Island Sommer 2021: Ausflug zum Stuðlagil Canyon

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Leider hat sich das Wetter wieder der eher dunkleren Seite zugewandt: In der Nacht hat’s offenbar geregnet (was ich aber nur dank der Spuren auf meinem Auto erfuhr), und heute war den ganzen Tag durch stark bewölkt, aber relativ warn und ziemlich windstill.

Heute machte ich mich zum Stuðlagil Canyon auf. Dazu fuhr ich erst ein knappe Stunde, um dann, wie sich vor Ort herausstellte, noch einen weitere Stunde zu gehen, bis ich beim Canyon angekommen war.

Als ich beim Parkplatz für den Stuðlagil Canyon angekommen war, nahm ich an, dass man ab da zu Fuss weitergehen musste. Immerhin war der Parkplatz so gross, dass es sogar einen Bereich für Wohnmobile gab, sowie eine Toilette und einen Picknickbereich hatte.
Also nahm ich meine Kamera und ging los. Ohne zu wissen, wie weit es überhaupt bis zum Canyon war. Da aber ganze Familien mit kleinen Kindern den selben Weg gingen, konnte es nicht allzu weit sein.
Schon nach kurzer Zeit wurde ich immer wieder von Autos überholt, die frech nach hinten fuhren. Zuerst ärgerte ich mich über diesen faulen Hunde, die am liebsten überall bis vor die Türe fahren möchten. Aber nach ca 2 Kilometern  Fussmarsch sah ich in der Ferne einen zweiten Parkplatz.
Nachdem ich so weit schon gegangen war, wollte ich nicht umkehren und mein Auto holen. Das hätte zu lange gedauert. Also ging ich weiter und nach ca einem weiteren Kilometer erreichte ich den zweiten Parkplatz.
Und stellte fest, dass der Weg dahinter noch weiterging. Vom Canyon war hier noch überhaupt nichts zu sehen.

Nach weiteren 20 Minuten erreichte ich dann den Canyon zusammen. Ich war praktisch eine Stunde zu Fuss unterwegs gewesen. Hätte ich den zweiten Parkplatz gekannt, wären es bloss 20 Minuten gewesen. Aber was soll’s. Die Bewegung hat mir gut getan. Blöd war lediglich, dass es kaum Wind hatte, und es dadurch viele kleine Fliegen in der Luft hatte, die einen ständig in die Nase, den Mund und die Augen flogen. Der ganze Weg war aber ansonsten relativ flach und konnte ohne grössere Anstrengung bewältigt werden.

Der Stuðlagil Canyon ist die grösste Ansammlung an Basaltsäulen in Island. Über eine Länge von mehreren hundert Meter säumen 20 bis 30 Meter hohe Basaltsäulen den Fluss Jökulsá á Brú. Dieser war früher ein reissender Gletscherfluss, der jeweils sehr viel Schmelzwasser zu Tale förderte. Die Basaltsäulen im Stuðlagil Canyon (Stuðlagil bedeutet Basaltsäulen) resp der Canyon selbst wurde erst so richtig sichtbar, als flussaufwärts ein Stausee mit dem Kraftwerk Kárahnjúkavirkjun gebaut wurde und damit der Fluss beruhigt und die Wassermenge im Fluss reduziert wurde. Das Kraftwerk leistet pro Jahr 4800 GWh, was es zu einem der grössten Wasserkraftwerke Europas macht. Der Stausee hat eine Fläche von 57 km² und der Hauptstaudamm ist 700 m lang und 198 m hoch.
Einmal im Wasser, zur Schneeschmelze, werden die Schleusen am Staudamm geöffnet. Dann führte de Fluss wieder sehr viel Wasser, und dieses ist dann nicht mehr so schön Gletscherblau, sondern wegen der vielen Sedimente dreckig braun.

Der Stuðlagil Canyon ist, wie viele Sehenswürdigkeiten in Island, weitgehend ungesichert. Man kann, auf eigenes Risiko, praktisch überall hin klettern und auch bis ganz hinunter in den Canyon ans Wasser. Nach dem was ich heute diesbezüglich gesehen habe, wundert es mich, dass ich nicht Zeuge eines Unfalls wurde. Und wenn eine italienische Grossfamilie geschlossen aufschreit, weil ihr unbeaufsichtigtes Kleinkind nur im letzten Moment gestoppt werden kann, bevor es über die Klippen rennt, dann haben die auch die eigentliche Gefahr nicht erkannt.

Selbstverständlich dauerte der Rückmarsch zum Parkplatz wieder eine Stunde und ich war unterwegs hauptsächlich damit beschäftigt, unabsichtlich verschluckte Fliegen wieder auszuspucken.

Auf der Rückfahrt vom Stuðlagil Canyon nach Egilsstaðir machte ich bei den Vök Bädern Halt. Hier liess ich mich im warmen Wasser einweichen und entspannte eine Weile.
Auf dem Parkplatz traf ich auf drei Unterwalliser, die mit einem Pinzgauer (und einem Jeep) sechs Wochen durch Island getourt und nun auf dem Weg nach Seyðisfjörður waren, wo am Donnerstag die Fähre nach Dänemark fuhr.
Die Vök Bäder sind relativ neu. Sie wurden erst 2019 eröffnet und der Eintritt kostet um die CHF 40.–.
Das Besondere daran ist, dass zwei der drei Becken mit warmen Wasser im See Urriðavatn schwimmen. Man kann auf eigenes Risiko auch im See schwimmen gehen. Aber der hatte heute Nachmittag ungefähr 15 Grad. Das liess ich also bleiben. Ein kurzer Test mit der Hand im Seewasser reichte mir völlig, um mich dagegen zu enscheiden.
Die Bäder haben bis zu 1’000 Besucher pro Tag, aber wegen COVID-19 mussten die Besucherzahlen limitiert werden. Als ich heute dort war, hatte ich das Gefühl, dass gleichzeitig kaum 100 Besucher dort waren.
Am dritten Becken, welches an das Gebäude mit Garderoben und Restaurant gebaut ist, gibt es zudem eine Bar. Da kann man sich also gemütlich im heissen Wasser ein Bierchen gönnen.

Ich bin mir noch nicht sicher, aber eigentlich habe ich vor, morgen noch einmal dorthin zu gehen.

Die ersten Bilder des Canyons wie immer in der Bildergalerie hochgeladen.

Stay tuned.

Stuðlagil Canyon
Stuðlagil Canyon

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