Island Sommer 2021: Weiter durch die Ostfjorde nach Norden

Island_flag

Meine heutige Weiterfahrt durch die Ostfjorde von Djúpivogur nach Neskaupstaður verlief in Vergleich zu gestern absolut ereignislos und könnte schon fast als langweilig bezeichnet werden, wenn da nicht immer wieder die faszinierende Landschaft wäre.
Das Wetter hielt sich weiterhin stabil bewölkt. Wie schon gestern hingen die Wolken wie Kletten an den Berggipfeln, während die Bewölkung zum Meer hinaus etwas auflockerte. Immerhin gab es keinen Regen. Der war anständigerweise schon in der Nacht niedergegangen, als alle schliefen.
Auch die Temperaturen blieben um die 13 Grad stabil und es hatte nur wenig Wind. Eigentlich schade, denn etwas stärkerer Wind hätte wohl die Wolken vertrieben.
Das Wetter änderte sich schlagartig, als ich aus dem Tunnel fuhr, der in das Tal führte, in dem Neskaupstaður liegt. Plötzlich drang die Sonne durch die Wolken und man sah blauen Himmel. Mein Spruch wurde wieder einmal bestätigt: „Wenn Dir in Island das Wetter nicht gefällt, fahr einfach weiter. Es wird sich ändern.
Offenbar wird das Wetter desto besser, je weiter ich nach Norden fahre. Das wäre schön, wenn das so bleiben würde, wenn ich am Mittwoch dann von Egilsstaðir weiter in den äussersten Nordosten der Insel fahren werde.

Da die heutige Strecke mit ca 160km und 2 Stunden Fahrt ziemlich kurz ausfiel, frühstückte ich spät und gemütlich und machte mich um ca 10:00 auf den Weg. Ich legte verschiedene Zwischenstopps ein; unter anderem beim Nykurhylsfoss, ca eine halbe Stunde nach Djúpivogur.
Diesen Wasserfall kannte ich schon, da ich ihn 2018 zufällig entdeckt hatte. Um zum Wasserfall respektive Aussichtpunkt zu kommen, muss man von der Hauptstrasse weg über eine breite Schotterstrasse auf eine Anhöhe hoch fahren. Im Gegensatz zum letzten Mal, war heute dort oben ziemlich wenig los , obwohl inzwischen zwei Minuten vom Wasserfall weg ein grosser Parkplatz gebaut worden war.
Dieser nützt allerdings nichts, wenn dann Reisebusse hochfahren und stattdessen lieber auf der engen Schotterstrasse direkt beim Wasserfall parkieren, damit ihre lieben Touristengruppen auf gar keinen Fall zwei Schritte zu viel machen müssen.
Und die folgenden SUVs taten es dem Busfahrer nach und parkierten auch gleich auf der Strasse. Die Fahrzeuge, die den Berg hoch kamen und zum Parkplatz wollten, konnten selber sehen, wie sie da noch durchkamen.
Dazu passt ein Zitat des isländischen Schriftstellers Þórbergur Þórðarson (1888–1974), das ich gestern in der Ausstellung gelesen hatte: „Dummheit ist wie die Ewigkeit. Sie wird weder durch Raum noch durch Zeit begrenzt.
Auf dem Parkplatz beim Wasserfall habe ich zudem noch Landsleute getroffen, die mit ihrem eigenen SUV nach Island gekommen sind, und das Land wie ich seit einige Jahren regelmässig besuchen. Da habe ich noch ein paar gute Tipps erhalten. Cool. 🙂

Die Weiterfahrt verlief wie angetönt abgesehen von ein paar Fotostopps ereignislos. Hier in Neskaupstaður stieg ich zuerst auf dem Reiterhof Skorrahestar ab, wo ich heute übernachten werde. Die Bäuerin führte mich herum und gab mir auch ein paar Tipps, was ich mir in der Gegend ansehen sollte.
Die Bauersleute von Skorrahestar Icelandic Horse Rental and Accommodation haben vor ein paar Jahren umgesattelt, als sie ihre Milchkühe verkauften und das Gebäude mit dem Stall zu einem Gästehaus umbauten. Heute bieten sie mit rund 30 Islandpferden Reiterferien an und züchten dazu noch Schafe. Islandpferde sind übrigens keine Ponies, sondern Pferde. In der isländischen Sprache gibt es kein Wort für „Pony“, nur für „Pferd“ nämlich „hestur„.
Am Abend lernte ich auch noch den Bauern kenne, und es stellte sich heraus, dass er ziemlich gut Deutsch sprach.

Nach dem Zimmerbezug fuhr ich ins Städtchen und folgte dort einem Pfad auf den Klippen, der zu einem Aussichtpunkt am Ausgang des Fjords führte. Dank der Sonne war es ziemlich warm. Auf meine Windjacke konnte ich verzichten.
Das Wetter war nun so angenehm, dass ich danach im Städtchen Neskaupstaður auf der Terrasse eines kleinen Restaurants direkt am Meer zu Abend essen konnte und mir dabei die Abendsonne direkt ins Gesicht schien.
Übrigens: Was ist der Nachteil, wenn in einem kleinen Städtchen nur ein Restaurant geöffnet hat? Die stadtbekannten Säufer sind auch dort! Und werden im Verlauf des Abends immer lauter…

Auch wenn heute nur wenige Bilder entstanden, habe ich die ersten vier nun bearbeitet und in die Bildergalerie hochgeladen. Als Beitragsbild habe ich heute allerdings einen Schnappschuss genommen, den ich vor drei Tagen auf Vestmannaeyjar gemacht hatte.

Stay tuned.

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