Island 2020: Hornstrandir

Island_flagHat hat nun endlich der Ausflug nach Hornstrandir stattgefunden. Eigentlich wollte ich das ja schon im letzten Jahr machen, als ich in Ísafjörður war. Aber damals war ich im September in Island unterwegs, und alle Anbieter dieser Touren stellen den Betrieb Ende August ein. Und genau das war der Grund, weshalb ich die diesjärige Reise im August plante. 😉

Das Naturschutzreservat Hornstrandir erreicht man nur mit dem Boot. Alles andere ist verboten. In der Gegend lebt niemand dauerhaft. Es hat einige Zeltplätze, Hütten von Veranstaltern und Notunterküfte für verirrte Wanderer. Die Bewohner dieses nördlichsten Teils der Westfjorde sind ausschliesslich Tiere. Die grössten sind der Polarfuchs, und der wird etwas grösser als eine Katze, sowie die Seeadler.

Von Ísafjörður geht’s mit dem Schnellboot über die Fjorde. An Boot waren 15 Passagiere und zwei Crewmitglieder. Unsere Bootsführerin war eine junge Französin, ihr Gehilfe ein Tscheche.
Je nachdem, wohin man will, dauert die Fahrt 2 Stunden oder länger. Je nach See und Wind kann das ein ziemlich holpriger Ritt werden. Das Boot springt richtiggehend über die Wellen und knallt danach wieder auf’s Wasser.

In Hornstrandir gibt es keine Anlegestellen für das Boot. Da wurde am Ufer nichts verbaut. Alles ist so, wie es die Natur gemacht hat.
Die Passagiere werden mit dem mitgeführten Schlauchboot an Land gebracht und dort auch so wieder abgeholt. Dafür zieht der Gehilfe auf dem Schnellboot Gummihosen an, wie sie auch die Fischer tragen. Damit springt der am Ufer ins hüfthohe Wasser und dirigiert das Schlauchboot so an den Strand, dass die Passagier trockenen Fuss aus- und wieder einsteigen können. Das macht er auf einer Tour am Morgen ca 5 Mal und am Abend beim einsammeln noch einmal; je nachdem, wie viele verschiedene Gruppen an welche Stellen aus- oder einsteigen.

Auch der Rest von Hornstrandir ist praktisch unberührt.
Es gibt kaum Wanderwege. Zumindest nicht solche, wie wir sie kennen. Die Wege hier sind zwar auf den Karten eingezeichnet, aber faktisch sind es Trampelpfade, und wenn schon eine Weile keiner durchgegangen ist, nur schwer als Weg zu erkennen. Ein ortskundiger Guide hilft da sicher. Aber man kann auch eigene Faust wandern. Nur sollte man dann etwas Erfahrung mitbringen und genau wissen wo man ausgestiegen ist und wohin man will.
Es gibt auch Biwakplätze für diejenigen, die länger als einen Tag bleiben wollen, und nicht in einer Unterkunft eines Touranbieters übernachten wollen. Ich weiss nicht, wie viele Unterkünfte in Horn gibt, aber viele sind es nicht. Eventuell gibt es sogar nur die eine, die der Touranbieter „Borea Advnetures“ vor acht Jahren gekauft und für 30 Mio isländische Kronen (ca CHF 200’000.–) renoviert hat. Nun bietet dieses Steinhaus im Niemandsland ca 14 Gästen ein Bett, und hat neben Küche, Bad und Aufenhaltsraum auch eine Dusche. Für Elektrizität sorgen Sonnenkollektoren und geheizt wird mit Holz.

Da gleichzeitig das Wetter quasi bei unserer Abfahrt um 09:00 aufklarte und die Sonnen den ganzen Tag schien, machte den Tag umso schöner. Es hatte natürlich den obligaten Wind, aber in Windschutz mit gleichzeitiger Sonneneinstrahlung kletterte das Thermometer am Nachmittag auf ca 10 Grad Celsius.

junger PolarfuchsAls wir am Abend draussen in Sonne und Wind zu Abend assen, kriegten wir Besuch von Polarfüchsen. Eine Fähe mit vier Welpen „wohnt“ gleich neben dem Haus. Während wir die Fähe kaum von Nahem sahen, waren die Welpen sehr neugierig. Und als sie dann die Forellen in der Bratpfanne rochen, schlichen sie ständig um uns herum, und kamen bis auf ca einen Meter heran. Selbst als wir zum Strand gingen, folgte uns einer der Welpen.

 

Für morgen habe ich noch kein Pläne. Das ist zwangsläufig eine „Zwischentag“, weil ich ja erst am Freitag zum zweiten COVID-19 kann. Ich weiss noch nicht, was ich unternehmen werde. Die Stadt bietet nicht viel, da sie nicht sehr gross ist (ca 2’600 Einwohner). Eventuell fahre ich in andere Ortschaften in der Nähe und schaue, ob sich dort etwas interessantes findet. Ca eine halbe Stunde Fahrt von hier ist einen Radarstation. Die werde ich mir wohl anschauen, wenn das Wetter mitspielt.

Laut Wetterbericht soll es in ganz Island bis Montag sicher schön sein. Das wäre top, aber so etwas habe ich hier noch nie erlebt. auf meinen letzten Reisen wechselten schlechtes und schönes Wetter ab, wobei letztes Jahr das nass-kalte Wetter überwiegte.

Stay tuned.

2 Gedanken zu “Island 2020: Hornstrandir

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