Island 2021: Auf Wiedersehen Island – bis bald

Island_flagNun bin ich am Flughafen Keflavík im Airport Hotel und morgen früh fliege ich nach Hause.
Somit geht auch diese Islandwoche im Winter zu Ende.

Die letzten beiden Tage, notabene die ersten im Jahr 2022, sind für mich in Reykjavík relativ ereignislos verlaufen. Daher habe ich gestern auch keinen Bericht gepostet.
Im Wesentlichen bin ich mehrere Male in der Stadt spazieren gegangen, habe gelesen und am Abend auf Netflix eine Gangsterserie geschaut.
Ich habe nun endlich den Roman „Kalmann“ von Joachim B. Schmidt fertiggelesen. Der Autor ist Schweizer, geboren und aufgewachsen in Graubünden, und lebt seit 2007 mit seiner isländischen Partnerin und den gemeinsamen Kindern in Reykjavík. Hier arbeitet er als Autor und Fremdenführer.
Der Roman „Kalmann“ spielt in Raufarhöfn, dem nordöstlichsten Dorf Islands, in dem heute noch ca 120 Menschen leben (ich war im August dort). Die Hauptfigur ist Kalman, ein etwas zurückgebliebener Mann in seinen Dreissigern. Er ist der Sheriff in Raufarhöfn und schaut im Dorf nach dem Rechten. 🙂

Das Neue Jahr begann in Island mit einem Schneesturm im Osten. Einige Strassen, darunter auch der östliche Teil der Ringstrasse an der Südküste wurden gesperrt, und man wurde aufgefordert, wenn immer möglich bis heute Mittag dort zu bleiben, wo man war: „It’s not traveling weather„.

Der Rest von Island, und damit natürlich auch Reykjavík, erlebte einiges an ziemlich starken Winden. Im ganzen Land galt Warnstufe Gelb. Das ist allerdings nichts aussergewöhnliches hier. Das habe ich im Mai/Juni schon erlebt, als ich im Westen war. Aber im Winter verstärkt der Wind natürlich das Kältegefühl (engl Windchill factor) erheblich. Auch wenn es „nur“ 0 bis -5 Grad ist, kann es durch den Wind trotz Winterkleider bissig kalt werden.
Aber der Schneefall blieb aus, und heute war richtig schönes Wetter. Der Himmel über der Hauptstadt war wolkenlos und gegen 11:30 ging die Sonne auf.
Während es gestern zeitweise ziemlich heftig stürmte, und dadurch auch die eine oder andere Werbetafel in den Strassen umgeworfen wurde, war es heute zwar immer noch recht windig. Aber der Wind hatte spürbar nachgelassen, und man konnte, entsprechend eingepackt, durchaus in der Stadt spazieren gehen.

Mein Hotelzimmer musste ich bis 12:00 geräumt haben. Da aber mein Bus zum Flughafen erst um 15:30 an der Haltestelle in der Nähe des Hotels fuhr, konnte ich mein Gepäck im Hotel einstellen und machte einen letzten Stadtrundgang.
Um 14:00 musste ich zum kostenlosen COVID Antigen Schnelltest antreten. Die Teststation war eine knappe Viertelstunden zu Fuss vom Hotel entfernt. Das Stäbchen war rasch in der Nase und nach fünf Minuten konnte ich schon wieder gehen.
Allerdings wurde ich schon etwas nervös, als das Resultat nach einer Stunde immer noch nicht per eMail gekommen war. Die hatten mir nämlich erzählt, dass das bloss 15 bis 20 Minuten dauern würde…
Stimmte da irgend etwas nicht? Schliesslich brauchte ich ein negatives Testresultat, um morgen früh an Bord des Flugzeugs gelassen zu werden.
Nun, das (negative) Testresultat kam nach über eineinhalb Stunden, fünf Minuten, bevor ich in den Bus zum Flughafen einstieg (wo man später keinen solchen Test mehr hätte machen können).

Ich habe jetzt alle Papiere (resp eMails auf den Smartphone) beisammen, und kann morgen meinen Flug nach Zürich nehmen. Zur Zeit braucht man drei Barcodes, um von Island nach Zürich fliegen zu können: COVID Impfzertifikat, einen negativen COVID Test (Antigentest nicht älter als 24 Stunden) und die Bestätigung des BAG, dass man das Einreiseformular ausgefüllt hat.

Sobald ich zu Hause bin, werde ich mit der Bearbeitung der restlichen Bilder beginnen, und diese fortlaufend in die Galerie hochladen.

Stay tuned.

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Island 2021: Sylvester in Reykjavík

Island_flagJetzt ist also schon 2022. Island hat bekanntlich GMT als offizielle Zeit. Somit ist das Neue Jahr hier eine Stunde später gekommen als zu Hause. 🙂

Einer der Gründe für diese Reise waren die Berichte, die ich über Sylvester in Reykjavík gelesen hatte.
Die Isländer sollen verrückt nach Feuerwerk sein und an Sylvester soviel davon in die Luft schiessen, wie sonst niemand. Daher gibt es in Reykjavík auch kein offizielles Feuerwerk an Sylvester, sondern bloss privates. Davon allerdings soviel, dass die Behörden Leute mit Atemerkrankungen davor warnen, ins Freie zu gehen.
Das wollte ich sehen.

Die Knallerei begann, wie bei uns, schon Tage vorher. Immer wieder hörte man einen vereinzelten Knall. Also eigentlich nicht aussergewöhnliches.
Das Ganze gewann dann heute Abend immer mehr an Intensität.
Davon habe ich aber erst einmal nichts mitgekriegt, weil ich bis 23:00 beim siebengängigen Sylvesterdinner sass. 😉
Als ich danach zur Hallgrímskirkja hochging, sah und hörte man in der ganzen Stadt Feuerwerk. Um die Kirche herum standen mehrere hundert Leute und auf einem abgesperrten Platz feuerten die Leute ununterbrochen ihr Feuerwerk ab. Genau so, wie ich es gelesen hatte.
Das steigerte sich weiter und als um Mitternacht die Kirchenglocken läuteten, knallte und blitzte es ununterbrochen. Aber nicht nur von dem abgesperrten Platz, sondern überall in der Stadt. Man konnte hinschauen, wo man wollte: Feuerwerk!
Und die Leute sind alle draussen in den Strassen, trotz Minustemperaturen. Vor der Hallgrímskirkja ist der ganze Platz gefüllt, die Strassen sind gesperrt und an ein Durchkommen ist dort für ein Auto im Moment nicht zu denken.
Selbst jetzt, eine halbe Stunde später, haben die Feuerwerke in der ganzen Stadt nicht nachgelassen. Die Leute feuern von ihren Balkonen, Dächern, Innenhöfen und auf der Strasse zwischen den Häusern. Direkt unter meinen Hotelzimmer befindet sich ein kleiner Platz, auf dem gerade einige Leute seit guten zwanzig Minuten eine Batterie nach der andern abfeuern.

So habe ich das noch nie erlebt. Diese Stadt feiert wirklich. 🙂

Vom Feuerwerk habe ich bloss mit dem Smartphone einige Bilder geschossen. Ich hoffe, es ist das eine oder andere brauchbar. Ich werte die Bilder morgen aus, und lade die guten in die Galerie hoch.

Stay tuned.

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Island 2021: Ein herrlicher Tag auf dem Gletscher

Island_flagDer heutige Ausflug ging auf den Gletscher Mýrdalsjökull, an den Rand des riesigen Kraters des Vulkans Katla im Süden Islands.

Mýrdalsjökull ist der viertgrösste Gletscher Islands, und darunter liegt die Katla (die grössten und gefährlichsten Vulkane Islands tragen alle weibliche Namen), deren Caldera einen Durchmesser von rund 10km hat. Die Katla ist quasi die grosse Schwester des weltweit bekanntesten Vulkans Islands, dem Eyjafjallajökull, der bei seinem Ausbruch 2010 während fünf Wochen grosse Teile des Flugverkehrs auf den nördliche Hemisphäre lahmgelegt hatte.
Nun, Katla ist sechs Mal grösser als Eyjafjallajökull. Da kann man sich in etwa vorstellen, was ein Ausbruch der Katla für Auswirkungen haben könnte: Bei ihrem letzten Ausbruch hat Katla immerhin quasi die Südküste Islands um 3 km erweitert.
Katla ist bisher immer nach Eyjafjallajökull ausgebrochen, im Durchschnitt alle 80 Jahre, das letzte Mal im Oktober 1918. Sie ist also überfällig…

Der Trip begann um 08:15, als ich am vereinbarten Treffpunkt „eingesammelt“ wurde. Von dort fuhren wir ca zweieinhalb Stunden entlang der Südküste nach Vík í Mýrdal. Als wir dort eintrafen wurde es langsam hell und die Sonne ging gegen 11:30 auf.

Und es herrschte strahlender Sonnenschein. Nicht ein Wölkchen am Himmel. Und so blieb es den ganzen Tag. Der wohl schönste Tag auf dieser Reise. 🙂

In Vík í Mýrdal stiegen wir (eine Gruppe von 10 Passagieren und einem Führer) auf einen sogenannten Superjeep um. Dieses Fahrzeug war zwar etwas kleiner als der Monstertruck am Dienstag. Aber auch bei dem konnte der Fahrer den Luftdruck in den riesigen Reifen nach Belieben variieren, um durch den tiefen Schnee auf dem Gletscher zu kommen. Aber im Innern hatte das Gefährt den Komfort eines Busses und war mit den neuesten technischen Geräten ausgerüstet. Angeblich sind diese Wagen sehr wartungsintensiv. Da wird täglich ein kleiner Service gemacht und jedes Ventil kontrolliert. Das natürlich auch eine Sicherheitsfrage, denn die Fahrzeuge dürfen auf dem Gletscher nicht steckenbleiben.

Mit dem Superjeep fuhren wir dann ca 40 Minuten durch tiefen Schnee und über Eis auf den Gletscher. Wir kamen nur sehr langsam voran und die Fahrt war ziemlich holprig. Der Jeep „Schwamm“ fast auf dem Schnee.
Unterhalb des Randes der Caldera von Katla gab es eine Art Parkplatz, auf dem bereits 4 oder 5 fünf solcher Superjeep von verschiedenen Firmen standen.

Von dort ging es, ausgerüstet mit Helm und Steigeisen, weiter zu Fuss über Eis und Schnee zu dem, was aussah wie Felsen. Aus der Nähe erwiesen sich diese Felsen allerdings aus Eis. Meterhohe Eisberge sozusagen. Wir bewegten uns über eine Stunde zwischen und auf diesen Eisbergen und krochen auch durch natürliche Eishöhlen, die das Wasser aus dem Gletscher herausgefressen hatte.
Und genossen dabei immer wieder die fantastische Aussicht bei herrlichem Wetter.

Auf dem Weg zurück nach Vík í Mýrdal machten wir noch einen Abstecher an den schwarzen Strand, für den diese Gegend bekannt ist. Anstelle von hellem Sand, wie man es sonst von Sandstränden kennt, liegt hier feinster, vulkanischer Sand, und der ist schwarz.
Die Brandung war beeindruckend und ich weiss von früheren Besuchen, wie gefährlich sie sein kann, wenn man zu nahe ans Wasser geht. Vor ca 2 Monaten wurde ganz in der Nähe eine junge Chinesin von einer solchen Welle erfasst und ins Meer gezogen. Man fand ihre Leiche ein paar Stunden später am Strand…

Von Vík í Mýrdal ging es dann wieder mit dem Kleinbus auf die Rückfahrt nach Reykjavík. Wir machten noch zwei Zwischenhalte bei den beiden bekanntesten Wasserfällen an der Südküste, dem Skógafoss und dem Seljalandsfoss. Beim Skógafoss brach gerade die Dämmerung herein. Das gab eine ganz besondere Lichtstimmung. Und als wir beim Seljalandsfoss ankamen, war es bereits stockdunkel. Da dieser Wasserfall aber beleuchtet ist, konnte ich auch dort einige Bilder schiessen.

Heute sind viele gute Bilder entstanden. Die Bearbeitung wird wohl eine Weile dauern. Einen Vorgeschmack habe ich heute in der Galerie hochgeladen.

Stay tuned.

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Island 2021: Whale watching ohne Wale

Island_flagWinter in Island ist, wenn…

  • es permanent so kalt ist, dass in Reykjavík alle Seen unabhängig von ihrer Grösse so zugefroren sind, dass man sie betreten kann.
  • man am Morgen ausschlafen kann, solange man will, und es beim aufwachen immer noch Nacht ist.
  • man am Morgen um 10:00 noch Nachtfotografie machen kann.

Heute bin ich zuerst einmal mit Kamera und Stativ in der Stadt losgezogen und habe einige Nachtbilder gemacht. Die Isländer lieben es, während der Festtage ihre Häuser mit Lichter zu schmücken. Fast jedes Haus hier hat irgendeine leuchtende Dekoration. Man sagt, dies sei, um etwas Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. Abgesehen davon ist hier der elektrische Strom sehr billig. Daher brennen diese Dekorationen praktisch rund um die Uhr.

Gegen Mittag (inzwischen war der Tag angebrochen) bin ich ins Hotel zurück, habe die Ausbeute an Bildern gesichtet, und mich für den Bootsausflug bereit gemacht, der mich um 13:00 zu den Walen bringen sollte.
Im Wissen, dass es auf dem Meer draussen angesichts der Wetterlage (Winter; bewölkt mit etwas Wind) ziemlich kalt und windig werden könnte, habe ich mich entsprechend angezogen. Allerdings konnte ich mich so nirgends lange drinnen aufhalten, ohne sofort zu schwitzen. Und das wäre dann fatal gewesen, wenn ich danach wieder raus gegangen wäre…

Um 13:00 ging es dann pünktlich los. Das Walbeobachtungsboot war ein etwas grösser als ein Fischkutter und hatte spezielle Aufbauten, von denen aus die Gäste die Wale besser sehen sollen.
Gleich vorweg: Wir haben heute weder Wale noch Delphine gesehen. Nichts, niente, rien, nothing!
Damit muss man bei solchen Touren immer rechnen. Das ist Natur. Wie bei den Nordlichtern hat man nie eine Garantie. Das kann man nicht bestellen.
Ich habe nun ein Ticket für eine weitere Tour erhalten, 2 Jahre gültig. Ich werde im August 22 auf der grossen Sommerreise wieder für einen Tag in Reykjavík sein. Eventuell buche ich dann wieder eine Tour.

Auf See war es zuerst einmal sehr windig. Aber der Seegang war eigentlich noch ganz OK. Die Firma Elding, die die Fahrt durchführte, warnte allerdings schon beim Kassenhäuschen vor „rauher See“ und bot gratis Anti-Seekrankheit-Pillen an. Ich hatte zur Sicherheit schon im Hotel eine solche genommen und war zuversichtlich, dass ich keine Probleme kriegen würde.
Solange wir der Küste entlang fuhren, quasi im Windschatten der Berge, war die See ziemlich ruhig und man konnte in der Cafeteria des Schiffs einen Kaffee geniessen.
Das änderte sich schlagartig, als das Schiff von den Bergen weg vor einem grossen Fjord vorbeifuhr. Aus diesem Fjord (
Hvalfjörður) kam wie aus einem Windkanal ein starker, ablandiger Wind, der ziemlich starke Wellen verursachte, die das Schiff von der Seite trafen. Nun war stehen nur noch möglich, wenn man sich gut festhielt. Leute wurden herumgeschleudert und die Cafeteria wurde geschlossen. Man tat gut daran, dort zu bleiben, wo man war. Nun erwischte es auch einige Passagiere mit der Seekrankheit. Die sahen nicht mehr wirklich gut aus, und die berühmten Tüten wurden rege gebraucht…
Ich setzte mich bewusst nicht hin und blieb auch die meiste Zeit an der frischen Luft, auch wenn der Wind einem die Tränen in die Augen trieb und im Gesicht brannte; und man ab und zu eine Dusche Meerwasser kriegte, wenn die Gischt besonders hoch spritzte. Ich weiss aus Erfahrung, dass es mir in einer solchen Situation am besten geht, wenn ich stehe, den Horizont sehe und frische Luft atme.
Später, nachdem wir den Fjord passiert hatten, wurde es wieder ruhiger und man konnte sich auf dem Schiff normal bewegen.
Als wir nach ca 2 Stunden erfolgloser Suche nach Walen (Eine kleine Delphinschule wurde von einem Passagier entdeckt. Aber die war so schnell vorbei, dass ich sie nicht gesehen habe) die Rückfahrt nach Reykjavík antraten, musste das Schiff halt wieder vor diesem Fjord durchfahren. Also waren noch einmal ca 20-30 Minuten Achterbahn angesagt. Nicht für alle an Bord lustig…

Es ist zu sagen, dass auf See eine beissende, alles durchdringende Kälte herrschte. Ohne die richtige Kleidung hielt man es da nicht wirklich lange im Freien aus. Jetzt ist schliesslich Winter.
Aber die Firma Elding offerierte jedem Passagier an Bord kostenlos einen warmen Overall, mit dem man locker lange draussen bleiben kann. Aber für Kopfbedeckung, Handschuhe und Schuhe muss man immer noch selbst besorgt sein.

Trotz fehlender Wale habe ich einige Bilder gemacht. Inzwischen habe ich auch eine Galerie angelegt und lade dort hoch, was gerade fertig geworden ist. Ich bin bloss noch nicht dazugekommen, hier auf der Homepage eine Verlinkung zu installieren.

Stay tuned.

Alþingishúsið
Alþingishúsið

Island 2021: Into the glacier

Island_flagDie zweite organisierte Tour dieser Reise, „Into the glacier„, hat mich heute ins Hochland geführt, genauer gesagt auf respektive in den zweitgrössten Gletscher Islands, den Langjökull (dt langer Gletscher). Der heisst so, weil er insgesamt 55km lang ist.

Das bedeutete erst einmal früher aufstehen (in den Ferien…) und um 07:00 zum Frühstück zu gehen. Um 08:00 war Pick up time an der Bushaltestelle 6, ca 10 min zu Fuss vom Hotel.
Allerdings heisst das hier, dass es ab dann bis zu 30 Minuten dauern kann, bis der Bus dann auch wirklich eintrifft, und man einsteigen kann. Die sammeln ihre Gäste in der ganzen Stadt an bestimmten Treffpunkten ein, und das kann natürlich dauern. Wie lange, das weiss man nie.
Nun, wenn das Wetter etwas frisch ist, wie heute Morgen (ca -5 Grad und eine steife Brise in der Stadt), ist man gut beraten, sich gut einzukleiden. Ein Vorteil der Masken, die man wegen COVID hier sowieso in jedem geschlossenen Raum tragen muss, ist, dass sie draussen das Gesicht auch gegen die eisige Kälte schützen… 😉
Um 08:30 ging’s dann los Richtung Norden. Da ich die Gegend dort von früheren Besuchen schon ganz gut kenne, wusste ich, dass wir nicht ganz zwei Stunden Fahrt (132km) vor uns hatten. Mit den Stopps im Geothermalgebiet Deildartunguhver und bei den Wasserfällen Hraunfossar & Barnafoss wurden es dann etwas mehr als drei Stunden. Allerdings war unser erster Halt nach zehn Minuten Fahrt eine Tankstelle in Reykjavík, um etwas zu trinken und Sandwiches zu kaufen. Sonst hätte es den ganzen Tag nichts zu essen gegeben…
Der Himmel war den ganzen Tag bewölkt, und bei der Anfahrt nach Húsafell (ausgesprochen: Husafedl) begann es zu schneien. Endlich echter Winter. 😉
Gegen Mittag hatten wir zwar Tageslicht, aber wegen der Bewölkung und dem Schneefall war es trotzdem immer etwas gedämpft.
Die eigentliche Tour zum Gletscher startete in
Húsafell um 12:30. Zuerst wurde bei jedem Gast dessen Kleidung auf Outdoor-Tauglichkeit geprüft. Wer nicht richtig angezogen war, erhielt je nach Bedarf einen Overall, einen Regenmantel oder wasserdichte Schuhe, oder alles…
Dann ging es mit einem sogenannten Monstertruck zum Gletscher hinauf. Dieses Gefährt fasst 48 Gäste plus Guide und Fahrer.
Apropos „Gast“: Ich habe heute wieder einmal die Bestätigung erhalten, weshalb ich definitiv nicht im Tourismus arbeiten könnte. Das Benehmen gewisser Gäste ist schlicht unerträglich. Am liebsten hätte ich heute so einer Kuh erklärt, dass es absolut scheissegal ist, dass ihre Familie für 40 Minuten Fahrt zum Gletscher nicht nebeneinander sitzen kann. Wenn man zu spät kommt, und alle anderen schon eingestiegen sind, dann muss man halt nehmen, was man kriegt. Aber die hat allen Ernstes lautstark von der Guide verlangt, dass 48 Leute in dem Truck aufstehen und um platziert werden, damit sie ihre Familie um sich herum haben kann. Ich habe die Isländerin bewundert, wie ruhig sie geblieben ist und nicht auf solche Quatsch eingegangen ist.

Im Winter ist es nur mit diesen Fahrzeugen möglich, ins Hochland zu gelangen. Alle Hochlandstrecken sind deshalb von September bis Mai gesperrt und dürfen nur mit Bewilligung und Spezialfahrzeugen befahren werden.
Ich bin einen Teil der heutigen Strecke im Sommer vor zwei Jahren mit einem Toyota Landcruiser selbst gefahren. Mit einem solchen Offroader damals kein Problem. Mit einem normalen Pw wäre es auch noch knapp machbar gewesen. Aber heute hätte ich keine Chance gehabt, auch nur einen Kilometer weit zu kommen. Und es waren bis zur Gletscherzunge immerhin 20km mit mehr als tausend Höhenmeter zu bewältigen. Und danach kamen noch ein paar Kilometer auf dem Gletscher selbst.

Oben auf dem Gletscher schneite es ziemlich stark und es herrschte ein kräftiger Wind. Man sah vielleicht 50 m weit. Aber ausser, dass man auf der Fahrt nicht wirklich viel von der Umgebung sah (weiss, weiss und noch einmal weiss), war das nicht wirklich ein Problem, weil der Truck genau vor dem Eingang in die Eishöhle hielt und man quasi aus dem Fahrzeug mit drei Schritten schon in der Höhle war.

Diese Höhle ist die längste, von Menschen gegrabene Eishöhle der Welt. Die Firma Arctic Adventures, welche die Tour anbietet, hatte vor einigen Jahren gut 500m Tunnel in den Gletscher graben lassen. Am hintersten Punkt befindet man sich ca 45 m unter dem Eis. Mittlerweile sind es übrigens rund 800m Länge, weil sich der Gletscher bewegt und die Tunnel in die Länge gezogen hat. Die Tunnel müssen auch regelmässig nachgegraben werden, sonst schliessen sie sich unter dem gewaltigen Druck und der Bewegung des Eises wieder. Würden die Gänge nicht mehr unterhalten, wären sie innert sechs Jahren verschwunden.
Die Führung einer Gruppe von 24 Personen dauert eine gute Stunde. Dabei wird einem viel über die Gletscher erklärt. Man sieht die verschiedenen Schichten im Eis, die sich jedes Jahr bilden. Als Besonderheit sieht man auch die schwarze Ascheschicht, die beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 auf dem Langjökull entstanden ist.
Und es wird einem bei jeder Gelegenheit deutlich gemacht, wie der Klimawandel die Gletscher auf der ganzen Welt schrumpfen lässt. Hier sieht man es ziemlich deutlich. Man rechnet damit, dass der Langjökull in ca100 Jahren komplett verschwunden sein wird. Und wenn man die Tafeln mit den Jahreszahlen im Gelände sieht, die den Rückgang des Gletschers zeigen, wird man durchaus nachdenklich, auch wenn man kein engagierter Klimaschützer ist.
In der Höhle war es übrigens viel wärmer als draussen, um den Gefrierpunkt herum. Ich hielt es problemlos ohne Handschuhe und Mütze aus.

Nach der Führung ging es dann im Supertruck wieder talwärts nach Húsafell . Von dort fuhren wir mit unserem Bus nach Reykjavík zurück, wo ich gegen 18:30 wieder im Hotel ankam. Inzwischen schneite es übrigens an der gesamten Westküste und in Reykjavík waren die Strassen weiss.

Auch vom heutigen Ausflug gibt es natürlich Bilder. Die gute Nachricht dabei ist, dass die Kamera, die gestern gestürzt ist, im Gegensatz zum Objektiv einwandfrei zu funktionieren scheint. Sobald ich dazu gekommen bin, ein paar Bilder zu bearbeiten, werde ich sie in die Galerie hochladen. 😉

Stay tuned.

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Island 2021: Der Goldene Kreis

Island_flagHeute habe ich also die „Classic Golden Circle“ Tour mitgemacht.
Unter dem „Golden Circle“ versteht man die drei bekanntesten und am meisten besuchten Natursehenswürdigkeiten Islands, die jeweils weniger als eine Stunden Autofahrt auseinander liegen: der Nationalpark Þingvellir, der grosse Wasserfall Gullfoss (dt. goldener Wasserfall) und das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem Geysir „Strokkur„, der regelmässig ausbricht. Dass diese Sehenswürdigkeiten innerhalb von ein bis zwei Fahrstunden von Reykjavík entfernt liegen, macht sie natürlich noch interessanter für die Touranbieter der Hauptstadt.

Um 09:30 ging es los, in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Car. Mit dabei waren auffällig viele Franzosen, welche aber nicht zusammengehörten. Zum Zeitpunkt der Abfahrt in Reykjavík war es nicht stockdunkel.
Als wir als Erstes nach einer Stunde Þingvellir erreichten, brach dort gerade der Tag an. Die Sonne zeigte sich noch nicht, aber am Horizont sah man ein schönes Morgenrot.
In Þingvellir hatten wir gerade mal 40m Minuten Zeit, um uns umzusehen. Gut, dass ich den Ort von früheren Besuchen kannte und so gezielt ein paar Bilder schiessen konnte. Den Coffee & Souvenirshop liess ich links liegen.
Von Þingvellir ging es weiter zum Gullfoss. Während der guten Stunde Fahrt ging dann um 11:30 auch die Sonne auf.
Beim Gullfoss konnte man nach dem Besuch im Restaurant (Selbstbedienung im Stil Autobahnraststätte) etwas essen. Daher blieben wir hier eineinviertel Stunde.
Hier zog ein ziemlich starker Wind über die Ebene. Das war Island, wie ich es kannte. Aber ansonsten hatten wir den ganzen Tag herrliches Wetter. Ohne Wind war es auch nicht besonders kalt, so um die -2 Grad. Winter halt.
Leider forderte der Wind beim Gullfoss seinen Tribut: Ich habe den Verlust eines Objektivs zu beklagen. Eine Windböe erfasst mein Stativ und warf es um. Und das Objektiv diente der Kamera beim Aufschlag auf dem gefrorenen Boden als Puffer. Während das Objektiv vermutlich ziemlich beschädigt ist (ich werde abklären müssen, ob es überhaupt zu reparieren ist…), überstand die Kamera den Sturz völlig unbeschadet. Zum Glück.
Nach dem Mittagessen ging es weiter zur dritten und letzten Station der Tour, dem Geothermalgebiet Haukadalur.
Dieses liegt aber nur 15 Autominuten vom Gullfoss entfernt. Hier hatten wir eine weitere Stunden Zeit, uns die verschiedenen heissen Quellen und vor allem die regelmässigen Ausbrüche des Strokkur anzusehen. Es war schon eine besonders schöne Lichtstimmung, den ganzen Dampf der heissen Quellen in der Abendsonne zu sehen.
Inzwischen hatte auch der Sonnenuntergang begonnen, und um 15:15, während unserer Rückfahrt nach Reykjavík verschwand die Sonne dann auch wieder unter dem Horizont.
Wir sind tatsächlich einen Kreis gefahren. Eingangs Reykjavík kreuzten wir von Osten kommend die Strasse, auf der wir am Morgen die Stadt Richtung Norden verliessen.

Der Tag hat es mir bestätigt: Organisierte Touren sind nichts für mich. Ich brauche die Freiheit, zu tun und zu lassen, was und wie ich will. Ich will bei Bedarf länger an einem Ort bleiben, und nicht eine Fotoserie abrechen müssen, weil der Bus fährt. Ausserdem ist ein bis auf den letzten Platz gefüllter Car nicht unbedingt das Bequemste.
Aber das Wetter heute, die Lichtverhältnisse und die Winterlandschaft (obwohl es kaum Schnee hat) haben das wett gemacht, und ich werte den Tag angesichts der Ausbeute an Bilder als Erfolg. 😉

Morgen gehe ich auf eine Tour, die ich individuell nicht machen könnte. Es geht in eine Eishöhle im Gletscher Langjökull, dem zweitgrössten Gletscher Islands.
Auf den Gletscher kann man nur mit Spezialfahrzeugen fahren und Eishöhlen dürfen nur mit einem lizenzierten Führer betreten werden. Also geht das Ganze nur geführt. Ich bin gespannt.

Übrigens: Die Asiaten sind zurück in Island. Die schöne Zeit der Ruhe ist vorbei. Schade.
Hier in Reykjavík scheint jeder zweite Tourist aus Asien zu stammen. Sie sind überall: auf der Strasse, in den Läden, in den Restaurants. Man erkennt sie trotz Masken schon von Weitem an ihrem sehr besonderen Modegeschmack, der irgendwie nicht ganz in diese Landschaft und zu diesem Wetter hier passt… 😉
Daneben machen sich die Amis, die schon länger wieder in Island einreisen dürfen, lautstark bemerkbar. Somit sind die beiden grössten (und wirtschaftlich wichtigsten) Touristengruppen wieder in Island. Gut für die isländische Tourismusindustrie.

Ich bin noch nicht dazu gekommen, einige Bilder von heute zu bearbeiten und die Galerien anzulegen. Ich hoffe, ich komme noch vor Jahresende dazu. Ich dann einfach Bescheid… 🙂

Stay tuned.

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Island 2021: Zum Dritten Mal

Island_flagNun bin ich also wieder in Island. Zum dritten Mal in diesem Jahr. 🙂
Dieses Mal im Winter.
Ich hole nach, was ich eigentlich schon letztes Jahr machen wollte, aber wegen der COVID-Pandemie damals absagen musste: Sylvester in Reykjavík .

Dieses Mal ist es anders als sonst, wenn ich nach Island fliege. Dieses Mal bleibe ich in der Hauptstadt und fahre nicht mit dem Mietwagen durchs Land. Ich bleibe sieben Nächte im gleichen Hotel (völlig untypisch für mich; das habe ich noch nie gemacht…), und nehme von hier aus an organisierten Ausflügen teil (auch das eine Premiere; ich mag eigentlich keine geführten Gruppenreisen…).

Morgen geht’s los auf den ersten Trip ins Goldene Dreieck: Þingvellir, Strokkur und Gullfoss kenne ich alles sehr gut. Da war ich schon mehrfach. Aber noch nie im Winter. Nicht nur der Schnee verändert die Landschaft und macht sie für mich erneut zu einem interessanten Fotosujet. Auch das Licht ist anders als im Sommer. Zur Zeit ist hier der offizielle Sonnenaufgang gegen 11:30 und der Sonnenuntergang gegen 15:30. Bei meiner Ankunft heute war hier um 16:00 Dämmerung und um 17:00 schon tiefe Nacht.
In den folgenden Tage will ich noch zwei Mal eine Tour in eine Gletscherhöhle machen (einmal im Langjökull und einmal im Vatnajökull). Besonders die zweite Tour wird ein schönes Stück entlang der Südküste gehen und wohl auch ein paar Stopp bei anderen Sehenswürdigkeiten beinhalten, zB dem Seljalandsfoss und dem Skógafoss. Sie dauert mindestens 10 Stunden.
Leider wurde die „Bonfire Tour“ am Sylvester in Reykjavík wegen COVID abgesagt. Da habe ich jetzt den ganzen Abend frei und werde versuche, Feuerwerk zu fotografieren. Davon soll’s an Sylvester ja viel geben.
Aber am Mittwoch habe ich eine Whalewatching Fahrt gebucht. Ich bin sehr gespannt, ob und welche Wale ich zu Gesicht bekommen werde.
Die restliche Zeit werde ich im winterlichen Reykjavik verbringen, und bekannt sowie neue Orte besuchen.

Bezüglich Wetter scheine ich Glück zu haben. Heute war der Himmel bei meiner Ankunft bewölkt und die Temperaturen pendelten um Null Grad herum. Alles in allem recht angenehm und keinesfalls zu kalt. Nach dem Nachtessen schneite es leicht.
Ab Morgen soll es die ganze Wochen hindurch sonnig (in den drei bis vier Stunden Tageslicht…) sein, mit leichter Bewölkung. Niederschlag ist für die ganze Woche jedenfalls keiner angesagt. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich tagsüber zwischen -5 und 0 Grad und in der Nacht gehen sie bis ca -8 Grad hinunter. Winter halt, aber keinesfalls arktisch.
Allerdings weiss ich auch aus Erfahrung, dass das Wetter in Island sehr, sehr schnell wechseln kann.

Ich werde auch auf dieser Reise einige Bilder schiessen. Wie immer werde ich diese hier in einer Galerie hochladen. Ich werde Bescheid geben, wenn die ersten Bilder da sind.. 🙂

Stay tuned.

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Reykjavík