Island 2021: Vom Regen ins Paradies

Island_flag

Der Sturm tobte die ganze Nacht ganz schön, ist aber dann am Morgen abgeflacht. Der Regen ist allerdings geblieben.
Allgemein war etwas los in dieser Nacht: Neben den ständigen Sturmgeräuschen, die im allgemeinen eigentlich ganz beruhigend wirken, wenn man im warmen und trockenen Bett liegt, wurde ich um drei Uhr durch einen lauten Piep-Ton geweckt, der sich alle halbe Minute wiederholte. Woher der kam, war unklar. Aber er entstand mit Sicherheit im Schlafzimmer. Also musste ich der Sache auf den Grund gehen, sonst wäre an weiterschlafen nicht mehr zu denken gewesen. Nach kurzer Suche fand ich heraus, dass dieses Signal vom Feuermelder kam, der an der Decke hing. Offenbar zeigte das Gerät damit an, dass seine Batterie fast leer ist. Also einfach mal die Batterie herausgenommen (Ersatz hatte ich keine), und schon konnte ich weiterschlafen. Da ein weiterer Feuermelder im Wohnzimmer hängt, machte ich mich wegen der Sicherheit keine allzu grosse Sorgen.
Da es hier die ganze Nacht hell bleibt, habe ich nicht nur Mühe mit dem Einschlafen. Ich bin auch jeden Morgen um fünf Uhr wach. Zwar kann ich dann weiterschlafen, aber spätestens um halb acht ist fertig, auch wenn ich erst nach Mitternacht ins Bett gegangen bin. Die Mitternachtssonne ist mit Ausschlafen nicht zu vereinbaren. 🙂

Am Morgen wartete ich dann bis der Regen nachliess und fuhr dann spontan zum Grábrók. Das sind drei erloschene Vulkankrater, die direkt an der Ringstrasse liegen. Diese Krater entstanden bei einem Ausbruch des Vulkansystems Ljósufjöll vor über dreitausend Jahren. Sie sind auch die am östlichesten gelegenen Krater dieses Systems. Auf den grössten der drei Krater, den Stóra-Grábrók führt ein Wanderweg mit eingebauter Treppe. Einmal oben, kann man auf dem Kraterrand rund um den Krater herumgehen und hat dabei einen grossartigen Überblick über das ganze Tal des Flusses Norðurá.
Ich war schon drei Mal bei Grábrók. Und jedes Mal hat es geregnet. Das erste Mal vor drei Jahren wurde ich oben auf dem Krater von heftigem Regen überrascht. Beim zweiten Mal vor zwei Jahren regnete es so stark, dass ich beschloss, gar nicht erst nicht hinauf zu gehen. Und heute nieselte es nur leicht, als ich oben war. Das war dann also wettertechnisch gesehen der beste Besuch, mal abgesehen davon, dass sonst keine anderen Leute oben waren.

Ca 10 Minuten von Grábrók entfernt liegt Glanni, einer der Wasserfälle des Flusses Norðurá. Zum Wasserfall kommt man nur zu Fuss. Man parkiert beim dortigen Golfplatz und hat dann noch ca fünf Minuten zu gehen. Glanni ist nicht mit den ganz grossen wie dem Dettifoss, dem Goðafoss oder dem Skógafoss zu vergleichen. Trotzdem ist er mit 8 Metern Fallhöhe ein sehenswertes Naturschauspiel.

Weitere fünf Minuten weiter durch die Büsche findet man etwas südlich vom Glanni den Teich Paradísarlaut. Ein kleines, ruhiges „Paradies“, versteckt in den Büschen. Den Teich mit dem glasklaren Wasser habe ich vor drei Jahren entdeckt, als ich vom Glanni einfach dem Weg entlang weiter durch die mannshohen Büsche streifte, bis der Weg endete. Erst später stellte ich fest, dass der Teich auch bei Google Maps zu finden ist.

Als ich vom Parkplatz losfuhr, setzte der Regen wieder ein. Und je weiter ich nach Südwesten fuhr, desto heftiger wurde der Regen. Also entschied ich mich für ein Indoor-Nachmittagsprogramm und besuchte das Settlement Center in Borgarnes. Dort wird einem in einer Ausstellung mit Audioguide die Besiedelung Islands erklärt. Und in einer zweiten Ausstellung erfährt man die Geschichte eines dieser Siedler.
Es gibt zwei alte Bücher, die diesen beiden Ausstellungen zu Grunde liegen: das Isländerbuch und das Landnahmebuch. Beide wurden im 13. Jahrhundert, also mehrere hundert Jahre nach den eigentlichen Ereignissen  geschrieben. Trotzdem sind sie die einzigen einigermassen verlässlichen Quellen für das ganz frühe Island und gelten als die wertvollsten Nationalschätze. Kein anderes Land hat aus dieser Zeit so detaillierte Beschreibungen.

Die ersten Bilder von heute sind bereit online in der Galerie hochladen werde.

Paradísarlaut

Stay tuned.

2 Gedanken zu “Island 2021: Vom Regen ins Paradies

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