Die Vesterålen & Lofoten

Eine weitere kurze Nacht

Auch die letzte Nacht war verhältnismässig kurz. Ich habe knapp sechs Stunden geschlafen.
Das lag daran, dass wir von 23:45 bis 01:45 in Tromsø angelegt hatten und ich zusammen mit meinen Tischnachbarn (zwei Niederösterreicher) unterwegs war, um Nachtbilder zu schiessen; mit einer kleinen Hoffnung, dass dabei auch ein paar Nordlichter auftauchten. Diese Hoffnung wurde jedoch nicht erfüllt. Trotzdem war ich erst um 01:30 wieder an Bord, und bis ich im Bett war, war es nach zwei Uhr…
Also ist der Plan, heute vor Mitternacht schlafen zu gehen. Mal schauen.
Wir haben heute Nacht eine 4 stündige Passage über relativ offenes Meer und werden erst gegen 02:30 in Bodø anlegen. Da passiert die ganze Nacht nichts Besonderes, wenn das Meer ruhig bleibt…

Die verwinkelten Inseln und Inselchen Vesterålen und Lofoten

Heute sind wir den ganzen Tag durch die Wasserstrassen der Vesterålen und Lofoten gefahren. Die Inseln kamen manchmal so nahe, dass man das Gefühl hatte, sie berühren zu können.
Es ist faszinierend, zu sehen, wie die Seeleute dieses grosse Schiff mit grosser Genauigkeit da durch führen. So ist der ausgebaggerte Kanal vor Risøyhamn gerade mal 100 Meter breit und sieben Meter tief. Unser Schiff hat einen Tiefgang von 4 Meter 90.

Doch noch ein paar Nordlichter

In Svolvær bin ich dann noch einmal von Bord gegangen, um zu fotografieren. Zum Einen wollte ich die Magic Ice Bar wieder besuchen, und ein paar Bilder von den Eisskulpturen machen. Das letzte Mal hatte ich bei meinem ersten Besuch dort nicht die richtige Kamera dabei.
Zu Anderen wollte ich ein paar Nachtaufnahmen von dem Städtchen machen, denn bei meinem letzten Besuch hatten die dort Mitternachtssonne. Es wurde nie richtig dunkel.
Mit Nordlichtern hatte ich aufgrund der Prognosen und der Lage der Stadt nicht mehr gerechnet.
Aber genau die tauchten zum Ende meines Langgangs auf. So habe ich in aller Eile (ich wollte auf keinen Fall das Schiff verpassen…) noch ein paar Nordlichter fotografieren können. 🙂

Das Wetter war übrigens den ganzen Tag bewölkt und diesig. Die Temperaturen bewegten sich auch in der Nacht kaum unter -6 Grad. Also nicht mehr wirklich kalt…

 
Der schmale Kanal und die Brücke bei Risøyhamn
Der schmale Kanal und die Brücke bei Risøyhamn

Der zweite Tag auf See

Kurze Nacht

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es geht mir heute viel besser. Ich spüre keine Symptome der Seekrankheit mehr. 🙂
Auch die Nacht verlief ruhig, aber ich habe wenig geschlafen.
Das lag aber nicht an der Seekrankheit, sondern daran, dass ich zum Einen erst um zwei Uhr ins Bett kam, weil ich noch den Nordlichtern zugeschaut hatte (Fotografieren ohne Stativ auf einem fahrenden und schwankenden Schiff ist fast nicht möglich…), und zum Anderen, dass das Schiff auch in der Nacht immer wieder anlegt und be- und entladen wird. Da wird man ständig von Vibrationen und Lärm geweckt.
Die Hurtigruten-Schiffe sind halt noch Post- und keine Kreuzfahrtschiffe.

Der wilde arktische Winter

Dass es mir besser geht, kann kaum daran liegen, dass sich die See beruhigt hat.
Im Gegenteil: Es herrschte fast den ganzen Tag ablandiger Wind in Windstärken bis zu 7 auf der Beaufort-Skala (= 50-61 km/h).
Da der Wind aber vom Land auf die See bläst und nicht umgekehrt, gibt es keine besonders grossen Wellen. So werden die Stabilisatoren des Schiffes besser mit dem Seegang fertig.
Allerdings kann man sich nicht mehr überall draussen auf Deck aufhalten. Der Wind ist einfach zu stark (und zu eisig).
Die Temperaturen sind um gute 10 Grad wärmer als in Finnland, also um die -11 Grad Celsius. Das wäre an und für sich kein Problem. Aber der Wind lässt das Ganze dann noch kälter werden.
Dass es mir trotz dieses Wetters im Gegenteil zu gestern gut geht, wird also eher daran liegen, dass ich mich an den Seegang gewöhnt habe. Und ich nehme prophylaktisch jeden Tag noch eine Tablette.

Zum Thema „Prophylaxe“ hat übrigens Peter, der „Expeditionsleiter“ (im wesentlichen der Leiter des Reisebüros an Bord), der bei den Vorträgen die betagten Deutschen (und davon hat’s viele hier an Bord, sehr viele…) mit alten, schlüpfrigen Witzen unterhält, schon gestern geraten, sich Spikes für die Schuhe zu besorgen, wenn man an Land will.
Heute hat er es erneut getan, und es die „billigste Reiseversicherung“ genannt, weil man damit nicht mit einem gebrochenen Arm oder Bein als Resultat von einem Sturz im Spital landet.

Ich habe mir die Spikes schon zu Hause beschafft und mitgenommen. Und ich muss sagen, die haben sich heute beim Landgang in Hammerfest sehr bewährt. 🙂

Hammerfest

Die Stadt Hammerfest nennt sich mit ihren rund 10’000 Einwohnern die nördlichste Stadt der Welt.
Zwar gibt es noch eine Stadt, die weiter nördlich liegt, nämlich Vardø mit etwas mehr als 2’000 Einwohner. Aber Vardø hatte seinerzeit das Stadtrecht wegen einer Gesetzeslücke erwerben können.
Heute aber braucht eine norwegische Gemeinde mindestens 5’000 Einwohner, um sich Stadt nennen zu dürfen.

Hammerfest lebte einst von der Fischindustrie und gedieh sehr gut. Die Firma „FINDUS“ wurde hier gegründet, ist aber nicht mehr in der Stadt ansässig.
Heutzutage prosperiert die Stadt noch mehr durch die Energieindustrie, die den Fischfang und -handel abgelöst hat.
In Hammerfest wird unter anderem Erdgas in grossem Stil hochgepumpt, verarbeitet und verschifft. Und die Erdgasvorräte dort scheinen noch ca 30 Jahre zu halten.

Heute Abend, kurz vor Mitternacht, werden wir in Tromsø anlegen und zwei Stunden dort bleiben.
Da ich mich da ein bisschen auskenne (ich war letztes Jahr insgesamt fünf Tage dort), habe ich mich entschieden, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und mich nicht einer geführten Gruppe anzuschliessen.

Hütten der Samen

Eingeschifft

200 km weiter nach Norden

Wieder hat mich heute ein Fahrer direkt beim Hotel abgeholt und mich nach Kirkenes gefahren.
Hat alles tiptop geklappt. Pünktlich um 08:00 stand der Bus vor dem Hotel und wir fuhren, unterbrochen durch eine Kaffeepause, die 200 km nach Kirkenes in einem Zug durch.
Dank der Spikes, die das Fahrzeug aufgezogen hatte, und auch weil es kaum Verkehr hatte, konnte der Fahrer fast durchweg 80 bis 100 km/h fahren.
Lediglich Rentiere, die immer wieder gemütlich über die Strasse gingen, als ob nichts wäre, zwangen den Fahrer zum Verlangsamen.
Ansonsten traf ich um 09:30 Ortszeit direkt am Hurtigruten-Anleger ein. Mein Schiff, die MS Finnmarken lag schon da, und die letzten Passagiere gingen von Bord.
Ich konnte direkt einchecken, aber die Kabine war erst mit der Abfahrt in ca 2.5 Stunden bereit. Also ging ich erst einmal in den Ort, um mir einen Kaffee und ein Sandwich zu gönnen. Draussen herumzuspazieren war eine zeitlich eingeschränkte Option, denn es herrschte um die -21 Grad Celsius.
Danach ging ich an Bord auf das Panoramadeck, bis wir ablegten, und ich in die Kabine konnte, um mein Gepäck auszupacken.

Die Schiffsreise beginnt

Schon bald nach dem Ablegen und dem Verlassen des Hafens zeigte sich allerdings, dass die See ziemlich unruhig war. Es war fast unmöglich, einigermassen geradeaus zu gehen.
Und ich kriegte das in meiner Kabine innerhalb kürzester Zeit zu spüren: Mir wurde schwindlig und übel, und ich hatte kalte Schweissausbrüche.
Ich weiss von früheren Fahrten auf dem Wasser, dass ich selbst eine sehr stürmische See gut überstehe, wenn ich mich nicht hinsetze und mich möglichst an der frischen Luft aufhalte.
Aber das war beides nur beschränkt möglich: zum einen musste (wollte) ich meine Koffer fertig auspacken, und zum anderen musste ich um 14:00 zum Sicherheits-und Informationsvortrag. Also mussten Medikamente her, welche ich in weiser Voraussicht gekauft und mitgenommen hatte.
Ob die wirkten oder ob es daran lag, dass wir ruhigere See kriegten? Auf alle Fälle ging es mir nach ca 2 Stunden wieder besser und das Abendessen um 19:30 (ich bin in der letzten Ablösung) musste nicht ausfallen.

Die See ist immer noch etwas unruhig und das Schiffe bewegt sich auf und ab. Sicher nicht schlimm, aber bei mir reicht es, dass ich mich fühle, wie früher beim nach Hause gehen nach einem ausgiebigen Kommers mit der Verbindung. Mir ist zwar nicht schlecht, aber das komische Gefühl im Magen ist zurückgekommen, und ich fühle mich wie betrunken.
Mal sehen, was die Nacht bringt….

Für Morgen habe ich eine Stadtrundfahrt in Hammerfest gebucht, der nördlichsten Stadt der Welt.
Und in der Nacht, wenn wir gegen Mitternacht anlegen, werde ich Tromsø auf eigene Faust erkunden. Ich kenne die Stadt ein wenig von früheren Besuchen her. Und ich habe meine Vorstellungen, wohin ich will. 

MS Finnmarken im Hafen von Kirkenes
MS Finnmarken im Hafen von Kirkenes

 

 

Es ist kalt in Lappland

Schönes Wetter

Heute war den ganzen Tag wunderschönes Wetter. Bis zum Abend keine einzige Wolke, und die Sonne schien, sobald sie aufgegangen war – von 11:30 bis 14:30…
Wie gesagt, schönes Wetter bis am Abend. Davon dann aber später.

Die Temperaturen war den ganzen Tag ungeachtet der Sonne um die -20 Grad Celsius.
Es ist aber eine sogenannt trockene Kälte, also gut zu ertragen; wenn man richtig angezogen ist. Aber das sollte sowieso klar sein. 😉

Am Morgen bin ich erst einmal mit der Kamera losgezogen, um ein paar schöne Winterbilder einzufangen.
Allerdings war nach einer guten Stunde ohne Bewegung genug. Die Kälte „kroch“ an kleinen Schwachstellen unter meine „Kälteschutzrüstung“: zum Beispiel an den Fingern, weil ich die immer wieder brauchte, um die Kamera zu bedienen.
Das ist ein generelles Problem für jeden Fotografen, und die Handschuhe mit den auf- und umklappbaren Fingerspitzen an Zeigefinger und Daumen verlängern die Widerstandsfähigkeit zwar (weil man die Handschuhe nicht mehr jedes Mal ausziehen muss), aber am Ende sind auch diese Fingerbeeren eingefroren und tun nur noch weh. Und dann lässt sich auch keine Kamera mehr bedienen.
Grund genug also, zurück ins Hotelzimmer zu gehen, und sich bei einer heissen Tasse Tee aufzuwärmen, während ich die Bilder sichtete, die ich eben gemacht hatte.

Snowmobile Safari

Für den Nachmittag hatte ich gestern eine zweistündige Snowmobile Safari gebucht.
Ich wurde um viertel vor Eins am Hotel abgeholt und zum Veranstalter gebracht, wo schon andere Teilnehmer warteten.
Als erstes wurden wir in Thermokleidung eingepackt: Schuhe, Overall, Kopfüberzug, Helm und Handschuhe.
Darunter behielten wir unsere Kleidung an. Ich war nun also in mehrere Schichten eingepackt und kam mir vor wie ein Michelin-Männchen. Aber das brauchte es auch, denn das Thermometer stand nun, um 13:00, auf unter -20 Grad Celsius, und mit dem Fahrtwind wurde es dann noch deutlich kälter. Der trockene Kommentar des finnischen Guides: „Wir gehen nicht tanzen, wir gehen Schneemobil fahren“.
Merke: Wenn Dir ein Finne sagt, „es ist kalt“, dann ist es auch. 😉

Nach einer kurzen Einführung auf der Maschine ging es dann los: Der Guide voraus und die sechs anderen Maschinen in Einerkolonne hinterher, ich zuletzt.
Dieses „Schneetöffs“ sind vollautomatisch. Alles was man machen muss, ist Gas geben und bremsen. Allerdings reicht es meistens, das Gas wegzunehmen, damit man zum stehen kommt.
Was ich allerdings unterschätzt hatte, war der Kraftaufwand, der beim Lenken nötig ist. Grundsätzlich geht es umso leichter, je schneller man fährt. Aber dann wird man ganz schön durchgeschüttelt. Diese Dinger haben keine Federung. Und als Anfänger weiss man zu Beginn noch nicht so recht, wie diese Maschine reagiert. also fährt man tendenziell etwas langsamer.
Das geht es vor allem am Anfang ganz schön in die Arme.
Das Schnellste, was ich aus dem Schneemobil bei voll durchgedrücktem Gashebel herausholen konnte, waren 40 km/h
Aber es macht wirklich Spass. Und die Landschaft auf dem zugefrorenen Inarijärvi (Inarisee) mit der absolut klaren Sicht war beeindruckend. Der See ist mit seinen über 1’000 km2 Fläche und über 3’000 Inseln der drittgrösste Finnlands.
Am Ende der rund 25 km langen Tour spürte ich die Kälte hauptsächlich an den Füssen, denn die Griffe der Maschine waren beheizt. Sogar der Gashebel, der mit dem Daumen der rechten Hand bedient werden muss, hatte eine eigene Heizung.
Ausserdem fror mein Helmvisier gegen Ende fast vollständig zu, so dass ich die Wahl hatte, entweder mein Gesicht zu schützen und meinen Vordermann nur schemenhaft zu sehen, oder mir den Fahrtwind in Gesicht blasen zu lassen, was nur eine kurze Zeit auszuhalten war.
Alles in allem hat sich dieser Ausflug gelohnt, und wenn ich wieder ‚mal nach Lappland komme, werde ich das sicher wieder buchen.

Am Abend war das schöne Wetter dann leider wieder zu Ende. Seit dem Eindunkeln wurde die Bewölkung immer stärker.
Und während ich das hier um 21:00 schreibe, ist wie gestern schon eine starke Nordlichter-Aktivität angesagt. Nur sieht man wie gestern schon nichts davon. Schade.
Aber ich hoffe auf die folgenden Abenden entlang der Hurtigruten Strecke.

Morgen früh um acht geht der Bus nach Kirkenes, wo ich dann 3 Stunden später an Bord der MS Finnmarken gehen werde.

Zwischenhalt mit heissen Tee auf dem Inarijärvi
Zwischenhalt mit heissen Tee auf dem Inarijärvi

Und weiter geht’s Richtung Norden

Am Morgen in Ivalo

Heute Morgen habe ich die Umgebung des Hotels Ivalo erkundet, und bin auch ins Zentrum des kleinen Ort Ivalo gegangen.
Die Temperaturen lagen beim Aufstehen bei -12 Grad Celsius, der Himmel war bewölkt und es schneite leicht.
Und so blieb es den ganzen Tag.
Laut den Einheimischen war es Gottseidank nicht mehr so kalt. Offenbar hatten die hier am letzten Wochenende um die -35 Grad!
Ich musste feststellen, dass man sich selbst bei diesen Temperaturen zu warm anziehen kann.
Von meinem ersten Ausflug mit Kamera und Stativ kam ich komplett durchgeschwitzt zurück ins Hotel. Ich war patschnass trotz zweistelligen Minustemperaturen.
Meine Kleider, die ich extra für diesen Trip gekauft hatte, sind offenbar so gut, dass zwei Schichten reichen, wenn es nicht unter -20 Grad ist.
Ich lerne. 😉
Das Problem mit der Schwitzerei ist, dass es nicht nur ziemlich nervt, sondern dass man sich so sehr leicht eine Erkältung holen kann (denn kalt ist es ja trotzdem). Und das möchte ich hier eigentlich nicht mit mir herumschleppen.
Also gilt es, genau zu überlegen, was man bei welcher Gelegenheit anziehen soll.

Weiter nach Inari

Nach dem Mittag wurde ich im Hotel abgeholt und nach Inari gefahren. Die Fahrt dauert bloss ca 30 Minuten.
Dazu ist zu sagen, dass man hier mit Spikes fährt und deshalb auch auf schneebedeckter Strasse ausserorts gut 80 kmh oder mehr fahren kann.
Für mich war das am Anfang ziemlich gewöhnungbedürftig. Ich habe dann aber rasch gemerkt, dass der Fahrer den Wagen sehr gut im Griff hatte.

Nun habe ich im Hotel Kultahovi eingecheckt und werde die nächsten zwei Nächte hier übernachten.
Morgen werde ich am Morgen die nähere Gegend erkunden und nach Bildmotiven suchen.
Für den Nachmittag habe ich „Schneemobil fahren“ gebucht.
Der Spass kostet mich für zwei Stunden zwar €130.–. Aber das habe ich noch nie gemacht, und es sieht nach viel Spass aus… 😉

Selbstverständlich habe auch heute einige der Bilder bereits bearbeitet und in die Galerie „Norwegen & Finnland 2019“ hochgeladen.

Das Hotel Ivalo von gegenüberliegenden Ufer des zugefrohrenen Fluss Ivalojoki
Das Hotel Ivalo von gegenüberliegenden Ufer des zugefrorenen Fluss Ivalojoki

In Lappland angekommen

Am Ziel des ersten Reisetages

Der Weiterflug mit Finnair von Helsinki nach
Ivalo verlief genauso pünktlich und ereignislos wie schon der Flug nach Helsinki.
Allerdings ist es etwas überraschend, beim Aussteigen anstelle einer gedeckten Gangway (wie in Zürich und Helsinki) ein schneeebedecktes Rollfeld, -10 Grad Celsius und leichten Schneefall anzutreffen.
Aber es waren nur ein paar Meter bis zum Abfertigungsgebäude. Da musste jetzt wirklich niemand frieren. Zumindest ich im Hemd nicht (die Jacke war noch in der Tasche, denn im Flugzeug war es schliesslich geheizt…).
Die anderen verbrachten die Zeit, die sie gebraucht hätten, um ins Abfertigungsgebäude zu gehen, lieber damit, im Freien ihre Jacken anzuziehen, um dann vor dem Flugzeug Selfies zu schiessen… 😉
Des Schreibers Höflichkeit verbietet es, die Nationalität dieser ziemlich grossen Gruppe zu nennen…

Nun habe ich im Hotel Ivalo eingecheckt, und zu meiner Überraschung ein eigentliches Apartment mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und eigener Sauna gekriegt. Nach dem Abendessen machte ich noch einen Spaziergang im tiefverschneiten Ivalo . 🙂

Wie immer bei meinen Reisen lade ich auch dieses Mal einige Bilder direk hier hoch, während ich das Gros dann nach meiner Rückkehr bearbeite und hochladen.
Ergo habe ich heute die Galerie „Finnland & Norwegen 2019“ eröffnet und werde dort in den folgenden Tagen immer wieder aktuelle Bilder hochladen.

Flughafen Ivalo
Ankunft auf dem Flughafen Ivalo

Unterwegs in den Norden


Zwischenstopp in Helsinki

Nun bin ich also nach einem pünktlichen und ereignislosen Flug mit Finnair von Zürich in Helsinki angekommen.
In einer knappen Stunde geht es dann weiter nach Ivalo im Norden von Lappland; meinem heutigen Ziel. Hier in Helsinki ist es um 16:00 Ortszeit zwar noch hell, aber man merkt schon, dass der Tag zu Ende geht.

Wenn ich in Ivalo in knapp zweieinhalb Stunden ankommen werde, wird dort bereits tiefste Nacht herrschen. 😉

Helsinki Airport
Helsinki Airport

Island 2017: Island ist teuer?

Island_flagAn der Stelle erlaube ich mir, ein paar Worte zu den Preisen hier in Island zu verlieren. Wobei sich meine Erfahrungen erst einmal auf die Hauptstadt Reykjavík beschränken.
Hauptstädte sind in der Regel fast überall auf der Welt teurer als der Rest des jeweiligen Landes. Und wenn dann solche Massen an Touristen (im Vergleich zur Grösse der Stadt) auftreten wie hier, dann liegt man sicher nicht falsch, wenn man annimmt, dass die Preise dadurch noch einmal etwas höher sind.

Nun, dass die Preise für fast alles in skandinavischen Ländern höher sind als im restlichen Europa (ja sogar höher als im sogenannten „Hochpreisland“ Schweiz), hat sicher jeder schon einmal gehört.
Ich selbst durfte mich davon in Dänemark, Schweden und Finnland davon überzeugen; und kann nun sagen, dass das auch für Island gilt.
Island soll gar das teuerste Land sein. Zumindest sagte mir das eine einheimische Verkäuferin heute. Und dass ihr das ein wenig peinlich sei.

Das mag absolut gesehen auch stimmen. Und es stimmt definitiv, wenn es um alkoholische Getränke geht. Gerade heute habe ich in einem kleinen Restaurant für eine Büchse einheimisches Bier 1’200 isländische Kronen bezahlt. Gemäss aktuellem Mittelkurs sind das 10.95 Schweizer Franken.
Das schaffen nicht einmal wir in der Schweiz. Das ist mein persönlicher Rekord. Selbst im superteuren Washington DC kostete mich ein Bier im trendigen Georgetown damals umgerechnet „nur“ acht Franken. 😉

Aber wenn ich mir die anderen Preise anschaue, habe ich den Eindruck, dass die gar nicht soooo weit von unseren Preisen zu Hause entfernt sind. Ein Cappucino kostet in Reykjavík im Durchschnitt 550 isländische Kronen, also gute 5 Franken. Das bezahle ich in der Zürcher oder Berner Innenstadt auch. Und eine Cola kostet hier um die 400 Kronen, also 3.65 Franken. Nach meinen Erfahrungen kriege ich das in der Schweiz schon lange nicht mehr zu diesem Preis.
Etwas teurer wird’s hier, wenn man essen geht:
Eine Portion Spaghetti Carbonara hat mich gestern Abend 2990 Kronen (CHF 27.30) gekostet.
Oder eine einfache Pizza schlägt locker ‚mal mit 2200 Kronen (CHF 20.–) zu Buche.
Zusammen mit Getränken und eventuell Salat kann so ein einfaches Abendessen locker mal um die 45 Franken kosten.
Fleischgerichte sind naturgemäss noch teurer.

Wie weit Souvenirs oder Museumseintritte für einen Preisvergleich herangezogen werden sollten, ist in meinen Augen zumindest fraglich. Hier regeln doch Angebot und Nachfrage den Preis.
Solange Touristen für Museumseintritte umgerechnet mehr als 20 Franken bezahlen, und TShirts im Souvenirshop für über 35 Franken über den Tisch gehen, wären die Isländer ganz schön blöd, wenn sie weniger verlangen würden. 🙂
Ausserdem sind diese Preise im Gegensatz zu anderen Dienstleistungen und Essen für die einheimische Bevölkerung kaum relevant.

Über die Hotelpreise hier weiss ich nicht so genau Bescheid, da ich meine Reise von einem Reisebüro habe zusammenstellen lassen und pauschal bezahlt habe. Aber was ich im Netz gesehen habe, lässt den Schluss zu, dass sich diese Preise in demselben Rahmen bewegen, wie man sie auch in anderen Städten in Nordeuropa findet.

Alles in allem stimmt es schon: Island ist ein teures Pflaster.
Besonders, um hier Ferien zu machen. Verglichen mit den traditionellen Feriendestinationen in Südeuropa, Amerika und Asia ist es sogar exorbitant teuer.
Als Feriendestination es sicher nicht für Leute mit kleinem Budget geeignet. Ebenso wenig wie für Sonnenanbeter und den Liegestuhlfetischisten unter den Pauschaltouristen.

Wer nach Island kommt, sollte davon ausgehen, dass er hier für das tägliche Leben mindestens genauso viel bezahlt wie zu Hause; eventuell auch ein bisschen mehr. Und sollte beachten, dass zu Hause die Kosten weiter anfallen, auch wenn er sie quasi hier schon einmal bezahlt hat.

Ich bin gespannt, welche „Preiserfahrungen“ ich ab morgen machen werde, nachdem ich Reykjavík verlassen habe und mit dem Auto in ländlichere Gegenden vorstossen werde.

 

Island 2017: Island aus der Luft

Island_flagIch habe eben der Galerie „Reykjavík“ noch zwei Bilder zugefügt, die ich gestern beim Landeanflug auf Kevlavik mit dem Handy aus dem Flugzeug geschossen habe.

Das eine Bild zeigt die Insel Heimaey, die grösste der Westmännerinseln (Vestmannaeyjar), die südlich von Island liegen. Man sieht auf dem Bild sehr gut die Krater der beiden Vulkane Helgafell (der untere, kleinere Krater) und Eldfell.
Eldfell (Feuerberg) brach am 23. Januar 1973 unerwartet und ohne Vorwarnung aus. Die Lava zerstörte beinahe das ganze Dorf und alle 5’000 Bewohner mussten von der Insel evakuiert werden. Nur weil es gelang, zum ersten Mal überhaupt den Lavastrom mit Seewasser zu kühlen und so zu stoppen, konnte ein Grossteil der Häuser gerettet werden.
Seither ist keiner der Vulkane auf der Insel mehr ausgebrochen.

Das andere Bild zeigt den Ort Grindavík an der Südküste Island. Einige Kilometer nördlich befindet sich die Blaue Lagune (Bláa Lónið), das weltberühmte Thermalbad.

 

Heimaey - Vestmannaeyjar (Westmännerinseln)
Heimaey – Vestmannaeyjar (Westmännerinseln)

Grindavík
Grindavík

Island 2017: Regentag in Reykjavík

Island_flagNachdem mich Island gestern mit wunderschönem Sonnenwetter empfangen hat, hat sich das Blatt heute gewendet: Regen und Wind sind angesagt.

Wie gestern liegen die Temperaturen hier tagsüber um die 9 Grad Celcius. Eigentlich nicht wirklich schlimm, aber mit Wind und Nässe fühlen sich die neun Grad deutlich unangenehmer an als mit Sonne. 😉

Man hat mir schon im Vorfeld meiner Reise gesagt, dass das Wetter in Island sehr schnell ändern kann. Also bin ich nicht wirklich überrascht.

Ich habe das schon einmal so erlebt. Als ich nach meiner Matura 1983 mit Interrail in Schottland unterwegs war, habe ich einem Tag in Inverness so viele Wetterwechsel erlebt, dass ich damals das Gefühl hatte, alle Formen von europäischem Wetter an einem Tag erlebt zu haben.

Damals wie heute gibt es da eigentlich nur ein Rezept: gute, wetterfeste Kleidung.
Dank meiner Bekannten, die schon einmal in Island waren, habe ich diese auch mitgenommen, und wer mich kennt, weiss, dass ich lieber Kälte als Hitze habe. Ich bin also am richtigen Ort. 😉

Gestern: Anflug auf Kevlavik bei schönstem Wetter
Gestern: Anflug auf Kevlavik bei schönstem Wetter

Heute: Wind und Regen in Reykjavík
Heute: Wind und Regen in Reykjavík

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe noch ein paar weitere Bilder in eine Galerie „Reykjavík“ hochgeladen. Weiter folgen, so bald ich Zeit und Musse habe, sie zu bearbeiten.