Nordic Noir aus Island: Ragnar Jónasson

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Ich setze die kleine Serie über meine Ferienlektüre resp dem Genre Nordic Noir fort und beginne mit dem Autor, den ich erst kürzlich für mich entdeckte: Ragnar Jónasson aus Island.

Ragnar Jónasson wurde 1976 in Reykjavík geboren, studierte Rechtswissenschaften und lebt und arbeitet  heute als Schriftsteller und Investmentbanker in der isländischen Hauptstadt. An der Universität Reykjavík lehrt er ausserdem Rechtswissenschaften.

Entdeckt habe ich diesen Autor anlässlich meiner letzten Islandreise im September 2023 auf den Hinflug von Zürich nach Keflavík.
Bei Icelandair kommt man in der Economy-Klasse auch auf Kurzstreckenflügen (ZürichKeflavík dauert ungefähr 3h45′) in den Genuss eines Entertainmentsystems mit ca 40 Gratis-Filmen.
Da die Flugdauer für zwei Filme nicht reicht (und ich leider schon fast alle Filme kenne…), habe ich mir auf diesem Flug auch noch die Filme angesehen, die für Island werben. Darunter war ein Beitrag über isländische Krimiautoren, die international Beachtung gefunden hatten. Es fielen die Namen Ragnar Jónasson und
Yrsa Sigurðardóttir.
Ich machte mit dem Smartphone einen Screenshot, als die Namen angezeigt wurden, und nahm mir vor, die beiden Autoren zu googeln, sobald ich wieder Netz haben würde.
Am Abend habe ich im Hotel in Reykjavík genau das getan. Ich habe die Biographien der beiden sowie einige Rezensionen gelesen. Bei der Lektüre der Biographien habe ich auch erfahren, dass die beiden zu den Begründer des „Nordic Noir“ gehören, des skandinavischen Krimistils, den ich besonders mag.  Also beschloss ich, je ein Buch beider Autoren herunterzuladen und die probehalber zu lesen.

Begonnen habe ich mit Ragnar Jónasson und ich bin vorerst dabei geblieben.

Als erstes habe ich den ersten Roman mit dem Protagonisten Ari Þor Arason gelesen, einem jungen Polizisten, der sich von Reykjavík in den Norden Islands, in das abgelegene Dorf Siglufjörður versetzen lässt. Ari Þor Arason hat früher mal Theologie studiert, das Studium wegen Desinteresse nicht abgeschlossen und ist stattdessen an die Polizeiakademie gegangen. Seine Freundin ist Ärztin, die eine lange Karriere plant (auch im Ausland) und dieses Ziel vor alles stellt, auch wenn sie immer wieder daran zweifelt, ob das der richtige (Lebens-)Weg ist. Gegenüber ihrem Freund behält sie allerdings die meisten dieser Gedanken für sich.
Auch Ari Þor möchte bei der Polizei Karriere machen. Er ist allerdings gezwungen, dafür Stellen anzunehmen, die so gar nicht mit den Karriereplänen seiner Freundin zusammenpassen.

Die fünf bisher erschienen Romane mit Ari Þor Arason werden vom deutschen Verlag btb und im Buchhandel auch die „Dark Iceland“ Reihe genannt.
Der erste Roman kam in seiner Originalfassung in Island 2010 unter dem Titel „Snjóblinda“ heraus.
Er wurde wie alle anderen Bücher von Ragnar Jónasson vom Isländischen ins Englische und vom Englischen ins Deutsche übersetzt.
Und wenn man die Örtlichkeiten etwas kennt, an denen die Romane spielen, ist es beim Lesen auch wichtig, jeweils das Ausgabejahr im Hinterkopf zu behalten. In den 13-15 Jahren seit dem Entstehen des ersten Romans hat sich in Island einiges verändert und wird in den Romanen oft nicht mehr so geschildert, wie man es heute antrifft.

Mir hat der Schreibstil von Ragnar Jónasson von Anfang sehr gut gefallen. Seine Figuren sind nicht perfekt und haben zum Teil sehr, sehr dunkle Geheimnisse, die bis in ihre Kindheit zurückreichen. Ausserdem macht Ragnar Jónasson immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, ohne aber dabei zu viel preiszugeben. Man muss schon aufpassen, dass man die Zusammenhänge erkennt, und oft kann man ein Kapitel erst einige Seiten später zeitlich einordnen. Ragnar gelingt es auch, auf eine völlig unspektakuläre Weise Spannung zu erzeugen, und seinen Geschichten völlig überraschende Wendungen zu geben. Bei allen neun Büchern, die ich inzwischen von ihm gelesen habe, hat mich das Ende immer überrascht, nicht immer zum Guten.
Daneben kenne ich fast alle Örtlichkeiten, die in den Romanen vorkommen: In Siglufjörður war ich schon mehrere Male. Ich kenne dort das Rathaus, die Kirche, die Apotheke, den Supermarkt, die Bäckerei und einige der Restaurants. Ich bin schon zwei Mal durch das Hochtal Lágheiði auf der Tröllaskagi Halbinsel gefahren und der Weg von Siglufjörður nach Akureyri ist mir bestens bekannt. Und auf der Totenklippe (siehe 4. Buch)  bin ich auch schon gestanden.
Und ich kenne auch die zeitlichen und räumlichen Dimensionen in Island aus eigener Erfahrung.
Dadurch werden die Schilderungen in den Romanen von Ragnar Jónasson für mich ziemlich real.

Meiner Meinung nach sollte man die Romane von Ragnar Jónasson der Reihe nach lesen. Zwar ist jeder Roman in sich abgeschlossen. Und man verpasst nichts, wenn man sich bloss einen davon herauspickt. Aber wenn man sie in der Reihenfolge liest, in der sie geschrieben wurden, erweitert sich die Geschichte um die Hauptfigur, man trifft immer wieder auf Bekanntes und man versteht die Protagonisten besser.
Die Romane um Ari erschienen wie folgt:
Schneeblind (Snjóblinda) – Todesnacht (Myrknætti) – Blindes Eis (Rof) – Totenklippe (Andköf) – Schneetod (Náttblinda)
Inzwischen ist in Island ein sechster Roman mit dem Titel „Vetrarmein“ (heisst übersetzt ungefähr Winterkrankheit) herausgekommen, der aber noch nicht übersetzt wurde.

Eine weitere Krimireihe, die Ragnar Jónasson schrieb, ist die Trilogie um die Kriminalkommissarin Hulda Hermannsdóttir, die bei der Kriminalpolizei in Reykjavík arbeitet.
Für diese Trilogie wurde er in der internationalen Presse gefeiert. Der erste Band dieser Reihe, der 2020 unter dem deutschen Titel Dunkel (isl. Dimma) bei btb erschien, wurde von der Times als einer der besten 100 Krimis und Thriller seit 1945 ausgezeichnet.
Auch diese Trilogie sollte unbedingt in der Reihenfolge gelesen, in der sie geschrieben wurde. Die Geschichte von Hulda wird nämlich sozusagen rückwärts erzählt. Das macht die drei Bücher besonders.
Ich gehe hier bewusst nicht auf Details ein, denn das würde die Spannung nehmen.
Die Romane um Hulda erschienen wie folgt:
Dunkel (Dimma) – Insel (Drungi) – Nebel (Mistur)
Später kam noch ein vierter Roman mit dem Titel Frost (Hvítidauði) heraus, der an die Trilogie anschliesst, mit Helgi Reykdal, Huldas Nachfolger bei der Kriminalpolizei.

Als ich die Artikel über Nordic Noir las, fand ich einige Bemerkungen dazu, dass die Autoren damit unter anderem Kritik an ihrer eigenen Gesellschaft übten, und dass nach Einschätzung einiger Rezipienten das Genre mit dem lange idealisierten Bild von Skandinavien als „Hort von Wohlfahrt und Egalität“ aufräume.
Bei Ragnar Jónasson trifft das in meinen Augen sicher zu. In allen neun Romanen, die ich bisher von ihm gelesen habe, wird die isländische Polizei als eine patriarchalische Organisation dargestellt, in der Frauen kaum anerkannt werden und praktisch keine Karrierechancen haben, auch wenn sie nachgewiesener Massen besser sind als einige ihrer männlichen Kollegen.
Ausserdem schildert Ragnar mehrere Fällen von Protektionismus und Vetternwirtschaft bei der isländischen Polizei. Fast alle Chefs werden als karrieregeile Egozentriker dargestellt, deren Unfähigkeit sich erahnen lässt.
Ich habe ehrlich gesagt keine einzige positive Schilderung über die isländische Polizei gefunden. Entweder waren die Schilderungen neutral oder negativ.
Ich finde dieses Bild, welches kaum der Wirklichkeit entsprechen kann, ziemlich extrem. Ich gehe deshalb davon aus, dass Ragnar Jónasson bewusst überzeichnet, um zu zeigen, dass in Island nicht alles Gold ist, was glänzt. Immerhin gilt Island als das fortschrittlichste Land in Europa, wenn es um Chancengleichheit und Toleranz geht. In den Augen vieler Isländer ist man aber von echter Chancengleichheit noch weit entfernt.
Und da Ragnar Jónasson seine Romane immer wieder von aktiven Staatsanwälten und Polizisten gegenlesen lässt, ist vermutlich einiges an seinen Schilderungen wahr.

Das neueste Buch von Ragnar Jónasson ist unter dem Titel „Reykjavík“ erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, den er zusammen mit Katrín Jakobsdóttir geschrieben hat. Sie ist seit 2017 die Premierministerin Islands und hat einen Master of Arts in Isländischer Literatur.
Ich bin sehr gespannt darauf, aber dieses Buch muss bei mir erst einmal warten.
Zur Zeit lese ich ‚mal wieder ein Buch meines Lieblingsautoren, des Norwegers Jo Nesbø. Und danach möchte ich mich endlich mal einem Buch von Yrsa Sigurðardóttir widmen.

Stay tuned.

Ferienlektüre: Nordic Noir

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Heute schreibe ich hier nicht direkt über eine Reise, sondern darüber, was man auf Reisen tun kann, und was viele Leute in den Ferien häufiger tun als sonst: Lesen.

„Lesen bildet“, sagt man. Das stimmt. Aber Lesen ist auch Unterhaltung, Zeitvertreib und Spass.
Und genau darum geht es den meisten Leuten, insbesondere auch mir, wenn sie in den Ferien zu einem Buch greifen.
Ich persönlich bevorzuge zur Unterhaltung Krimis.
Während ich vor 40 Jahren als Student jeweils im Zug von zu Hause nach Zürich (und zurück) die Jerry-Cotton-Heftchen verschlungen hatte (ein Heft reichte exakt für die Strecke Solothurn-Zürich), die man an jedem Kiosk kaufen konnte, lege ich heute etwas mehr Wert auf das schriftstellerische Können der Autoren,  die Authentizität der Romanfiguren, die Glaubwürdigkeit der Geschichten und Spannung in der Geschichte.
Die billigen Romanheftchen vom Kiosk interessieren mich schon lange nicht mehr.

Während meinem USA-Aufenthalt 2000/2001 entdeckte ich die Thriller von John Grisham und Tom Clancy; nicht zuletzt wegen der Verfilmung einiger dieser Bücher (zB „Hunt for Red October“ oder „Clear and Present Danger“ von Clancy respektive „The Client“ oder „The Jury“ von Grisham).
Ich las alles, was ich von diesen beiden Autoren in die Finger bekam, das meiste davon in Englisch.
Dazwischen nahm ich auch mal ein Buch von Thomas Harris zur Hand, dem Erfinder von Dr. Hannibal Lecter in „The Silence of the Lambs„.

Vor einigen Jahren entdeckte ich dann für mich die amerikanisch-schweizerische (seit 2020 Schweizer Staatsbürgerin) Autorin Donna Leon und las alle Romane mit dem venezianischen Polizisten Commissario Guido Brunetti als Protagonisten.

Als ich dann zufällig auf den norwegischen Autor Jo Nesbø stiess, las ich meinen ersten Krimi aus Skandinavien, und blieb dabei hängen.
Ich war, und bin es immer noch, fasziniert von der Phantasie der skandinavischen Autoren, wenn es darum geht, Verbrechen zu schildern. Gleichzeitig sind diese Kriminalromane sehr anspruchsvoll geschrieben.
Vor allem Nesbø liebt es, mehrere Geschichten parallel zu schildern und dabei in Zeit und Raum hin und her zu springen. Man muss beim Lesen ganz schön aufmerksam sein, um alle Zusammenhänge zu erkennen.
Ausserdem haben die skandinavischen Kriminalromane oft eine düstere Grundstimmung und die Protagonisten tragen grosse persönliche Probleme mit sich herum und stehen sich und anderen im Weg. Oft habe ich mich schon gefragt, weshalb dieser oder jener Kommissar nicht schon längst seinen Job verloren hatte.
Und das Wichtigste: Der Verlauf der Geschichten ist kaum voraussehbar und deren Ende haben selten ein Happy-End.

Erst kürzlich lernte ich, dass dieser Stil einen Namen hat: Nordic Noir.
Dieses Label beschreibt ziemlich genau, was mir an Krimis gefällt. Und es hat sich bis heute zu einer eigenen Stilrichtung in der Kriminalliteratur entwickelt.

Nachdem ich alle damals erhältlichen Romane von Jo Nesbø mit seinem Antihelden Harry Hole gelesen hatte, nahm ich mir die Kurt-Wallander-Romane des schwedischen Schriftstellers Henning Mankel vor.
Im Gegensatz zu Grisham und Clancy habe ich mir aber keinen einzigen Film oder TV Serie mit Kurt Wallander angeschaut, und werde das auch nicht tun. Ich bin der Meinung, dass Bücher und Geschichten sehr viel verlieren, wenn sie verfilmt werden. Und mit der Verfilmung verschwindet auch die Phantasie und Vorstellung des Lesers. Das Bild, das sich der Leser in seinen Gedanken selbst macht, wird durch das gezeigte (Film-)Bild ersetzt.

Später entdeckte ich dann auch noch die brutalen und teilweise gruseligen Bücher des Dänen Jussi Adler Olsen mit seinem Protagonisten Carl Mørck vom Sonderdezernat Q.
Nordic Noir in seiner reinsten Form.

Ich werde in späteren Posts auf jeden dieser Autoren eingehen. Beginnen werde ich jedoch mit einem Autoren aus Island, den ich auf meiner diesjährigen Islandreise entdeckte: Ragnar Jónasson.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Alle Bilder aus Schweden bearbeitet und hochgeladen.

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Heute habe ich die Bearbeitung der Bilder vom 33. Tag meiner siebenwöchigen Skandinavienreise 2023 abgeschlossen. Am 34. Tag, dem 21. Juni 2023 bin ich mit der Fähre von Göteborg in Schweden über den Kattegat nach Frederickshavn in Dänemark gefahren.

Somit sind alle Bilder aus Schweden gesichtet, sortiert, bearbeitet und in die Galerien hochgeladen worden.

Und ich habe eben mit der Bearbeitung der verbleibenden Bilder aus Dänemark begonnen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Halbzeit bei der Bilderbearbeitung

Rund drei Monate nach dem Abschluss meiner siebenwöchigen Skandinavienreise bin ich nur  bei der Bearbeitung der über 11’000 Rohbilder in Hälfte angelangt.

Heute habe ich die Bearbeitung der Bilder des 25. Tages (von 49) der Reise abgeschlossen und die Bilder in die Galerien hochgeladen.

So viele Bilder zu sortieren, auszuwählen und schlussendlich zu bearbeiten brauchte halt seine Zeit. Dazu kommt, dass ich im September für zwei Wochen auf einem Roadtrip in Island war. Dort sind nicht nur weitere 5’000 Rohbilder entstanden, die auch auf ihre Bearbeitung warten.
In dieser Zeit habe ich natürlich nicht an den Bildern aus Schweden & Dänemark gearbeitet.

Nun sind in den Galerien also alle Bilder bis und mit dem 25. Reisetag hochgeladen. Von den restlichen 24 Tagen sind im Moment die Bilder hochgeladen, die ich unterwegs bearbeitet hatte.
Da werde ich nach und nach weitere Bilder hochladen.

Stay tuned.

Island 2023: Wieder zu Hause

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Seit einer Woche bin ich nun wieder zu Hause. Die diesjährige Islandreise ist leider Geschichte.
Das waren dreizehn Tage, zwölf Übernachtungen in neun Hotels, fast 2’000 km im Mietwagen Mitsubishi Eclipse Cross PHEV, über 150 Liter Benzin, fast jede Form isländischen Wetters und rund 5’000 Bilder.

Ich hatte nicht erwartet, im Herbst so viele tolle Tage mit schönem Wetter zu erleben.
Die Reise bot mir einige Highlights wie z.B die stärksten und hellsten Nordlichter, die ich je gesehen habe, und das zwei Nächte hintereinander. Oder die Whalewatching-Tour in der Skjálfandi Bucht bei Húsavík, auf der wir nicht nur mehrere Buckelwale beobachten konnten, sondern fast eine Stunde von einem Schwarm Streifendelphine begleitet wurden. Und ich fuhr wieder stundenlang durch sehr besondere, schöne Landschaften, unter anderem durch das Eldhraun, das grösste Lavafeld der Welt.

Es regnete auf dieser Reise bloss zweieinhalb Tage, wobei an einem Tag in Ostisland so heftiger Regen niederging, dass in Seyðisfjörður mehrere Bereiche im Dorf evakuiert werden mussten, weil befürchtet wurde, dass sich an den Berghängen Schlammlawinen lösen würden, welche bis ins Dorf kommen könnten.
Das passierte dort zuletzt am 18. Dezember 2020, als eine Schlammlawine 13 Häuser des Dorfes wegriss. Damals gab es zum Glück keine Personenschäden.

Und ich erlebte an der Südküste, wo es praktisch immer windet, einen Tag mit Sturmböen von bis zu 100 km/h. Das macht mir im Grunde nichts aus. Man muss sich darauf einstellen und ein paar Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Solange man nicht mit einem Camper, Wohnwagen oder Lastwagen unterwegs ist, kann man in der Regel fahren.
Man sollte zum Beispiel nicht mit dem Rücken zum Wind parkieren, da der Wind beim Öffnen der Autotür diese einem aus der Hand reissen und komplett aufklappen kann, was zu erheblichen Schäden an der Tür und dem Kotflügel führen kann.
Aber ich habe Respekt und bin sehr vorsichtig, wenn die geologischen Bedingungen zusammen mit starken Winden die Möglichkeit eines Sandsturmes ergeben. Gerade in den Sandwüsten und Lavafeldern an der Südküste gibt es diese Phänomen gerne mal. Schäden am Auto, die durch Sandstürme entstehen, zum Beispiel zerkratzter Lack, sind durch keine Versicherung gedeckt. Das kann dann recht teuer werden.

Der Rest der Reise war geprägt von schönem Wetter. Besonders an den letzten beiden Tagen sah man kein Wölkchen am Himmel. Der war einfach nur blau und die Sonne schien.

Die gut 5’000 Bilder, die ich mit verschiedenen Kameras gemacht habe, warten nun auf Sortierung, Auswahl und Bearbeitung.
Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis ich das in Angriff nehmen kann, da ich zur Zeit immer noch mit den Bildern meiner langen Reise durch Schweden und Dänemark beschäftigt bin.
Ich habe aber unterwegs jeden Tag bereits ein paar Bilder aus Island bearbeitet und hochgeladen. Man findet sie in den Galerien hier im Blog oder auf meiner neuen Homepage.

Unterwegs habe ich die drei Bücher von zwei isländischen Autoren gelesen:
Joachim B. Schmidt ist ein Schweizer Autor, der nach Island ausgewandert ist, und mit seiner Familie in Reykjavík lebt und auch dort arbeitet. Er hat auch die isländische Staatsbürgerschaft angenommen.
Seine Figur Kalmann ist ein etwas zurückgebliebener junger Mann, der in Raufarhöfn lebt, eines der wohl abgelegensten Dörfer in Nordostisland. Der erste Kalmann Roman war ein Erfolg und „Kalmann und der schlafende Berg“ ist nun das Folgewerk. Ich bin ein erklärter Fan von Kalmann und würde gerne einen dritten Roman lesen…
Ragnar Jónasson ist ein isländischer Krimiautor und Jurist. Seine Figur Ari Þór Arason ist ein junger Polizist, der nach der Ausbildung in Reykjavík nach Siglufjörður zieht, einem kleinen Dorf im Norden Islands, um dort seine erstes Stelle als Polizist anzutreten.
Jónasson gilt als Mitbegründer des „Nordic Noir„, dem skandinavischen Krimistil. Weitere Autoren des Nordic Noir, die ich kenne, sind Jussi Adler Olsen, Jo Nesbø und Henning Mankell. Ich mag diesen Stil sehr.

Das Besondere an den Romanen von Schmidt und Jónasson ist, dass ich die Orte, an denen sie spielen, alle schon mehrfach besucht habe. Ich kenne Raufarhöfn genauso wie Siglufjörður, war mehrfach in Reykjavík, Akureyri und Dalvík, und ich bin auch schon mehrere Male über die Lágheiði gefahren.
Damit entsteht beim Lesen ein besonderes Szenario vor dem geistigen Auge. Das macht diese Bücher für mich besonders interessant.

Buchtitel
Meine Reiseliteratur

Stay tuned.

Island 2023: Das schöne Wetter hält an

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Heute war der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen geht’s leider schon wieder nach Hause.
Island verabschiedete sich mit Prachtwetter. Den ganzen Tag durch habe ich nicht eine einzige Wolke am Himmel gesehen. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel waren angesagt. 🙂
Wer nun glaubt, man hätte sonnenbaden können, irrt sich.
Ein relativ starker, bissiger Wind macht es durchaus notwendig, sich richtig anzuziehen. Wenn man allerdings ein windgeschützte Ecke fand, zu der die Sonne hin schien, kam man durchaus auf angenehme Herbsttemperaturen.

Auf meinem Weg zum Flughafen habe ich wieder ein paar Orte besucht, die ich von verschiedenen Besuchen durchaus schon kannte. Aber ich war noch nie am Morgen dort (so wie ich gestern mehrere Orte an der Südküste zu ersten Mal in der Abendsonne sah). Dadurch kriegte ich den Gullfoss, den Strokkur und den Kerið Krater in einem anderen Licht vor die Linse. Ausserdem versuchte ich, die Aufnahmen von anderen Punkten aus zu machen, als dass ich dies früher tat.

Am Nachmittag fuhr ich dann wie immer gemütlich entlang der Reykjanes Halbinsel Richtung Westen zum Flughafen Keflavík. Ich ziehe die Route über die Strasse 427 im Süden der Halbinsel der Schnellstrasse 43 im Norden vor. Im Süden hat es viel weniger Verkehr und man fährt durch grosse Lava-Felder. Und ich habe zwei Cafés an dieser Route, bei denen ich immer gerne eine kurzen Halt mache.

Die Reykjanes Halbinsel gilt als das heisseste Gebiet Islands. Hier kocht buchstäblich die Erde. Es gibt viele heisse Quellen und beim Geothermalgebiet Gunnuhver steht sogar ein Kraftwerk, das den heissen Dampf in Energie umwandelt. Und nicht zu vergessen: Die berühmte „Blaue Lagune“ befindet sich auch hier.
„Vulkantechnisch“ war es aber lange ruhig, bis 2021 nach 800 Jahren wieder ein Vulkan ausbrach. Auch wenn dieser Ausbruch nur ein paar Monate dauerte, scheint er doch der Beginn einer Serie von Ausbrüchen gewesen zu sein. Seither hat es in dem Gebiet jedes Jahr einen Ausbruch gegeben.

Nun sitze ich hier am Flughafen Keflavík in meinem Hotelzimmer und packe meine Koffer.
Bald muss ich ins Bett, denn mein Flug geht morgen um 07:20 Ortszeit.
Erfahrungsgemäss ist aber um 05:00 am Flughafen schon ziemlich viel los. Vor zwei Jahren bin ich über eine Stunde an der Gepäckabgabe angestanden. Es lohnt sich also, auch hier früh am Flughafen zu sein.

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Strokkur

Stay tuned.

Island 2023: Ein sonniger Tag an der Südküste

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Island hat sich heute ‚mal wieder von der besten Seite gezeigt. Und gleichzeitig auch demonstriert, wie schnell sich das isländische Wetter ändern kann. 😉

Am Morgen, als ich in Vík losfuhr, war der Himmel noch bedeckt und es wehte ein moderater Wind. Der Wind blieb den ganzen Tag über, aber die Wolken verzogen sich bald einmal und nach nur 10 Minuten Fahrt entschloss ich mich, wegen des schönen Wetters von meiner Route abzuweichen und zum schwarzen Strand von Reynisfjara zu fahren. Der Sand dort ist nicht weiss (oder bräunlich), er ist schwarz.
Vor Ort musste ich feststellen, dass seit letztem Jahr ein Bezahlsystem fürs Parkieren eingerichtet worden war. Man kassiert also jetzt auch dort. Der Gerechtigkeit halber muss ich aber auch sagen, dass die Qualität von Strasse und Parkplatz um einiges besser geworden ist. Das muss auch erst einmal gemacht und bezahlt werden.
Die gefährlichen Sneaker-Waves kamen heute nicht so weit ins Land hinein, dass ein Unfall zu befürchten war, und jemand ins Meer gezogen würde. Obwohl es auch heute LEute gab, die ausprobieren mussten, wie weit sie ans Wasser gehen konnten, ohne nasse Füsse zu kriegen.
In den letzten zwei Jahren sind hier drei Touristen von den Wellen erfasst worden und ertrunken, weil sie die Warnsignale ignoriert hatten.
Diese Warnsignale (aktuell war Gefahrenstuf gelb [2 von 3] aktiv) wurden auch heute fleissig ignoriert, besonders von meinen Lieblingstouristen aus Fernost. Aber leider erfüllte sich meine Hoffnung nicht, dass eine oder einer dieser rücksichtslosen Genies nasse Füsse kriegen oder vielleicht sogar ein Bad im Meer nehmen würde. Eigentlich schade, denn nur so lernen die Leute…

Von Reynisfjara kam ich nur gerade 20 Minuten Fahrt weiter, denn auch wegen des guten Wetters fuhr ich nach sechs Jahren wieder einmal zum Leuchtturm von Dyrhólaey hoch.
Der Leuchtturm liegt auf einem kleinen Berg, von dem man bei schönem Wetter eine phantastische Aussicht über die Südküste hat.
Ausserden ist Dyrhólaey der südlichste Punkt der isländischen Hauptinsel.
Vor sechs Jahren führte eine mit Schläglöchern gespickte Naturstrasse zum Leuchtturm hoch. Man kam nur mit 4×4 Pw hinauf.
Das ist heute leider anders. Inzwischen wurde eine zweispurige Strasse gebaut und oben befindet sich ein geteerter Parkplatz. Nun kommt leider jeder Idiot mit dem kleinsten Fahrzeug dort hinauf und auch für Camper und Kleinbusse ist es kein Problem mehr. Eigentlich schade. 😦

Von Dyrhólaey ging es dann auf der Ringstrasse weiter Richtung Westen. Ich liess mehrere Sehenswürdigkeiten aus, denn die Strecke ist derart mit interessanten Orten gespickt, dass ich wohl jetzt noch dort wäre, wenn ich überall Halt gemacht hätte.

Aber ich besuchte den Skogafoss und den Seljalandsfoss, die beide wohl grössten Touristenmagneten an der Südküste. Beide dieser Wasserfälle haben eine Fallhöhe von gut 60 Metern.
Beim Skogafoss kann man auf einer Treppe zum Scheitelpunkt hoch gehen, und hat von dort eine sensationelle Aussicht entlang der Südküste bis weit nach Osten.
Beim Seljalandsfoss kann man hinter dem Wasserfall hindurchgehen. Ich empfehle aber jedem, der das machen will, wasserdichte Kleider anzuziehen. Die Winde verwandeln diese Wasserfälle auch in gewaltige Duschen, und wenn man zu nahe kommt, wird braucht man anschliessend ein grosses Handtuch. Auf jeden Fall sahen heute die Leute, welche hinter dem Wasserfall durchgingen, aus wie begossene Pudel. 😉
Beide Wasserfälle wurden von der Mittagssonne heute wunderbar ausgeleuchtet, und so entstanden in der vom Wind weitherum verteilten Gischt Regenbogen.

Morgen ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Am Abend werde ich am Flughafen Keflavík das Mietauto zurückgeben und im Flughafenhotel Aurora Star einchecken. Mein Flug am Freitag zurück nach Zürich geht um 07:20

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Die isländische Südküste

Stay tuned.

Island 2023: Alle Zeichen stehen auf Sturm

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Heute hat es nicht mehr geregnet. Am Morgen drückte da und dort sogar ein bisschen die Sonne durch. Aber…

Es windete bereits sehr stark, als ich aufstand.
Der isländische, meteorologische Dienst hielt zwar die Unwetterwarnung für Ostisland und die Ostfjorde den ganzen Tag aufrecht (am Abend kam dann noch eine Sturmwarnung für Nordisland dazu).
Aber entlang der ganzen Südküste wurden starke Winde vorausgesagt, in der Graphik von vedur.is ging man in gewissen Abschnitten von Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 115 Km/h (30 m/s) aus.
Und genau entlang der Südküste Richtung Westen lag meine heutige Reisestrecke.

Dazu muss ich sagen, dass mich starker Wind noch nicht beunruhigt. Der ist für Lastwagen, Camper und Wohnwagen viel gefährlicher. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein solches Fahrzeug Flugstunden nimmt und von der Strasse fliegt, wenn gerade eine besonders heftige Böe weht. Mit einem SUV kommt man in der Regel ganz gut durch.

Was bei mir eher eine höhere Aufmerksamkeit auslöst, sind Steine und Sand, die durch einen Sturm aufgewirbelt werden können. Auch das kommt vor und kann bei einem Auto durchaus auch einmal eine Windschutzscheibe kosten. Egal ob man fährt oder steht. 😉
Sandstürme hingegen haben die unangenehme Eigenschaft, ein Auto danach aussehen zu lassen, als ob es gerade eine Sandstahlbehandlung durchgemacht hat.
Und diese Schäden deckt leider keine Versicherung! 😦

Also bin ich mit einer gewisser Vorsicht losgefahren und habe immer nach Warnschildern Ausschau gehalten. Zudem kenne ich die Strecke ganz gut und weiss ziemlich genau, wo die Beschaffenheit des Geländes solche Gefahren möglich macht und wo nicht. Blöd war einfach, dass die Wetterbilder genau dort die höchsten Windgeschwindigkeiten voraussagten, wo man durch eine Sandwüste fährt.

Fazit: Es hatte die ganzen 200 km Fahrt entlang der Südküste starken bis sehr starken Wind.
Mein Auto schaukelte zwischendurch ganz schön, auch wenn ich nicht fuhr. Aber da war nichts, was mich verlangsamt oder aufgehalten hätte.
Der Wind war dann zum Glück nicht ganz so stark wie vorausgesagt. Der höchste gemessene Wert, den ich gesehen habe, war 23 m/s (82 km/h). Aber das ist auch schon ganz ordentlich.
Das Aussteigen aus dem Auto war dabei etwas schwierig. Entweder wurde einem die Türe fast aus der Hand gerissen oder man kriegte sie kaum auf. Je nachdem, wie das Auto zum Wind stand.
DA muss man aufpassen. Offenbar hatten die Autovermieter vermehrt Schäden an Türen und Kotflügeln zu beklagen, die dadurch entstanden, dass die Türen vom Wind richtiggehend aufgerissen und umgeklappt wurden.
Jedenfalls hat zumindest Europcar bei seinen Autos an den Türen Kleber angebracht, die davor warnen.

Draussen, im Wind, war das Fotografieren ab und zu etwas schwierig, weil es ich nicht immer ruhig stehen konnte. Man konnte sich locker in den Wind legen und fiel nicht um. Umgekehrt musste man richtig gegen den Wind ankämpfen, um nicht umgeblasen zu werden.

Und als ich bei einem Stopp ein paar Kilometer hinter mir eine riesige Staubwolke entdeckte, wusste ich, dass sich dort ein kleiner, lokaler Sandsturm bildete. Zum Glück war ich dort schon vorbei, und meine Fahrtrichtung (Westen) brachte mich davon weg.

Ich mag diese Strecke von heute sehr wegen der grossen Lavafelder. Das ist eine Landschaft wie ich sie noch nirgends sonst gesehen habe. Der Anblick dieser unendlich scheinenden Lavafelder beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Ausserdem scheinen die Gletscher bis zur Küste hinunter zu kommen. Sie sind so nah, wenn man auf der Ringstrasse fährt. Ein grandioser Anblick. 🙂

Vorhin, als ich nach dem Abendessen ins Hotelzimmer zurückkam, regnete es kurz. Kaum hatte der Wind etwas nachgelassen, kam der Regen zurück. Aber das war nur eine kleine Zelle. Laut Wetterbericht soll es morgen immer noch starken Wind geben (eigentlich die ganze Woche), aber der Regen bleibt im Osten.

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Eldhraun

Stay tuned.

Island 2023: Es regnet

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Heute hat es nur einmal geregnet. Ich hasse es, wenn der Wetterbericht für einmal so genau stimmt…
Bereits am Morgen beim Aufstehen in
Egilsstaðir goss es in Strömen. Und so  blieb es den ganzen Tag hindurch. Die Intensität des Regens änderte sich zwar immer mal wieder, aber die Wolken hingen so tief, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, im Nebel zu fahren.

Das ist zwar nichts Besonderes und Regen gehört für mich irgendwie zu einer Islandreise. An solchen Tagen gibt es dann einfach viel weniger Bilder, weil man oft nicht viel und nicht weit sieht.

Wenn aber der isländische Zivilschutz für Ostisland und die Ostfjorde schon am Morgen die erste Wetterwarnung ausgibt und die Alarmstufe von grün auf gelb erhöht, weil so viel Regen erwartet wird, dass es möglich ist, dass Bäche und Flüsse über die Ufer treten, und auch die Möglichkeit von Erdrutschen besteht, dann ist das etwas mehr als ein normaler Regen.
Später am Tag wurde die Alarmstufe für die Ostfjorde auf orange erhöht!
Und in Seyðisfjörður wurde für heute Abend für einen Teil des Dorfes die Evakuation angekündigt, weil man grössere Erdrutsche befürchtet.
Seyðisfjörður hat diesbezüglich eine längere Geschichte mit mehreren Schlammlawinen, bei denen auch schon Leute ums Leben kamen.
Im Dezember 2020 ging nach tagelangen, schweren Regenfällen der grösste Erdrutsch im Dorf nieder, der je in Island bewohntes Gebiet traf. Dabei wurden 13 Häuser verschüttet. Ein Teil des Dorfes war damals auf dem Landweg nicht mehr erreichbar. Nur mit viel Glück gab es dieses Mal keine Toten.
Als ich acht Monate später dort war, war von dem Erdrutsch nur noch die Abbruchstelle am Berg zu sehen. Ansonsten fehlten zwar ein paar Häuser (was man nur durch einen Vergleich mit alten Fotos feststellen konnte), aber ansonsten sah man praktisch nichts mehr von der Zerstörung.
Und man hat offenbar gelernt, ist jetzt vorsichtig geworden und alarmiert frühzeitig.
Ich werde die Geschichte in den isländischen News weiterverfolgen. Ich bin gespannt, wie sich die Lage entwickelt. Der Regen soll noch bis Mittwoch anhalten, im Osten Islands sogar länger.

Ich bin auf jeden Fall mit der heutigen Fahrt aus Ostisland weggekommen und befinde mich nun an der Südküste.
Hier regnet es zwar auch. Aber ich habe noch keine Wetteralarme gesehen. Die kommen hier meistens eher wegen starker Winde aus dem Hochland. Dann kann durchaus sein, dass es Wohnwagen von der Strasse windet. Aber im Moment ist noch kein solcher Alarm draussen. Am Mittwoche soll es aufhören zu regnen.

Morgen geht es dann weiter entlang der Südküste Richtung Westen. Es wäre schön, wenn der Regen nachlassen würde, denn nun komme ich an einigen schönen Orten vorbei, die es durchaus wert sind, anzuhalten.
Und ich werde durch Eldhraun (dt Feuerlava) fahren, das wohl grösste Lavafeld der Welt: mit Moos bedeckte, erstarrte Lava, soweit das Auge reicht. 🙂

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Stay tuned.

Island 2023: Weiter nach Ostisland

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Heute hatte ich mit rund 200 km eine relativ überschaubare Strecke vor mir.
Dazu kam, dass ich diese Strecke bis auf einige Kilometer am Anfang bereits ein oder mehrere Mal gefahren war, auch in umgekehrter Richtung.
Ich bewegte mich also auf bekanntem Terrain und hatte reichlich Zeit bis zum meinem Ziel in
Egilsstaðir. Und ich hatte nur einen Besuch geplant, nämlich am Ende der heutigen Etappe in den Vök Baths kurz vor Egilsstaðir.

Deshalb fuhr ich von meiner Unterkunft erst einmal an den Mývatn (dt Mückensee). Zwar sind die Mücken (es handelt sich eher um kleine Fliegen – auf jeden Fall stechen die Viecher hier nicht) im September nicht mehr so zahlreich, aber sie fliegen einem immer noch ständig um den Kopf und immer wieder in Ohren, Nase und Mund. Im Sommer (Juni, Juli & August) sind die kleinen Quälgeister am Mývatn so zahlreich, dass man nicht ohne Mückennetz über dem Kopf ins Freie gehen kann.

Am Mývatn gibt es ein Lavafeld, das man durchwandern kann: Dimmuborgir.
Da wurden Wege angelegt, so dass man zwischen den bizzaren Lavagebilden (die gerne auch mal 10 oder mehr Meter hoch sein können) hindurch spazieren kann. Der Sage nach sollen hier Trolle und Elfen leben, und auch die dreizehn Jólasveinar (Yule lads) tauchen hier gerne auf.
Da ich vor sechs Jahren das letzte Mal im Dimmuborgir war, stattete ich dem Lavafeld heute einen Besuch ab. Dazu kam, dass gerade, als ich dort ankam, die Sonne durch die Wolken brach und die wegen dem Herbst ohnehin schon gelben Blätter der Sträucher gold-gelb färbte.

Von Dimmuborgir ging es weiter Richtung Osten. Aber schon nach einer Viertelstunde Fahrt war der nächste Stopp angesagt. Gleich wenn man über den Námaskarð-Pass kommt liegt das Geothermalgebiet Hverir vor einem. Hier kommt an verschiedenen Stelle 100 Grad heisses Wasser aus dem Boden, als Dampf, aber auch als zäher Schlamm.
Hier traf ich etwas Neues an: Das Parkieren ist gebührenpflichtig geworden. Das war letztes Jahr noch nicht der Fall. Und die Landbesitzer haben keine Hemmungen: Ein Pw kostet 1’200 ISK (dafür kann man den ganzen Tag dort parkieren, aber wer macht das schon). Das sind umgerechnet 8 Schweizer Franken.
Als Vergleich: In Þingvellir (einem staatlichen Nationalpark) kostet das Parkieren ISK 750.–. Das sind 5 Schweizer Franken, also deutlich weniger.
Aber der Anblick dieses Gebietes mit den blubbernden Schlammlöcher (als ob darin etwas gekocht würde) und den zischenden Steinhaufen, aus denen heisser Dampf mit einigem Druck entweicht, ist beeindruckend.

Auf den Besuch des Krafla-Vulkan-Gebietes mit dem grossen Kratersee und dem Kraftwerk verzichtete ich dieses Mal. Aber auch das wäre nur 10 Minuten Fahrt von Hverir entfernt gewesen.

Ich fuhr erst einmal eineinhalb Stunden Richtung Osten durch weite Lava Einöden auf einer bestens bekannten Strecke und machte erst auf einem Rastplatz im Osten Halt, von dem ich wusste, das man von dort bis weit ins Hochland sehen konnte.

Bis dorthin hatte sich auch das Wetter gehalten. Die Bewölkung war zwar ab dem Mittag ziemlich dicht und dunkel gewesen. Aber es blieb trocken.
Der Regen kam dann auf dem letzten Abschnitt, ca eine halbe Stunde vor Egilsstaðir.
Aber das war mir egal, denn bei meinem nächsten und letzten Halt würde ich sowieso nass werden, und zwar mit voller Absicht. 😉

So ging ich dann kurz vor Egilsstaðir in den Vök Bädern im warmen Wasser entspannen.
Das Besondere an diesen Bädern ist, dass zwei der drei Warmwasserbecken (38 – 41 Grad C) im See schwimmen. Man liegt also im heissen Wasser und kann die Hand in 10 Grad kaltes Seewasser halten.
Allerdings war mit Entspannung und Ruhe in diesen schwimmenden Becken leider nichts. Vier kreischende Chinesenweiber (wieder einmal…) machten dort lautstark Party. Wahrscheinlich hatten sie noch etwas zu viel Alkohol von der Bar erwischt. Am liebsten hätte ich die eine oder andere in den See geschmissen. Dann wäre wohl Ruhe gewesen. 😉 Aber das darf man ja leider nicht…
Auf alle Fälle war an Ruhe nicht zu denken. Also verzog ich mich wieder zurück in das dritte Becken. Dort herrschte Ruhe, obwohl sich dort die Bar befindet, und ein Kommen und Gehen herrschte. Hier waren vor allem erwachsene, etwas ältere Leute, die selber Ruhe wollten.
Dort liess ich mich dann etwas über eine Stunde in dem warmen Wasser treiben, bevor ich ins Hotel fuhr und mein Zimmer bezog.

Laut Wetterbericht wird es morgen mit gutem Wetter vorbei sein. Es soll die nächsten zwei Tage durchgehend regnen. Mal schauen. Vielleicht finde ich unterwegs einen geheizten Pool….

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Hverfjall am Mývatn

Stay tuned.