen Teil von Reykjavík mag ich besonders. Da ist viel los und es gibt ein paar Museen sowie viele kleinere Restaurants.
Dort habe ich das Saga-Museum besucht. Da war ich vor 7 Jahren bei meiner ersten Islandreise schon einmal. Das Museum erzählt mittels Wachsfiguren und Ton die isländische Geschichte von der Landnahme bis ins Mittelalter. Island hat einen sehr gewalttätige Geschichte. Selbst die Reformation ging nicht ab, ohne dass man den letzten katholischen Bischof und seine beiden Söhne köpfte.

Den Rest des Tages verbrachte ich bei Kaffee in meinem neuen „Lieblingskaffee“ in Reykjavík, dem Hressó Hressingarskálinn an der Austurstræti 20.
Neben der Kuchenauswahl gefällt es mir dort wegen der Atmosphäre und dem Umstand, dass nie viele Leute drin sind und man seine Ruhe hat. Einen solchen Ort brauche ich, um in meinem neuesten „Isländerbuch“ zu lesen: „Kalmann und der schlafende Berg“ von Joachim B. Schmidt.
Der Autor ist eigentlich ein Bündner, lebt und arbeitet aber schon sehr lange in Island und besitzt auch die isländische Staatsbürgerschaft. Seine Figur Kalmann Óðinsson ist etwas zurückgeblieben und lebt an einem der abgelegensten Ort in Island, in Raufarhöfn in Nordostisland. „Kalmann und der schlafende Berg“ ist der zweite Kalman-Roman von Schmidt. Die passende Lektüre für diese Reise. 🙂
Versteht sich schon fast von selbst, dass ich schon zwei Mal in Raufarhöfn war. Das erste Mal kannte ich Schmidt und die Kalmann-Geschichte noch gar nicht. 😉

Das Wetter wechselt nun wieder. Während es am Morgen noch so schön war wie gestern, zogen ab Mittag mehr und mehr Wolken auf. Heute Abend ist es nun komplett bewölkt, was ausnahmsweise sehr, sehr schlecht ist.
Heute sind die Vorhersagewerte für Nordlichter für Reykjavík (eigentlich ganz Island) so hoch wie schon lange nicht mehr. Der Himmel müsste heute Nacht grün leuchten. Wenn bloss die Wolkendecke nicht wäre…
Voraussichtlich wird man kaum etwas sehen. Ich werde um 22:00 noch einmal raus gehen, und nachschauen, ob es sich lohnt, die Kamera auszupacken. Aber ich habe keine grosse Hoffnungen. 😦

Morgen beginnt meine Reise rund um die Insel. Ich werde von Europcar um 09:00 abgeholt, um dann beim Flughafen meinen Mietwagen zu übernehmen.
Dann kann ich losfahren.

Übrigens fiel im Hochland gestern Nacht der erste Schnee. Heute wurden mehrere Hochlandpisten gesperrt, unter anderem die Sprengisandsleið (F26), die längste Hochlandpiste.
Da ich damit gerechnet hatte, im September hier Schnee zu sehen, habe ich bewusst keine Strecke durch das Hochland geplant. Ich müsste meine Pläne nun sowieso ändern…

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Installation eine Projektes eine isländischen Fotografen vor dem Hotel Borg beim Parlament

Stay tuned.

Island 2023: Ein wunderschöner Tag in Reykjavík

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Heute zeigte sich Reykjavík von seiner besten Seite. 🙂
Den ganzen Tag keine einzige Wolke am Himmel; nur Sonne pur. Entsprechend waren auch die Temperaturen herbstlich – wenn man im Windschatten stand. Der Wind war ziemlich kalt und so war es tatsächlich trotz der Sonne etwas frisch. 😉
Umso paradoxer, wenn es dann in der Nacht wärmer als tagsüber war, weil der Wind am Abend praktisch aufhörte.

So war ich heute den ganzen Tag in der Stadt unterwegs.
Und es schien so, dass das Gros der Touristen hier in Reykjavík ziemlich spät aufstand. Bis am Mittag waren die Strassen ziemlich leer, und die meisten Restaurants machten erst um 11:00 auf. Ab Mittag begann die Stadt dann so richtig zu leben. Und das hielt dann bis heute Abend um 22:00 an, als ich ins Hotel zurückkehrte.

Am Nachmittag hatte ich eine persönliche Premiere:
Ich bin nun zum fünften Mal in Reykjavík. Aber ich war bisher noch nie auf dem Turm der Hallgrímskirkja, dem höchsten Punkt von Reykjavík.
Das habe ich heute nachgeholt. Bei dem Wetter konnte ich die Gelegenheit nicht verpassen, Reykjavík aus einer anderen Perspektive zu fotografieren.
Ich habe also meine Aversion gegen „Schlange stehen“ und „Kinderwagen in einem kleinen Lift“ überwunden, habe mir ein Ticket gekauft und bin beim Lift angestanden.
Zum Glück musste ich nicht lange warten. Die Aussicht in 70 Meter Höhe ist wunderschön. Man sieht in allen Himmelsrichtungen über die Stadt. Man steht dabei im Glockenstuhl unter den Glocken. Und die läuten im Viertelstundentakt. Das ist zwar überall angeschrieben. Aber die wenigsten Touristen beachten dies und sind dann ziemlich überrascht, wie laut das sein kann. 😉

Nach dem Nachtessen habe ich wieder einmal mein Stativ genommen und bin durch die Stadt gezogen, um Nachtaufnahmen zu machen.
Angefangen habe ich beim „Sun Voyager“ an der Bucht. Und während ich auf den Sonnenuntergang wartete und mit einem Amerikaner sprach, tauchte vor uns plötzlich ein Zwergwal auf. Leider war das Licht nicht mehr stark genug, um den Wal zu fotografieren. Aber es war schon faszinierend, zu sehen wie der Wal nur einige Meter vom Ufer entfernt seine Runden zog.
Zwergwal ist übrigens eine irreführende Bezeichnung für ein Tier, das fast 10 Meter lang und über 5 Tonnen schwer werden kann. Der internationale Namen des Tieres lautet Minkwal. Der „Zwerg“ taucht nur im deutschen Namen auf. 😉

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Reykjavík – vom Turm der Hallgrímmskirkja

Stay tuned.

Island 2023: Zurück in Reykjavík

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Nun bin ich wieder zurück in Island. 🙂

Der heutige Reisetag verlief im Grunde problemlos. Alles wie immer.
Die 25 Minuten Abgangsverspätung in Zürich holte der Pilot dank Rückenwind wieder auf und wir landeten pünktlich um 15:50 (Ortszeit) in Keflavík.
Hier allerdings war einiges los. Und zwar nicht nur, weil auch am Flughafen eifrig gebaut wird. In der Ankunftshalle funktionieren nur zwei (neue) Gepäckbänder. Die anderen drei müssen erst noch fertig gebaut werden.
Die Flybusse vom Flughafen in die Stadt fuhren auch wie gewohnt im 10 Minuten Takt. Allerdings kamen die Shuttle-Busse nicht mehr nach, die die Leute vom Bussterminal in Reykjavík zu den Hotels brachten. Ich musste am Terminal über 20 Minuten auf meinen Shuttle warten. Das war zwar nicht weiter schlimm (ich bin schliesslich im Urlaub und nicht auf der Flucht), aber ich hab’s so noch nie erlebt.

In Reykjavík ist immer noch viel los. Touristen, wohin man schaut. Obwohl die Hochsaison seit Ende August eigentlich vorbei ist. Heute ist Sonntag und trotzdem waren die Strassen und Restaurants in der Innenstadt am Abend voll. Und ganz klar spür- und sichtbar: die Asiaten sind zurück. Mit voller Wucht.
Mal schauen, wie das morgen sein wird.

Das Wetter hier ist mit Tagestemperaturen von ca 10 Grad Celsius, einem moderaten Wind, den man in der Innenstadt kaum spürt (umso mehr, wenn man ans Wasser geht) und einer ständig wechselnden Bewölkung ganz gut. Ich geniesse die Abkühlung nach den Wochen der Hitze zu Hause.
Ab und zu gibt es auch einen kurzen Regenschauer. Das ist aber kaum der Rede wert.
Laut isländischer Wettervorhersage soll es heute Nacht die erste Frostnacht geben. 🙂

Island ist übrigens 2 Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit. Rein nur wegen seiner geographischen Lage wäre der Zeitunterschied bloss eine Stunde. Aber weil Island keine Sommerzeit kennt, kommt im Sommer noch eine Stunde dazu. Ab Oktober geht deshalb der Flug nach Reykjavík in Zürich nicht wie jetzt um 14:05, sondern um 13:05.
Wer also auf die Idee kommen sollte, mich um 08:00 anzurufen (alles schon vorgekommen), kriegt Ärger, denn ich schätze es ganz und gar nicht, im Urlaub um 06:00 geweckt zu werden. Den werde ich um 23:00 Ortszeit zurückrufen… 😉

Ich werde nun zwei volle Tage in Reykjavík bleiben, und dann am Mittwoch meine Rundreise mit einem Mietwagen beginnen.

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Heute Abend in Reykjavík – der Sunvoyager in der untergehenden Sonner

Stay tuned.

Skandinavien 2023: wieder zu Hause

Nun bin ich wieder zu Hause.

Meine diesjährige Skandinavienreise ist leider bereits Geschichte.
Vor genau einer Woche bin ich von Kopenhagen zurück nach Zürich geflogen.

Die Koffer sind ausgepackt, die Fotoausrüstung ist weggeräumt, der Backup der Bilder ist gemacht, und heute wasche ich noch die restliche Wäsche. 😉

Was nun kommt, wird Monate dauern: Bilder sortieren, auswählen und bearbeiten. 🙂 Bis heute habe ich alle Bilder bis Tag 2 bearbeitet und hier in die Galerie geladen. Ich habe also noch die restlichen Bilder von 47 Tagen vor mir… 😉

Das bringt mich zu ein paar statistischen Daten zu der Reise:

  • 2 Länder
  • 49 Reisetage
  • 48 Nächte in 29 verschiedenen Hotels
  • 6’118 Kilometer mit den Mietwagen gefahren und dabei 392 Liter Benzin gekauft.
    Das macht einen Durchschnittsverbrauch von 6.4 Liter pro 100 Kilometer.
  • 3 Flüge (Zürich-Stockholm-Umeå; Kopenhagen-Zürich)
  • 3 Fährtransfers (von und nach Gotland; von Göteborg, Schweden nach Frederikshavn, Dänemark)
  • 11’737 Rohbilder von 2 DSLR, 1 Bridgekamera, 1 Smartphone, 1 Videokamera & 1 Drohne

Das war in jeder Hinsicht die längste Reise, die ich je gemacht haben.
Dabei hatte ich Wetterglück. Die ersten dreissig Tage hatte ich nur Sonnenschein. Insgesamt erlebte ich drei oder vier Tage, an denen es ununterbrochen regnete. Und die letzten Tage in Kopenhagen waren durchzogen mit gelegentlichen starken Gewittern, die aber immer rasch vorbei waren.

Eine sehr schöne Reise mit vielen Eindrücken.
An der Route würde ich nicht viel ändern. Lediglich etwas mehr darauf achten, auf Nebenstrassen zu fahren anstatt auf Autobahnen. Man hat so einfach viel mehr von der Landschaft. Insbesondere am Anfang der Reise in Mittelschweden war dieser Unterschied frappant und die Abstecher ins Hinterland lohnten sich.
Und ich würde etwas mehr „Ruhetage“ einbauen. Das heisst, ich würde den einen oder anderen Etappenort auslassen, etwas längere Strecken fahren, dafür aber am nächsten Etappenort einen Tag länger bleiben.
Ich musste gegen Ende der Reise feststellen, dass sich eine gewisse Müdigkeit einstellte. Wenn man über vierzig Tage entweder Auto fährt oder Besichtigungen macht, spürt man das irgendwann.
Ausserdem gibt es einige Orte auf dieser Route, an denen ich es schade fand, schon wieder abreisen zu müssen. Ich wäre dort gerne einen Tag länger geblieben.
Das bringt mich zur Kontroverse zwischen „alles im Voraus buchen“ und „auf der Tour von Etappe zu Etappe vor Ort nach eine Unterkunft zu suchen“. Auch wenn die zweite Variante einem unterwegs die viel grössere Handlungsfreiheit lässt, hätte ich damit auf dieser Reise mehrfach in Probleme gehabt. Insbesondere an den Wochenenden wäre es an beliebten Touristenorten in Süden von Schweden und in Dänemark kaum möglich gewesen, spontan eine Unterkunft zu finden.
Und als ich in Göteborg ankam, fanden dort an diesem Wochenende im Ullevi Stadion zwei Konzerte der Heavy Metall Band Metallica statt. Das Stadion fasst ca 50’000 Leute. Die ganze Stadt war ausgebucht. Hätte ich mein Hotelzimmer nicht schon ein halbes Jahr vorher gebucht, wäre es wohl sehr schwierig geworden, an diesem Wochenende überhaupt eine Unterkunft zu finden.
Generell ist es natürlich auch eine Frage der Kosten. Hotelzimmer, die man ein halbes Jahr im voraus bucht, sind tendenziell deutlich billiger als Hotelzimmer, die man spontan vor Ort bucht. Bei 48 Nächten kann das durchaus ins Geld gehen… 😉

Ich habe mir ein paar Orte gemerkt, die ich gerne noch einmal besuchen möchte. Aber nicht unbedingt mit auf einem ähnlichen Roadtrip, sondern eher gezielt. Aber das behalte ich im Hinterkopf für spätere Jahre. Als Nächstes steht nun wieder eine Islandreise im Herbst an.
Wohin ich nächstes Jahr gehe, wie lange und in welcher Form, ist noch offen. Das werde ich nach Island im Herbst entscheiden.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Regen in Kopenhagen

Heute hat es in Kopenhagen dauerhaft geregnet;  zumindest bis zum früheren Nachmittag. Nicht so wie gestern, als ab und zu ein Regenschauer niederging, den man abwarten konnte. Heute hat es am Stück geregnet.

Also habe ich mein heutiges Programm angepasst: Statt Sightseeing im Schloss Amalienborg und Schloss Rosenborg (ausserdem waren das Kastellet und die Kleine Meerjungfrau geplant), gab es für mich Planetarium, Kino und Café.

Das Planetarium ist hier bei meinem Hotel gleich um die Ecke. Das kenne ich noch von meinem letzten Besuch in Kopenhagen vor fünf Jahren. Es ist nach Tycho Brahe benannt, einem dänischen Astronomen aus dem 16. Jahrhundert.
Die haben interessante Ausstellungen über die Entstehung des Universums, welche mit den modernsten Multi-Media-Mittel unterstützt werden.
Und sie haben einen grossen, kuppelförmigen Filmsaal, in dem alle zwei Stunden verschiedene Filme gezeigt werden. Leider auch Filme, die mit Astronomie so gar nichts zu tun haben. Deshalb musste ich nach meinem Besuch der Ausstellung mehr als eine Stunde in einem Café totschlagen, weil zum Zeitpunkt meines Besuches zuerst ein Zeichentrickfilm für Kinder gezeigt wurde. (sic!)
Aber der nachfolgende Film über Dinge, die man von blossem Auge nicht sieht, weil sie zu langsam, zu schnell oder auch schlicht zu klein sind, war wirklich gut.

Als dann am Nachmittag der Regen aufhörte, habe ich mich spontan zu einem Kurzbesuch im Tivoli entschieden.
Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Freizeitparks, und das Tivoli ist einer der ältesten dieser Parks.
Aber vielleicht macht das Alter den Unterschied aus.
Das Tivoli ist etwas anders als die heutigen, grossen Parks.
Der Park ist sicher kleiner und „familiärer“, und man hat noch das Gefühl, in einem Park im eigentlichen Sinne mit viel Grün zu sein.
Das Tivoli liegt direkt neben dem Hauptbahnhof mitten in Kopenhagen. Anfahrt mit dem Auto und Parkplätze? Fehlanzeige. Ins Tivoli geht man zu Fuss.
Als ich heute dort war, fand auf der grossen Bühne in der Mitte des Parks ein Konzert mit einer Jugend-Brassband statt. Es gibt auch noch weitere Bühnen, zum Beispiel eine mit chinesischem Theater.
Und natürlich gibt es den Teil mit den Fahrgeschäften und Verpflegungsständen wie auf einem Jahrmarkt. Allerdings sucht man vergebens nach sogenannten Monsterbahnen und Wasserbahnen. Die Fahrt mit dem Rollercoaster dauert weniger als eine Minute. Auch die Dimensionen der anderen Fahrgeschäften halten sich in Grenzen.
Ausserdem hat es jede Menge Restaurants und auch ein Hotel im Park.
Aber der Eintritt war, wie auch das Planetarium am Morgen, auf der Copenhagen Card Card inbegriffen.
Also machte ich einen kleinen Spaziergang quer durch den Park.

Nun bin ich am Packen meiner Koffer.
Morgen ist der 49. und letzte Tag meiner Reise durch Schweden und Dänemark. Nach sieben Wochen fliege ich morgen nach Hause.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Sightseeing in Kopenhagen

Heute habe ich den ersten Teil meines Sightseeing in Kopenhagen gemacht.

Was ich wo und wann angeschaut habe, wurde ziemlich stark auch vom Wetter mitbestimmt.
So war ich in einer Kirche in der Innenstadt, weil wieder einmal ein Regenschauer mit heftigen Winden (lustig ist immer, wie die Leute mit den Regenschirmen dann zurecht kommen) durchzog.
Lutheranische Kirchen bieten sonst nicht viel Sehenswertes im Innern; ausser sie stammen noch aus der Zeit vor der Reformation. Zum Glück wurde in Schweden und auch in Dänemark damals während der Reformation nicht alles herausgerissen und kaputt gemacht.

Aber angefangen habe ich mit Ripley’s – Believe it or not. Das ist ein „Museum“, das lauter kuriose Objekte und Geschichten präsentiert. Ob alles wahr ist? Wer weiss? Eben „Believe it or not“.
Der Besuch war ganz amüsant. Aber hätte ich dafür extra bezahlen müssen, wäre ich wahrscheinlich nicht hineingegangen. Das ist definitiv eine Touristenfalle.
Aber mit der Copenhagen Card war der Eintritt ja schon bezahlt.
Ein schöner Zusatz war das H.C. Andersen Museum gleich nebenan, das zu Ripley’s dazugehörte und dessen Eintritt dafür inbegriffen war.
Ich war ja im grossen H.C. Andersen Hus in Odense. Dort war der Ansatz eher von der wissenschaftlichen Betrachtung von H.C. Andersens Leben und Werk.
Hier konnte man den Lebenslauf verfolgen, sowie Andersens Reisen. Und ein grosser Teil war seinen Märchen gewidmet, die in mehreren Sprachen erzählt wurden.
Ripley’s gibt’s übrigens auch in anderen Städte, zB in Amsterdam.

Bei meinem weiteren Spaziergang durch die Strøget, die 1,1 km lange Fussgängerzone und Shoppingmeile von Kopenhagen, wurde es, wie schon erwähnt, plötzlich etwas nass. Das habe ich in der Helligåndskirken abgewartet. 🙂

Sobald der Regen nur noch ein leichtes Rieseln war, ging ich weiter.
Bis der Regen wieder stärker wurde. Da entschied ich mich, etwas zu tun, das ich seit Jahren nicht mehr getan hatte. Ich besichtigte ein Schloss. 😉

Diese Kasten interessieren mich eigentlich immer nur von aussen. Da aber auch hier der Eintritt schon in der Copenhagen Card inbegriffen war, habe ich mir Schloss Christiansborg von innen angeschaut.
Früher war das der Sitz der dänischen Könige. Bis die Königsfamilie nach Schloss Amalienborg umzog, wo die Königsfamilie jetzt wohnt.
Heute wird Schloss Christiansborg vor allem von der Königin, dem Premierminister und dem Parlament für offizielle Empfänge genutzt.
Neben der Repräsentationsräume konnte man sich auch die Schlossküche anschauen. Beeindruckend. 🙂

Apropos Königin: Margrethe II. von Dänemark ist seit 51 Jahren auf dem Thron. Damit ist sie nach dem Tod von Elisabeth II. von Grossbritannien weltweit das dienstälteste amtierende weibliche Staatsoberhaupt.
Sie ist auch ein Jahr länger im Amt als König Carl XVI. Gustav von Schweden. Der feiert nämlich dieses Jahr sein 50-jähriges Thronjubiläum.

Und so ging es den ganzen Tag weiter: bei Regen im Museum oder im Restaurant, bei Sonne draussen.
Und das wechselte oft.

Am Abend habe ich mir dann zur Feier des Tages noch ein schönes Stück Fleisch gegönnt. 🙂

Und morgen mache ich dann eine weitere Sightseeing-Tour.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Zoo

Wie gestern geplant, bin ich heute in den Zoo von Kopenhagen gefahren und habe dort den ganzen Tag verbracht.

Wie immer, wenn ich hier bin, habe ich mir eine Copenhagen-Card gekauft.
Damit fahre ich auf dem gesamten öV-Netz hier in der Gegend gratis. Das Netz beschränkt sich nicht nur auf die Stadt Kopenhagen, sondern geht bis nach Helsingør und Roskilde.

Mir reicht allerdings das Stadtnetzt bis zum Flughafen. So bin ich davon befreit, immer einem Ticket nachzurennen. Ich kann einfach ein- und aussteigen, wie es mir passt.
Weiter sind auf der Karte auch 80 Gratiseintritte zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in und um Kopenhagen.

Deshalb hat mich der heutige Zoobesuch lediglich ein Wasser, eine Wurst und ein Softeis gekostet. 🙂

Der Zoo war gut besucht.
Natürlich mit dem üblichen Gedrängel an Kinderwagen. Aber abgesehen von den kleineren Häusern mit etwas engeren Gängen hat es hier genug Platz. Der Zoo ist gross und er hat einen riesigen Spielplatz neben dem Kinderzoo.
Böse Zungen behaupten allerdings, das sei in Wirklichkeit das Futterdepot für die grossen Raubtiere… 😉
Weshalb allerdings ein Kinderwagen mit zwei schlafenden Säuglingen unbedingt ins Insektenterrarium muss, habe ich bis jetzt nicht begriffen.

Zwei Mal kam heute der Regen.
Das erste Mal war’s so schnell vorbei, dass es sich nicht gelohnt hatte, die Regenjacke aus dem Rucksack zu nehmen.
Das zweite Mal war’s schon ein bisschen heftiger und dauerte auch eine Weile.
Nun wurde es eng in den verschiedenen Häusern mit all den Kinder- und Leiterwagen und den quengelnden Gören, die natürlich nun auch nicht mehr einfach so herumtoben konnten. Sonst wären sie ja nass geworden.
Aber dank des starken Windes war auch dieser Wolkenbruch bald vorbei und ein paar Minuten später schien schon wieder die Sonne.

So dürfte auch das Wetter für die folgenden Tage sein. Ich würde es mit angenehm kühlen Frühlingswetter vergleichen. Für Juli ist es im Moment allerdings ziemlich kühl. Als ich vor fünf Jahren zur gleichen Zeit hier war, schwitzte ich ganz schön.

Nun habe ich gelesen, dass es zu Hause am Sonntag weit über 30 Grad werden soll. Ich glaube, ich verlängere hier noch um ein paar Tage… 😉

Für Morgen habe ich noch kein Programm festgelegt. Aber ich denke, es geht Richtung Tivoli, Strøget, Amalienborg und eventuell Christiana. Mal schauen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Die letzte Etappe

Heute ist der längste Road-Trip zu Ende gegangen, den ich je gemacht habe. 🙂
Ich fuhr die letzte Etappe von Nykøbing Falster auf der Insel Lolland im Süden an den Flughafen, wo ich am Nachmittag meinen Mietwagen abgeben musste.

Das wäre in knapp eineinhalb Stunden erledigt gewesen. Also hatte ich noch etwas Zeit, als ich um 10:00 vom Hotel losfuhr.
Der gestern erwähnte und geplante Zoobesuch in Nykøbing Falster fiel buchstäblich ins Wasser, denn es herrschte den ganzen Tag ein starker Wind (selbst noch heute Abend in der Innenstadt von Kopenhagen), der grosse, dunkle Gewitterwolken vor sich her trieb. So kam es immer wieder zu mehr oder weniger starken Gewittern mit sturmartigen Böen. Dazwischen drückte die Sonne aus immer wieder durch. Ein bisschen kam es mir vor wie in Island, wo das Wetter auch in solcher Manier wechseln kann.
Der Wind sorgte auch dafür, dass es den ganzen Tag kaum über 18-20 Grad warm wurde.

Ich entschied mich also, zuerst nach Helsingør zu fahren, das eine Dreiviertelstunde nördlich des Flughafens liegt.

Auf die Idee, Helsingør zu besuchen, kam ich vor drei Wochen, als ich auf der anderen Seite der Meeresenge am nördlichen Ausgang des Öresund in den Kattegat in Helsingborg in Schweden am Ufer stand und auf der dänischen Seite ein Schloss sah. Das wollte ich mir genauer ansehen.
Hier kommen sich Dänemark und Schweden am nächsten. Die Distanz wischen den beiden Städten mit ähnlich klingenden Namen beträgt an der engsten Stelle 4 Kilometer.

In erster Linie war mein Ziel in Helsingør das Schloss Kronborg. Dort wollte ich hin und nach Schweden hinüber schauen, wo ich vor drei Wochen gestanden hatte. 🙂

Als ich durch den Hafen zum Schloss ging, stellte ich fest, dass Helsingør noch einiges mehr zu bieten hat. Für diese Stadt bräuchte ich wohl noch mindestens einen Tag (oder mehr), um alles zu sehen, das mich interessiert. Schade. Aber vielleicht schaffe ich es ja noch einmal hierher.

Nach ca eineinhalb Stunden um das Schloss herum (mit Kaffee und Glace), ging ich zurück zum Auto und machte ich mich auf den Weg an den Flughafen.
Der Grund, weshalb ich nicht länger blieb und mir mir mehr anschaute, war eine pechschwarze, riesige Gewitterwolke.
Mit der hatte ich schon bei der Hinfahrt Bekanntschaft gemacht, als ich durch das Gewitter hindurch fuhr. Der Verkehr hatte in dem Gewitter auch ohne Signalisation an Geschwindigkeit verloren. Da kam soviel Wasser vom Himmel (unterstützt von starken Windböen), dass an die maximal erlaubte Geschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen nicht zu denken war.
Ich wusste also, was da auf die Stadt zukam, und hatte keine Lust auf eine Dusche.
Also ab ins Auto und los Richtung Flughafen.

Nach einer Dreiviertelstunde konnte ich dann bei Europcar am Flughafen meinen Mietwagen problemlos abgeben.
Vom Parkplatz ging’s dann (mit allem Gepäck) mit den Flughafen-Shuttelbus zum Terminal 3, in dem sich der Bahnhof befindet. Ab da kannte ich mich wieder aus. Nicht mein erstes Mal in Kopenhagen. 🙂
Ich löste am Automaten ein Ticket und nahm den nächsten Zug an den Hauptbahnhof. Die Fahrt dauerte ca 15 Minuten.

Vom Bahnhof waren es dann noch 500 Meter bis zum Hotel.
In Kenntnis der Örtlichkeiten hier habe ich bewusst ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs gewählt. So musste ich meine beiden schweren Koffer nicht allzu weit durch die Strassen schieben.
Und am Donnerstag werde ich am frühen Morgen wieder an den Hauptbahnhof gehen müssen, um an den Flughafen zu kommen.

Für die kommenden Tage habe ich noch kein Programm.
Ist auch nicht unbedingt nötig. Allerdings habe ich zwei fixe Örtlichkeiten, zu denen ich unbedingt hin muss: das Hard Rock Café (das besuche ich in jeder Stadt, in der es ein Hard Rock Café gibt) und der Zoo von Kopenhagen.
Letzterer ist für mich ein Muss, wenn ich in Kopenhagen bin.
Es ist ein grosser Zoo mit einer grossen Tiervielfalt. Und in mancher Hinsicht auch etwas unkonventionell. Der Zoo von Kopenhagen war einer der ersten, der bekannt gab, dass Tiere, die getötet werden müssen, an andere Zootiere verfüttert werden. Das tun alle Zoos. Bloss macht es nicht jeder bekannt.
Der Zoo von Kopenhagen ging aber noch einen Schritt weiter. Er schlachtete ein Giraffe öffentlich und verfütterte sie anschliessend an die Raubkatzen im Zoo. Das erregte international Aufsehen.
Der Zoo hat aber auch eine sehr gute Themenwelt „Polar“, die mir sehr gefällt. Und hier habe ich zum ersten Mal einen Tasmanischen Teufel in Natura gesehen und fotografieren können.

Ich werde voraussichtlich morgen in den Zoo gehen, weil die Wetterprognose für morgen von allen drei Tagen, die ich hier sein werde, die Beste ist.

Apropos Wetter: Heute, am 2. Juli um 23:15, während ich das hier schreiben, ist in Kopenhagen gerade mal 14 Grad Celsius. 😉

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Über den Grossen Belt

Heute hat es nur einmal geregnet, nämlich den ganzen Tag. 🙂
Lediglich die Intensität variierte etwas, aber runter kam immer etwas.
Entsprechend war auch keine gute Fernsicht. Auf Landschaftsaufnahmen war kaum zu hoffen.
Und irgendwelche Besichtigungen waren jetzt auch nicht gerade zuoberst auf meiner Liste.
Kurz: Ein Tag für Indooraktivitäten oder „nichts tun“.
Und selbstverständlich musste ich noch knapp 200 km zu meinem nächsten Ziel in Nykøbing Falster fahren. Aber das war ja sowieso eingeplant.

Aber was tun mit dem restlichen Tag?
200 km sind kein Tagespensum. Insbesondere, wenn wegen dem Wetter keine Stopps eingeplant sind.
Nach Museum stand mir nicht der Sinn, und Zoobesuche bei Regen sind auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Ausser man geht in einen Zoo, der Tiere hält, die warm brauchen. Tiere, die sich bei 18 Grad draussen nicht sehr wohl fühlen. 😉
Einen solchen hatte ich schon vor zwei Tagen bei Anfahrt nach Odense gesehen. Und beschlossen, den heute nach meiner Abfahrt in Odense gleich als Erstes zu besuchen: Terrariet – Reptile Zoo in Vissenbjerg, 20 Minuten Fahrt von Odense.
Ich war ca 10 Minuten nach der Öffnung um 10:00 dort, und der Parkplatz direkt vor dem Zoo war schon voll. Es war Samstag, Zeit für Familienausflüge. Und es regnete. Also gehen die Leute dorthin, wo sie rein können. Weshalb man allerdings mit dem Kinderwagen in diese engen Gänge der Terrarien rein muss, und wieso man einem Säugling auf den Armen unbedingt eine Giftschlange zeigen muss, ist mir schleierhaft. Der hat kaum verstanden, was da in dem Glaskasten war. Der war viel zu beschäftigt damit, all die Leute um ihn herum zu bestaunen. 🙂
Jedenfalls glich die Anlage zeitweise einer Kinderkrippe. Wobei die Kleinen sich für alles interessierten, bloss nicht für die Terrarien.
Dazu kommt, dass sich Reptilien selten viel bewegen. Und sich am liebsten irgendwo verstecken. Dann sieht man auf den ersten Blick nichts in dem Terrarium. Und schon ist das Interesse der Gören weg.
Am meisten Aufmerksamkeit bei den Kids hatten die Stoffschlangen im Souvenirshop. Aber irgendwie schnallen das die lieben Eltern und Grosseltern nicht.
Das macht dann leider das Fotografieren noch schwieriger als es durch das schwache Licht und die Glasscheiben der Terrarien schon ist.
Zeitweise hatte ich schon Phantasien, wie es wohl wäre, wenn man so einen schreienden Windelträger zu der Grossen Anakonda ins Terrarium werfen würde. Hi, hi.

Danach machte ich mich auf den Weg.
Nächste Station war, wie gestern schon erwähnt, die Brücke über den grossen Belt. Da gibt es einen Parkplatz auf der östlichen Seite, von dem man die Brücke sieht, bis sie am Horizont verschwindet. Den habe ich angesteuert, um ein paar Bilder zu machen, bevor ich über die Brücke fuhr.
Die ganze Brücke ist 18 Kilometer lang und verbindet die beiden Inseln Fünen (Fyn), auf der ich die letzten zwei Tage war, und Seeland (Sjalland), wo ich hin musste. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen, mein letztes Ziel dieser Reise.
Die Benutzung der Brücke ist nicht gratis. Am westlichen Ende auf Seeland steht eine grosse Mautstelle. Die Maut kann man bequem kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlen.
Allerdings ist die Maut ganz schön happig. Sie ist mit 270 dänischen Kronen (bei heutigem Kurs CHF 35.40) teurer als jede Fähre mit vergleichbarer Distanz, die ich letztes Jahr in Norwegen benutzt hatte. Und die Dänen sagen, Norwegen sei teurer als Dänemark. Naja…

Auf der Weiterfahrt nach Nykøbing Falster sah ich auf der Autobahn bei 130 km/h ein Schild vorbeihuschen, auf dem „Krokodille Zoo„.
Da ich Zeit hatte, und der geplante Zoobesuch in Falster wegen dem Wetter sowieso ausfiel, gab ich Krokodille Zoo ins Navi ein und stellte fest, dass der Zoo nur 20 Minuten von meinem nächsten Hotel entfernt lag.

Also habe ich heute zum zweiten Mal einen Indoorzoo besucht. 😉

Bei meiner Ankunft bot sich mir das gleiche Bild bezüglich Familien und Kleinkinder wie am Morgen.
Aber zum Einen waren es viel weniger (hier sahen die meisten nicht über die Brüstungen der Gehege, und somit nichts), und zum Anderen war es Nachmittag. Viele Familien ging nach Hause.
So war ich zeitweise mit den Viechern alleine.
Der Krokodille Zoo ist ein Privatzoo, der alle 24 noch lebenden Krokodilarten hält. Damit ist er einer von zwei Zoos auf der Welt, die das tun. Die Betreiber sind auch sehr stolz, dass es bis anhin gelungen, 17 der 24 Arten nachzuzüchten.

Übrigens: „Indoor“ hat mir heute nicht viel gebracht. Ich wurde zwar nicht verregnet. Aber die Temperaturen und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die solche Anlage wegen der Tiere haben müssen, haben mich so richtig schwitzen lassen. Ich war nach beiden Besuchen patschnass. 🙂
Da drin war es wie in einer Sauna. Meine Linsen beschlugen sich sofort, als ich von draussen rein gekommen war. Und ich musste ca 10 Minuten warten, bevor ich fotografieren konnte. So lange dauerte es, bis die Linsen die neue Umgebungstemperatur angenommen hatte und sich nicht mehr beschlugen.

Morgen ist die letzte Etappe meiner Skandinavienreise. Von hier fahre ich zum Flughafen Kopenhagen-Kastrup, um meinen Mietwagen abzugeben.
Vom Flughafen werde ich dann per Bahn ins Stadtzentrum von Kopenhagen fahren, wo ich die letzten paar Tage bleiben werde.

Stay tuned.