Stockholm 2024: Der letzte Tag des Jahres

Wie schon letztes Jahr in Oslo: Dies ist der letzte Post von 2024. 🙂

Das Wetter hier in Stockholm ist immer noch schön. Die Sonne schien den ganzen Tag und am Himmel zeigten sich bloss ein paar dünne Schleierwolken.
Aber es ist noch kälter geworden. Die Temperaturen sind nun auch tagsüber in den Minus-Bereichen. Zusammen mit dem Wind kommt man nun locker auf -8 Grad Celsius oder tiefer gefühlte Temperatur.
Eigentlich so, wie ich es erwartet hätte. Richtig Winter! Bloss, es fehlt der Schnee.
Doch das könnte sich allerdings heute Nacht ändern: Zum einen ist der Schnee in den Meteo-Apps für heute Nacht schon länger angesagt (und für morgen den ganzen Tag).
Zum anderen fahren seit heute Abend die Streufahrzeuge durch die Stast und streuen auf eine trockene Strasse…
Wie es aussieht, erwartet die Stadtverwaltung in der heutigen Nacht offenbar etwas Niederschlag.
Nun, wir werden es spätestens morgen früh sehen.

Ich habe mich realtiv spät am Morgen nach einem gemütlichen Morgenessen zu Fuss nach Gamla Stan aufgemacht. Dabei habe ich vor allem nach Strassenszenen und auffälligen Leute Ausschau gehalten, um einige Bilder für meine Galerie „The Street“ zu schiessen. Dabei wollte ich auch gleich ein neues Teleobjktiv testen.
Trotz der Kälte hatte es heute vor allem in Gamla Stan recht viele Leute in den Strassen. Zum einen wohl wegen dem schönen Wetter (gegen die Kälte kann man sich ja schützen), zum anderen sicher auch, weil ausser dem königlichen Schloss fast alle Museen geschlossen waren. 😉

Eher zufällig bin ich am Schloss vorbei gekommen, und gesehen, dass die Soldaten Absperrungen errichteten. Offenbar war Zeit für die Wachtablösung (ich weiss nie genau, wann die ist, obwohl ich schon mehrere Male dabei war).
Also bin ich stehen geblieben und habe mir einen Logenplatz direkt an der Absperrung gesichert. Das war auch gut so, denn als die Wachtablösung begann, war der ganze Platz vor dem Schloss voll.
Allerdings bedeutete das, dass ich wohl über eineinhalb Stunden auf dem Platz im Wind stand und mich kaum bewegen konnte. Die Wachtablösung dauert inklusive Kurzkonzert des Militärspiels gute 45 Minuten, und ungefähr genau so lange stand ich vorher da…
Irgendwann gibt jede noch so gute Isolierung auf und die Kälte kriecht sich langsam durch Mark und Bein. Der einize Ort, an dem ich am Schluss nicht kalt hatte, waren meine Füsse. Gute Schuhe sind halt auch in der Stadt Gold wert. 🙂 Danke Onkel Sam. 😉

Der anschliessende Spaziergang zurück zum Hotel mit Umweg durch die Bahnhofshalle (natürlich auf der Suche nach Motiven) und mit Zwischenstopp im Espresso House hat mich relativ schnell wieder aufgewärmt. 🙂

Heute Abend bin ich relativ früh zum Dinner gegangen.
Das Hotel hat einen Vier-Gänger angeboten, und Anfang Dezember kam eine eMail von Concierge mit der Einladung, doch bitte früh zu reservieren, da die Plätze begehrt seien. Das habe ich dann auch gleich gemacht. Und man hat sich sehr flexibel gezeigt: Da die ersten beiden Gänge Rogen (also Fischeier) und Hummer waren, konnte ich diese durch die beiden ersten Gängen aus dem Vegi-Menü ersetzen: Heisser Ziegenkäse und gebratener Tofu. Anschliessend gab’s Rindfilet mit Entenleber. Und zum Dessert weisse Schokoladenmousse mit Pistazienglacé. Hat super geschmeckt. 🙂

Nun schreibe ich diesen Post etwas früher als sonst.
Später soll es in der Stadt Feuerwerk geben. Eigentlich knallt es bereits jetzt schon, um 21:30.
Eventuell gehe ich noch mal raus und schaue mit das an. Aber ich glaube nicht, dass man hier das schlägt, das ich in Reykjavík gesehen habe. 😉

Stay tuned.

Wachtablösung vor dem Königlichen Schloss in Stockholm

Stockholm 2024: Gamla Stan

Das Wetter hier in Stockholm hat sich gebessert. Heute kam die Sonne durch die Wolken. Allerdings wurde es auch kälter und vom Meer her wehte ein bissiger, kalter Wind.
Wenn man sich an windgeschützter Stelle in die Sonne stellen konnte, war es ein sehr angenehmer Wintertag. Aber der Wind drückte die gefühlte Temperatur so deutlich nach unten, dass Mütze und Handschuhe nötig wurden, wenn man sich länger im Freien aufhielt. Das Winterfeeling war definitiv da.

Heute Morgen habe ich als Erstes das Fotografiemuseum „Fotografiska“ besucht. Nach eigenen Angaben ist es ein zeitgenössisches Museum für Fotografie, Kunst & Kultur. „Zeitgenössisch“ stimmt ganz sicher. Aber ich habe es eher wie eine Galerie empfunden, in der Ausstellungen von einzelnen Fotografen oder zu bestimmten Themen stattfinden. Unter einem „Museum“ stelle ich mir etwas anderes vor.
Von den drei Ausstellungen waren zwei bestimmten Fotografen gewidmet, und eine dem Thema „Space A Visual Journey“. In letzterer kam so viel Multimedia zum Einsatz, dass ich etwas Mühe hatte, das Ganze mit Fotografie zu verbinden. Nichts desto trotz eine sehr gute, interessante Ausstellung, wenn vielleicht auch unter falschem Label.
Von den Fotografen haben mir vor allem die Arbeiten von Bruce Gilden gefallen. Der 78-jährige, amerikanische Portrait- und Street-Fotograf hat für die Ausstellung die in seinen Augen besten 45 Bilder aus seinem Archiv zusammengestellt. Ich habe Bruce Gilden noch nicht gekant, bin aber von seinen Arbeiten fasziniert.

Vom Fotografiska bin ich weiter nach Gamla Stan (schwedisch für Altstadt).
Ich wusste zwar, dass das Nobelpreismuseum am Montag geschlossen ist. Aber in Gamla Stan gibt es auch sonst viel zu sehen: das Stockholmer Schloss, die engen Gässchen mit den vielen Läden und Restaurants sowie etliche schöne, ältere Gebäude. Im Sommer hätte es zudem überall vor den Restaurant Tische und Stühle auf den Trottoirs und Plätzen. Die sind jetzt natürlich nicht da.

Da das Wetter gut war, schlenderte ich durch die Gassen, wie immer ständig auf der Suche nach Motiven.
Dabei ich mir einen Spass daraus gemacht, meine „Mit-Touristen“ ein bisschen zu beobachten. Dabei sieht man viel, und man versteht nicht alles. Einiges ist ziemlich lustig, wie zum Beispiel das asiatische Mädchen mit den grünen Haaren, pinken Fingernägel und Designerklamotten, die an ihrer Mini-Kompaktkamera den Blitz eingeschaltet hatte (der reicht knapp zwei Meter weit, wenn überhaupt) und damit Gebäude fotografierte. Oder der junge Mann, der dick eingepackt in einen Marken-Daunenmantel mit einem Herrentäschen umgehängt seinen Eltern nachtrottete und dabei permanent auf sein Smartphone glotzte. Ein Wunder, dass der nirgends heruntergefallen ist oder mit jemandem zusammengestossen ist. 🙂 Man sah ihm deutlich an, dass ihn das Ganze nicht interessierte. Er hatte kein Auge für irgendetwas rund um ihn herum. Vermutlich musste er mit Mama und Papa mitkommen, und hätte aber Sylvester lieber mit ein paar Kumpels zu Hause gefeiert.

Mit mir waren viele andere Touristen dort. Die Stadt ist jetzt in der Altjahreswoche ziemlich voll.
Allerdings konzentriert sich das Ganze vor allem auf Touristen-Hot-Spots wie eben Gamla Stan oder gestern Djurgården.
Im restlichen Stockholm würde ich das Publikumsaufkommen als eher normal für so eine grosse Stadt bezeichnen. Man kriegt eigentlich überall einen Platz in einem Restaurant, und wenn es nicht gerade die Linie 7 von und nach Djurgården ist, dann sind U-Bahn und Trams in meinen Augen auch durchschnittlich belegt.
Gestern Abend musste ich 20 Minuten in einem mir bekannten Grill-Restaurant warten, weil ich keinen Tisch reserviert hatte. Das war’s. Danach kriegte ich sogar einen 4-er Tisch für mich alleine. Und nach 20:00 leerte sich das Restaurant zusehends.
Das Fleisch, dass ich dort kriegte, war die Warterei übrigens alle Mal Wert. 😉

Den morgigen Besuch des Militärmuseums musste ich auf den 2. Januar verschieben, weil das Museum bis dann geschlossen ist. Das Gleiche gilt auch für das Nobelpreismuseum.
Somit ist das Programm für den 2. Januar 2025 gemacht. 🙂
Was ich morgen mache, weiss ich noch nicht. Schauen wir einmal.
Der einzige Fixpunkt ist 18:00 für das Sylvester-Dinner im Hotel. Da habe ich einen Platz reserviert.

Stay tuned.

Das Rathaus von Stockholm

Stockholm 2024: Djurgården

Heute war ich den ganzen Tag auf Djurgården.
Auf der Insel im Süden des königlichen Parkes mit dem gleichen Namen findet man eine ungewöhnliche Dichte an Museen.
Ausserdem ist der Park ein Naherholungsgebiet mitten in Stockholm. Entsprechend hat es dort auch einen Vergnügungspark und diverse Verpflegungsmöglichkeiten vom HotDog Stand bis zum gediegenen Speiserestaurant.
Und die Tramlinie 7 fährt vom Hauptbahnhof nach Djurgården und zurück.

Allerdings wurde ich am Morgen noch etwas im Hotel aufgehalten, bevor ich los konnte.
Gestern Abend liess sich mein Zimmersafe plötzlich nicht mehr öffnen. Mein Code schien zu funktionieren, aber der Riegel bewegte sich nicht mehr.
Blöderweise hatte ich bei meiner Ankunft meine Kamera in den Safe gelegt. Und ohne Kamera brauchte ich schon gar nicht nach Djurgården zu gehen.
Sämtliche Versuche des Hotels mittels Universalcode den Safe zu öffnen, waren erfolglos. Man versprach mir, für heute Morgen die „Maintenance“ aufzubieten.
Bloss erklärte man mir dann heute Morgen, dass keine Maintenance verfügbar sei. Am Sonntag arbeiten die schlicht nicht.
Ich stelle mich also darauf ein, frühestens morgen wieder an meine Kamera zu kommen, und begann, mein Tagesprogramm umzustellen. In Museen brauchte ich die Kamera kaum, wohl aber im Skansen Aquarium, das eigentlich heute auf dem Plan stand…
Aus irgendeinem Grund kam nach dem Morgenessen nocheinmal ein Hotelmitarbeiter auf mein Zimmer und versuchte es wieder mit den Universalcode. Und plötzlich, nach einigen erfolglosen Versuchen konnte ich den Safe wieder mit meinem Code öffnen. 🙂
Ich werde den Safe sicher nicht mehr benutzen, denn der Fehler könnte durch ein Softwareproblem hervorgerufen worden sein, oder schlicht und einfach durch eine schwache Batterie.
Mir egal. Soll sich das Hotel darum kümmern.

Also bin ich mit ein bisschen Verspätung dann doch noch in Skansen Aqurium gefahren.
Der Skansenpark ist viel mehr als bloss das Aquarium. Es ist im Wesentlichen ein Freilichtmuseum mit Zoo und eben dem Aquarium. Wobei das Aqurium ein separater Teil ist, für den man zusätzlich bezahlen muss.
Den Park und den Zoo (der nur einheimische Tierart hält) habe ich mir heute geschenkt. Im Winter sieht man in den Aussenhegen in der Regel nicht viel, und ausserdem ist die Anlage recht weitläufig.
Ich bin also ins Aquarium, das genauso gut Terrarium heissen könnte, und habe ein paar Reptilien und Affen fotografiert. 😉

Nach dem Skansen Aquarium bin ich zum ABBA Museum gegangen. Aber dort bin ich vor der Kasse wieder raus, als ich hörte, dass ich über 20 Minuten hätte warten müssen, bis ich ins Museum gekonnt hätte. Man merkte, dass Sonntag war. Da waren viele Familien mit Kindern und zudem auch viele Touristen.

Also bin ich weiter ins Wikingermuseum.
Leider glich das einem Kinderspielplatz. Irgendwie glaubten offenbar viele Familien, dass ein solches Museum für ihre Nachkommen eine grosser Spass wäre.
Naja, das Museum wäre sehr informativ und man könnte dort viele sehr interessante Sachen über die Wikinger, ihre Geschichte, Lebensweise und Religion erfahren. Alles sehr gut und absolut nicht reisserisch gemacht.
Aber laute und drängelnde Kinder, die alles betaschen mussten, weil sie von ihren Eltern (aller möglicher Nationen) nicht unter Kontrolle gehalten wurden, verunmöglichten leider einen langen und interessanten Aufenthalt.
Immerhin konnte niemand mit dem Kinderwagen rein, weil das Museum einige Treppen hatte, die man auf dem Rundgang rauf und runter gehen musste. 😉

Also ging ich weiter ins Vasamuseum. Auf dem Weg dorthin ging ich am Spritmuseum, Wrackmuseum und dem Nordischen Museum vorbei.
Auch im Vasamuseum hatte es sehr viele Leute. Allerdings ist das Gebäude, das um das Wrack der Vasa herumgebaut wurde, sehr gross, und die Massen können sich verteilen.

Anschliessend bin ich mit dem Tram wieder zum Hauptbahnhof und von dort zu Fuss zurück zum Hotel. Dabei habe ich gesehen, wie viele Leute an diesem Sonntag in der Innenstadt (also nicht nur in Djurgården) unterwegs waren. Die Fussgängerzone war kurz vor 15:00 so voll, wie ich es bisher nur in New York und Barcelona angetroffen hatte. Die Leute strömten in Scharen durch die Strassen.

Ich habe mir noch nicht überlegt, wohin ich morgen gehen werde.
Wahrscheinlich gehe ich in die Altstadt Gamla stan. Dort gibt es dan Nobelpreismuseum, in dem ich noch nie war. Oder auch das königliche Schloss mit Wachtablösung, Schatzkammer, Rüstungskammer etc.
Und ich habe ein Fotografiemuseum gefunden, von dem ich bisher noch nichts wusste. Das werde ich diese Tage ganz sicher noch besuchen.

Stay tuned.

Die Innenstadt von Stockholm am Sonntagnachmittag

Stockholm 2024: Zum Jahreswechsel in die schwedische Hauptstadt

Heute bin ich nach Stockholm geflogen, um den Jahreswechsel 2024/25 in der schwedischen Hauptstadt zu verbringen.

Die Anreise verlief problemlos und ohne Verzögerungen. Der Flug mit SAS war ganz angenehm und kam pünktlich auf dem Flughafen Arlanda nördlich von Stockholm an. Das Gepäck kam recht rasch auf dem Gepäckband und dank dem Arlanda Express, der in Stosszeiten ca alle 15 Minuten direkt vom Flughafen an den Hauptbahnhof von Stockholm fährt, war ich ca eine Stunde nach der Landung schon im Hotel.

Hier in Stockholm regnet es immer wieder ganz leicht. Eigentlich ist es mehr ein Nieseln als Regen. Die Temperaturen liegen im einstelligen Bereich über Null. Aber die gefühlte Temperatur ist wegen der Nässe einige Grad tiefer.
Ich komme auch in der Nacht zwar gut ohne Mütze und Handschuhe aus, aber man muss sich schon warm anziehen, wenn man längere Zeit draussen sein will.
Eigentlich bin ich ja wegen dem Winter hierher gekommen, den wir zu Hause zumindest im Flachland nicht mehr haben.
Aber weit gefehlt: Hier liegt gar kein Schnee und der Niederschlag ist wie schon erwähnt Regen.
Tja, ich hätte wohl nach Reykjavík fliegen sollen. Die hatten über Weihnachten einen heftigen Schneesturm und nun liegt dort genug Schnee… 😉

Morgen gehe ich das erste Mal in die Stadt. Von meinen früheren Besuchen hier kenne ich einiges schon. Allerdings gibt es auch noch Vieles, das ich noch nicht besucht habe.
Ich habe mir einen Stockholm Pass gekauft. Damit habe ich nun 5 Tage freie Fahrt auf allen öV und freien Eintritt oder Reduktion bei vielen Museen und Ausstellungen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Alle Bilder der ganzen Reise bearbeitet und hochgeladen.

Flaggen_Schweden_Dänemark

Mit diesem unscheinbaren Bild vom Hauptbahnhof Kopenhagen habe ich heute die Bearbeitung der Bilder meiner langen Reise im Mai bis Juli 2023 durch Schweden und Dänemark abgeschlossen.
In den viereinhalb Monaten nachdem ich nach Hause gekommen war, sind nun aus all den Tausenden von Rohbildern 3’537 fertige Bilder entstanden. 😀👍
Davon habe ich rund einen Drittel in dreizehn verschiedenen Zoos aufgenommen, die ich unterwegs besucht habe.😎
Alle Bilder sind nun in den Galerien einsehbar.
Als nächstes warten die Rohbilder von meiner kurzen Islandreise im September auf die Bearbeitung.
Danach werde ich alle Bilder in Fotobüchern verarbeiten, zusammen mit meinen Posts, die ich während der Reisen in hier in meinem Reiseblog geschrieben habe.

Stay tuned.

Dunkelstes Nordic Noir aus Norwegen: Jo Nesbø

In diesem dritten Post zu Nordic Noir stelle ich meinen persönlichen Lieblingsautor vor: Jo Nesbø aus Norwegen.

Jo Nesbø wurde 1960 in Oslo geboren. Nach einer Ausbildung als Diplom-Kaufmann und Finanzanalyst an der Norwegischen Handelshochschule Bergen war er neben seiner Tätigkeit als Sänger und Komponist der Popgruppe Di Derre als Makler und Journalist tätig. Heute ist er hauptberuflicher Schriftsteller.

Dass Jo Nesbø einer meiner bevorzugten Autoren ist, kann durchaus daran liegen, dass er der erste skandinavische Autor war, von dem ich ein Buch gelesen habe. Aber ich denke, das alleine kann nicht der Grund sein, weshalb ich Nesbøs Bücher so gerne lese.

Als ich vor etlichen Jahren nach Tom Clancy, Thomas Harris und Donna Leon nach einem neuen Krimi suchte, kam mir zufällig einer der ersten Bände von Jo Nesbøs Harry Hole Serie in die Hände. Ich erinnere mich heute nicht mehr daran, welches Buch das war.
Aber ich erinnere mich noch gut daran, wie ich das Eröffnungskapitel las, das genau dann aufhörte, als etwas Schlimmes passierte (ohne genau zu beschreiben, was dieses „Schlimme“ war). Und das zweite Kapitel beschrieb dann eine völlig andere Situation, an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit.
Auf die Geschehnisse im ersten Kapitel kam Nesbø erst mehrere Kapitel später zurück.

Genau dieser Erzählstil gefällt mir.
Jo Nesbø benutzt nicht bloss die Technik der Rückblenden. Das wäre für ihn wohl zu simpel. Er fordert seine Leser, indem er mit zeitlichen, räumlichen und inhaltlichen Verschachtelungen Spannung aufbaut.
Diese Technik kann ich übrigens bei Filmen nicht ausstehen. Dort langweilt sie mich, und wenn ein Regisseur zu oft davon Gebrauch macht, schaue ich mir den Film ziemlich sicher nicht bis zu Ende an.
Aber hier ist das anders.
Immer wieder streut Nesbø auch Einblendungen aus der Perspektive der Täter ein. Dabei entsteht in einem zweiten, parallelen Erzählstrang ein Bild des Täters, seiner Vergangenheit, seiner Gedanken, seiner psychischen Verfassung und seiner Motive.

Ganz allgemein hat Jo Nesbø einen flüssigen Schreibstil, der sich sehr angenehm liest. Dabei ist er sehr detailtreu, ohne langatmig (und damit langweilig) zu sein. Man kann sich die von ihm beschriebenen Szenen sehr gut vor dem geistigen Auge sehen. Das dürfte mit ein Grund für den Erfolg seiner Bücher sein, denn niemand will 600 Seiten anstrengenden Text lesen.
So etwas kann man bei Franz Kafka haben, wenn man will. Und Kafkas Werke sind kürzer als Nesbøs Bücher…

Seine Hauptfigur ist Harry Hole, ein Polizist bei der Osloer Mordkommission. Harry ist alleinstehend, Kettenraucher und Alkoholiker.
Ich würde ihn als „körperlich und psychisch ziemlich kaputt, aber mit einem sehr feinen Gespür und einer ausgeprägten Fähigkeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen“ beschreiben.
Harry ist zuweilen auch ziemlich unsympathisch und tut Dinge, die keinen Sinn machen. Aber er ist meistens ehrlich.
Harry hat kaum Freunde, und die meisten seiner Kollegen und Vorgesetzten mögen ihn nicht. Der Osloer Polizeipräsident, seinerseits eine schmierige, karrieregeile und vermutlich korrupte Figur, sagt selber, dass er Harry hasst.
Und Harry kann mit dieser Situation dann nicht mehr umgehen, wenn dazu noch die Belastung von brutalen Morden kommt, die er zu untersuchen und zu lösen hat.
Er stürzt dann komplett ab und besäuft sich bis zur Besinnungslosigkeit. Schon fast überflüssig zu erwähnen, dass auch sein Privatleben zu grossen Teilen chaotisch und kaputt verläuft.
Übrigens leidet seine Kollegin unter einer bipolaren Störung…
Manchmal frage ich mich, ob Jo Nesbø mit diesen Figuren nicht zu sehr in die Phantasie abdriftet. Solche Polizisten dürften auf lange Frist weder dienstfähig noch tragbar sein.

Eine Eigenheit von Nesbøs Kriminalromanen fiel mir schon auf, als ich das erste Buch las. Und ich war vom ersten Moment davon fasziniert:
Die geschilderten Verbrechen werden nicht als nur sehr brutal geschildert. Der Autor ist auch sehr erfinderisch, wenn es darum geht, sich Verbrechen auszudenken. Ich bin sicher, wenn ein Täter auch nur eines der Verbrechen begehen würde, so wie sie Jo Nesbø beschreibt, würde er, wenn er denn erwischt würde, bis zum Ende seines Lebens in einer psychiatrischen Anstalt eingesperrt werden.
Man braucht schon eine gehörige Portion einer besonderen Phantasie, um sich all das auszudenken.
Ein Beispiel: In „Durst“ (Originaltitel Tørst) überfällt der Täter alleinstehende Frauen in ihren Wohnungen und beisst ihnen mit einem schwarzlackierten Stahlgebiss den Kehlkopf heraus. Dabei trägt er immer Cowboy-Stiefel. Und man nimmt an, dass er danach das Blut seiner Opfer trinkt. Einmal mixt er sich nach dem Mord sogar ein Smoothie mit dem Blut des Opfers und Zitronen….
Und das alles passiert im heutigen Oslo.
Alle Verbrechen und Verbrecher bei Jo Nesbø sind von diesem Schlag: richtige Psychopathen. Und sie sind sicher Serienmörder, denn ein solcher Mord wäre wohl nicht genug.
Man kann also sicher sein, dass man nicht 0815 Krimistoff serviert kriegt, wenn man ein Harry Hole Buch in die Hand nimmt.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es 13 Romane mit Harry Hole.
Der erste kam 1997 heraus, der bisher letzte, den ich noch nicht gelesen habe, 2022:
Der Fledermausmann (Flaggermusmannen) / Kakerlaken(Kakerlakkene) / Rotkehlchen(Rødstrupe) / Die Fährte(Sorgenfri) / Das fünfte Zeichen(Marekors) / Der Erlöser(Frelseren) / Schneemann(Snømannen) / Leopard(Panserhjerte) / Larve(Gjenferd) / Koma(Politi) / Durst (Tørst) / Messer(Kniv) / Blutmond (Blodmåne).
Alle 13 Bände werden in Deutsch bei ullstein verlegt.

Jo Nesbø schreibt natürlich nicht nur Harry Hole Romane. Er hat schon viele andere Romane herausgebracht, von denen ich bisher Der Sohn (Sønnen) und Headhunters (Hodejegerne) gelesen habe. Drei weitere sind noch auf meiner Leseliste.
Und soeben ist die deutsche Übersetzung seines neuesten Buches bei ullstein herausgekommen:
Das Nachthaus (‎Natthuset)
Ersten Beschreibungen zufolge handelt es sich dabei wieder um einen typischen Nesbø im Nordic Noir Stil. Ich bin gespannt. Sobald ich Durst mit Harry Hole fertig gelesen habe, werde ich mir Das Nachthaus zu Gemüte führen.

Jo Nesbø hat eine eigene Homepage –> https://jonesbo.com/

Stay tuned.

Nordic Noir aus Island: Ragnar Jónasson

skandinavische flaggen

Ich setze die kleine Serie über meine Ferienlektüre resp dem Genre Nordic Noir fort und beginne mit dem Autor, den ich erst kürzlich für mich entdeckte: Ragnar Jónasson aus Island.

Ragnar Jónasson wurde 1976 in Reykjavík geboren, studierte Rechtswissenschaften und lebt und arbeitet  heute als Schriftsteller und Investmentbanker in der isländischen Hauptstadt. An der Universität Reykjavík lehrt er ausserdem Rechtswissenschaften.

Entdeckt habe ich diesen Autor anlässlich meiner letzten Islandreise im September 2023 auf den Hinflug von Zürich nach Keflavík.
Bei Icelandair kommt man in der Economy-Klasse auch auf Kurzstreckenflügen (ZürichKeflavík dauert ungefähr 3h45′) in den Genuss eines Entertainmentsystems mit ca 40 Gratis-Filmen.
Da die Flugdauer für zwei Filme nicht reicht (und ich leider schon fast alle Filme kenne…), habe ich mir auf diesem Flug auch noch die Filme angesehen, die für Island werben. Darunter war ein Beitrag über isländische Krimiautoren, die international Beachtung gefunden hatten. Es fielen die Namen Ragnar Jónasson und
Yrsa Sigurðardóttir.
Ich machte mit dem Smartphone einen Screenshot, als die Namen angezeigt wurden, und nahm mir vor, die beiden Autoren zu googeln, sobald ich wieder Netz haben würde.
Am Abend habe ich im Hotel in Reykjavík genau das getan. Ich habe die Biographien der beiden sowie einige Rezensionen gelesen. Bei der Lektüre der Biographien habe ich auch erfahren, dass die beiden zu den Begründer des „Nordic Noir“ gehören, des skandinavischen Krimistils, den ich besonders mag.  Also beschloss ich, je ein Buch beider Autoren herunterzuladen und die probehalber zu lesen.

Begonnen habe ich mit Ragnar Jónasson und ich bin vorerst dabei geblieben.

Als erstes habe ich den ersten Roman mit dem Protagonisten Ari Þor Arason gelesen, einem jungen Polizisten, der sich von Reykjavík in den Norden Islands, in das abgelegene Dorf Siglufjörður versetzen lässt. Ari Þor Arason hat früher mal Theologie studiert, das Studium wegen Desinteresse nicht abgeschlossen und ist stattdessen an die Polizeiakademie gegangen. Seine Freundin ist Ärztin, die eine lange Karriere plant (auch im Ausland) und dieses Ziel vor alles stellt, auch wenn sie immer wieder daran zweifelt, ob das der richtige (Lebens-)Weg ist. Gegenüber ihrem Freund behält sie allerdings die meisten dieser Gedanken für sich.
Auch Ari Þor möchte bei der Polizei Karriere machen. Er ist allerdings gezwungen, dafür Stellen anzunehmen, die so gar nicht mit den Karriereplänen seiner Freundin zusammenpassen.

Die fünf bisher erschienen Romane mit Ari Þor Arason werden vom deutschen Verlag btb und im Buchhandel auch die „Dark Iceland“ Reihe genannt.
Der erste Roman kam in seiner Originalfassung in Island 2010 unter dem Titel „Snjóblinda“ heraus.
Er wurde wie alle anderen Bücher von Ragnar Jónasson vom Isländischen ins Englische und vom Englischen ins Deutsche übersetzt.
Und wenn man die Örtlichkeiten etwas kennt, an denen die Romane spielen, ist es beim Lesen auch wichtig, jeweils das Ausgabejahr im Hinterkopf zu behalten. In den 13-15 Jahren seit dem Entstehen des ersten Romans hat sich in Island einiges verändert und wird in den Romanen oft nicht mehr so geschildert, wie man es heute antrifft.

Mir hat der Schreibstil von Ragnar Jónasson von Anfang sehr gut gefallen. Seine Figuren sind nicht perfekt und haben zum Teil sehr, sehr dunkle Geheimnisse, die bis in ihre Kindheit zurückreichen. Ausserdem macht Ragnar Jónasson immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, ohne aber dabei zu viel preiszugeben. Man muss schon aufpassen, dass man die Zusammenhänge erkennt, und oft kann man ein Kapitel erst einige Seiten später zeitlich einordnen. Ragnar gelingt es auch, auf eine völlig unspektakuläre Weise Spannung zu erzeugen, und seinen Geschichten völlig überraschende Wendungen zu geben. Bei allen neun Büchern, die ich inzwischen von ihm gelesen habe, hat mich das Ende immer überrascht, nicht immer zum Guten.
Daneben kenne ich fast alle Örtlichkeiten, die in den Romanen vorkommen: In Siglufjörður war ich schon mehrere Male. Ich kenne dort das Rathaus, die Kirche, die Apotheke, den Supermarkt, die Bäckerei und einige der Restaurants. Ich bin schon zwei Mal durch das Hochtal Lágheiði auf der Tröllaskagi Halbinsel gefahren und der Weg von Siglufjörður nach Akureyri ist mir bestens bekannt. Und auf der Totenklippe (siehe 4. Buch)  bin ich auch schon gestanden.
Und ich kenne auch die zeitlichen und räumlichen Dimensionen in Island aus eigener Erfahrung.
Dadurch werden die Schilderungen in den Romanen von Ragnar Jónasson für mich ziemlich real.

Meiner Meinung nach sollte man die Romane von Ragnar Jónasson der Reihe nach lesen. Zwar ist jeder Roman in sich abgeschlossen. Und man verpasst nichts, wenn man sich bloss einen davon herauspickt. Aber wenn man sie in der Reihenfolge liest, in der sie geschrieben wurden, erweitert sich die Geschichte um die Hauptfigur, man trifft immer wieder auf Bekanntes und man versteht die Protagonisten besser.
Die Romane um Ari erschienen wie folgt:
Schneeblind (Snjóblinda) – Todesnacht (Myrknætti) – Blindes Eis (Rof) – Totenklippe (Andköf) – Schneetod (Náttblinda)
Inzwischen ist in Island ein sechster Roman mit dem Titel „Vetrarmein“ (heisst übersetzt ungefähr Winterkrankheit) herausgekommen, der aber noch nicht übersetzt wurde.

Eine weitere Krimireihe, die Ragnar Jónasson schrieb, ist die Trilogie um die Kriminalkommissarin Hulda Hermannsdóttir, die bei der Kriminalpolizei in Reykjavík arbeitet.
Für diese Trilogie wurde er in der internationalen Presse gefeiert. Der erste Band dieser Reihe, der 2020 unter dem deutschen Titel Dunkel (isl. Dimma) bei btb erschien, wurde von der Times als einer der besten 100 Krimis und Thriller seit 1945 ausgezeichnet.
Auch diese Trilogie sollte unbedingt in der Reihenfolge gelesen, in der sie geschrieben wurde. Die Geschichte von Hulda wird nämlich sozusagen rückwärts erzählt. Das macht die drei Bücher besonders.
Ich gehe hier bewusst nicht auf Details ein, denn das würde die Spannung nehmen.
Die Romane um Hulda erschienen wie folgt:
Dunkel (Dimma) – Insel (Drungi) – Nebel (Mistur)
Später kam noch ein vierter Roman mit dem Titel Frost (Hvítidauði) heraus, der an die Trilogie anschliesst, mit Helgi Reykdal, Huldas Nachfolger bei der Kriminalpolizei.

Als ich die Artikel über Nordic Noir las, fand ich einige Bemerkungen dazu, dass die Autoren damit unter anderem Kritik an ihrer eigenen Gesellschaft übten, und dass nach Einschätzung einiger Rezipienten das Genre mit dem lange idealisierten Bild von Skandinavien als „Hort von Wohlfahrt und Egalität“ aufräume.
Bei Ragnar Jónasson trifft das in meinen Augen sicher zu. In allen neun Romanen, die ich bisher von ihm gelesen habe, wird die isländische Polizei als eine patriarchalische Organisation dargestellt, in der Frauen kaum anerkannt werden und praktisch keine Karrierechancen haben, auch wenn sie nachgewiesener Massen besser sind als einige ihrer männlichen Kollegen.
Ausserdem schildert Ragnar mehrere Fällen von Protektionismus und Vetternwirtschaft bei der isländischen Polizei. Fast alle Chefs werden als karrieregeile Egozentriker dargestellt, deren Unfähigkeit sich erahnen lässt.
Ich habe ehrlich gesagt keine einzige positive Schilderung über die isländische Polizei gefunden. Entweder waren die Schilderungen neutral oder negativ.
Ich finde dieses Bild, welches kaum der Wirklichkeit entsprechen kann, ziemlich extrem. Ich gehe deshalb davon aus, dass Ragnar Jónasson bewusst überzeichnet, um zu zeigen, dass in Island nicht alles Gold ist, was glänzt. Immerhin gilt Island als das fortschrittlichste Land in Europa, wenn es um Chancengleichheit und Toleranz geht. In den Augen vieler Isländer ist man aber von echter Chancengleichheit noch weit entfernt.
Und da Ragnar Jónasson seine Romane immer wieder von aktiven Staatsanwälten und Polizisten gegenlesen lässt, ist vermutlich einiges an seinen Schilderungen wahr.

Das neueste Buch von Ragnar Jónasson ist unter dem Titel „Reykjavík“ erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, den er zusammen mit Katrín Jakobsdóttir geschrieben hat. Sie ist seit 2017 die Premierministerin Islands und hat einen Master of Arts in Isländischer Literatur.
Ich bin sehr gespannt darauf, aber dieses Buch muss bei mir erst einmal warten.
Zur Zeit lese ich ‚mal wieder ein Buch meines Lieblingsautoren, des Norwegers Jo Nesbø. Und danach möchte ich mich endlich mal einem Buch von Yrsa Sigurðardóttir widmen.

Stay tuned.

Ferienlektüre: Nordic Noir

skandinavische flaggen

Heute schreibe ich hier nicht direkt über eine Reise, sondern darüber, was man auf Reisen tun kann, und was viele Leute in den Ferien häufiger tun als sonst: Lesen.

„Lesen bildet“, sagt man. Das stimmt. Aber Lesen ist auch Unterhaltung, Zeitvertreib und Spass.
Und genau darum geht es den meisten Leuten, insbesondere auch mir, wenn sie in den Ferien zu einem Buch greifen.
Ich persönlich bevorzuge zur Unterhaltung Krimis.
Während ich vor 40 Jahren als Student jeweils im Zug von zu Hause nach Zürich (und zurück) die Jerry-Cotton-Heftchen verschlungen hatte (ein Heft reichte exakt für die Strecke Solothurn-Zürich), die man an jedem Kiosk kaufen konnte, lege ich heute etwas mehr Wert auf das schriftstellerische Können der Autoren,  die Authentizität der Romanfiguren, die Glaubwürdigkeit der Geschichten und Spannung in der Geschichte.
Die billigen Romanheftchen vom Kiosk interessieren mich schon lange nicht mehr.

Während meinem USA-Aufenthalt 2000/2001 entdeckte ich die Thriller von John Grisham und Tom Clancy; nicht zuletzt wegen der Verfilmung einiger dieser Bücher (zB „Hunt for Red October“ oder „Clear and Present Danger“ von Clancy respektive „The Client“ oder „The Jury“ von Grisham).
Ich las alles, was ich von diesen beiden Autoren in die Finger bekam, das meiste davon in Englisch.
Dazwischen nahm ich auch mal ein Buch von Thomas Harris zur Hand, dem Erfinder von Dr. Hannibal Lecter in „The Silence of the Lambs„.

Vor einigen Jahren entdeckte ich dann für mich die amerikanisch-schweizerische (seit 2020 Schweizer Staatsbürgerin) Autorin Donna Leon und las alle Romane mit dem venezianischen Polizisten Commissario Guido Brunetti als Protagonisten.

Als ich dann zufällig auf den norwegischen Autor Jo Nesbø stiess, las ich meinen ersten Krimi aus Skandinavien, und blieb dabei hängen.
Ich war, und bin es immer noch, fasziniert von der Phantasie der skandinavischen Autoren, wenn es darum geht, Verbrechen zu schildern. Gleichzeitig sind diese Kriminalromane sehr anspruchsvoll geschrieben.
Vor allem Nesbø liebt es, mehrere Geschichten parallel zu schildern und dabei in Zeit und Raum hin und her zu springen. Man muss beim Lesen ganz schön aufmerksam sein, um alle Zusammenhänge zu erkennen.
Ausserdem haben die skandinavischen Kriminalromane oft eine düstere Grundstimmung und die Protagonisten tragen grosse persönliche Probleme mit sich herum und stehen sich und anderen im Weg. Oft habe ich mich schon gefragt, weshalb dieser oder jener Kommissar nicht schon längst seinen Job verloren hatte.
Und das Wichtigste: Der Verlauf der Geschichten ist kaum voraussehbar und deren Ende haben selten ein Happy-End.

Erst kürzlich lernte ich, dass dieser Stil einen Namen hat: Nordic Noir.
Dieses Label beschreibt ziemlich genau, was mir an Krimis gefällt. Und es hat sich bis heute zu einer eigenen Stilrichtung in der Kriminalliteratur entwickelt.

Nachdem ich alle damals erhältlichen Romane von Jo Nesbø mit seinem Antihelden Harry Hole gelesen hatte, nahm ich mir die Kurt-Wallander-Romane des schwedischen Schriftstellers Henning Mankel vor.
Im Gegensatz zu Grisham und Clancy habe ich mir aber keinen einzigen Film oder TV Serie mit Kurt Wallander angeschaut, und werde das auch nicht tun. Ich bin der Meinung, dass Bücher und Geschichten sehr viel verlieren, wenn sie verfilmt werden. Und mit der Verfilmung verschwindet auch die Phantasie und Vorstellung des Lesers. Das Bild, das sich der Leser in seinen Gedanken selbst macht, wird durch das gezeigte (Film-)Bild ersetzt.

Später entdeckte ich dann auch noch die brutalen und teilweise gruseligen Bücher des Dänen Jussi Adler Olsen mit seinem Protagonisten Carl Mørck vom Sonderdezernat Q.
Nordic Noir in seiner reinsten Form.

Ich werde in späteren Posts auf jeden dieser Autoren eingehen. Beginnen werde ich jedoch mit einem Autoren aus Island, den ich auf meiner diesjährigen Islandreise entdeckte: Ragnar Jónasson.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Alle Bilder aus Schweden bearbeitet und hochgeladen.

Flaggen_Schweden_Dänemark

Heute habe ich die Bearbeitung der Bilder vom 33. Tag meiner siebenwöchigen Skandinavienreise 2023 abgeschlossen. Am 34. Tag, dem 21. Juni 2023 bin ich mit der Fähre von Göteborg in Schweden über den Kattegat nach Frederickshavn in Dänemark gefahren.

Somit sind alle Bilder aus Schweden gesichtet, sortiert, bearbeitet und in die Galerien hochgeladen worden.

Und ich habe eben mit der Bearbeitung der verbleibenden Bilder aus Dänemark begonnen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Halbzeit bei der Bilderbearbeitung

Rund drei Monate nach dem Abschluss meiner siebenwöchigen Skandinavienreise bin ich nur  bei der Bearbeitung der über 11’000 Rohbilder in Hälfte angelangt.

Heute habe ich die Bearbeitung der Bilder des 25. Tages (von 49) der Reise abgeschlossen und die Bilder in die Galerien hochgeladen.

So viele Bilder zu sortieren, auszuwählen und schlussendlich zu bearbeiten brauchte halt seine Zeit. Dazu kommt, dass ich im September für zwei Wochen auf einem Roadtrip in Island war. Dort sind nicht nur weitere 5’000 Rohbilder entstanden, die auch auf ihre Bearbeitung warten.
In dieser Zeit habe ich natürlich nicht an den Bildern aus Schweden & Dänemark gearbeitet.

Nun sind in den Galerien also alle Bilder bis und mit dem 25. Reisetag hochgeladen. Von den restlichen 24 Tagen sind im Moment die Bilder hochgeladen, die ich unterwegs bearbeitet hatte.
Da werde ich nach und nach weitere Bilder hochladen.

Stay tuned.