Svalbart 2024: Eine Reise in die Arktis

Flagge_NorwegenDie letzten 11 Tagen war ich in der Arktis unterwegs, also in der nördlichen Polarregion, die kalte und scheinbar unwirtliche Gegend rund um den Nordpol, nördlich des Polarkreises auf 66° 33′ 55″ Nord.

Ich war zehn Tage und neun Nächte auf einem sogenannten Expeditionsschiff und hatte weder Internet- noch Telefonverbindung. Wohl war das Schiff mit Starlink ausgerüstet und man hätte Datenguthaben kaufen können. Die Preise dafür waren aber so exorbitant hoch, dass ich gerne darauf verzichtet habe.

Nun bin ich in Oslo und habe wieder „Netz“. 😉
Ich bin gestern Abend nach einem dreistündigen Flug aus Longyearbyen auf Spitzbergen hier angekommen und bleibe noch drei Tage, bevor ich in die Schweiz zurückfliege.
Draussen regnet es im Moment und ich warte darauf, dass meine Kleider wieder trocken sind.
Also habe ich gerade Zeit, eine kurz Zusammenfassung dieser Reise zu schreiben. Das wird deshalb ein etwas längerer Beitrag.

Am Montag, 29.07.24 bin ich zusammen mit ca 140 anderen Schweizern nach Oslo geflogen und habe am Flughafen übernachtet.
Am nächsten Tag ging’s dann weiter via Tromsø nach Longyearbyen, dem Hauptort von Svalbart. Eigentlich ist es der einzige Ort auf der Inselgruppe. Die wenigen anderen Siedlungen sind alles Forschungsstationen, die von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt bewohnt werden.
In Longyearbyen sind wir am späten Nachmittag an Bord der M/S Hondius gegangen.
Das Schiff gehört der hollandischen Reederei Oceanwide Expeditions, die in der Arktis und der Antarktis solche Reisen anbietet.
Die ganze Reise wurde von Kontiki Reisen organisiert, und ich habe sie beim Reisebüro meines Vertrauens gebucht: travel worldwide in Zürich.

Am frühen Abend hatte das Schiff dann abgelegt.
Ich hatte eine Zweierkabine auf Deck 3 (von 7) gebucht, mit Bullauge direkt über der Wasserlinie. Die Kabine war sehr gut, obwohl ich nicht sicher bin, ob es mir zu zweit darin wohl gewesen wäre. Gross genug für mich alleine mit meinem Gepäck. Aber wohl ein bisschen eng, wenn man zu zweit (oder sogar zu viert) darin wohnt.
Man merkte auch, dass das Schiff erst 5 Jahre alt war. Keine Abnutzung und sehr funktional, aber gleichzeitig komfortabel gebaut.
Und gleich vorweg: Die Crew war absolut Spitze.
Das Expeditionteam, bestehend aus Leuten aus Holland, Frankreich, Dänemark, Deutschland, der Schweiz und sogar Neuseeland, das die Ausflüge begleitete und vorallem auch für die Sicherheit der Gäste verantwortlich war, die Hotel- und Restaurantcrew, wie die restliche Schiffbesatzung hauptsächlich aus den Philippinen, aber auch die ganze Besatzung des Schiffs waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.
Besonders das philippinische Servicepersonal war Spitze. Bereits am ersten Abend kannten die alle 145 Gäste mit Namen, obwohl kein fester Sitzplan bestand und die Leute jedes Mal woanders sassen. Von da an war ich für alle Stewardesses und Stewards einfach nur „Sir Tom“. 🙂
Selbstverständlich habe ich das empfohlende Trinkgeld von €10.– bis €15.– pro Tag (für das ganze Schiff) noch etwas aufgrundet. 😉
Abgesehen davon, dass man spürte, dass diese Leute sehr lange zusammen arbeiteten und lebten (das war ein grosses Team), war wohl mit ein Grund, dass sie vor uns eine 10-tägige Tour mit 160 Chinesen machten, von denen kaum einer Englisch sprach. Und chinesische Touristen gehören zu den wohl schwierigsten und unangenehmsten überhaupt. Das weiss ich aus eigener Erfahrung aus Island. Als ich davon hörte, taten mir die Philippinas und Philippinos richtig leid.
Auch das Essen war sehr gut: Frühstück und Mittagessen gab es Buffet warm und kalt, und zum Abendessen wurde ein Drei-Gang-Menü serviert. Bei jeder Mahlzeit hatte man die Wahl zwischen Fleisch, Fisch und Vegetarisch. Und alles war sehr gut zubereitet.
Ab dem Moment, an dem wir den Hafen von Longyearbyen verliessen, gab es kein Netz mehr. Wir hatten also 10 Tage Internet-freie Zeit. Ganz angenehm. 🙂

Was nun folgte, kann in Bezug auf das Wetter kaum mehr übertroffen werden. Und laut Crew auch in Bezug auf Tiersichtungen. Ich würde diese Reise ganz sicher nicht wiederholen, da es praktisch unmöglich ist, die gleichen Bedingungen zu haben. Hier kann man sagen, dass es nie besser sein wird.
Wir hatten während der ganzen Reise gutes Wetter. Die Temperaturen waren meistens über dem Gefrierpunkt und die Sonne schien. Manchmal waren da etwas Wolken und ein bisschen Wind, aber kaum Seegang (ich hatte meine präventiven Tabletten gegen Seekrankheit am dritten Tag abgesetzt).
Ganz wichtig war aber, dass es kaum Nebel hatte:
Wenn man wegen Nebel das Ufer nicht sieht, darf man nicht an Land gehen.
Das ist zu gefährlich, weil man so die Eisbären nicht rechtzeitig sehen würde. Der Eisbär ist eines der wenigen Tiere, die auch Menschen als Beute betrachten und ohne Not angreifen können. Deshalb darf man auch nicht anlanden, wenn ein Eisbär in der Nähe ist. Die Tiere können sehr gut schwimmen und überqueren einen Fjord unter Umständen in weniger als einer halben Stunde. (Das Einladen am Strand von über 120 Touristen in Schlauchboote à 10 Personen dauert definitiv länger…) Und an Land kann ein Eisbär auch ein Rentier einholen und töten. Diese Tiere sinf also sehr schnell, wenn es darauf ankommt; schneller als Mensch.
Und wenn es trotzdem zu einer Begnung kommt, muss das Tier getötet werden, wenn es näher als 30 Meter kommt und Erschrecken mit Leuchtpistolen nicht funktioniert.
Jeder unserer Guides (einer pro 10 Gäste) war deshalb auf den Ausflügen immer mit Funkgeräten, Leuchtpistolen und geladenen Jagdgewehren (Kaliber .308) ausgrüstet.
Zum Glück hatten wir keinen solchen Zwischenfall und die Eisbären, die wir gesehen haben, waren oft nur ein weisser Punkt am Horizont.

Wir sahen viele Tiere: Wale (Zwergwale, Buckelwale, Weisswale [Belugas] und sogar einen Blauwal, das grösste Tier, das je auf der Erde gelebt hat), jede Menge Walrosse und verschiedene andere Robben und noch mehr Vögel.
Oft waren die Tiere allerdings so weit entfernt, dass es sich mit meinen Brennweiten nicht lohnte, zu fotografieren. Dann blieb es halt bei einer Beobachtung, allenfalls mit dem Fernglas.
Eine Ausnahme war eine Walross-Kolonie, der wir uns an Land auf ca 50 Meter nähern konnten.

Es gab einige Höhepunkte auf dieser Reise, und praktisch täglich fanden zwei Anlandungen oder Schlaubootfahrten statt.
Das ist viel. Es gibt selten eine Reise, auf der man so oft das Schiff verlassen kann.
Der Weckruf kam in der Regel um 07:00 und Frühstück gab’s ab 07:30.
Der erste Ausflug startete um 08:30 und der letzte kam gegen 17:00 zum Schiff zurück (dazwischen kam man natürlich zum Mittagessen zurück auf’s Schiff).
Um 18:15 gab’s einen Tagesrückblick des Expeditionsleiters (und einen Ausblick auf die Route und das Programm des nächsten Tages) und um 19:00 wurde das Abendessen serviert.
Auch wenn man nicht zu spät ins Bett ging und so zu genügend Schlaf kam, war man am Ende des Tages müde, und anders als auf anderen Schiffreisen hatte ich schon um 11:00 respektive 16:00 wieder Hunger. Mein Plan, wie immer das Mittagessen auszulassen, wenn es ein opulentes Frühstücksbuffet gibt, hat nicht funktioniert. Die frische Luft, die kühle Seeluft und die körperliche Betätigung verbrauchten mehr Energie als gewohnt. 😉

Da es ausser in Longyearbyen keine Häfen auf Svalbart gibt, in denen das Schiff hätte anlegen können, liefen die Landgänge (und Schlauchbootausflüge) immer folgendermassen ab:
Wasserfeste Kleidung anziehen, darunter warme Kleidung sowie Mütze und Handschuhe, damit man während zwei Stunden im Schlauchboot nicht fror. Ohne wasserfeste Kleidung wurde man nicht auf ein Schlauchboot gelassen. An den Füsse trug man Gummistiefel, die man an Bord erhielt. Es wurde davon abgeraten, die eigenen Outdoorschuhe zu tragen. Spätetens wenn man am Ufer aus dem Schlauchboot sprang und bis zu den Unterschenkeln im Wasser stand, wusste man wieso. 😉
Dann musste man sich mit seiner Zimmerkarte an Bord abmelden und in ein schwankendes Schlauchboot, ein sogenanntes Zodiac steigen. Zodiac ist ein Markenname für besonders stabile Schlauboote mit einem starken Motor. Unser Boote fassten je 10 Passagiere und einen Fahrer und hatten einen 60PS Aussenbordmotor. Die M/S Hondius hat 16 Zodiacs an Bord.
Am Strand angekommen, musste man im seichten Wasser aus dem Boot springen.
Zurück lief es genau gleich, einfach in umgekehrter Reihenfolge. Die Guides und die Schiffbesatzung halfen den Passagieren, wo sie konnten. Und wenn nötig half man sich auch unter den Passagieren. Da konnte selbst der älteste Passagier mit 82 Jahren und einem bösen Knie bei jedem Landgang mit dabei sein.
Besonders aufpassen musste man auf die Sonne: Strahlender Sonnenschein ist in der Arktis auf dem Wasser und im Eis ist besonders stark. Da war täglich zwei Mal Sonnenschutzfaktor 50 oder mehr angesagt. Ich habe schon am dritten Tag gesagt: „Wir fahren in die Arktis und kommen braungebrannter nach Hause, als wenn wir in den Süden gefahren wären. Und das alles ohne Schwitzen…“. 😉
Und ohne Sonnenbrille konnte man nicht längere Zeit draussen sein, ohne seine Augen auszutrocknen und zu entzünden.
Nach der Rückkehr auf’s Schiff musste man sich mit der Zimmerkarte wieder anmelden, durch eine automatisches Schuhreinigungsmaschine gehen und am Schluss mit den Stiefeln in ein Desinfektionsbecken stehen. Danach konnte man zum Umziehen in die Kabine.

Ich habe auf dieser Reise sehr viele Eindrücke gesammelt. Zuviele, um jeden einzelnen zu beschreiben. Wir haben an Land unter anderem auch zwei verweste Eisbären sowie Walknochen gefunden und noch vieles mehr.
Eins möchte ich hier aber erwähnen. Leider ist es nicht positiv:
Fast überall, wo wir an Land gingen, haben wir Unmengen von Plastik gefunden, die angeschwemmt wurden. Das war, einfach ausgedrückt, eine riesige Sauerei.
Wenn man nun in Betracht zieht, das die nächste menschliche Siedlung, die solche Abfall produzieren kann, Tausende von Kilometern entfernt liegt, kann man sich vorstellen, wie es in unseren Meeren aussieht, wenn das Zeug sogar in der unbewohnten Arktis angespühlt wird.
Ein paar Beispiele, die wir gefunden und eingesammelt haben: Teile von Fischernetzen, BIC-Feuerzeuge mit russischem Aufdruck, ein Etikett in dänischer Sprache von einer Dose Snus, eine abgeschossene Schrotpatrone und massenhaft grössere und kleinere Plastikstücke sowie Stücke von Kunststoffschnüren, etc. Den sogenannten Mikroplastik haben wir natürlich nicht gesehen. Der war aber auch da.
Unsere Gruppe hatte in zehn Minuten mehrere Kilos von dem Unrat aufgesammelt.
Nun glaube ich, dass die Verschmutzung der Meere tatsächlich ein sehr grosses Problem ist und die meisten Tiere dort draussen mehr oder weniger Plastik fressen und zum Teil daran verenden.
Darüber lesen und durchaus auch glauben, dass das, was man liest, wahr ist, ist eine Sache. Aber einen Strand zu sehen, der von dem Müll übersäht ist (und den Müll dann auch selbst aufsammeln), ist völlig etwas anderes. Daran werde ich mich sicher noch lange erinnern.

Natürlich habe ich auf der Reise auch ein wenig fotografiert. 😉
Ich bringe fast 4’000 Rohbilder mit nach Hause, die in den folgenden Monaten sortiert, ausgewählt und bearbeitet werden wollen. Das braucht etwas Zeit und ich werde mich auf diesem Kanal wieder melden, wenn ich Bilder hochgeladen habe.
Ebenfall werde ich sicher einen Beitrag schreiben, sobald ich von Kontiki und Ocreanwide alle Briefings und Karten erhalten habe, und ich den Verlauf der Reise auf der Karte beschreiben kann.

Stay tuned

Turin 2024: On my way

Flagge_ItalienDies ist ein kurzer Bericht von unterwegs:
Ich bin gerade auf dem Weg nach Turin.
Ich sitze im EuroCity 387 von Zürich nach Mailand. Die Fahrt dauert ca 4 Stunden und 20 Minuten. Dies ist meine erste Fahrt durch den neuen Gotthardtunnel. 😉

Um 13:50 werde ich in Mailand ankommen und 25 Minuten später geht’s weiter nach Turin, wo ich um 16:11 ankommen werde, wenn es keine Verspätung gibt.

Ich bleibe 6 Tage in Turin, um diese Stadt ein bisschen kennenzulernen. Am 30. April geht’s dann wieder nach Hause.

Heute ist in Italien ein Feiertag: Der Tag der Befreiung Italiens vom Faschismus am 25. April 1945.
Davon werde ich aber wohl nicht viel mitkriegen, weil ich fast den ganzen Tag unterwegs bin. Aber in Turin werden wohl alle Geschäfte geschlossen sein.

Oslo 2023: Heyerdahl, Nansen, Amundsen & Co

Flagge_NorwegenHeute hat es hier tatsächlich nicht mehr gescheit. Von der in der Wettervorhersage erwähnten Sonne habe ich nichts gesehen. Dafür war die Wolkendecke zu dick. Und es wehte ein giftiger Wind. Dadurch fühlten sich die -8 Grad C and wie -16 Grad.
Kurz: Es war den ganzen Tag ziemlich dunkel, es lag viel Schnee und es herrschte eine klirrende Kälte.
Das richtige Wetter für einen Museumsbesuch, denn nach ca 30 Minuten Spaziergang ging man heute gerne wieder rein. 😉

Wie geplant fuhr ich deshalb mit dem Bus auf die Halbinsel Bygdøy. Die Fahrt vom Bahnhof bis zur Endhaltestelle dauerte etwas mehr als 20 Minuten.
Gleich bei der Endhaltestelle der Linie 30 stehen drei Museen nebeneinander: das Kontiki-Museum, das Frammuseum (Museum zur Erkundung des Polargebietes) und das Norwegische Seefahrtsmuseum. Die ersten beiden sind durch private Stiftungen geführte Museen, das dritte steht in Verbindung mit der Universität Oslo.

Das Kontiki-Museum ist vollständig der Forschung von Thor Heyerdahl gewidmet und erklärt detailliert, wie seine Expeditionen abliefen und weshalb er sie überhaupt unternahm.
Sehenswert sind dabei vor allem zwei seiner Schiffe: die aus Balsaholz gebauter Kon-Tiki, mit der Heyerdahl 1947 zusammen mit fünf Kameraden von Peru nach Polynesien fuhr, und die aus Riet gebaute Ra II, mit der Heyerdahl 1970 von Marokko nach Barbados fuhr.

Das Frammuseum dokumentiert die verschiedenen Expeditionen zum Nord- und Südpol. Fram ist der Name des von Fridtjof Nansen entworfenen und in Auftrag gegebenen Schiffs, das extra dafür gebaut wurde, im Packeis eingeschlossen werden und mit dem Eis zu driften. Das Museum wurde um die Fram herum gebaut. Später kam ein zweiter Bau dazu, in dem die Gjøa ausgestellt wurde, das Schiff, mit dem Roald Amundsen als Erster die sogenannte Nordwestpassage schaffte.
Dabei ging es in erster Linie um einen kurzen Weg vom Atlantik in den Pazifik.
Vor dem Bau des Panamakanals mussten alle Schiffe die sehr gefährliche Route um das Kap Hoorn an der Südspitze von Südamerika nehmen, wenn sie den kürzesten Weg von einem in den anderen Ozean nehmen wollten. Die andere Route um das Kap der Guten Hoffnung, durch den indischen Ozean und das chinesische Meer war viel länger und teurer. Besonders wenn das Ziel die Westküste des amerikanischen Kontinents war.

Das dritte Museum, das Norwegische Seefahrtsmuseum ist der Schifffahrt in Norwegen ganz allgemein gewidmet.
Etwas besonderes gibt es im Untergeschoss: dort ist eines der kleineren Wikingerboote aus der Gokstad Ausgrabung (9. Jahrhundert) als Leihgabe des Vikingerschiffsmuseum (welches noch bis 2026 geschlossen ist) ausgestellt, und ein Zimmermann baut das Boot vor Ort nach. Sehr weit ist er allerdings noch nicht gekommen. Als ich heute dort war, arbeitete er immer noch am Kiel.
Allerdings war Schiffsbau bei den Wikingern vor über 1’000 Jahren eine Gemeinschaftsarbeit und keine Einzelarbeit.

Morgen fliege ich nach Hause. Wenn alles gut geht, und es zu keinen Verspätungen kommt, werde ich kurz nach Mittag in Zürich landen.

Oslo 2023: Viel Schnee & Edvard Munch

Flagge_NorwegenUnd nun (es ist leider unvermeidlich): Nach meinem letzten Post im 2023 folgt der erste Post im Neuen Jahr 2024 . 😉

Am heutigen Neujahrstag ist in Oslo noch mehr Feiertag als gestern am Sylvester. Wirklich alle Geschäfte, die meisten Restaurants und auch fast alle Museen sind geschlossen. Man hat Mühe, ausserhalb des Bahnhofs ein offenes Restaurant zu finden.
Dazu kommt, dass es seit gestern Abend ununterbrochen schneit. In der Nacht sind in der City sicher 20 cm Schnee liegengeblieben. Der Wind, der in der Nacht ziemlich stark war, hat nun etwas an Stärke verloren, ist aber zusammen mit den Schneeflocken immer noch recht bissig. Temperaturmässig bewegen wir uns hier tagsüber zwischen -5 und -10 Grad Celsius.

Natürlich wusste ich von den Feiertagen hier und was sie bedeuteten. Ich habe vor meiner Reise mit visitolso.no Kontakt aufgenommen, und die haben mir je eine Liste mit den Öffnungszeiten der Restaurants und der Museen gemailt. So habe ich wohlweislich für gestern und heute zum Abendessen je eine Reservation in einem Restaurant gemacht.

Deshalb wusste ich auch, dass das grosse Munch-Museum eines der wenigen, wenn nicht das einzige Museum im Zentrum ist, das heute geöffnet hatte. Also hatte ich den Besuch bei Edvard Munch für heute eingeplant, während der Besuch der Halbinsel Bygdøy, auf der es mehrere Museen (die heute notabene geschlossen waren) gibt, für morgen geplant ist.

Edvard Munch (1863-1944) ist der wohl bekannteste Maler Norwegens. Er war schon zu Lebzeiten ein international anerkannter Kunstmaler, der überall auf der Welt Ausstellungen hatte, und mindestens im letzten Drittel seines Leben komfortabel von seiner Kunst leben konnte.
Sein wohl bekanntestes Werk ist der Skrik“ (der Schrei). Munch hat den Schrei auf Karton gezeichnet, gemalt und als Lithografie gedruckt. Es gibt vier Versionen dieses kleinen Bilds (plus die Lithografie), allesamt Originale von Munch.
Als ich davor stand (nicht lange, denn es herrschte ein ziemliches Gedränge vor dem Bild), war ich doch ein bisschen enttäuscht. Ich hatte mir das Bild grösser vorgestellt. Munch hatte schliesslich auch meterhohe Gemälde gemalt.
Ich habe mir sagen lassen, dass es den Besucher des Louvre mit der Mona Lisa ähnlich ergeht. Die sei auch kleiner als man sich das vorstellen würde.
Viel mehr als für die eigentlichen Gemälde, von denen mir einige besser und andere weniger gut gefielen, interessierte mich die Lebensgeschichte von Munch, die auch sehr ausführlich mit moderner Multimedia dargestellt war.

Mit dem Museum hatte auch die Cafeteria im Museum (und natürlich der Souvenir Shop) geöffnet. Das gab mir Gelegenheit, nach dem langen Museumsbesuch (Die Ausstellung umfasst 7 der 12 Stockwerke mit verschiedenen Ausstellungen und Installationen) in aller Ruhe ausserhalb des Bahnhofs einen Kaffee zu trinken. Draussen schneite es derweilen munter weiter und die Asiaten kauften im Souvenirshop so ziemlich jeden Ramsch, der angeboten wurde.

Der Rest des Nachmittags verbrachte ich dann wieder in einem ruhigen Restaurant mit dem vierten Roman von Yrsa Sigurðardóttir.
Dazwischen erhielt ich noch einen Anruf von dem Restaurant, in dem ich für heute Abend reserviert hatte. Man teilte mir mit (was ich längst wusste), dass die Küche um 19:00 schliessen würde und man meine Reservation um 19:00 gerne nach vorne verschieben möchte.
Man merke: Die Reservation erfolgte vor mehr als drei Wochen online und wurde per eMail und SMS bestätigt. Meine eMails betreffend diesem Konflikt (den ich längst auf der Homepage des Restaurants gesehen hatte) wurden nie beantwortet, und dann ruft einer drei Stunden vorher an… (sic!)
Ich bin dann halt schon um 18:00 zum Abendessen. 🙂

Morgen mache ich mit dem Bus den Ausflug zur Halbinsel Bygdøy, um unter anderem das Kontiki-Museum zu besuchen. Leider ist das Vikingerschiff-Museum noch bis 2026 geschlossen. Dort wird ein komplett neues Konzept, verbunden mit einem drei Mal grösseren Neubau, umgesetzt.
Aber es gibt auf der Halbinsel auch noch das Norwegische Seefahrtsmuseum und das Frammuseum (Museum zur Erkundung des Polargebietes).
Da es morgen nicht schneien wird, könnte man auch allenfalls noch das Norsk Folkemuseum (Freilichtmuseum) in Betracht ziehen. Mal schauen, ob ich dann noch Lust dazu habe.
Eigentlich könnte man auch mit der Fähre zur Halbinsel fahren. Das wäre landschaftlich gesehen um einiges attraktiver als der Bus. Aber leider fährt die Fähre zur Zeit nicht, weil es im Hafen und im Fjord Eis hat.

Stay tuned.

Oslo 2023: Vigelandsanlegget & Akershus festning

Flagge_NorwegenErst einmal etwas Offensichtliches: Dies wird mein letzter Post in diesem Jahr. 😉

Heute ist nicht nur Sylvester und damit ein Feiertag in Norwegen. Es ist auch Sonntag.
Das bedeutet, dass in Oslo alle Geschäfte und auch einige Restaurants und Museen geschlossen sind. In den Strassen hat’s kaum Verkehr, auch nicht im Zentrum, und die öV fahren in grösseren zeitlichen Abständen.
Oslo ist fast doppelt so gross wie Zürich, mit nicht ganz doppelt so vielen Einwohnern. Aber heute kam mir die Stadt verlassener vor als Zürich an Morgen nach einem „Züri-Fest“.
Um 11:00 waren einzig ein paar Touristen in der Stadt unterwegs. Die Norweger waren entweder am Skifahren oder Rodeln, oder blieben an einem solchen Tag lieber zu Hause, bis sie dann abends zur Sylvesterparty gingen.

Deshalb hatte ich heute den Besuch von zwei Freiluftanlagen geplant.

Als Erstes fuhr ich mit dem Tram zum Vigeland-Park (Vigelandsanlegget).
Das ist eine grosse Parkanlage mitten in Oslo, in der ausschliesslich Skulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland aufgestellt sind. Er gilt als der wohl bedeutendste Bildhauer Norwegens. Von ihm stammt unter anderem auch die Medaille für den Friedensnobelpreis, die die jeweiligen Preisträger in Gold erhalten.
Im Park war dann doch einiges los. Etliche Touristengruppen, die mit Bussen gekommen waren. Am Eingang zählt ich zwei norwegische Busse, einen schwedischen und einen aus Lithauen. Aber es waren auch viele Norweger dort: Familien mit Kinderwagen, Spaziergänger und Leute mit Langlaufski.

Das Wetter war heute nicht berauschend. Zwar hatte ich am Morgen den Eindruck, dass es etwas wärmer geworden war, und einiges an Schnee weggeschmolzen war. Und was vom Himmel kam, konnte man im besten Fall als Nieselregen bezeichnen, aber sicher nicht als Schneefall. TRotzdem war es deutlich unter Null Grad, denn es wehte ein bissiger Wind.

Trotzdem ging ich als nächstes auf die Festung Akershus (Akershus festning), von der aus früher der ganze Schiffverkehr im Osloer Fjord, und damit vor allem die Hafeneinfahrt kontrolliert wurde.
Die militärische Bedeutung der Festung ist heute natürlich gleich Null. Trotzdem ist das norwegische Militär immer noch dort stationiert. Es gibt Wachposten, ein Museum der norwegischen Streitkräfte und die Militärakademie in der Festung. Sogar einige Pferde werden noch dort gehalten.r
Wie erwartet waren auch in der Festung sämtliche Museen und Ausstellungen geschlossen. Man konnte nur das Festungswerk besuchen. Und dort oben lag nicht nur reichlich Schnee. Vom Fjord her wehte auch ein ziemlich bissiger, kalter Wind.

Den Rest des Nachmittags verbrachte bei Waffeln und Kaffee mit einem weiteren isländischen Krimi von Yrsa Sigurðardóttir.

Morgen soll noch ruhiger werden. Ich wurde an der Rezeption gewarnt, dass ich in der Stadt kaum ein offenes Restaurant finden würde.
Ausserdem sei bis zu einem Meter Schnee angesagt. Wohl nicht gerade im Stadtzentrum, aber dort würde es auch ganz schön hinschmeissen. Von meiner Wetter-App weiss ich zudem, dass der Wind im Verlauf der Nacht immer stärker werden soll, und es zeitweise Orkanböen geben soll.
Na, mal schauen, wie dann morgen wirklich aussieht. 😉

Nun wünsche ich allen einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

HAPPY NEW YEAR

Stay tuned.

Oslo 2023: Nobelpreis & Holmenkollen

Flagge_NorwegenFür einmal hat es sich in doppelter Hinsicht gelohnt, früher aufzustehen. Eigentlich etwas, dass ich vor allem in den Ferien nicht gerne mache.
Aber heute wollte ich vor dem grossen Run beim Frühstück sein, um nicht anstehen und mühsam einen freien Tisch suchen zu müssen.
Das hat auch ganz gut geklappt und ich konnte in Ruhe frühstücken, ohne am Buffet in den Kampf ziehen zu müssen…
Aber der eigentliche Vorteil meines frühen Aufstehen ergab sich während dem Frühstück: Als ich nach dem Frühstück in die Hotellobby zurückkehrte, herrschte dort eine grosse Aufregung. Die Rezeption wurde von Gästen belagert und die beiden Damen kamen kaum nach, Telefonanrufe und die Fragen der Gäste vor dem Tresen zu beantworten.
Es stellte sich heraus, dass es inzwischen irgendwo einen gröberen Wasserrohrbruch gegeben haben musste, und nicht nur das ganze Hotel sondern das ganze Viertel ohne Wasser, genauer ohne kaltes Wasser war. In den Zimmern gab es zwar noch heisses Wasser (wahrscheinlich aus den hoteleigenen Biolern). Aber das war so heiss, dass man kaum richtig die Hände waschen konnte, geschweige denn zu Duschen.
Mir war’s egal: Als ich vor acht Uhr geduscht hatte, hatte alles noch funktioniert.
Wäre ich wie gewohnt später aufgestanden, hätte ich wohl auch nicht duschen können. Und ob dann meine Toilette noch funktioniert hätte, weiss ich nicht.
Also ging ich erst einmal in die Stadt. Bis zu meiner Rückkehr am Nachmittag würde das Ganze schon wieder funktionieren.

Am Morgen hatte es hier noch etwas geschneit und die Wolken lagen sehr tief. Aber der Schneefall hörte bald auf und es wurde auch heller und freundlicher.

Also besuchte ich erst einmal das Nobel-Friedenszentrum. Während eigentlich alle Nobelpreise von der schwedischen Akademie in Stockholm verliehen werden, wird der Friedensnobelpreis von einem Komitee in Oslo verliehen. Entsprechend findet dann auch die Verleihungszeremonie hier in Rathaus von Oslo statt.
Das Nobel-Friedenszentrum ist ein Museum, dass sich ausschliesslich mit Alfred Nobel als Stifter und dem Friedensnobelpreis befasst.
Aktuell gibt es neben den ständigen Installationen zwei Ausstellungen: eine über die diesjährige Preisträgerin Narges Mohammadi, die zur Zeit im Iran im Gefängnis sitzt, und eine zweite Ausstellung über Yoko Ono, die Frau von John Lennon, die dieses Jahr 90 Jahre alt geworden ist.

Als ich aus dem Zentrum kam, hatte es ein bisschen aufgeklart und mit etwas Phantasie konnte man in den Wolken die Sonne schimmern sehen. 😉
Also beschloss ich, auf den Holmenkollen zu fahren. Ich nahm die Metro Linie 1 und musste ca eine halbe Stunden stadtauswärts fahren.

Der Holmenkollen ist nicht nur ein Naherholungsgebiet der Osloer, auf dem man im Winter langlaufen und rodeln kann. Er ist vor allem auch ein international bekanntes Wintersportzentrum, insbesondere natürlich durch seine Skisprungschanzen. Ich habe schon oft von internationalen nordischen Wettkämpfen auf dem Holmenkollen gehört, wusste aber bis vor vier Jahren nicht, dass der „Berg“ (er ist 371 Meter über Meer) auf dem Stadtgebiet von Oslo liegt.
Vom Holmenkollen hat man auch eine sehr schönes Aussicht über das ganze Stadtgebiet und den Osloer Fjord.

Jedenfalls liegt dort oben, wie eigentlich auch unten in der Stadt, viel Schnee. Bloss die Strassen sind geräumt. Gehwege, Trottoirs und Treppen sind schnee- und eisbedeckt.
Von der Metrostation geht es noch 10 bis 15 Minuten zu Fuss den Berg hoch, wobei der Schnee das Ganze noch etwas in die Länge zieht. Mit jedem Schritt rutscht man wieder ein wenig nach hinten.
Solange man hochgeht, braucht das lediglich ein bisschen Kraft. Beim runtergehen sollte man Spikes an die Schuhe montieren. Das habe ich später dann auch gemacht, nachdem es mich nach ein paar Schritten talwärts umgehauen hat. Nun schmerzt mich meine rechte Schulter ein wenig. Selber schuld… 😦

Ganz oben steht man auf halber Höhe zwischen Sprungturm und Landezone der grossen Schanze. Ich weiss nicht, ob man auch hoch in den Sprungturm fahren könnte (wie das in Innsbruck zumindest im Sommer möglich ist). Heute habe ich dort oben aber niemanden gesehen. Auch gesprungen wurde nicht, obwohl ich den Eindruck hatte, dass das Wetter dafür geeignet gewesen wäre. Allerdings weiss ich nichts über die Windverhältnisse, die beim Skisprung bekanntlich eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Dort oben gibt es zudem einen Skisprungsimulator (den ich nicht ausprobiert habe) und ein Skimuseum. Für ein Land im Norden mit vielen Bergen und langen Wintern sind Ski seit jeher ein wichtiges Fortbewegungsmittel gewesen. Und für skandinavische Könige waren gute Skiskills ein wichtiges Attribut, um beim Volk anerkannt zu werden. Olav V., der Vater des heutigen Königs Harald V. war bekannt dafür, alleine, ohne Leibwächter, aber mit seinem Hund mit der Bahn auf den Holmenkollen zu fahren, um die oben Langlauf zu machen. Eine Eisenplastik seines Hundes steht heute oben auf dem Berg.

Den Rest des Nachmittages verbrachte ich nach meiner Rückkehr in die Stadt bei Kaffee und dem dritten Krimi von Yrsa Sigurðardóttir.

Stay tuned.

Oslo 2023: Es schneit

Flagge_NorwegenDas Erste heute war der direkte Weg zum Visitor Center, um einen Oslo Pass zu holen.
Damit habe ich nun während drei Tagen freie Fahrt auf allen öffentlichen Verkehrsmittel im Raum Oslo: Bus, Tram und U-Bahn. Zudem habe ich freien Eintritt in die meisten Museen in der Stadt. 🙂

Damit habe ich dann den Bus der Linie 37 genommen, um zum Oslo Reptile Park zu kommen, einem kleinen, aber feinen Terrarium, das ich jedes Mal besuche, wenn ich in Oslo bin.

Wie immer war dort der Teufel los. Das Terrarium ist klein und so wie es aussieht, gehen die Norweger mit ihren kleinen Kindern offenbar gerne Schlangen schauen. Der Lärm der Kinder wurde nur noch durch den schrillen Balzruf einer Pfeilgiftfroschart übertönt. Zum Glück haben Reptilien kein Gehör…
Und die Dame an der Kasse hat dann auch wieder prompt den Königspython (Python regius) herausgeholt und ihn von den Kindern halten lassen. Dieses Mal hatte keines der Kinder Angst vor Schlangen. Das letzte Mal hat diese Aktion bei einem Teenager-Mädchen Panik und einen Schreikrampf ausgelöst. 🙂
Die Frau hat mir dann auch gesagt, das sei die einzige Schlange, mit der sie das machen könne. Im Gegensatz zu anderen Schlangen sind Königspythons meistens sehr entspannt, und man weiss, das nicht passiert, wenn man sie vorsichtig und richtig anfasst.

Als ich aus dem Reptile Park herausgekommen bin, hat es ziemlich stark geschneit. Winter pur mit einer schönen Schneedecke, auch auf den Fahrbahnen. Das dauerte bis nach dem Mittag. Dann hellte es auf und hörte auch auf zu schneien.

Da die eine Buchhandlung, die in Oslo Tautra Klosterkrem verkauft und gleich in der Nähe des Reptile Park liegt, geschlossen hatte, machte ich mich zu Fuss auf zur anderen mir bekannten Adresse, eine weitere katholische Buchhandlung. Dort angekommen hatte ich gefühlt mehrere Zentimeter Schnee auf dem Kopf und meinem Rucksack. 😉
Diese Buchhandlung hatte tatsächlich noch ein paar Döschen dieser besonderen Handcreme. Leider nicht mehr so viele, wie ich gerne gekauft hätte, um meinen Stock für eine Weil aufzufüllen. Aber..
Ich habe endlich eine Adresse erhalten, bei der ich die Creme im Internet bestellen kann, und die dann in die Schweiz geliefert wird. Das Kloster selbst liefert nämlich nicht ins Ausland. So bin ich in Zukunft für Nachschub nicht mehr von Besuchen in Norwegen abhängig. 🙂

Den Rest des Tages bin ich mit der Kamera in der Stadt herumgestreift. Dabei habe ich insbesondere das Weihnachtsdorf Jul i Vinterland, die Oper und die Deichmann Bibliothek besucht. Letztere ist die riesige Stadtbibliothek von Oslo. Es gibt sie zwar schon seit 1780. Aber das neue Gebäude wurde erst 2020 eröffnet. Es ist fünf Stockwerke hoch, hat eine besondere, sehr moderne Architektur und liegt zwischen Hauptbahnhof und Oper.

Nach dem Nachtessen bin ich noch einmal raus und habe ein paar Nachtaufnahmen gemacht. Dies auch als Test für kommende Nächte, in denen ich weitere Touren mit der Kamera machen will.

Morgen soll es nicht schneien. Das Wetter scheint etwas freundlicher zu sein und die Sicht besser. Für mich Grund genug, auf den Holmenkollen zu fahren, um die Schanze aus der Nähe zu sehen und mit etwas Glück auch die Aussicht über Oslo zu fotografieren. Als ich vor vier Jahren schon einmal dort oben war, war das Wetter so schlecht, dass man vor lauter Nebel und Regen nicht einmal die Schanze sah.
Die Dame im Visitor Center hat mir auch gesagt, dass auf der grossen Schanze morgen Trainingssprünge gemacht werden sollen. Natürlich nur, wenn das Wetter mitspielt.

Stay tuned.

Oslo 2023: Zum Jahreswechsel ein paar Tage echten Winter

Flagge_NorwegenHeute bin ich also nach Oslo geflogen. 🙂
Hier bleibe ich über den Jahreswechsel und werde am 3. Januar wieder zurück in die Schweiz fliegen.

Nachdem ich vor zwei Jahren den Jahreswechsel in Reykjavík erlebt hatte, ist meine diesjährige Wahl auf die norwegische Hauptstadt gefallen.
Mir gefällt Oslo sehr. Ich bin gerne hier. Aber ich war noch nie im Winter hier.

Allerdings hatte die Anreise eine gröbere Verzögerung. Mein Flug von Zürich nach Oslo hatte zwei Stunden Verspätung.
Der Grund: In Oslo schneite es heute morgen so stark, dass praktisch alle Flüge von Oslo und die meisten nach Oslo einige Verspätung hatten. Das waren im Grunde für mich gute Nachrichten, denn ich wollte den Jahreswechsel im Winter verbringen. Aber die Maschine, die mich nach Oslo bringen sollte hob demnach anstatt um 09:30 erst um 11:00 in Oslo ab und war kurz nach 14:00 in Zürich, anstatt um 13:00 in Zürich abzufliegen.
Damit war der ganze Vorteil der SAS Plus Buchung wieder dahin. Dank dieser Buchungsklasse flog ich praktisch „Business“. Allerdings äusserte sich das im Flugzeug bloss mit ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit und einem Platz in Reihe 3. Und beim Rückflug werde ich in den Genuss der SAS Lounge kommen. Die gibt es in Zürich leider nicht.
Aber mein Gepäck wurde bevorzugt behandelt und mein Koffer war einer der ersten in der Gepäckausgabe. So kurz war meine Wartezeit an der Gepäckausgabe nach der Landung noch nie. 🙂
Und in Zürich konnte ich bei der Sicherheitskontrolle den „Fast Track“ nehmen, und war dort innert 5 Minuten anstatt 15 bis 20 Minuten durch. Bloss…
Es nützte nichts. Ich musste danach trotzdem noch zwei Stunden auf den Abflug warten.

Also kam ich kurz nach fünf Uhr in Oslo an. Der Pilot machte eine halbe Stunde der Verspätung gut. Und vom Flughafen fährt alle 20 Minuten ein Schnellzug zum Hauptbahnhof. Alles in allem war ich schlussendlich um 18:15 im Hotel.
Mir war das im Grunde egal. Ich hatte ein gebuchtes Hotelzimmer direkt am Hauptbahnhof. Und heute hatte ich keinen fixen Programmpunkt mehr. Es spielte also keine grosse Rolle, ob ich ein oder zwei Stunden später ankommen würde.
Für die Leute mit Anschlussflügen war die Sache nicht so locker. Die, die nach Trondheim weiterflogen, wurden automatisch auf einen späteren Flug umgebucht. Wer nach Tromsø musste, hatte Pech. Dieser Flug wurde gestrichen und die Leute mussten in Oslo übernachten und morgen weiterfliegen. Alle anderen Anschlussflüge hatten auch Verspätung. Deshalb waren die zu kriegen, wenn auch knapp. Zum Glück ist der Flughafen Oslo/Gardermoen nicht so gross.

Morgen besorge ich mir als Erstes eine Oslo Card, damit ich auf dem öV Netz frei fahren kann. Dann gehe ich in der katholischen Buchhandlung vorbei, in der ich das letzte Mal Tautra Klosterkrem gekauft habe. Morgen ist Freitag. Es ist durchaus möglich, dass diese Buchhandlung morgen das letzte Mal geöffnet ist, bis ich wieder abreise. Ich muss meine Vorräte an Tautra Klosterkrem auffüllen…
Und vermutlich statte ich auch dem Oslo Reptilpark noch einen Besuch ab.

Noch ein Wort zum Wetter: Als ich heute Abend hier angekommen bin, hat es nicht mehr geschneit. In den Strassen liegt ein Gemisch aus Schnee und Salz. Da es aber deutlich unter Null ist, ist es kein Matsch. Die Gehwege sind beileibe nicht geräumt. Aber heute Abend habe ich auch keine Eisfläche gesehen. Im Moment reichen also gute Schuhe mit Profil, um sich in der Stadt bewegen zu können. 😉
Morgen soll es schneien bei einer Durchschnittstemperatur von -2 Grad Celsius.
Sonnenaufgang ist um 09:16 und Sonnenuntergang um 15:22.

Oslo 2023
Anflug auf Oslo um 17:00

Stay tuned.

Reiseplanung 2019

Nach der Reise ist vor der Reise

Nachdem ich Ende September von meiner letzten Reise 2018 aus Island zurückgekehrt war, stellte sich relativ rasch die Frage:

Wohin nächstes Jahr????? 😉

Da der Buchungszeitpunkt einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Preis einer Reise haben kann, habe ich jetzt, Ende November 2018 bereits alle Reisen im 2019 gebucht und zum grössten Teil auch bezahlt.
Dadurch kostet mich zum Beispiel ein Städteflug nach Stockholm und zurück im Juli 2019 mit Swiss bloss CHF 234.–. So billig bin ich noch nie nach Skandinavien geflogen.

Ich habe also folgende Reisen geplant und gebucht:

30. Januar – 10. Februar 2019
Die Hurtigruten im Winter
Ich fliege mit Finnair via Helsinki nach Ivalo [FIN] im nördlichen Lappland. Von dort geht es zuerst mit dem Bus nach Inari [FIN], wo ich zwei Tage bleiben werde.
Danach geht es ebenfalls mit dem Bus nach Kirkenes [N], wo ich an Bord des Hurtigrutenschiffs Finnmarken gehe und damit in sechs Tagen und fünf Nächten entlang der norwegischen Küste bis Bergen [N] fahre.
Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Bergen fahre ich mit der Bergenbahn nach Oslo, von wo ich dann am Folgetag nach Zürich zurückfliege.
Die Reise hat für mich drei Besonderheiten:
Erstens ich fahre im Winter in den Norden. Das heisst, es wir sehr kalt (bis zu -25 Grad am Tag) und sehr dunkel (die Tage dauern von 09:00 bis 13:30 in Kirkenes). Ich werde mir noch besonders winterfeste Kleider kaufen müssen…
Zweitens ich fahre zum ersten Mal für mehrere Tage auf einem Schiff mit.
Und drittens ich benutze vier verschiedene Verkehrsmittel: Flugzeug, Bus, Schiff und Bahn.
Gebucht habe ich die Reise wieder bei Travel Scandinavia (World Wide Travel) in Zürich.

19. – 22. April 2019
Ostern in Colmar.
Wenn alle nach Süden fahren, fahre ich an Ostern nach Norden.
Mit dem Auto bin ich von mir zu Hause in zweieinhalb Stunden in Colmar, und wenn meine Überlegungen richtig sind, sollte ich auch keine grossen Verkehrsbehinderungen erleben, da ich antizyklisch fahre.
Ich bin gespannt, was diese Stadt im Elsass zu bieten hat.

29. Mai – 2. Juni 2019
Auffahrt in Oslo.
Da Auffahrt am Donnerstag ein Feiertag ist, lässt sich mit einem einzigen zusätzlichen Ferientag am Freitag ein verlängertes Wochenende machen, dass ich in Oslo verbringen will.
Es wird mein drittes Mal in Oslo sein. Allerdings bin ich die beiden vorherigen Male bloss umgestiegen: am Bahnhof und am Flughafen.
Dieses Mal möchte ich die norwegische Hauptstadt ein bisschen näher kennen lernen.

3. – 7. Juli 2019
Geburtstag in Stockholm.
Nachdem ich dieses Jahr an meinem Geburtstag relativ spontan und entsprechend kurzfristig nach Kopenhagen geflogen bin, habe ich meine Geburtstagsreise für nächstes Jahr etwas früher geplant und gebucht. Das hat sich natürlich auch auf den Preis von Flug und Hotel positiv ausgewirkt.
Das wird mein dritter Trip in die schwedische Hauptstadt, und ich bin gespannt, was noch so ist wie vor 13 Jahren, als ich beruflich bedingt das letzte Mal dort war, und was es Neues zu entdecken gibt.
Ich habe jetzt schon drei fixe Ausflugsziele: der Skansen Park mit Freilichtmuseum und Aquarium, das Abba Museum und das Vasa Museum. Der Rest wird sich ergeben, je nach Lust und Laune. Allenfalls auch ein Ausflug mit dem Schiff auf die Schären.
Stockholm bietet sehr viel.

1. – 4. August 2019
Den Feiertag am Donnerstag, 1. August nutze ich mit einem „Brückenferientag“ am Freitag gleich wie an der Auffahrt, um für ein verlängertes Wochenende nach Duisburg zu fliegen.
Ich kenne diese Stadt im Ruhrpott überhaupt nicht. Ausser vielleicht, dass dort früher Schimanski ermittelt hatte… 😉
Ich weiss auch nicht, was sie einem Touristen zu bieten hat. Es war reine Neugier, die mich auf die Idee gebracht hat, dorthin zu fliegen.
In jedem Fall gibt es dort einen Zoo, den ich sicher besuchen werde, um ein paar Tierbilder zu schiessen. Ansonsten lasse ich mich überraschen. 

16. – 28. September 2019
Meine dritte Islandreise.
Dieses Mal will ich die Westfjorde kennen lernen, eine der einsamsten Gegenden Islands.
Die Reise mache ich wiederum im Mietwagen in bewährte Art und Weise: Lediglich die Übernachtungen (und natürlich Flug und Mietwagen) habe ich durch das Reisebüro buchen lassen. Aber in der Routenwahl und der Orte, die ich besuchen will, habe ich alles offen gelassen, und werde jeden Tag entscheiden, was ich unterwegs wie und wann tue.
Das gibt mir die Freiheit, die Reisetage jeweils nach meinem Belieben zu gestalten, damit immer genug Zeit für das Fotografieren und das Baden in heissen Quellen bleibt (in Island einfach ein Muss).
Aus Komfortgründen habe ich auch für diese Reise einen Offroader in der Grössenordnung eines Toyota Rav4 4×4 gebucht. Obwohl ich nicht ins Hochland fahren werde, ist doch ein Teil meiner Route Schotterpiste, die mit einem 4×4 SUV einfach besser und sicherer gefahren werden kann. Ausserdem ist es nicht ausgeschlossen, dass Ende September in den Westfjorden Schnee fällt.
Ich habe auch diese Islandreise beim Reisebüro Erlingsson in Reykjavík gebucht.