Heute bin ich für ein paar Tage nach Helsinki geflogen.
Ich habe die Auffahrt (Christi Himmelfahrt) für ein verlängertes Wochenende genutzt und bin der regnerischen Schweiz bis kommenden Sonntag entflohen.
Hier herrscht strahlender Sonnenschein bei ca 16 Grad Celsius, und gemäss Wetterbericht soll es das ganze Wochenende so bleiben.
Das bisschen Wind, das hier weht, macht mir nichts aus. Auch wenn die Ladung in Helsinki heute Nachmittag etwas holperig war…
Ich mag Wind.
Morgen beginne ich mit dem Erkunden der Stadt.
Das erste und bisher letzte Mal war ich vor 21 Jahren hier, auf der Diplomreise der Militärakademie. Wahrscheinlich hat sich einiges verändert. Bloss erinnere ich mich an kaum etwas vom letzten Mal. Es ist also so, als sei ich das erste Mal hier, und so sehe ich mir auch die Stadt an.
Nachdem ich es in einem meiner ersten Posts zu meiner Islandreise schon erwähnt hatte, hier nun die vollständige Information über die aus meinem Gepäck entfernten Akkus und Batterien.
Weil ich nicht sicher war, wie meine Reise ablaufen würde, habe ich aus Sicherheit reichlich Ersatzakkus für meine Kameras, mehrere Powerbanks zum Aufladen des Smartphone sowie einige Packungen wiederaufladbare Batterien eingepackt, selbstverständlich samt der zugehörigen Ladegeräte (insgesamt 6 verschiedene).
Das alles packte ich zusammen mit Kameras, Objektiven, einem Stativ, Reinigungsmaterial und vielen Ladekabeln in einen separaten Koffer, der entsprechend ausgepolstert war.
Als ich dann den Koffer nach meiner Ankunft im Hotel in Reykjavík öffnete, fand ich darin ein Formular des Flughafens Zürich, auf dem man mir mitteilte, dass aus Sicherheitsgründen insgesamt 18 Akkus, Batterien und Powerbanks aus meinem Koffer entfernt worden waren. Die Akkus und Batterien, die in Geräten (zb Kamera oder Fernauslöser) eingesetzt waren, wurden nicht entfernt.
Dabei berief man sich auf Vorschriften der IATA und des BAZL.
Zum Glück hatte ich noch zwei Powerbanks und mehrere Ersatzakkus für meine Hauptkamera (die ich ohnehin nie in einen Koffer packe) im meinem Handgepäck. Und auch die Stromversorgung verlief auf der ganzen Reise unproblematisch, so dass ich die Akkus und das Smartphone jeden Abend aufladen konnte.
Ein einziges Mal passierte es, dass ich wegen einem leeren Akku nicht mehr weiter fotografieren konnte. Allerdings hatte ich von dem Sujet schon so viele Aufnahmen gemacht, dass ich es verschmerzen konnte. 😉
Trotzdem war es ärgerlich. Besonders, da ich davon nichts wusste, denn die Situation hätte vermieden werden können, wenn ich alle Akkus ins Handgepäck gepackt hätte.
Die Akkus, Batterie und Powerbanks habe ich inzwischen wieder zurückerhalten. Das heisst, ich musste sie am Flughafen Zürich in der Gepäckaufbewahrung gegen eine Gebühr von Fr. 30.– abholen. Dafür hat man einen Monat Zeit. Danach werden die entnommenen Gegenstände vernichtet.
Allerdings geht auch das nicht nur einfach so. Man muss 48 Stunden im Voraus einen Termin vereinbaren, und dann mit dem Abholzettel, der ebenfalls im Koffer war, an den Flughafen gehen, und die Ware abholen.
In dem Zusammenhang hatte ich zweifach Glück:
Ich bin an den Flughafen zurückgekommen, an dem die Gegenstände aus meinem Gepäck entfernt wurden. Wenn die Gegenstände an einem anderen Flughafen entfernt worden wären, hätte ich sie wohl nicht mehr zurückerhalten. Bei einem geschätzten Warenwert von mehreren hundert Franken keine Lappalie.
Und ich wohne weniger als eine Viertelstunden Fahrtzeit vom Flughafen entfernt. Mein Aufwand hielt sich also in Grenzen.
Ich weiss nicht, ob ich der Einzige bin, der davon (noch) nichts wusste, oder ob davon viele andere auch betroffen sind. Aber vielleicht fliege ich einfach nicht oft genug, um über diese Bestimmungen auf dem Laufenden zu sein.
Ich denke, auch „Nichtfotografen“ sollten darüber informiert sein, denn es gibt ja noch viel mehr elektronische Geräte, die von Akkus oder Batterien betrieben werden; von den Powerbanks, die heute fast jeder hat, ganz zu schweigen.
Ich habe mich deshalb schlau gemacht, die entsprechende Tabelle der IATA Vorschriften heruntergeladen und die entsprechende Stelle herausgesucht –>
Die Reise hat ausgezeichnet geklappt. Keine Pannen, keine Schwierigkeiten.
Alles lief so, wie es vom Reisebüro Erlingsson Naturreisen geplant und organisiert worden ist.
Nachdem ich gestern nach dem Auspacken noch alle Bilder gesichert habe, habe ich heute noch einige davon bearbeitet. Das werde ich nun schrittweise Reisetag um Reisetag tun, und die neuen Bilder jeweils hochladen.
Nach zwei Tagen in Reykjavík und acht Tagen unterwegs mit dem Mietwagen im Südwesten Islands sind meine Ferien nun vorbei und ich fliege morgen früh in die Schweiz zurück.
Insgesamt habe ich 1585 km zurückgelegt und in sechs verschiedenen Hotels übernachtet:
Allerdings war das Wetter so garstig, dass ich unterwegs kaum Zwischenhalte eingelegt habe.
Schon als ich in Grundafjörður aufgestanden bin, regnete und stürmte es.
Daher beschloss ich, erst noch in Grundafjörður gemütlich und ausgiebig zu frühstücken, um dann erst einmal Richtung Bjarnarhöfn zu fahren.
Auf diesem etwas abgelegenen Hof gibt es ein Museum zum Fang von Haifischen. Dort wird auch das Fleisch von Grönlandhaien verarbeitet.
Der Grönlandhai (Somniosus microcephalus), oder auch Eishai, wird durchschnittlich 4 – 5 Meter lang und zwischen 1 – 2 Tonnen schwer. Die Tiere wachsen langsam und werden sehr alt. Man nimmt an, das einzelne Haie über hundert Jahre werden können.
Weil die Grönlandhaie in einer sehr kalten Umgebung leben, haben sie ein besonderes System, um sich gegen die Kälte zu schützen: Anstatt Harnstoffe durch Urin auszuscheiden, werden diese im Körper verteilt; quasi als natürliches Forstschutzmittel. Das macht das Fleisch der Haie unbehandelt für den Menschen so ungeniessbar, dass man daran sterben kann.
Der Fang von Haifischen ist in Island zwar legal. Allerdings wird der Haifischfang seit über 60 Jahren nicht mehr betrieben, weil er ziemlich teuer ist, und sich daher nicht mehr lohnt. Die Leute inBjarnarhöfn kaufen deshalb den Fischern in Reykjavik sogenannten Beifang ab. Das sind Haie, die in den Schleppnetzen der grossen Fischkutter landen, aber für die Fischer keinen Wert darstellen.
Auf Bjarnarhöfn werden die Haie dann zerlegt und das Fleisch in Stücke zerteilt. Dieses Fleisch wird danach so gelagert, dass es fermentiert. So werden die Harnstoffe in Ammoniak umgewandelt. Anschliessend wird das Fleisch im „Trockenhaus“ mehrere Monate luftgetrocknet, damit der Ammoniak sich verflüchtigt. Erst dann ist das Fleisch geniessbar.
Im Museum wird eine Degustation angeboten. Ich habe davon probiert. Das Fleisch riecht nicht nach Fisch, sondern eher leicht nach Ammoniak. Allerdings ist die Konsistenz des Fleisches sehr gewöhnungsbedürftig. Es ist irgendwie wie Gummi. Nach einem Stückchen hatte ich genug…
Da das Wetter hier bei meiner Ankunft viel besser war als unterwegs, habe ich mich noch ein bisschen in dem Städtchen umgesehen.
Morgen geht es dann zurück Richtung Süden, an den Flughafen Keflavík. Dort werde ich meine letzte Nacht in Island im Airport Hotel Aurora Star verbringen, bevor ich dann am Montag um 07:20 nach Zürich zurückfliege.
Summary Today I had only a short drive from Grundafjörður to Stykkishólmur. But since the weather was really awful with rain and wind, when I got up this morning, I decided to take it easy and to have a good and long breakfast first.
Then I headed for Bjarnarhöfn to visit the shark museum. There they also process the meat of the Greenland shark.
The ride from Bjarnarhöfn to Stykkishólmur took me only about twenty minutes. So I check in at the Hotel Fransiskus pretty early and had enough time to explore this nice little city.
Ein Teil der Halbinsel ist ein Nationalpark mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten.
Im Zentrum der Halbinsel liegt der Snæfellsjökull, ein sehr alter Vulkan, der über 1400 Meter hoch ist und an dessen Flanken überall grosse Lavafelder zu sehen sind. Man schätzt, dass er in den letzten 10’000 Jahren 30 bis 40 mal ausgebrochen ist, das letzte Mal vor ca. 1800 Jahren.
Meinen ersten Halt auf meiner Fahrt entlang der Küste, rund um den Snæfellsjökull herum, machte ich am Strand von Ytri-Tonga. Dort lebt eine grössere Robbenkolonie, und selbst wenn der Sommer nun vorbei ist, und sich die Sonne heute kaum zeigte, konnte man die Tiere beobachten, wie sie sich an Land räkelten. 😉
Danach ging es weiter nach Arnarstapi, einem kleinen Fischerdorf.
Hier soll man Vögel beobachten (und allenfalls fotografieren) können. Bloss waren da ausser zwei oder drei Möven keine Vögel zu sehen.
Ob das an der Jahreszeit gelegen hat oder dem nicht gerade freundlichen Wetter, weiss ich nicht. Trotzdem konnte man vom Dorf aus den Snæfellsjökull gut sehn, und vor allem auch die grossen Felder erstarrter Lava an den Flanken des Vulkans und rum um das Dorf herum.
Das gleiche Bild bot sich dann auch ein paar Kilometer weiter bei den Lóndrangar, zwei markanten Basaltfelsen: keine Vögel, aber faszinierende Lavagebilde überall.
In der Folge fuhr ich durch mehrere kleinere Fischerdörfer. Es ist faszinierend, zu erleben, wie man hier stundenlang durch Einöden fahren kann, und man sich dann plötzlich hinter der nächsten Kurve in der Zivilisation wiederfindet. 😉
Bei einem dieser Dörfer stiess ich auf einen kleineren Wasserfall, den Svöðufoss, der etwas abgelegen von der Strasse liegt und so vermutlich kaum beachtet wird. Ich beschloss, auch hier kurz anzuhalten und nachzuschauen, ob es sich dabei um ein lohnendes Fotosujet handelt.
Nachdem ich den Wasserfall im Kasten hatte, sah ich in weiter Ferne eine kleine Kirche einsam auf einem Hügel stehen. Es versteht sich von selbst, dass ich auch diese Szene festhielt.
Später Nachforschungen ergaben, dass es sich dabei um die Ingjaldshólskirkja auf Ingjaldshóll handelte, die älteste Steinkirche Islands.
Danach war es nur noch eine knappe halbe Stunde Fahrt bis nach Grundafjörður, wo ich heute im Hotel Framnes übernachte.
Morgen fahre ich noch weiter nach Stykkishólmur, wo meine Reise dann endet, und ich am Tag darauf zurück zum Flughafen Keflavík fahren muss, um am Montag früh nach Hause zu fliegen.
Natürlich gibt es auch vom heutigen Tag auch eine Galerie mit den Bilder, die ich heute Abend noch bearbeiten konnte.
On my way to Grundafjörður, where I stay tonight in the Hotel Framnes, I stopped several times to get some pics:
at Ytri-Tunga beach to observe a seal colony
at Arnarstapi and at Lóndrangar to observe birds – unfortunately there have been no birds… 😉
at Svöðufoss, another waterfall
Tomorrow I will do the last part of my journey when I will be heading for Stykkishólmur.
From there I will have to drive back to the Keflavík International Airport the next day, since my holidays will come to an end and I have to fly back home on monday.
By the way: There is a gallery with all the pictures I took today (at least those I could edit tonight…).
Robben am Strand von Ytri-TungaOn the road in Island
Nun ging es definitiv nordwärts.
Zuerst wieder durch den Nationalpark Þingvellir hindurch bis auf Sichtweite von Reykjavík und dann scharf rechts der Küste entlang nach Norden. Unterwegs bin ich dann durch den 5770 m langen Strassentunnel Hvalfjarðargöng, der unter dem Fjord Hvalfjörður hindurchführt, und so den Weg um gut 50km abkürzt, gefahren.
Mein erstes Ziel heute war Reykholt (Borgarbyggð), wo der Sage nach einer der bedeutendsten Politiker und Dichter (Skalde) Islands im frühen Mittelalter, Snorri Sturluson gelebt haben soll.
Der kleine Ort hat ein sogenanntes Sagazentrum, in dem die Geschischte von Snorri Sturluson dargestellt wird.
Interessant ist aber auch, wie dort in der Gegend überall gut sichtbar Dampfwolken aufsteigen. Das heisse Wasser sprudelt überall einfach so aus dem Boen und wird von den Isländern nicht nur zum Baden genutzt, sondern auch in Form von Fernwärme zum Heizen. Diese Energiequelle ist so ergiebig, dass damit ganze Ortschaften geheizt und auch grosse Treibhäuser betrieben werden können.
Von Reykholt war es dann nur noch eine kurze Fahrt zu den nächsten Wasserfällen, dem Hraunfossar und dem Barnafoss. Die beiden liegen praktischerweise gleich nebeneinander, keine zwei Minuten zu Fuss entlang des Ufer des Flusses Hvítá.
Eigentlich ja nichts Besonderes.
Aber es handelt sich um zwei völlig verschiedene Wasserfälle:
Während der Barnafoss (Wasserfall der Kinder) durch ein Engnis im Flusslauf des Hvítá mit realtiv wenig Gefälle eher an eine steile Stromschnelle erinnert, kommt der Hraunfossar seitlich in den Fluss, wie aus dem Nichts.
Er wird Lavawasserfall genannt, weil das Wasser sich unter dem Lavafeld Hallmundarhraun sammelt und sich über eine Breite von ca einen Kilometer in die Hvítá ergiesst. Eigentlich ist es kein einzelner Wasserfall, sondern eine Sammlung vieler Grundwasserquellen. Hraunfossar bietet dem Betrachter einen faszinierenden Anblick: Das Wasser fliesst in grossen Mengen aus dem Boden in die Hvítá.
Heute bleibe ich im Ensku húsin (Englisches Haus) und morgen fahre ich weiter Richtung Norden bis Grundafjörður, wo ich im Hotel Framnes übernachten werde.
Unterwegs werde ich durch den Nationalpark Snæfellsjökull fahren, und hoffe natürlich auf einigermassen gutes Wetter, damit ich entsprechende Bilder mitnehmen kann.
Summary Today I drove further to the north of Iceland. I crossed the national park of Þingvellir again until I was in the area of Reykjavík. After driving through the tunnel of Hvalfjarðargöng under the fjord of Hvalfjörður, I headed for Reykholt.
There I visited the Saga centre that documents the history of Snorri Sturluson, an important Icelandic poet and politician of the early middle age.
From Reykholt it was only a short drive to the two waterfalls Hraunfossar and Barnafoss at the Hvítá river.
Tonight I stay at the Ensku húsin (Enlish house) and tomorrow I will head for the Snæfellsjökull national park further north.