Island 2023: Whale watching & heisses Wasser

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Das Wichtigste zuerst:
Das Wetter hat gehalten.
Heute war der Himmel zwar den ganzen Tag bedeckt, aber es war fast windstill und der Regen kam erst am späteren Nachmittag. 🙂
Dadurch war das Meer sehr ruhig und hatte kaum Wellen. Es war auch nicht besonders kalt.

Beste Voraussetzungen also, um um 10:00 auf die geplante Whale watching Tour zu starten.
Man darf dabei nicht unterschätzen, dass eine solche Tour drei Stunden dauert und das Schiff keine Kajüte hat, in die man sich zurückziehen könnte, wenn es einen zu fest friert. Man ist die ganze Dauer an der frischen Luft, ohne Schutz gegen das Wetter.

Aber das war heute kein Problem. Ausserdem verteilten die auf dem Schiff warme Overalls, die ausser an Händen und Kopf einen guten Wetter- und Kälteschutz boten (Handschuhe und eine warme Mütze musste man schon selbst mitbringen). Mir war das im Grunde zu warm (ich trug 6 Schichten), aber unser Guide (eine junge Französin) behauptete, dass es draussen sehr kalt sei. Naja…
Also zog auch ich den Overall auch an, wie alle anderen. Nach der Tour waren meine Hosen feucht vom schwitzen…
Es gab aber Leute an Bord, denen selbst der Overall zu wenig warm war. Da dieses Leute alle Spanisch sprachen, nehme ich an, es war ein Südländer-Problem. Die sind ein bisschen frische Luft einfach nicht gewöhnt. 😉

Die Tour hatte sich gelohnt. Wir haben mehrere Buckelwale (engl Humpback) gesehen.
Dass der Kapitän unser Schiff immer etwas auf Distanz zu den Tieren hielt, war zwar für das Fotografieren ärgerlich, aber wohl das Beste für das Tier. Es waren auch andere Boote in der Bucht, die regelrecht Jagd auf die Wale machten. Das gefiel mir gar nicht.
Unser Schiff drehte auch immer nach einer bestimmten Zeit ab, und liess die Tiere wieder in Ruhe.
In der zweiten Stunde trafen wir dann auf eine grosse Gruppe von Streifendelfinen. Diese Tiere haben Spass daran, mit Schiffen zu schwimmen. Da ist es kein Problem, wenn man näher an sie heranfährt. Die  Gruppe war mehr als eine halbe Stunde um uns herum, bis wir dann wieder Richtung Hafen zurückkehren mussten.

Nach der Rückkehr in den Hafen fuhr ich zu den Geosea Geothermal Sea Baths, um im heissen Wasser zu entspannen.
Geosea ist ein relativ neues Thermalbad in Húsavík mit drei Becken; alle draussen. Das Wasser ist um die 38 Grad Celsius warm. Zwei der Becken haben eine grandiose Aussicht über die Skjálfandi Bucht. Das dritte Becken hat eine Bar, an der Drinks bestellt werden können, die man dann im heissen Wasser geniessen kann.
Die Organisation, die Technik, die Grösse und das ganze Drumherum sind ähnlich wie bei den Vök Baths in der Nähe von Egilsstaðir im Osten Islands, wo ich morgen baden gehen will. Allerding liegen die Vök Bäder an einem See, respektive zwei der Becken mit dem heissen Wasser schwimmen in dem See. Aber eine Bar gibt es dort auch und im Innern ähneln sich die beide Bäder sehr. Vermutlich wurden sie von der gleichen Firma gebaut.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit chillen bei Kaffee & Kuchen. Das Baden, aber auch die präventiv genommene Anti-Seekrank-Pille machten ganz schön müde. Eine längere Autofahrt wäre heute nicht mehr möglich gewesen. Und da am Nachmittag der Regen einsetzte, verpasste ich dadurch auch nichts. 😉

Hier scheint es im Moment von Schweizern nur so zu wimmeln. Heute habe ich in Húsavík und hier beim mir im Gästehause mindestens 5 junge Paare aus der Schweiz getroffen, die zu ersten Mal in Island sind, und das Basispaket absolvieren: in acht oder zehn Tage einmal rund um die Insel…

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Stay tuned.

Island 2023: Tröllaskagi und andere bekannte Gegenden

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Mit etwas über 300 Kilometer hatte ich heute eine etwas längere Strecke zu bewältigen. 🙂
Das lag vor allem daran, dass ich dieses Mal auf alle Abkürzungen verzichtete und der Küste entlang fuhr.

Das Wetter hielt sich brav. 🙂
Am Morgen bei meiner Abfahrt war noch eitel Sonnenschein angesagt. Aber das änderte sich aber innert einer Stunde. Immer mehr Wolken überzogen den Himmel, bis man die Sonne nicht mehr sah. Und so blieb es den ganzen Tag. Das wurde aber auch nicht schlechter. Regen habe ich erst ein kleines Bisschen abgekriegt, als ich gegen 17:30 bei meiner heutigen Unterkunft angekommen bin.
Das entsprach ganz dem Wetterbericht, und ich hoffe, der stimme morgen auch so genau.

Bevor ich erst Richtung Norden und dann nach Osten fuhr, habe ich dem Kolugljúfur Canyon und dem Efrifoss einen Besuch abgestattet. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Canyon und der erste von drei Wasserfällen im Canyon nur zehn Minuten Fahrt von meiner Unterkunft, dem Dæli Gästehaus entfernt lagen.

Danach fuhr ich los, erst einmal bis Hofsos und von dort dann weiter nach Siglufjörður. Das waren fast zwei Stunden gemütliche und ereignislose Fahrt. Letzteres liegt an der nördlichen Spitze der Trollhalbinsel, der Tröllaskagi.
Normalerweise kürze ich diese Fahrt quer über die Halbinsel über den Pass Lágheiði ab. Aber das lohnt sich nur bei schönem Wetter. Ansonsten ist es bloss ein Geholper über unendlich viele Schlaglöcher und man sieht nicht viel.
Heute bin ich deshalb wieder einmal aussen herum gefahren.
Siglufjörður erreicht man entweder auf der Strasse  durch Tunnel (von beiden Seiten der Halbinsel) oder per Schiff über das Meer, oder per Flugzeug. Es gibt einen kleinen Flugplatz ausserhalb des Dorfes.
Im Winter ist das Dorf ziemlich abgelegen und nicht immer erreichbar. Selbst in Island gilt Siglufjörður als Beispiel eines abgelegenen Ortes, in dem nur Leute wohnen, die schon hier geboren wurden.
Das Dorf ist der Schauplatz des ersten Kriminalromans von Ragnar Jónasson (Snjóblinda – Schneeblind), den ich gerade begonnen habe zu lesen. Ragnar gilt als einer der Mitbegründer des Nordic Noir Stiles, des ganz eigenen skandinavischen Krimistils. Wer das mag, dem sei der isländische Autor wärmstens empfohlen.
Für mich war es heute interessant, die Örtlichkeiten in dem Buch mit der Wirklichkeit zu vergleichen, soweit mir das denn gelang. 🙂
Ich kenne Siglufjörður zwar schon von früheren Besuchen, aber das Buch von Ragnar Jónasson hat mir eine neue Optik gegeben, nämlich die seines Romanhelden, eines jungen Polizisten, der aus Reykjavík hierher zieht. 😉
Ausserdem war das Dorf ja schon vor ein paar Jahren Drehort für einen grossen Teil der ersten Staffel von Ófærð, einer Isländischen Krimiserie, die vom ZDF mit produziert wurde.

Von Siglufjörður ich weiter Richtung Akureyri. Allerdings legte ich in Dalvík den obligaten Zwischenhalt in meinem isländischen Lieblingskaffee Gísli, Eiríkur, Helgi Kaffihús/bar ein. Das ist über die Jahre zu einem Ritual geworden. Jedes Mal, wenn ich durch Dalvík hindurchfahre, gehe ich dort einen Kaffee trinken. 🙂

Von Dalvík ging’s weiter nach Akureyri und von da zum Goðafoss.
Dieser Wasserfall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Er ist 158 Meter breit und 11 Meter hoch. Das ergibt einen beeindruckenden Anblick. Und er hat eine sehr interessante Geschichte in Zusammenhang mit der Christianisierung Islands.

Bis zu meiner jetzigen Unterkunft waren es dann bloss noch eine halbe Stunde Fahrt. Sie liegt ca eine halbe Stunde Fahrt südlich von Húsavík, wo ich morgen eine Whale-Watching Tour gebucht habe. Ich hoffe, es regnet nicht und der Wind benimmt sich auch. Als ich vor einem Jahr schon einmal dort war, wurden an dem Tag alle Touren wegen Sturm abgesagt.

Ich hoffe wirklich, dass es morgen klappt. Die Skjálfandi Bucht, an der Húsavík liegt, ist weltweit bekannt dafür, dass in ihr viele verschiedene Walarten leben. Húsavík nennt sich deshalb auch die „Whale-watching Hauptstadt“ Islands.

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Efrifoss am Eingang zum Kolugljúfur Canyon

Stay tuned.

Island 2023: Weiter in den Norden Islands

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Nun bin ich im Norden Islands angekommen. 🙂

Die Strecke war mit etwas über 200 Kilometer überschaubar. Daher habe ich mir Zeit genommen: Erst einmal ausgeschlafen (wobei das nicht so einfach war…), dann ein gemütliches Frühstück zum spätmöglichsten Zeitpunkt und dann schon nach 10 Minuten Fahrt der erste Stopp.

Da sich das Wetter auch heute wieder von seiner besten Seite zeigte, beschloss ich, an verschiedenen Ort Halt zu machen, die ich von mehreren Besuchen schon gut kannte. Aber bei so schönem Wetter wollte ich die Naturschönheiten einfach noch einmal anschauen, und natürlich das eine oder andere Bild schiessen. 😉

Deshalb stoppte ich schon 10 Minuten nach meiner Abfahrt in Húsafell bei den Hraunfossar und dem Barnafoss. Diese Wasserfälle sind etwas besonderes. Der eine (hraun heisst Lava und fossar heisst Wasserfälle) wegen seiner einzigartigen Form, und der andere (barn heisst Kind und foss heisst Wasserfall) wegen der Saga, die dahintersteckt.
Und da die beiden Wasserfälle nur wenige Meter auseinanderliegen, kann man hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Eine weitere halbe Stunde später der nächste Stopp an den Grábrók-Kratern.
Bei schönem Wetter ist die Aussicht vom Rand des grössten der drei Krater fantastisch. Auf den Kraterrand kommt man relativ leicht über eine Holztreppe, die dort eingebaut wurde. Trotzdem spürt man natürlich, dass man dabei ca 100 Höhenmeter macht. Allerdings ist mir dort oben eine 67-jähriger Amerikaner begegnet, der trotz Amputation beider Unterschenkel alleine auf seinen Beinprothesen und nur mit einem Gehstock als Hilfe die Treppen hochgekommen ist. Respekt.

Nach weiteren 5 Minuten Fahrt habe ich dann schon wieder Halt gemacht, um zu Mittag zu essen. Hraunsnef ist ein Bauernhof, Hotel und Restaurant, in dem ich vor vier Jahren einmal übernachtet hatte. Die haben ein schönes Restaurant mit Terrasse und eine gute Karte. Grund genug, um 13:00 dort einzukehren.

An diesem Punkt habe ich das Schreiben wie gestern unterbrochen, weil draussen am Himmel wieder Nordlichter aufgetaucht sind und ein grossartige Show gezeigt haben. Das habe ich einfach fotografieren müssen. Man spürt dabei aber auch, dass in Island die Nächte frostig werden. Es ist im Moment auch ohne Wind richtig kalt draussen.

Aber weiter im Text:

Nach dem Mittagessen bin ich eineinhalb Stunden nach Norden gefahren, zu meinem nächsten Ziel: dem Hvítserkur.
Diesen Basaltfelsen, der im Meer steht, habe ich letztes Jahr das erste Mal aufgesucht und fotografiert. Damals allerdings bei Wind und Regen. Dieses Mal war nur der Wind da. Und der Felsen stand in ruhigem Wasser von der Sonne beschienen. Natürlich gab das andere Bilder. 😉

Vom Hvítserkur bis zu meiner heutigen Unterkunft war es anschliessend nur noch eine halbe Stunde zu fahren.
Das Dæli Gästehaus liegt 15 Minuten abseits der Hauptstrasse und bietet neben Unterkunft und Verpflegung auch Reitferien an. Ich habe einen Viertel eines Bungalows: ein grosszügiges Zimmer mit viel Platz, eingerichtet im Stil der 80er Jahre.

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Sonnenuntergang beim Dæli Gästehaus

Stay tuned.

Island 2023: Wieder auf isländischen Strassen

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Heute morgen wurde ich in Reykjavík pünktlich um neun von Europcar in meinem Hotel abgeholt und zur Mietwagenstation beim Stadtflughafen gebracht. Dort musste ich noch kurz den Papierkram erledigen und schon konnte ich losfahren. 🙂
Dieses Mal habe ich einen SUV von Mitsubishi gekriegt, einen weissen Eclipse Cross Hybrid.

Mein erstes Ziel war der Þingvellir Nationalpark.
Allerdings war der Ort dermassen von Touristen überlaufen, dass ich zuerst keinen Parkplatz fand, nicht zuletzt, weil die Leute parkierten wie die letzten Idioten und zum Teil zwei Parkfelder belegten. So kriegt man den Parkplatz natürlich auch ganz schnell voll. Es war relativ schnell auszumachen, aus welchem Teil der Welt die meisten Touristen dort kamen, und zumindest einen Teil davon kenne ich sehr gut als schlechte und rücksichtslose Autofahrer. Ich werde nicht genauer, aber es sind keine Europäer.
Diesem Volk sollte man ein generelles Fahrverbot erteilen…
Beim Infozentrum fand ich schliesslich einen Parkplatz. Aber weil dort auch alle Reisebusse aus Reykjavík anhalten und ihre Gäste ausladen, war auch das Infozentrum und die Gegend drumherum ziemlich überlaufen. Eine Rangerin sagte mir, man hätte in Þingvellir in diesem Sommer 2 Millionen Besucher gehabt.

Also bin ich bald einmal weiter nach Húsafell gefahren. Dabei habe ich bewusst eine etwas längere Strecke gewählt, die ich noch nie gefahren bin, nämlich um den Hvalfjörður.

Húsafell ist nicht nur der Ort meiner heutigen Übernachtung.
In Húsafell hatte ich einen Besuch in den Canyon Baths gebucht. Das sind warme Quellen in einem abgelegenen Canyon, die 2019 ein Einheimischer gefasst hatte und zwei Naturpools sowie eine Garderobe und einen Kiosk gebaut hatte.
Er sagt selbst, dass er die Kosten für die Bohrungen (nach heissem Wasser) und die ganzen Installationen wahrscheinlich nie wieder reinholen wird. Aber er hat die Anzahl Besuche trotzdem auf 4 pro Tag limitiert und auch 20 Gäste pro Tour begrenzt. Ausserdem wurde beim Bau so weit wie möglich auf Beton verzichtet, um das Ganze bei Bedarf auch wieder rückbauen zu können.
Zuerst wurden wir (ich und vier andere Touristen) mit einem Kleinbus ca 6 km zum Canyon gefahren, um dann über eine lange Treppe in den Canyon zu den Umkleidekabinen und den beiden Pools zu gelangen. Das Wasser ist um die 30 Grad und hat hier hat praktisch keinen Schwefelgehalt. Dafür ist ist es reich an Silikat. Dadurch riecht es nicht unangenehm, aber unterstützt die Hautpflege, wie ich es schon vom Schwefelwasser gekannt habe. Die Haut wird im Wasser weich und geschmeidig.
Da haben wir uns über eine Stunde einweichen lassen, bevor wir wieder zurück mussten.

Während ich am Schreiben dieses Posts war, klingelte gegen 22:00 mein Telefon. Das war der automatische Aurora-Alarm des Hotel. Viele Hotel im Norden bieten das an. Man kann sich an der Rezeption registrieren und wenn Nordlichter am Himmel auftauchen, wird man telefonisch alarmiert.

Also bin ich mit Kamera und Stativ raus, und habe eine Stunde lang den Himmel fotografiert.
Und ich muss sagen, da ging eine ziemliche Lichtshow in grün ab. Für alle, die das noch nie live gesehen habe: Die Lichter sind nicht statisch. Die bewegen und verändern sich ständig. Und wandern auch am Himmel. So weiss man nie, wie lange die Show dauert. Das können ein paar Minuten sein, oder so, wie heute Abend.
Ich habe seit 2017, als ich in Reykjavík das erste Mal Nordlichter (auch Polarlichter oder Aurora borealis genannt) sah, ungefähr sechs oder sieben Mal Auroras fotografieren können. Aber so stark wie heute habe ich sie noch nie gesehen. Man konnte die auch mit dem Smartphone fotografieren. Einfach sehr beindruckend, was die Natur da jeweils für ein Schauspiel bietet. 🙂

Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, das geplante Bild für diesen Post, eine Aufnahme von den Canyon Baths, zu kippen und stattdessen eines von heute Abend hochzuladen.

Nordlichter über Húsafell
Nordlichter über Húsafell

Stay tuned.

Island 2023: Ein ruhiger Tag in Reykjavík

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Heute habe ich mir in Reykjavík etwas Kultur gegönnt. 🙂

Als erstes habe ich dem Isländischen Punkrock-Museum (Pönksafn Íslands) einen Besuch abgestattet. Da bin ich bei meinen letzten Besuchen in Reykjavík oft daran vorbeigegangen, ohne es zu bemerken. Erst gestern ist mir das Schild aufgefallen, dass eine Treppe hinab auf das Museum hinwies.
Tatsächlich befindet sich das Museum in einer ehemaligen, unterirdischen öffentlichen Toilette mitten in der Fussgängerzone von Reykjavík, gleich gegenüber dem Sitz der Premierministerin.
Die Toilette steht unter Denkmalschutz und konnte deshalb nicht behinderten-gerecht umgebaut werden. Also wurde sie geschlossen, bis vor sieben Jahre eine Gruppe Punks auf die Idee kam, dort ein Museum einzurichten.
Und genau so sieht es aus. Und die Punkmusik ist nicht zu überhören.
Und am Eingang, an der Kasse, sitzt ein waschechter Punk mit grünem Irokesenschnitt, Tattoos, jede Menge Piercings im Gesicht und Lederklamotten mit vielen Ketten. Neben ihm auf dem Stuhl ein kleiner weisser Hund.
An ihm sah man auch gleich, dass der Punkrock auch in die Jahre gekommen ist, und vor allem eine Modeerscheinung der späten 60er und der 70er Jahre war. Der Mann war höchstens 5 Jahre jünger als ich. 😉

Das nächste Museum, das ich besuchen wollte, war das Photographie-Museum (Reykjavík Museum of Photography).
Aber da hatte ich Pech. Die hatten die letzte Ausstellung gestern abgebaut und waren nun im Begriff, eine neue Ausstellung zu installieren. Also gab es heute nichts zu sehen.
Ich hab’s mir für das nächste Mal vorgemerkt.

Also bin ich weiter zum alten Hafen gegangen. Diesen Teil von Reykjavík mag ich besonders. Da ist viel los und es gibt ein paar Museen sowie viele kleinere Restaurants.
Dort habe ich das Saga-Museum besucht. Da war ich vor 7 Jahren bei meiner ersten Islandreise schon einmal. Das Museum erzählt mittels Wachsfiguren und Ton die isländische Geschichte von der Landnahme bis ins Mittelalter. Island hat einen sehr gewalttätige Geschichte. Selbst die Reformation ging nicht ab, ohne dass man den letzten katholischen Bischof und seine beiden Söhne köpfte.

Den Rest des Tages verbrachte ich bei Kaffee in meinem neuen „Lieblingskaffee“ in Reykjavík, dem Hressó Hressingarskálinn an der Austurstræti 20.
Neben der Kuchenauswahl gefällt es mir dort wegen der Atmosphäre und dem Umstand, dass nie viele Leute drin sind und man seine Ruhe hat. Einen solchen Ort brauche ich, um in meinem neuesten „Isländerbuch“ zu lesen: „Kalmann und der schlafende Berg“ von Joachim B. Schmidt.
Der Autor ist eigentlich ein Bündner, lebt und arbeitet aber schon sehr lange in Island und besitzt auch die isländische Staatsbürgerschaft. Seine Figur Kalmann Óðinsson ist etwas zurückgeblieben und lebt an einem der abgelegensten Ort in Island, in Raufarhöfn in Nordostisland. „Kalmann und der schlafende Berg“ ist der zweite Kalman-Roman von Schmidt. Die passende Lektüre für diese Reise. 🙂
Versteht sich schon fast von selbst, dass ich schon zwei Mal in Raufarhöfn war. Das erste Mal kannte ich Schmidt und die Kalmann-Geschichte noch gar nicht. 😉

Das Wetter wechselt nun wieder. Während es am Morgen noch so schön war wie gestern, zogen ab Mittag mehr und mehr Wolken auf. Heute Abend ist es nun komplett bewölkt, was ausnahmsweise sehr, sehr schlecht ist.
Heute sind die Vorhersagewerte für Nordlichter für Reykjavík (eigentlich ganz Island) so hoch wie schon lange nicht mehr. Der Himmel müsste heute Nacht grün leuchten. Wenn bloss die Wolkendecke nicht wäre…
Voraussichtlich wird man kaum etwas sehen. Ich werde um 22:00 noch einmal raus gehen, und nachschauen, ob es sich lohnt, die Kamera auszupacken. Aber ich habe keine grosse Hoffnungen. 😦

Morgen beginnt meine Reise rund um die Insel. Ich werde von Europcar um 09:00 abgeholt, um dann beim Flughafen meinen Mietwagen zu übernehmen.
Dann kann ich losfahren.

Übrigens fiel im Hochland gestern Nacht der erste Schnee. Heute wurden mehrere Hochlandpisten gesperrt, unter anderem die Sprengisandsleið (F26), die längste Hochlandpiste.
Da ich damit gerechnet hatte, im September hier Schnee zu sehen, habe ich bewusst keine Strecke durch das Hochland geplant. Ich müsste meine Pläne nun sowieso ändern…

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Installation eine Projektes eine isländischen Fotografen vor dem Hotel Borg beim Parlament

Stay tuned.

Island 2023: Ein wunderschöner Tag in Reykjavík

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Heute zeigte sich Reykjavík von seiner besten Seite. 🙂
Den ganzen Tag keine einzige Wolke am Himmel; nur Sonne pur. Entsprechend waren auch die Temperaturen herbstlich – wenn man im Windschatten stand. Der Wind war ziemlich kalt und so war es tatsächlich trotz der Sonne etwas frisch. 😉
Umso paradoxer, wenn es dann in der Nacht wärmer als tagsüber war, weil der Wind am Abend praktisch aufhörte.

So war ich heute den ganzen Tag in der Stadt unterwegs.
Und es schien so, dass das Gros der Touristen hier in Reykjavík ziemlich spät aufstand. Bis am Mittag waren die Strassen ziemlich leer, und die meisten Restaurants machten erst um 11:00 auf. Ab Mittag begann die Stadt dann so richtig zu leben. Und das hielt dann bis heute Abend um 22:00 an, als ich ins Hotel zurückkehrte.

Am Nachmittag hatte ich eine persönliche Premiere:
Ich bin nun zum fünften Mal in Reykjavík. Aber ich war bisher noch nie auf dem Turm der Hallgrímskirkja, dem höchsten Punkt von Reykjavík.
Das habe ich heute nachgeholt. Bei dem Wetter konnte ich die Gelegenheit nicht verpassen, Reykjavík aus einer anderen Perspektive zu fotografieren.
Ich habe also meine Aversion gegen „Schlange stehen“ und „Kinderwagen in einem kleinen Lift“ überwunden, habe mir ein Ticket gekauft und bin beim Lift angestanden.
Zum Glück musste ich nicht lange warten. Die Aussicht in 70 Meter Höhe ist wunderschön. Man sieht in allen Himmelsrichtungen über die Stadt. Man steht dabei im Glockenstuhl unter den Glocken. Und die läuten im Viertelstundentakt. Das ist zwar überall angeschrieben. Aber die wenigsten Touristen beachten dies und sind dann ziemlich überrascht, wie laut das sein kann. 😉

Nach dem Nachtessen habe ich wieder einmal mein Stativ genommen und bin durch die Stadt gezogen, um Nachtaufnahmen zu machen.
Angefangen habe ich beim „Sun Voyager“ an der Bucht. Und während ich auf den Sonnenuntergang wartete und mit einem Amerikaner sprach, tauchte vor uns plötzlich ein Zwergwal auf. Leider war das Licht nicht mehr stark genug, um den Wal zu fotografieren. Aber es war schon faszinierend, zu sehen wie der Wal nur einige Meter vom Ufer entfernt seine Runden zog.
Zwergwal ist übrigens eine irreführende Bezeichnung für ein Tier, das fast 10 Meter lang und über 5 Tonnen schwer werden kann. Der internationale Namen des Tieres lautet Minkwal. Der „Zwerg“ taucht nur im deutschen Namen auf. 😉

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Reykjavík – vom Turm der Hallgrímmskirkja

Stay tuned.

Island 2023: Zurück in Reykjavík

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Nun bin ich wieder zurück in Island. 🙂

Der heutige Reisetag verlief im Grunde problemlos. Alles wie immer.
Die 25 Minuten Abgangsverspätung in Zürich holte der Pilot dank Rückenwind wieder auf und wir landeten pünktlich um 15:50 (Ortszeit) in Keflavík.
Hier allerdings war einiges los. Und zwar nicht nur, weil auch am Flughafen eifrig gebaut wird. In der Ankunftshalle funktionieren nur zwei (neue) Gepäckbänder. Die anderen drei müssen erst noch fertig gebaut werden.
Die Flybusse vom Flughafen in die Stadt fuhren auch wie gewohnt im 10 Minuten Takt. Allerdings kamen die Shuttle-Busse nicht mehr nach, die die Leute vom Bussterminal in Reykjavík zu den Hotels brachten. Ich musste am Terminal über 20 Minuten auf meinen Shuttle warten. Das war zwar nicht weiter schlimm (ich bin schliesslich im Urlaub und nicht auf der Flucht), aber ich hab’s so noch nie erlebt.

In Reykjavík ist immer noch viel los. Touristen, wohin man schaut. Obwohl die Hochsaison seit Ende August eigentlich vorbei ist. Heute ist Sonntag und trotzdem waren die Strassen und Restaurants in der Innenstadt am Abend voll. Und ganz klar spür- und sichtbar: die Asiaten sind zurück. Mit voller Wucht.
Mal schauen, wie das morgen sein wird.

Das Wetter hier ist mit Tagestemperaturen von ca 10 Grad Celsius, einem moderaten Wind, den man in der Innenstadt kaum spürt (umso mehr, wenn man ans Wasser geht) und einer ständig wechselnden Bewölkung ganz gut. Ich geniesse die Abkühlung nach den Wochen der Hitze zu Hause.
Ab und zu gibt es auch einen kurzen Regenschauer. Das ist aber kaum der Rede wert.
Laut isländischer Wettervorhersage soll es heute Nacht die erste Frostnacht geben. 🙂

Island ist übrigens 2 Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit. Rein nur wegen seiner geographischen Lage wäre der Zeitunterschied bloss eine Stunde. Aber weil Island keine Sommerzeit kennt, kommt im Sommer noch eine Stunde dazu. Ab Oktober geht deshalb der Flug nach Reykjavík in Zürich nicht wie jetzt um 14:05, sondern um 13:05.
Wer also auf die Idee kommen sollte, mich um 08:00 anzurufen (alles schon vorgekommen), kriegt Ärger, denn ich schätze es ganz und gar nicht, im Urlaub um 06:00 geweckt zu werden. Den werde ich um 23:00 Ortszeit zurückrufen… 😉

Ich werde nun zwei volle Tage in Reykjavík bleiben, und dann am Mittwoch meine Rundreise mit einem Mietwagen beginnen.

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Heute Abend in Reykjavík – der Sunvoyager in der untergehenden Sonner

Stay tuned.

Skandinavien 2023: wieder zu Hause

Nun bin ich wieder zu Hause.

Meine diesjährige Skandinavienreise ist leider bereits Geschichte.
Vor genau einer Woche bin ich von Kopenhagen zurück nach Zürich geflogen.

Die Koffer sind ausgepackt, die Fotoausrüstung ist weggeräumt, der Backup der Bilder ist gemacht, und heute wasche ich noch die restliche Wäsche. 😉

Was nun kommt, wird Monate dauern: Bilder sortieren, auswählen und bearbeiten. 🙂 Bis heute habe ich alle Bilder bis Tag 2 bearbeitet und hier in die Galerie geladen. Ich habe also noch die restlichen Bilder von 47 Tagen vor mir… 😉

Das bringt mich zu ein paar statistischen Daten zu der Reise:

  • 2 Länder
  • 49 Reisetage
  • 48 Nächte in 29 verschiedenen Hotels
  • 6’118 Kilometer mit den Mietwagen gefahren und dabei 392 Liter Benzin gekauft.
    Das macht einen Durchschnittsverbrauch von 6.4 Liter pro 100 Kilometer.
  • 3 Flüge (Zürich-Stockholm-Umeå; Kopenhagen-Zürich)
  • 3 Fährtransfers (von und nach Gotland; von Göteborg, Schweden nach Frederikshavn, Dänemark)
  • 11’737 Rohbilder von 2 DSLR, 1 Bridgekamera, 1 Smartphone, 1 Videokamera & 1 Drohne

Das war in jeder Hinsicht die längste Reise, die ich je gemacht haben.
Dabei hatte ich Wetterglück. Die ersten dreissig Tage hatte ich nur Sonnenschein. Insgesamt erlebte ich drei oder vier Tage, an denen es ununterbrochen regnete. Und die letzten Tage in Kopenhagen waren durchzogen mit gelegentlichen starken Gewittern, die aber immer rasch vorbei waren.

Eine sehr schöne Reise mit vielen Eindrücken.
An der Route würde ich nicht viel ändern. Lediglich etwas mehr darauf achten, auf Nebenstrassen zu fahren anstatt auf Autobahnen. Man hat so einfach viel mehr von der Landschaft. Insbesondere am Anfang der Reise in Mittelschweden war dieser Unterschied frappant und die Abstecher ins Hinterland lohnten sich.
Und ich würde etwas mehr „Ruhetage“ einbauen. Das heisst, ich würde den einen oder anderen Etappenort auslassen, etwas längere Strecken fahren, dafür aber am nächsten Etappenort einen Tag länger bleiben.
Ich musste gegen Ende der Reise feststellen, dass sich eine gewisse Müdigkeit einstellte. Wenn man über vierzig Tage entweder Auto fährt oder Besichtigungen macht, spürt man das irgendwann.
Ausserdem gibt es einige Orte auf dieser Route, an denen ich es schade fand, schon wieder abreisen zu müssen. Ich wäre dort gerne einen Tag länger geblieben.
Das bringt mich zur Kontroverse zwischen „alles im Voraus buchen“ und „auf der Tour von Etappe zu Etappe vor Ort nach eine Unterkunft zu suchen“. Auch wenn die zweite Variante einem unterwegs die viel grössere Handlungsfreiheit lässt, hätte ich damit auf dieser Reise mehrfach in Probleme gehabt. Insbesondere an den Wochenenden wäre es an beliebten Touristenorten in Süden von Schweden und in Dänemark kaum möglich gewesen, spontan eine Unterkunft zu finden.
Und als ich in Göteborg ankam, fanden dort an diesem Wochenende im Ullevi Stadion zwei Konzerte der Heavy Metall Band Metallica statt. Das Stadion fasst ca 50’000 Leute. Die ganze Stadt war ausgebucht. Hätte ich mein Hotelzimmer nicht schon ein halbes Jahr vorher gebucht, wäre es wohl sehr schwierig geworden, an diesem Wochenende überhaupt eine Unterkunft zu finden.
Generell ist es natürlich auch eine Frage der Kosten. Hotelzimmer, die man ein halbes Jahr im voraus bucht, sind tendenziell deutlich billiger als Hotelzimmer, die man spontan vor Ort bucht. Bei 48 Nächten kann das durchaus ins Geld gehen… 😉

Ich habe mir ein paar Orte gemerkt, die ich gerne noch einmal besuchen möchte. Aber nicht unbedingt mit auf einem ähnlichen Roadtrip, sondern eher gezielt. Aber das behalte ich im Hinterkopf für spätere Jahre. Als Nächstes steht nun wieder eine Islandreise im Herbst an.
Wohin ich nächstes Jahr gehe, wie lange und in welcher Form, ist noch offen. Das werde ich nach Island im Herbst entscheiden.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Regen in Kopenhagen

Heute hat es in Kopenhagen dauerhaft geregnet;  zumindest bis zum früheren Nachmittag. Nicht so wie gestern, als ab und zu ein Regenschauer niederging, den man abwarten konnte. Heute hat es am Stück geregnet.

Also habe ich mein heutiges Programm angepasst: Statt Sightseeing im Schloss Amalienborg und Schloss Rosenborg (ausserdem waren das Kastellet und die Kleine Meerjungfrau geplant), gab es für mich Planetarium, Kino und Café.

Das Planetarium ist hier bei meinem Hotel gleich um die Ecke. Das kenne ich noch von meinem letzten Besuch in Kopenhagen vor fünf Jahren. Es ist nach Tycho Brahe benannt, einem dänischen Astronomen aus dem 16. Jahrhundert.
Die haben interessante Ausstellungen über die Entstehung des Universums, welche mit den modernsten Multi-Media-Mittel unterstützt werden.
Und sie haben einen grossen, kuppelförmigen Filmsaal, in dem alle zwei Stunden verschiedene Filme gezeigt werden. Leider auch Filme, die mit Astronomie so gar nichts zu tun haben. Deshalb musste ich nach meinem Besuch der Ausstellung mehr als eine Stunde in einem Café totschlagen, weil zum Zeitpunkt meines Besuches zuerst ein Zeichentrickfilm für Kinder gezeigt wurde. (sic!)
Aber der nachfolgende Film über Dinge, die man von blossem Auge nicht sieht, weil sie zu langsam, zu schnell oder auch schlicht zu klein sind, war wirklich gut.

Als dann am Nachmittag der Regen aufhörte, habe ich mich spontan zu einem Kurzbesuch im Tivoli entschieden.
Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Freizeitparks, und das Tivoli ist einer der ältesten dieser Parks.
Aber vielleicht macht das Alter den Unterschied aus.
Das Tivoli ist etwas anders als die heutigen, grossen Parks.
Der Park ist sicher kleiner und „familiärer“, und man hat noch das Gefühl, in einem Park im eigentlichen Sinne mit viel Grün zu sein.
Das Tivoli liegt direkt neben dem Hauptbahnhof mitten in Kopenhagen. Anfahrt mit dem Auto und Parkplätze? Fehlanzeige. Ins Tivoli geht man zu Fuss.
Als ich heute dort war, fand auf der grossen Bühne in der Mitte des Parks ein Konzert mit einer Jugend-Brassband statt. Es gibt auch noch weitere Bühnen, zum Beispiel eine mit chinesischem Theater.
Und natürlich gibt es den Teil mit den Fahrgeschäften und Verpflegungsständen wie auf einem Jahrmarkt. Allerdings sucht man vergebens nach sogenannten Monsterbahnen und Wasserbahnen. Die Fahrt mit dem Rollercoaster dauert weniger als eine Minute. Auch die Dimensionen der anderen Fahrgeschäften halten sich in Grenzen.
Ausserdem hat es jede Menge Restaurants und auch ein Hotel im Park.
Aber der Eintritt war, wie auch das Planetarium am Morgen, auf der Copenhagen Card Card inbegriffen.
Also machte ich einen kleinen Spaziergang quer durch den Park.

Nun bin ich am Packen meiner Koffer.
Morgen ist der 49. und letzte Tag meiner Reise durch Schweden und Dänemark. Nach sieben Wochen fliege ich morgen nach Hause.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Sightseeing in Kopenhagen

Heute habe ich den ersten Teil meines Sightseeing in Kopenhagen gemacht.

Was ich wo und wann angeschaut habe, wurde ziemlich stark auch vom Wetter mitbestimmt.
So war ich in einer Kirche in der Innenstadt, weil wieder einmal ein Regenschauer mit heftigen Winden (lustig ist immer, wie die Leute mit den Regenschirmen dann zurecht kommen) durchzog.
Lutheranische Kirchen bieten sonst nicht viel Sehenswertes im Innern; ausser sie stammen noch aus der Zeit vor der Reformation. Zum Glück wurde in Schweden und auch in Dänemark damals während der Reformation nicht alles herausgerissen und kaputt gemacht.

Aber angefangen habe ich mit Ripley’s – Believe it or not. Das ist ein „Museum“, das lauter kuriose Objekte und Geschichten präsentiert. Ob alles wahr ist? Wer weiss? Eben „Believe it or not“.
Der Besuch war ganz amüsant. Aber hätte ich dafür extra bezahlen müssen, wäre ich wahrscheinlich nicht hineingegangen. Das ist definitiv eine Touristenfalle.
Aber mit der Copenhagen Card war der Eintritt ja schon bezahlt.
Ein schöner Zusatz war das H.C. Andersen Museum gleich nebenan, das zu Ripley’s dazugehörte und dessen Eintritt dafür inbegriffen war.
Ich war ja im grossen H.C. Andersen Hus in Odense. Dort war der Ansatz eher von der wissenschaftlichen Betrachtung von H.C. Andersens Leben und Werk.
Hier konnte man den Lebenslauf verfolgen, sowie Andersens Reisen. Und ein grosser Teil war seinen Märchen gewidmet, die in mehreren Sprachen erzählt wurden.
Ripley’s gibt’s übrigens auch in anderen Städte, zB in Amsterdam.

Bei meinem weiteren Spaziergang durch die Strøget, die 1,1 km lange Fussgängerzone und Shoppingmeile von Kopenhagen, wurde es, wie schon erwähnt, plötzlich etwas nass. Das habe ich in der Helligåndskirken abgewartet. 🙂

Sobald der Regen nur noch ein leichtes Rieseln war, ging ich weiter.
Bis der Regen wieder stärker wurde. Da entschied ich mich, etwas zu tun, das ich seit Jahren nicht mehr getan hatte. Ich besichtigte ein Schloss. 😉

Diese Kasten interessieren mich eigentlich immer nur von aussen. Da aber auch hier der Eintritt schon in der Copenhagen Card inbegriffen war, habe ich mir Schloss Christiansborg von innen angeschaut.
Früher war das der Sitz der dänischen Könige. Bis die Königsfamilie nach Schloss Amalienborg umzog, wo die Königsfamilie jetzt wohnt.
Heute wird Schloss Christiansborg vor allem von der Königin, dem Premierminister und dem Parlament für offizielle Empfänge genutzt.
Neben der Repräsentationsräume konnte man sich auch die Schlossküche anschauen. Beeindruckend. 🙂

Apropos Königin: Margrethe II. von Dänemark ist seit 51 Jahren auf dem Thron. Damit ist sie nach dem Tod von Elisabeth II. von Grossbritannien weltweit das dienstälteste amtierende weibliche Staatsoberhaupt.
Sie ist auch ein Jahr länger im Amt als König Carl XVI. Gustav von Schweden. Der feiert nämlich dieses Jahr sein 50-jähriges Thronjubiläum.

Und so ging es den ganzen Tag weiter: bei Regen im Museum oder im Restaurant, bei Sonne draussen.
Und das wechselte oft.

Am Abend habe ich mir dann zur Feier des Tages noch ein schönes Stück Fleisch gegönnt. 🙂

Und morgen mache ich dann eine weitere Sightseeing-Tour.

Stay tuned.