Island Sommer 2021: Vestmannaeyjar

Island_flag

Heute habe ich den diesjährigen Roadtrip in Island gestartet.

Von Reykjavík bin ich Richtung Osten losgefahren und nach guten 2 Stunden Fahrt an meinem ersten (Vor-) Ziel angekommen: dem Fährhafen Landeyjahöfn. Dort habe ich die Fähre zu den Vestmannaeyjar genommen, genauer gesagt nach Heimaey, der grössten und einzigen permanent bewohnten Insel der Westmännerinseln. Hier bleibe ich heute Nacht.

Die Vestmannaeyjar bestehen aus ca 30 Inseln, welche vor der Südküste Islands liegen. Dazu gehört als südlichste Insel auch Surtsey, welche bei einem Vulkanausbruch ab 1963 entstand. Zwar unbewohnt, aber Surtsey ist offiziell der südlichste Punkt Islands.

Auf Heimaey brach in Nacht vom 23. Januar 1973 der Vulkan Eldfell völlig überraschend aus und veränderte das Aussehen der Insel massiv. Die halbe Stadt wurde von meterdicken Ascheschichten bedeckt, und mehrere Tausend Anwohner musste evakuiert werden. Doch es gelang nach Wochen, die ausfliessende Lava mit Seewasser so zu kühlen, dass der lebenswichtige Hafen nicht verschüttet wurde. Und mit dem Ausgraben der Häuser begann man schon in den ersten Tagen des Ausbruchs, der bis Mai 1973 dauerte. Ein Teil der Stadt liegt aber heute noch unter der Asche begraben. Zum Teil ist die Ascheschicht 16 Meter hoch, und dort wo früher freie Sicht aus Meer war, steht heute der über 200 Meter hohe Vulkan, der beim Ausbruch entstand.

Ich war letztes Jahr schon einmal hier. Damals aber bloss für einen halben Tag und ohne Auto. Da war mein Aktionsradius etwas eingeschränkt. Ich beschränkte mich deshalb, vor allem das Lavafeld des Eldfell zu besuchen.

Dieses liess ich heute aus und fuhr zuerst einmal an die Südspitze der Insel zum Leuchtturm Stórhöfði. Es war natürlich auch etwas windig, aber das bin ich mir von Island eigentlich gewohnt. Später habe ich dann gelesen, dass dort der windigste Ort Europas sein soll. Also ich fand’s eigentlich normal, und die Schafe und die Vögel, die ich dort sah, schienen sich nicht am Wind zu stören…

Bei der Rückfahrt fand ich einen Parkplatz mit ein paar Mietwagen. Das ist immer ein Zeichen für einen Aussichtspunkt oder eine Sehenswürdigkeit. Also beschloss ich anzuhalten.
Es stellte sich heraus, dass man von dort nicht nur eine sehr schöne Aussicht auf das Meer und die benachbarten Inseln hatte, sondern auch Papageientaucher (engl Puffin) und andere Vögel beobachten konnte, die in den Klippen nisteten.
Puffins sind in Island weit verbreitet und wegen ihres besonderen Aussehens beliebte Fotosujets. Der Puffin ist schon fast so etwas wie das isländische Nationaltier. Er wird sowohl geschützt (in Naturschutzgebieten) wie auch gegessen. Es gibt unzählige Anbieter von Puffintouren und die Vogelfelsen, in denen die Papageientaucher nisten, sind beliebte Touristenziele.
Die Vestmannaeyjar sind für ihre Puffinkolonien bekannt. Die Tiere können natürlich vor allem auf den unbewohnten Inseln in Ruhe nisten.

Ich erhielt einen Tipp von einem deutschen Fotografen, von wo aus man die Puffins ganz aus der Nähe in den Klippen beobachten konnte. Dabei muss man vorsichtig sein, denn es gibt dort keine Absperrung und die Klippen fallen steil in die tosende Brandung ab. Ein Absturz wäre tödlich. Aber solange man ein paar Schritte von Rand wegbleibt, besteht keine Gefahr.
Während ich dort versuchte, die Vögel möglichst nah vor die Linse zu kriegen, trafen ein paar Einheimische ein, die mehrere Umzugsschachteln (die waren tatsächlich so in Deutsch und Französisch angeschrieben) mitbrachten. Darin befanden sich Vögel, die dann auf den Klippen freigelassen wurden. Ich weiss nicht, welche Vogelrasse das war, aber es waren keine Puffins. Offenbar werden die Vögler jeweils am Morgen eingefangen und untersucht und beringt, und dann am Nachmittag wieder freigelassen. Dieses Mal waren es 17 Vögel, die nacheinander von Kindern und Jugendlichen freigelassen wurden. Bilder von dieser Aktion gibt’s in der Galerie vom heutigen Tag.

Den Rest des Nachmittags schaute ich mich noch ein bisschen auf der Insel um. Besonders fand ich den grossen Golfplatz. Ich wunderte mich, wie man bei diesen Windböen, die hier durchaus üblich sind, Golf spielen kann. Aber der Parkplatz beim Golfplatz war gegen 15:30 voll.

Morgen geht’s dann zurück an die isländische Südküste, wo ich meine Fahrt nach Osten fortsetzen werde.

Natürlich habe ich auch vom heutigen Tag Bilder in die Bildergalerie hochgeladen. Und ein paar weitere von gestern.

Stay tuned.

Puffins
Puffins

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