
Karlskrona wurde im 17. Jahrhundert als Flottenstützpunkt gegründet, um einen strategischen Vorteil der Dänen auszugleichen.
Stockholms Hafen war zu der Zeit regelmässig zugefroren, und die dortige Kriegs- und Handelsflotte konnte im Winter nicht auslaufen.
Hingegen konnten die dänischen Schiffe während dem ganzen Jahr in See stechen, weil ihre Häfen (in erster Linie natürlich Kopenhagen) weiter südlich lagen und somit ganzjährig eisfrei blieben. Angesichts der ständigen Rivalität der beiden Länder um die Vorherrschaft in der baltischen See ein ganz entscheidender Vorteil.
Karlskrona liegt deutlich südlicher als Stockholm. Daher sind ihre Häfen im Winter kaum zugefroren. Zudem liegt die Stadt verteilt auf vielen kleineren Inseln und ist durch die Schären gegen das Meer hin gut geschützt.
Heute gehören Teile von Karlskrona zum UNSECO Weltkulturerbe. Darunter ist auch die Insel Stumholmen, auf der viele Handwerksmanufakturen zur Versorgung der Marinebasis lagen.
Auf Stumholmen liegt heute auch das schwedische Marinemuseum, in dem die Geschichte der schwedischen Seefahrt, insbesondere der militärischen Seefahrt dokumentiert wird. Neben dem Museum liegen zudem noch drei Schiffe (ein Minenräumer, ein Schnellboot und das letzte in Karlskrona gebaute Segelschiff), die besichtigt werden können, sowie der originale Bootschuppen, in dem früher im Winter die Beiboote grosser Schiffe eingelagert wurden.
Neben dem Marinemuseum gibt es auf der Insel auch einige Fortifikationen sowie ein ehemaliges Gefängnis.
Es scheint, als hätte die Stadt ein Vogelproblem. Besser gesagt: ein Möwenproblem.
Die sind hier überall. Sie sind gross und gut genährt. Und überhaupt nicht scheu.
Ich habe heute zwei Mal die gleiche Szene erlebt:
Am Morgen beim Frühstück hat sich eine Familie mit vier Kindern auf die Terrasse gesetzt, um an der frischen Luft zu frühstücken. Das eine Mädchen (ich schätzte sie auf 10 – 12 Jahre) hat seinen Teller auf den Tisch gestellt, an dem seine Geschwister schon sassen, und hat sich zum Vater am anderen Tisch umgewandt. Und schon kam eine Möwe, packte das grösste Stück Melone, das auf dem Teller lag, und war gleich wieder weg.
Am Mittag beobachtete ich fast die gleiche Szene beim Marinemuseum: Eine Gruppe Touristen, vermutlich aus Polen, hatte sich am Buffet mit Essen eingedeckt und war mit Bergen von Essen auf den Tellern nach draussen gekommen, um im Freien zu essen.
Die eine Dame stellte ihr Tablette auf einen freien Tisch und ging dann an den Tisch daneben, wo ihre Freunde bereits am Essen waren.
Auch da war sofort eine Möwe da, schnappte sich ein grosses Stück Fleisch vom Teller und flog wieder weg. 🙂
Das passiert offenbar öfters. Und natürlich trifft es hauptsächlich Touristen, weil die das nicht kennen und entsprechend auch nicht aufpassen.
Die Dame an der Rezeption bestätigte mir danach, dass das ein echtes Problem sei, und man nicht wissen, was man dagegen tun könne. Nun, ich wüsste schon was. Aber ob das in der Öffentlichkeit Gefallen finden würde, wage ich zu bezweifeln…