Normandie 2026: Halbzeit und Abschluss Phase 1

Heute ist die Mitte meiner Normandiereise, der achte von insgesamt fünfzehn Tagen. Und heute habe ich auch meine Besuche der Schauplätze der Invasion vom 6. Juni 1944 abgeschlossen.
Ausserdem musste ich auch noch einen persönlichen Verlust hinnehmen… 😉

Vorab gleich zum erwähnten Verlust:
Als ich gestern Abend zu Bett gehen wollte, fand ich mein Pyjama nicht mehr. Es war weg.
Ich hatte es am Morgen wie zu Hause unter die Bettdecke gelegt, als ich mein Bett gemacht hatte (Das Hotel wechselt nur alle 3 Tage die Wäsche. Weiteren Zimmerservice auf Verlangen.). Aber da war es nicht mehr. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Pyjama dabei. 🙂
Der Roomservice hatte inzwischen mein Zimmer gereinigt und das Bett frisch bezogen. Offenbar hatten die dabei mein Pyjama gleich zusammen mit der alten Bettwäsche weggeräumt und in die Wäscherei geschickt. Jedenfalls war heute Morgen, als ich mich beschwerte, der Lastwagen mit der schmutzigen Wäsche schon weg! Niemand weiss, wo mein Pyjama steckt….
So etwas habe ich nun wirklich noch nie erlebt, und wenn ein neues Pyjama gratis wäre, könnte ich darüber lachen. Aber ein neues Calida-Pyjama kostet mind Fr. 50.–. Nicht die Welt, aber trotzdem bin ich nicht bereit, dafür zu bezahlen.
Aber vom Hotel kam nichts mehr. Die haben mit den Zimmermädchen gesprochen, welche offenbar nicht zur geistigen Elite der Stadt gehören. Die Zimmermädchen wussten von nichts und haben kein Pyjama gesehen. Damit war der Fall erledigt.
Ich überlege mir, im Internet zwei, drei üble Bewertungen zu hinterlassen (Google, booking, etc) und ausserdem der Konzernleitung der Kette „Campanile“ ein eMail schicken. Das schreckt Manager in der Regel auf und wer weiss, vielleicht kriege ich doch noch eine gewisse Erstattung.
Eigentlich schade, denn ich fand das Hotel ganz gut.

Das Wetter war wieder einmal super. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit Schleierwolken und nur ganz wenig Wind.

Also bin ich ganz ans Ostende des Invationsabschnittes Sword Beach nach Merville-Franceville-Plage gefahren. Dort steht die Batterie de Merville, eine verbunkerte Küstenartillerieanlage der Deutschen, von der aus der ganze Sword Beach hätte beschossen werden können.
Die Batterie (4 100mm Haubhitzen der Marke Skoda) musste also ausgeschaltet werden, bevor die Landung am Morgen des 6. Juni 1944 begann. Sonst wären die anlandenden Briten samt und sonders zusammengeschossen worden, bevor sie überhaupt den Strand erreicht hätten.
Die Aufgabe, die Batterie rechtzeitig zu zerstören, kam dem 9. (Eastern and Home Counties) Fallschirmjäger-Battalion der 3. Britischen Fallschirmjägerbrigade zu.
Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 stieg Lieutenant Colonel Terence Otway mit 700 Mann in die Flugzeuge, um über Merville-Franceville-Plage abzuspringen und die Batterie auszuschalten.
Nach der Landung hatte Otway aber nur noch 150 Mann. Ausserdem fehlte der grösste Teil von Material, Waffen und Munition.
Das Bataillon war in der Luft weit auseinader getrieben worden. Viele Fallschirmjäger fielen, noch bevor sie den Boden erreichten, viele bleiben verletzt liegen oder ertranken in den von den Deutschen gefluteten Felder, andere wurden gefangengenommen und andere wiederum verirrten sich schlicht.
Für Oberstleutnant Otway gab es nur eine Wahl: Die Batterie mit dem, was er hatte, anzugreifen. Er wusste, wenn er die Batterie nicht ausschalten würde, würden Tausende von Britischen Soldaten bei der Landung im Granatenhagel am Strand umkommen.
Er griff mit seinen Leuten an und es gelang ihnen, die vier Haubhitzen unschädlich zu machen.
Nach dem Angriff waren noch 65 Mann des Bataillons am Leben! Weniger als 10 Prozent.

Die zweite Schlüsselstelle für die Landung an Sword Beach war die Brücke von Bénouville. Sie war die Verbindung über den Canal de Caen à la Mér. Wenn die Allierten diese Brücke kontrollierten, konnten die Deutschen weder Nachschub noch Verstärkung heranführen.
Diese Schlüsselstelle eroberten Truppen der 2. Battalions des Oxfordshire und Buckinghamshire Leichten Infanterieregiments unter Führung von Major John Howard, indem sie mit Lastenseglern bei Nacht so nahe wie möglich an der Brücke landeten und die Brücke (eigentlich waren es 2 Brücken) angriffen. Sie nahmen die Brücken ein und verteidigten sie gegen die Deutschen, bis die ersten Britischen Truppen der 1st Special Service Brigade eintrafen, die am Sword Beach gelandet waren.
Die Brücke von Bénouville wurde später in Pegasusbrücke umbenannt, nach dem geflügelten Pferd auf den Schulterstücken der Einheiten, die die Brücke eingenommen hatten.

Unterwegs entdeckte ich zufällig noch einen Soldatenfriedhof der Kanadier. Das Gelände wurde den Kanadiern von den Gemeinden aus der Umgebung zum Dank für die Befeeiung geschenkt.
Dieser Soldatenfriedhof war nicht so gross wie die der Amerikaner und Briten, die ich schon besucht hatte. Aber er war sehr gepflegt, und auch hier hatte man für jeden Gefallenen einen Grabstein mit individueller Inschrift gesetzt.

Damit habe ich meine Erkundung der Örtlichkeiten rund um die Grschehnisse des 6. Juni 1944 abgeschlossen. Man könnte, wenn man alle Monumente und Drnkmäler besuchen wollte, noch Tage hier verbringen…

Aber ich fahre morgen weiter nach Pontorson. Das liegt nur wenige Kilometer südlich von Mont St. Michel, der berühmten Stadt auf der Insel im Wattenmeer.
Das wird meine Basis für weitere Ausflüge. Ich werde 4 Nächte im Best Western Hôtel Montgomery bleiben, bevor ich dann wieder Richtung Heimat fahren werde.

Stay tuned.

Normandie 2026: Ein Tag ohne Geschichte

Heute habe ich den Zoo de Jurque besucht.

Ich wollte heute ‚mal etwas anderes machen, als historische Orte abzuklappern.
Den Zoo habe ich per Zufall bei Browsen auf Google Maps gefunden. Da ich überall, wo ich hingehe, nach Möglichkeit einen Zoobesuch einschalte, kam mir dies ganz gelegen.

Das Wetter war bewölkt, schien aber stabil zu sein.
Bis nach dem Mittag war der Himmel wolkenverhangen, die Temperaturen sehr angenehm.
Nach dem Mittag frischte der Wind auf und die Wolken verschwanden. Wie gestern war es nun sonnig, aber mit einem starken Wind.

Der Zoo de Jurque liegt ca 30 km, resp 40 Autominuten südlich von Bayeux, in der Nähe der Gemeinde Jurques.
Er ist recht gross. Man kann ihn auf zwei verschiedenen Routen erkunden: eine, die ca eine Stunde dauert und eine zweite, die mit eineinhalb Stunden etwas länger ist. Man braucht also mindestens zweieinhalb Stunden, wenn man den ganzen Zoo sehen will.
Im Zoo de Jurque kriegt man sehr viele verschiedene Tierarten zu sehen, die zum Teil in grossen, sehr weitläufigen Gehegen gehalten werden.
Besonders bei den Grosskatzen gibt es einiges zu sehen. Ich habe noch keinen Zoo besuchte, der Amurttiger, weisse Bengaltiger, afrikanische Löwen, weisse Löwen, Geparden, Pumas, Servals und Schneeleoparden gleichzeitig gehalten hat.
Weiter gibt es begehbare Volieren und zum Teil werden mehrere Tierarten zusammengehalten. Das ganze ist in einem offenen Wald angelegt, so dass man auch im Sommer immer etwas Schatten hat.
Mit einem kleinen Mittagessen zwischen den beiden Routen habe ich mehrere Stunden dort verbracht und über 500 Aufnahmen gemacht. Letzteres wird dann Zuhause in ziemliche Arbeit ausarten, wenn ich die Bilder sortieren, auswählen und bearbeiten muss. 😉

Von Jurques bin ich zurück in mein Hotel gefahren, habe den Wagen abgestellt und bin mit dem Fotoapparte zu Fuss ins Stadtzentrum von Bayeux gegangen.
Mein erstes Ziel war natürlich die Kathedrale von Bayeux, deren Geschichte bis ins 10. Jahrhundert zurückgeht. Die Kathedrale ist vorallem von aussen ein beeindruckender Bau, den man wegen seiner Grösse von weitem sieht: Das Hauptschiff ist 23 Meter hoch, die beiden Türme 70 Meter und der Vierungsturm in der Mitte ca 95 Meter. Die Fassade ist gotisch gehalten, aber man sieht überall auch Teile aus verschiedenen anderen Epochen.
Ich hatte den Eindruck, dass die Kathedrale von aussen grösser wirkt als von innen.

Ich bin dann noch ein bisschen durch die engen Gassen des Stadtzentrums gestreift. Dort sieht man einige, offensichtlich sehr alte Fachwerkbauten. Wahrscheinlich ist es dem Umstand zu verdanken, dass Bayeux im 2. Weltkrieg nie angegriffen worden ist, dass diese Gebäude heute noch stehen.
Die Stadt war voller Touristen, besonders natürlich rund um die Kathedrale herum. Aber das hat mich eigentlich gar nicht gestört. Bin ja schliesslich auch einer. 😉

Gestört hat mich vielmehr, dass die Stadt es offenbar nicht geschafft hat, im Zentrum mit seinen engen Gassen eine autofreie Zone einzurichten. Dabei spreche ich nicht von den Einheimischen, die hier wohnen und mit ihren Autos hineinfahren können müssen. Denen könnte man Sonderbewilligungen ausstellen.
Ich meine die Touristen, Franzosen und Ausländer, die mit ihren Autos durch die Gässchen irren. Weshalb muss ein Engländer mit einem aufgemotzten Porsche-Geländewagen über den Domplatz fahren?
In der Stadt hat es zudem chronisch zu wenig Pakrplätze, was das Herumfahren auf der Suche nach einem Parkplatz noch vertärkt. Ich war auf jeden Fall sehr froh darüber, dass mir ein Hotelangestellter geraten hat, zu Fuss in die Stadt zu gehen und mir gleich auch noch den kürzesten Weg gezeigt hat.

Fazit: Bayeux ist ein schönes, altes, normannisches Städtchen, dem es gut tun würde, wenn ein paar Autos weniger durch das Stadtzentrum zirkulieren würden. 😉

Ich weiss nich nicht, was ich morgen machen werde. Tendenziell wird es noch einmal die Küste sein, oder vielleicht ein anderer Zoo. Oder, am wahrscheinlichsten, beides…
Mal schauen. 🙂

Stay tuned.

Normandie 2026: Juno & Sword Beach

Als ich heute aufgestanden bin, hat’s geregnet.

Deshalb habe ich meine Pläne geändert und wollte zuerst in Bayeux bleiben und das Stadtzentrum zu Fuss erkunden. An der Küste macht es mit Regen nicht so viel Spass…

Allerdings habe ich erfahren müssen, dass das Teppichmuseum in Bayeux mit dem berühmten Teppich aus dem 11. Jahrhundert geschlossen ist. Das Museum wird renoviert und erweitert und der Teppich wird bald zur Restauration nach England geschickt. Das Museum wird erst nächstes Jahr wieder geöffnet.
Damit war ein Teil meines Schlechtwetterprogramms weggefallen und ich besuchte stattdessen das Musée Mémorial de la Bataille de Normandie sowie den danebenliegenden Britischen Soldatenfriedhof, die weniger als einen Kilometer von meinem Hotel entfernt liegen.
In letzterem liegen über 5’000 Soldaten des Commonwealth begraben, die in der Normandie gefallen waren.
Der Britische Soldatenfriedhof unterscheidet sich vom Amerikanischen, den ich gestern besucht habe, insbesondere dadurch, dass bei den Briten keine Kreuze stehen, sondern individuelle Grabsteine, von denen jeder das Emblem des Verbandes trägt, bei dem der Gefallene eingeteilt war. Ausserdem trägt jeder Grabstein einen eigenen Grabspruch.

Bayeux hatte übrigens damals bei der Befreiung und den ganzen Kampfhandlungen in der Normandie keinen einzigen Kratzer erhalten. Das ist wortwörtlich zu verstehen: kein Beschuss, keine Bombardierungen, keine Beschädigungen, keine Verletzten, keine Vermissten und keine Gefallenen. Dadurch ist die Altstadt und besonders die Kathedrale unversehrt durch den Krieg gekommen.
Die Stadt galt als erste befreite Stadt der Normandie und wurde in der Folge von den Briten als Drehscheibe für Nachschub und Verwundetenversorgung genutzt.

Nach dem Besuch des Museums klarte das Wetter auf, vorallem dank des starken Windes, der heute den ganzen Tag in der Normandie wehte. Es wurde dadurch merklich kühler (der erste Tag für mich, an dem ich nicht nur im TShirt unterwegs war), dafür schien die Sonne und am Nachmittag war der Himmel an der Küste praktisch wolkenlos.

Also entschied ich mich kurz vor Mittag, doch noch die Landungsabschnitte Juno Beach und Sword Beach zu besuchen.
In Courseulles-sur-Mer steht das Juno Beach Center, das 2003 auf Betreiben von kanadischen Veteranen eingerichtet wurde und die Rolle Kanadas und dessen Streitkräfte im 2. Weltkrieg beschreibt.
Das Zentrum liegt direkt am Juno Beach. Nach ein paar Schritten steht man an dem kilometerlangen Sandstrand, an dem vor 82 Jahren 14’000 kanadische Soldaten gelandet waren.
Der Wind war hier an der Küste im Übrigen so heftig, dass ich mein Basecap auszog, damit es nicht plötzlich weggeblasen wurde. Der Sand, der durch den Wind aufgewirbelt wurde, brannte spürbar im Gesicht. Aber eben: Ohne den Wind hätte es wohl geregnet.

Ich fuhr weiter nach Osten, bis ich in Colleville-Montgomery an den Sword Beach gelangte .
Hier landete am 6. Juni 1944 unter anderem die schottische 1st Special Brigade, deren Kommandant Lord Lovat ein echter schottischer Clanschief war. Er befahl seinem persönlichen Bagpiper namens Bill Millin, die Landung seiner Leute auf dem Dudelsack zu begleiten, wie es bei den Schotten seit Jahrhunderten im Krieg üblich ist.
Bill Millin tat, was ihm befohlen wurde, und wurde so zu einer Kriegslegende. Er selbst meinte später, dass er wohl nur deshalb nicht von den Deutschen erschossen worden war, weil die ihn für verrückt gehalten hätten.
Am Strand von Colleville-Montgomery steht heute eine überlebensgrosse Statue dieses Dudelsackspielers, die von der lokalen Bevölkerung errichtet worden war.
Ich erinnere mich an die entsprechende Szene im Film „Der längste Tag“. Damals fand ich es amüsant und dachte, da hätte Hollywood mal wieder einen schottischen Stereotyp bemüht. Heute habe ich gelernt, dass die Geschichte wahr ist.

Aprops „wahr„: Ich habe bei den Amerikanern am Utah Beach die Skizze gesehen, die Leutnant Richard „Dick“ Winters nach der Landung der Fallschirmjäger der 101st Airborn Division in der Normandie von einer deutschen Artilleriestellung gezeichnet hatte. An diese Szene und wie Winters die Stellung ausschaltete (wofür er auch ausgezeichnet worden war), erinnere ich mich bei der Serie „Band of Brothers„. Wobei hinläglich bekannt ist, dass dies Serie auf wahren Begebenheiten basiert und die darin dargestellten Figuren tatsächlich gelebt hatten.
Auf dem Amerikanische Soldatenfriedhof, den ich gestern besuchte hatte, fand ich die Portraits von 4 Brüdern, von denen drei im 2. Weltkrieg fielen und einer nach Hause geschickt wurde. Das ist die Hintergrundgeschichte, auf der der Film „Saving Private Ryan“ basiert.

Der Wind war übrigens am Strand von Cor noch einen Zacken schärfer. Ohne Sonnebrille hätte ich die Augen nicht offen halten können und die Autotüre musste beim Öffnen gut festgehalten werden, damit sie einem nicht aus der Hand gerissen wurde.

Wenn der Wetterbericht stimmt, dann wird morgen das gleiche Wetter herrschen wie heute: Sonnig, blauer Himmel, aber ziemlich windig.
Ich denke, ich werde morgen etwas mehr in Landesinnere fahren, in der Hoffnung, dass der Wind dort etwas an Kraft verliert. Ich habe da auf der Karte etwas gefunden, das ich mir ansehen will.

Stay tuned.

Normandie 2026: Omaha & Gold Beach

Heute bin ich weiter von Westen nach Osten entlang der Landezonen der Alliierten von 1944 gefahren. Konkret war ich in den Abschnitten Omaha und Gold.

Omaha Beach war neben Utah Beach der zweite Landungsabschnitt der Amerikaner, während Gold Beach (zusammn mit Sword Beach) von den Briten angegriffen wurde. Juno Beach, der Abschnitt zwischen den beiden britischen Abschnitten, wurde von den Kanadiern angegriffen.

Begonnen habe ich am Morgen mit dem Besuch der Pointe du Hoc, einer Felsnase der normannischen Steilküste (Calvadosküste) ca 6.5km westlich von Omaha Beach.
Die Deutschen hatten die Pointe du Hoc sehr stark befestiget und mit schwerer Artillierie (sechs 15.5-cm-Kanonen) bestückt. Damit nahmen sie sowohl die sich nähernden Schiffe der Invasionsflotte als auch die anlandenden Truppe massiv aus grosser Distanz unter Feuer.
Dem 2nd Rangerbattailon, einer Elitetruppe der Amerikaner, gelang es in verlustreichen Kämpfen, die Stellungen auf der Pointe du Hoc auszuschalten.

Danach bin ich weiter zum Amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer (Cimetière Américain de Normandie de Colleville-sur-Mer).
Dabei handelt es sich um eine der bedeutentsten Gedenkstätten in der Normandie. Der Friedhof wurde von der American Battle Monuments Commission angelegt und wird von ihr unterhalten.
Hier liegen 9’000 amerikanische Soldaten begraben. Diese Soldaten waren ursprünglich auf verschiedenen temporären Soldatenfriedhöfen begraben worden. Ihre Angehörigen konnten dann entscheiden, ob die sterblichen Überreste in Colleville-sur-Mer begraben oder nach Hause in die USA gebracht werden sollten.
Das bekannteste Kriegsopfer, das in Colleville-sur-Mer begraben liegt, ist Brigadier Theodore Roosevelt jr.
Der älteste Sohn des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt war stellvertretender Kommandant der 4th Infantry Division (The Poison Ivy) und der einzige General, der mit der ersten Welle an Land ging. Mit 56 Jahren war er zudem der älteste Soldat, der dabei war. Er hatte Arthritis und ging deshalb an einem Stock, und er war herzkrank. Aber er setzte sich bei seinem Kommandanten durch und ging mit seinen Männern an Land.
Er schaffte die Landung unbeschadet, starb aber einen Monat später an einem Herzinfarkt.
Nun liegt er in Colleville-sur-Mer neben seinem Bruder begraben, der bereits im ersten Weltkrieg gefallen war.
Dies ist insofern bemerkenswert, als dass alle Offiziere der US Streitkräfte das Recht haben, auf dem Nationalfriedhof Arlington bei Washington D.C. begraben zu werden, und auch dass die Familie Roosevelt (der damals amtierende Präsident Franklin Delano Roosevelt war ein Cousin) die sterblichen Überreste nicht nach Hause holte.

Nach einem Besuch des „Overlord Museum“ fuhr ich weiter der Küste entlang in den britischen Sektor „Gold Beach„.
In Arromanches-les-Bains machte ich Halt, um etwas zu Mittag zu essen und das Musée du Débarquement zu besuchen.
Hier bauten die Engländer nach der Landung und Eroberung des Dorfes einen von zwei grossen künstlichen Häfen, um Nachschub an Truppen, Material, Waffen und Munition an Land bringen zu können. Admiral Lord Mountbatten meinte dazu: „Wir haben keine Häfen dort (weil sie zu stark von den Deutschen verteidigt waren). Also bringen wir sie mit.
Im Museum, das mitten im Dorf liegt, wird diese Operation schrittweise detailliert und anschaulich beschrieben.
Am Strand und vor der Küste sieht man immer noch Reste dieses künstlichen Hafens, der wieder abgebaut wurde, sobald man ihn nicht mehr brauchte. Der Stahl, der für den Bau gebraucht worden war, brauchte man nun für andere kriegswichtige Güter.

Meine letzte Station heute war das Britisch Normandy Monument in Ver-sur-Mer.
In dieser gross angelegten Anlage wird der Britischen Soldaten und derer des Commonwealth gedacht, die ihr Leben in der Normandie verloren.
Am nördlichen Ende des Monuments, zur Küste hin steht eine grosse Installation mit hunderten lebensgrossen Schattenrissen aus Metall von verschiedenen Soldaten. Dieses Installation heisst „Standing with Giants“ und wurde vor 3 Tagen beim Monument offiziell eingeweiht.

Morgen werde ich mich hier in Bayeux in der Stadt umsehen. Die Stadt soll geschichtlich einiges zu bieten haben. Das wohl bekannteste dürfte der Teppich von Bayeux sein, einer Stickarbeit aus dem 11.Jahrhundert, die zum UNSECO Weltkulturerbe gehört. Ausserdem will ich mir die Kathedrale anschauen. Die sieht schon aus der Ferne sehr eindrücklich aus.
Was ich danach mache, weiss ich noch nicht. Entweder Juno Beach und Sword Beach (mit der Pegasusbrücke) oder einen Abstecher in Land. Wir werden sehen.

Stay tuned.

Normandie 2026: Utah Beach

Heute habe ich damit begonnen, die historischen Orte der Invasion der Aliierten (Operation Overlord) in der Normandie zu erkunden, die am 6. Juni 1944 begonnen hatte und das Ende des 2. Weltkriegs einläutete.

Ich bin auf die Halbinsel Contentin gefahren, wo seinerzeit am frühen Morgen des 6. Juni die Angriffe aus der Luft begannen, und wo der westlichste Strandabschnitt der Landung (Operation Neptune) liegt, Utah Beach.

Zuerst fuhr ich nach La Cambe zum dortigen deutschen Soldatenfriedhof (franz. Cimetière militaire allemand de La Cambe). Dabei handelt es sich um eine deutsche Kriegsgräberstätte, auf der mehr als 21’000 deutsche Soldaten begraben liegen.

Von La Cambe ging es weiter nach Carentan-les-Marais zur „D-Day Experience“. Dieses entpuppte sich allerding als grosses, modernes Kino, in dem Filme über die Landung und den Kampf in der Normandie gezeigt werden. Nichts für mich. Schon eher für die Busladungen von Schülern und amerikanischen Rentnern, die hier in Scharen auftauchen.
Neben dem Museum gibt es eine kleine Ausstellung „Dead Man’s Corner„, die beschreibt, was am 7. Juni 1944 geschah, als Soldaten der 101. amerikanischen Luftlandedivison (101st Airborne Division -The Sceaming Eagles) auf einen Posten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 trafen. Diese Strassenecke im Nirgendwo war anschliessend während Tagen schwer umkämpft.
Wenigstens ein bisschen echte Geschichte…

Meine nächste Station war das Dorf Sainte-Mère-Église, das erste Dorf, dass bei dem Angriff der Alliierten befreit wurde.
Ich ging in erster Linie wegen der Kirche hin, an deren Turm tatsächlich eine Puppe eines amerikanischen Falslchirmjägers hängt, in Erinnerung an den Vorfall der Fallschirmjäger John Steele und Ken Russel, die bei Absprung am Morgen des 6. Juni 1944 am Kirchturm von Sainte-Mère-Église hängenblieben (und überlebten).
Ausserdem gibt es in dem Dorf gleich gegenüber der Kirche ein Airborne Museum, das detailliert den Angriff der ersten Welle auf das Dorf dokumentiert.
Die Kämpfe mussten damals sehr heftig gewesen sein. Die beiden amerikanischen Luftlandedivisionen der ersten Welle (82nd Airborne Division & 101st Aiborne Division) haben dabei fast die Hälfte ihres Bestandes verloren (gefallen, vermisst oder verwundet).
Zusammen mit den Verlusten der Deutschen liegen auf den Soldatenfriedhöfen rund um Sainte-Mère-Église insgesamt gegen 14’000 Soldaten begraben.

Weiter fuhr ich an die Küste, genauer an den Abschnitt Utah Beach, den westlichsten Landungabschnitt der Operation Neptune (die anderen Abschnitte waren Omaha, Gold, Juno & Sword), um erst einmal ein bisschen Meeresluft zu schnuppern.
Dabei machte ich einen kleinen Umweg nach Azeville, um die Batterie d’Azeville zu besichtigen.
Das ist eine eingebunkerte Artilleriebatterie des sogenannten „Atlantikwalls„, von der aus die Deutschen bei der Landung den Alliierten im Bereich des Utah Beach schwere Verluste zufügten. Azeville galt als eine Schlüsselstellung und konnte erst nach langen, schweren Kämpfen ausgeschaltet werden.

Meine letzter Halt war das „Musée du Débarquement de Utah Beach“, das ausschliesslich der Landung an Utah Beach und den daran beteiligten Verbänden gewidmet ist.
Die Leute, die dort arbeiten, sind es gewohnt, dass die Besucher englisch sprechen. Sie antworten jedem auf englisch, auch wenn dieser französisch spricht. 😉
Ich habe mich kurz mit einem Angestellten in einem Café unterhalten. Der hat mir gesagt, dass vor allem Amerikaner und Holländer das Museum besuchen würden. 85% ihrer Gäste würden englisch sprechen.
Die Wände dieses Cafés sind bedeckt mit Unterschriften von Veteranen der Landung, die als Besucher zurückgekehrt waren. Allerdings werden heute nicht mehr viele Veteranen leben, denn selbst wenn ein junger Soldat am D-Day 1944 18-jährig gewesen war, hätte er Jahrgang 1926 gehabt und wäre jetzt 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der amerikanischen Soldaten im 2. Weltkrieg betrug aber 27 Jahre.

Morgen fahre ich zum Omaha Beach.
Dort befindet sich der Pointe du Hoc, ein Felsen am Strand, den die Soldaten des 2. Ranger-Batallions unter schwerem Feuer erklommen und neutralisiert hatten.
Ausserdem werde ich unter anderem einen amerikanischen Soldatenfriedhof aufsuchen und dort das Grab von Brigadier General Theodore Roosevelt jr suchen, dem ältesten Sohn das amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.

Stay tuned.

Normandie 2026: In der Normandie angekommen

Nun bin ich in Bayeux in der Normandie. Hier werde ich die nächsten sechs Nächte bleiben und von hier aus werde ich ab morgen meine Entdeckungstouren durch die Normandie beginnen.

Die dritte und letzte Etappe meiner Fahrt in die Normandie war mit 294 km die kürzeste. Dafür habe ich rund fünf Stunden gebraucht, wobei ich eine kurze Mittagspause mit Picknick eingelegt habe.
Auch heute habe ich alle Autobahnen gemieden und bin quasi über „Stock und Stein“ gefahren. So habe ich fast eine Stunde gebraucht, um aus Orléans herauszukommen, weil mich das Navi durch Quartierstrassen gelotst hatte. zum Glück war Samstagmorgen und es gab keinen Pendlerverkehr. 😉
Alles in allem war es wie bei den anderen beiden Etappen eine schöne und entspannte Fahrt.
Insgesamt war die Strecke, die ich in drei Tagen zwischen Zuhause und hier zurückgelegt habe, 940 km lang.

Nun bin ich im Hotel Campanile Bayeux abgestiegen. Hier übernachte ich diese Woche, bevor ich am Freitag weiter nach Pontorson fahren werde.

Bayeux war übrigens die erste Stadt der Normandie, die nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 4.Juni 1944 von der deutscher Besetzung befreit wurde.
Die erste Stadt Frankreichs, die befreit wurde, war Ajaccio, die Hauptstadt Korsikas. Das geschah allerdings schon am 9. September 1943.
Die erste Gemeinde der Normandie, die befreit wurde, war Sainte-Mère-Église.
Dieses Dorf wurde durch den Film „The Longest Day“ (dt der längste Tag) aus dem Jahr 1962 bekannt.
Dort wurde die wahre Begebenheit gezeigt, wie ein amerikanischer Fallschirmjäger mit seinem Fallschirm am Kirchenturm von Sainte-Mère-Église hängen blieb und sich nicht befreien konnte, während unter ihm eine heftiger Kampf seiner Kameraden der 82. amerikanischen Luftlandedivision und den deutschen Besatzern tobte. Während im Film nur einer hängen blieb, waren es in Wirklichkeit zwei Fallschirmjäger. Beide überlebten den Zwischenfall.
Noch heute hängt in Erinnerung daran (und natürlich als Touristenattraktion) die Puppe eines Fallschirmjägers am Kirchturm von Sainte-Mère-Église. Es versteht sich von selbst, dass ich mir das anschauen will, wenn ich schon in der Nähe bin.

Ausserdem habe ich heute bei meiner Ankunft entdeckt, dass es wohl auch einiges in Bayeux zu sehen gibt, nicht nur den Teppich von Bayeux, der zum UNSECO Weltkulturerbe zählt. Alleine die Kathedrale ist sehenswert.
Das habe ich alles während der Vorbereitungen nicht gesehen. Da werde ich den Reservetag, den ich bei jeder Reise einbaue und nicht verplane, wohl in Bayeux verbringen.;-)

Stay tuned.

Normandie 2026: Die zweite Etappe

Nun bin ich in Ardon, in der Nähe von Orléans, ca 150 km südlich von Paris.

Für die zweite Etappe von 350 km habe ich über sechs Stunden gebraucht, allerdings mit drei Pause, einmal zum Tanken und zwei Mal um Mitagessen einzukaufen und auf einem Picknickplatz zu essen. Die effektive Fahrzeit dürfte etwas weniger als 5 Stunden betragen haben.

Wie gestern war das Wetter sehr schön: Sonne und strahlend blauer Himmel ohne die kleinste Wolke. Da ich wie gestern ausschliesslich auf Haupt- und Landstrassen gefahren bin (was auch der Grund für die längere Fahrzeit ist), konnte ich einen Tag mit einer entspannten Überlandfahrt geniessen.

Nun bin ich im Hôtel Mercure Orléans Portes de Sologne abgestiegen, einem Golferhotel der Accor Gruppe mit angeschlossenem Golfplatz. Das Bild unten zeigt die Sicht von meinem Zimmer im zweiten Stock.
Entsprechend sind auch die Gäste hier: Kaum jünger als ich, in gestylter Golfkleidung, die Golftasche auf Räder hinter sich her ziehend, Handy ständig am Ohr und teueren SUV auf dem Parkplatz. 😉

Die morgige dritte Etappe bringt mich über ca 380 km nach Bayeux, meinem Ziel in der Normandie.

Stay tuned.

Normandie 2026: Die erste Etappe

Nun bin ich in Frankreich.
Genauer auf dem Weg in die Normandie.
Dort will ich 10 Tage lang die historischen Orte besuchen, die beim Angriff der Alliierten am 4. Juni 1944 und den folgdenden Tagen und Wochen eine Rolle gespielt haben.

Die Anfahrt, und später auch wieder die Rückfahrt, fahre ich in drei Etappen mit je zwei Übernachtungen unterwegs.

Heute bin ich die erste Etappe gefahren.
Für die rund 300 km von zuhause nach Dole habe ich fast 7 Stunden (inkl 2 Stunden Pause) gebraucht, bei wunderbarem Wetter.

Ich bin zuerst nach Crémines gefahren und habe dort den Sikypark besucht. Ich habe einige Bilder der Tiere dort eingefangen und habe im Sikypark auch zu Mittag gegessen. Nach etwas mehr als zwei Stunden bin ich dann weiter.

Auf der Fahrt von Crémines nach Dole habe ich bewusst alle Autobahnen gemieden, und bin gemütlich über Land durch den schweizerischen und französoschen Jura entlang des Doubs gefahren. Hinter Saignelégier habe ich in Goumois den Doubs und damit die Grenze zu Frankreich überquert.

Die ganze Fahrt verlief problemlos. auch der Verkehr stellte kaum ein Problem dar. Am meisten Stau hatte ich auf der A1 zwischen Winterthur und dem Gubristtunnel… 😉

Heute übernachte ich am Stadtrand von Dole im Sure Hotel by Best Western Dole. Morgen geht’s dann weiter auf der zweirten Etappe bis in die Nähe von Orléans.

Stay tuned.