
Heute habe ich mir in Reykjavík etwas Kultur gegönnt. 🙂
Als erstes habe ich dem Isländischen Punkrock-Museum (Pönksafn Íslands) einen Besuch abgestattet. Da bin ich bei meinen letzten Besuchen in Reykjavík oft daran vorbeigegangen, ohne es zu bemerken. Erst gestern ist mir das Schild aufgefallen, dass eine Treppe hinab auf das Museum hinwies.
Tatsächlich befindet sich das Museum in einer ehemaligen, unterirdischen öffentlichen Toilette mitten in der Fussgängerzone von Reykjavík, gleich gegenüber dem Sitz der Premierministerin.
Die Toilette steht unter Denkmalschutz und konnte deshalb nicht behinderten-gerecht umgebaut werden. Also wurde sie geschlossen, bis vor sieben Jahre eine Gruppe Punks auf die Idee kam, dort ein Museum einzurichten.
Und genau so sieht es aus. Und die Punkmusik ist nicht zu überhören.
Und am Eingang, an der Kasse, sitzt ein waschechter Punk mit grünem Irokesenschnitt, Tattoos, jede Menge Piercings im Gesicht und Lederklamotten mit vielen Ketten. Neben ihm auf dem Stuhl ein kleiner weisser Hund.
An ihm sah man auch gleich, dass der Punkrock auch in die Jahre gekommen ist, und vor allem eine Modeerscheinung der späten 60er und der 70er Jahre war. Der Mann war höchstens 5 Jahre jünger als ich. 😉
Das nächste Museum, das ich besuchen wollte, war das Photographie-Museum (Reykjavík Museum of Photography).
Aber da hatte ich Pech. Die hatten die letzte Ausstellung gestern abgebaut und waren nun im Begriff, eine neue Ausstellung zu installieren. Also gab es heute nichts zu sehen.
Ich hab’s mir für das nächste Mal vorgemerkt.
Also bin ich weiter zum alten Hafen gegangen. Diesen Teil von Reykjavík mag ich besonders. Da ist viel los und es gibt ein paar Museen sowie viele kleinere Restaurants.
Dort habe ich das Saga-Museum besucht. Da war ich vor 7 Jahren bei meiner ersten Islandreise schon einmal. Das Museum erzählt mittels Wachsfiguren und Ton die isländische Geschichte von der Landnahme bis ins Mittelalter. Island hat einen sehr gewalttätige Geschichte. Selbst die Reformation ging nicht ab, ohne dass man den letzten katholischen Bischof und seine beiden Söhne köpfte.
Den Rest des Tages verbrachte ich bei Kaffee in meinem neuen „Lieblingskaffee“ in Reykjavík, dem Hressó Hressingarskálinn an der Austurstræti 20.
Neben der Kuchenauswahl gefällt es mir dort wegen der Atmosphäre und dem Umstand, dass nie viele Leute drin sind und man seine Ruhe hat. Einen solchen Ort brauche ich, um in meinem neuesten „Isländerbuch“ zu lesen: „Kalmann und der schlafende Berg“ von Joachim B. Schmidt.
Der Autor ist eigentlich ein Bündner, lebt und arbeitet aber schon sehr lange in Island und besitzt auch die isländische Staatsbürgerschaft. Seine Figur Kalmann Óðinsson ist etwas zurückgeblieben und lebt an einem der abgelegensten Ort in Island, in Raufarhöfn in Nordostisland. „Kalmann und der schlafende Berg“ ist der zweite Kalman-Roman von Schmidt. Die passende Lektüre für diese Reise. 🙂
Versteht sich schon fast von selbst, dass ich schon zwei Mal in Raufarhöfn war. Das erste Mal kannte ich Schmidt und die Kalmann-Geschichte noch gar nicht. 😉
Das Wetter wechselt nun wieder. Während es am Morgen noch so schön war wie gestern, zogen ab Mittag mehr und mehr Wolken auf. Heute Abend ist es nun komplett bewölkt, was ausnahmsweise sehr, sehr schlecht ist.
Heute sind die Vorhersagewerte für Nordlichter für Reykjavík (eigentlich ganz Island) so hoch wie schon lange nicht mehr. Der Himmel müsste heute Nacht grün leuchten. Wenn bloss die Wolkendecke nicht wäre…
Voraussichtlich wird man kaum etwas sehen. Ich werde um 22:00 noch einmal raus gehen, und nachschauen, ob es sich lohnt, die Kamera auszupacken. Aber ich habe keine grosse Hoffnungen. 😦
Morgen beginnt meine Reise rund um die Insel. Ich werde von Europcar um 09:00 abgeholt, um dann beim Flughafen meinen Mietwagen zu übernehmen.
Dann kann ich losfahren.
Übrigens fiel im Hochland gestern Nacht der erste Schnee. Heute wurden mehrere Hochlandpisten gesperrt, unter anderem die Sprengisandsleið (F26), die längste Hochlandpiste.
Da ich damit gerechnet hatte, im September hier Schnee zu sehen, habe ich bewusst keine Strecke durch das Hochland geplant. Ich müsste meine Pläne nun sowieso ändern…









