Island 2022: Eisberge und Wale

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Ich bin gestern Abend noch auf eine Tour in den Eisfjord gegangen.
Allerdings bin ich zuerst auf dem falschen Schiff gelandet, weil die Veranstalterfirma einen Fehler gemacht hatte und mich der Shuttle zum falschen Schiff gebracht hatte. Das konnte aber rasch korrigiert werden und um 21:30 stachen wir mit 11 Leuten an Bord auf einem kleinen, aber stark motorisierten Boot in See.
Dazu muss vielleicht noch erwähnte werden, dass zwar hier (ca 280 km nördlich des Polarkreises) die Mitternachtssonne für dieses Jahr bereits vorbei ist, dass es aber immer noch nicht richtig dunkel wird. Somit sind Ausflüge zu so später Stunde möglich.
Ausserdem hatte sich das Wetter etwas gebessert, wodurch die Sonne gelegentlich durch die Wolken schien.
Die ganze Gegend um den Eisfjord und der Fjord selber sind seit 2004 UNESCO-Welterbe und stehen daher unter besonderem Schutz.
Diese riesigen Eisberge, die völlig still im Wasser liegen, sich aber durch die Strömung trotzdem bewegen, sind ein gewaltiger Anblick. Man fährt mit dem Boot dazwischen diesen bis 150 Meter hohen Kolossen (wobei nur ca 10% eines Eisberges aus dem Wasser ragen) hindurch und staunt über die vielen verschiedenen Formen, die das Eis gebildet hat. Ab und zu hört man ein Krachen und Knacken. Das ist Luft, die im Eis eingeschlossen ist und nun durch Bewegung und Schmelze entweicht.
Zu nahe darf man den Eisbergen aber nicht kommen. Denn es könnte jederzeit sein, dass ein Eisberg „kalbt„. Damit bezeichnet man den Abbruch eines mehr oder weniger grossen Stücks, das dann selbst zum Eisberg wird. Man will natürlich – wie in den Bergen – nicht von so einem Eissturz getroffen werden. Viel gefährlicher aber sind die Flutwellen, die entstehen können, wenn das Eis ins Wasser fällt. Schon klein scheinende Abbrüche sind mehrere Tonnen schwer und verdrängen leicht eine grosse Wassermasse. Dann ist es ratsam, etwas Abstand zu haben.
Um Mitternacht waren wir dann wieder zurück, um etliche Eindrücke reicher und mit einer vollen Speicherkarte in der Kamera.
Es war übrigens nicht so kalt, wie zu erwarten gewesen war. Richtig angezogen war ich den ganzen Abend auf dem Boot im Freien und habe nie gefroren.

Heute habe ich dann die „Whale Safari“ nachgeholt, die am Dienstag wegen schlechtem Wetter abgesagt worden war.
Also wieder ‚raus aufs Wasser. Dieses Mal mit einem noch kleineren Boot. Wir war bloss sechs Passagiere und zwei einheimische Besatzungsmitglieder.
Der Grund, weshalb die hier meistens mit kleinen Booten operieren, ist schlicht und einfach das Eis. Nicht die grossen Eisberge sind das Problem, sondern die Felder von kleineren und grösseren Eisstücken sowie die kleineren Eisberge, die durchaus so dicht nebeneinander treiben können, dass grössere Schiffe nicht mehr durchkommen würden.
Das Wetter war schön, die meisten Wolken war weg und zum ersten Mal in dieser Woche schien die Sonne. Beste Voraussetzungen also.
Wir sind wieder in den Eisfjord gefahren, und haben tatsächlich drei Mal Buckelwale gesehen. Bei der letzten Begegnung war wir kurzzeitig so nahe an einem der Tiere, dass man es fast berühren hätte können. Das wurde dann aber wohl den Wal zu blöd. Er tauchte einfach ab und ward nicht mehr gesehen.
Ansonsten hatte wir immer hundert und mehr Meter Distanz zu den Tieren. Und selbstverständlich stellte der Bootsführer in der Nähe von Walen den Motor ab. Die Tiere hören das Motorengeräusch sehr gut und verschwinden dann. Zwei Mal haben wir einen Wal aus dem Wasser springen sehen. Buckelwale können  bis zu 15 Meter lang und bis zu 30 Tonnen schwer werden. Es ist ziemlich eindrücklich, diese Masse aus dem Wasser springen zu sehen (und auch zurück zu fallen).
Natürlich habe ich versucht, einige gute Bilder von den Walen zu machen. Jedenfalls wurde auch hier meine Speicherkarte gut gefüllt.
Wir hatten einen schönen Vormittag auf See und hatten drei Mal Wale gesehen: Laut dem englischen Paar, das dabei war, war das eine sehr gute Wal Safari. Schliesslich gibt es absolut keine Garantie, dass man Wale sieht, wenn man eine solche Tour bucht und bezahlt. Und auch das Wetter kann nicht bestellt werden.
Ich bin gespannt, ob die geplante Tour in zwei Wochen in Húsavík an das hier herankommen wird.

Eisfjord

Stay tuned.

Island 2022: Familie „Michael“…

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Heute habe ich wieder einen relativ ruhigen Tag, weil mein heutiger Ausflug erst um 21:00 beginnt. Ich mache sogenanntes „Iceberg Sightseeing“ (so wird die Tour angepriesen) im Icefjord südlich von Ilulissat.
Ich bin gespannt und hoffe auf einige gute Bilder. Es könnte etwas kühler werden als gestern. Aber das stört mich nicht. Ausserdem soll das Wetter besser werden. Davon merkt man allerdings im Moment am Mittag noch nicht viel. Wir werden sehen.

Heute morgen ging ich in die Stadt. Ilulissat ist mit immerhin fast 5’000 Einwohnern die drittgrösste Stadt Grönlands.
Ich ging durch die Strassen und schaut mich um. Dabei fielen mir bald zwei Dinge auf: Es gibt hier keine Trottoirs und neben vielen Elektroautos fahren hier auffällig viele, vermutlich alte Dieselfahrzeug herum, die ziemlich stinken und wahrscheinlich nie etwas von Dieselfilter oder anderen neuen Gadgets gehört haben.
Abgesehen von einigen Industriebauten und Hotels wird hier fast alles aus Holz gebaut. Bei einem Einfamilienhaus besteht der Keller in der Regel aus Beton und darauf wird dann das Wohnhaus aus Holz gebaut. Jedes Haus hat eine andere Farbe. Das finde ich zumindest sehr hübsch.
Ich fand zudem auch die Kirche, den Supermarkt und das Krankenhaus.
Ich sprach auch mit einer älteren einheimischen Frau, die sich etwas Sonne wünschte. Sie erzählte mir, dass es schon lange her sei, seit es hier in Ilulissat im Winter richtig Schnee gegeben hätte. Das fand ich allerdings kaum zu glauben.
Nach drei Stunden ging ich zurück ins Hotel und mache mir nun einen faulen Nachmittag.

Wenn man alleine reist, hat man mehr Zeit, die anderen Reisenden zu beobachten. Wahrscheinlich fallen einem auch mehr Details auf, die man sonst nicht wahrnehmen würde.
Ich habe jeweils grossen Spass, andere Reisende und ihre Eigenheiten und Ticks zu beobachten. Das kann aber auch, wenn es zu lange geht und/oder zu penetrant ist, von Spass in Ärger umschlagen.
Auf dieser Reise betrifft das neben einem lauten und vordrängelnden Italiener, der keine Ahnung von nichts hat und nie zuhört, vor allem die Familie „Michael“.

Die Familie „Michael“ ist ein Schweizer Paar zwischen 40 und 50 und ihr ca 12-jähriger Sohn Michael. Dem Dialekt nach zu urteilen, kommen die aus der Nordostschweiz.
Die sind mir schon am Flughafen Keflavik aufgefallen, als ich in einem Restaurant zu Abend ass, und anschliessend dort auf meinen Weiterflug nach Ilulissat wartete.
Aufgefallen waren sie mir nicht nur wegen ihrer Masken, die hier und in Island fast niemand mehr trägt (ausser besagtem Italiener und seiner Frau).
Schon im Restaurant am Montagabend ging es am Nebentisch ständig so: „Michael, setzt Dich richtig hin.“ „Michael, nein das machst Du jetzt nicht.“ etc.
Blöderweise gingen die auf den gleichen Flug wie ich und landeten im gleichen Hotel wie ich. Also ging es weiter mit „Michael, Du schaltest das jetzt nicht ein.“ und „Michael, lass‘ die Tasche geschlossen.“ etc. etc.; beim Boarding, im Flugzeug, im Shuttle zum Hotel und in der Hotellobby beim Einchecken.
Und natürlich sehe ich sie, wenn ich Pech habe, auch beim Frühstück resp, wie gestern beim Abendessen: „Michael, isst Deinen Fisch. Der ist so fein.“ „Nein, Michael, Du stehst jetzt nicht auf.“ „Michael, leg‘ das Besteck richtig hin.“ „Michael, mach‘ das nicht noch mal.“ „Michael, ich hab’s Dir schon so oft gesagt, Du sollst das nicht tun. Zum letzten Mal. Wenn Du das noch einmal machst…
Das Beste war, dass Michael anschliessend noch Dessert bekam, obwohl er seinen Fisch kaum angerührt hatte…
Und Michael? Dem scheinen die Tiraden seiner Eltern bei einem Ohr hineinzugehen und (Durchzug) beim anderen wieder hinaus. Also „Göschenen-Airolo„, wie wir schon immer sagten.
Im Gegenteil, er gibt seinen Eltern freche, unhöfliche Antworten, bei denen ich ihm wahrscheinlich längst eine gelangt hätte. Oder ihm seinen Videoplayer und sein iPad auf Dauer weggenommen hätte. Aber die Eltern scheinen das zu akzeptieren und diskutieren stattdessen mit dem Kleinen.
Wie gesagt, es ist eigentlich ganz lustig, zuzuhören. Vor allem, weil die keine Ahnung haben, dass ich Schweizer bin, und alles verstehe.
Und irgendwie möchte ich auch nicht, dass irgend jemand erfährt, dass ich aus dem gleichen Land komme wie die.

Ich hoffe bloss, sie fliegen am Samstag nicht wieder mit mir nach Reykjavik. Sonst werde ich sie wohl erst dort los.

Bin gespannt, was mir in den nächsten drei Wochen sonst noch begegnet. Man sagt ja, Reisen würden den Horizont erweitern.

Ilulissat

Stay tuned.

Island 2022: Ausflug zum Eqi Gletscher

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Heute habe ich den Tagesausflug zum Eqi Gletscher gemacht.
Dieser Gletscher reicht bis zum Meer und ist auch bekannt als der „kalbende“ Gletscher, weil dort ständig grössere oder kleiner Eisstücke ins Meer abbrechen. Wobei „Stücke“ zum grössten Teil eine Untertreibung sind. Oft brechen ganze Eisberge ab, die dann im Meer mit der Strömung bis nach Neufundland gelangen können. Diese Eisberge können durchaus bis 30 Meter aus dem Wasser ragen. Wenn man weiss, dass man von einem Eisberg in der Regel nur ca 10% sieht, kann man sich vorstellen, wie gross gewisse Stücke sein können, die vom Eqi abbrechen.

Die Tour sollte mit der Abholung im Hotel um 08:45 beginnen.
Jedoch war niemand da, um mich abzuholen, resp keiner der drei Shuttles beim Hotel hatte mich auf der Liste. Ca 10 Minuten und zwei Telefonate später tauchte dann doch noch ein Bus für mich auf.
Der brachte mich zu einer Anlegestelle, an der die Besatzung eines relativ kleinen Bootes versucht, einen kleineren Eisberg von der Anlegestelle wegzuziehen, damit sie anlegen und Passagiere an Bord nehmen konnten. Aber als das nicht klappte, fuhren sie weg und mein Fahrer meinte, dass wir jetzt auch in den eigentlichen Hafen fahren müssten, da das Boot nur dort anlegen könnte.
Im Hafen konnten ich und eine deutsch/schweizerische Gruppe dann an Bord gehen. Das Boot manövrierte aus dem Hafen und drehte dann auf.
Der Eqi Gletscher liegt 80 km also 50 Seemeilen nördlich von Ilulissat. Das Boot war mit einem 325 PS Motor ausgerüstet und machte bei ruhiger See und ohne Eis im Wasser gute 28 Knoten (Meilen/h). Leider war die See nicht immer ruhig und das Boot sprang quasi von Welle zu Welle. Ausserdem musste der Bootsführer ständig einen Weg zwischen den Eisbergen suchen und ganzen Feldern von kleinen Eisstücken auf der Wasseroberfläche ausweichen. Also war es nicht immer möglich, mit Maximalgeschwindigkeit zu fahren .
Nach guten zwei Stunden waren wir am Eqi Gletscher angelangt, wo das Wasser völlig ruhig war und auch kein Wind ging. Lediglich ein leichter Regen fiel den ganzen Tag.

Der Eqi Gletscher kommt von Zentralgrönland bis ans Meer. Dort ist er 3.4km breit und das Eis ist zwischen 60 und 160 Meter dick. Es ist absolut faszinierend, vor dieser riesigen Wand aus Eis zu stehen.
Der Gletscher ist ständig in Bewegung. Man hört ständig irgend ein Knacken oder Krachen und von Zeit zu Zeit bricht Eis ab und fällt ins Wasser. Wir stoppten ca einen Kilometer vor dem Gletscher. Die Boote dürfen nicht näher als 750 Meter an den Gletscher heran. Es besteht immer die Gefahr, dass richtig grosse Eisberge abbrechen und ins Wasser fallen. Dies kann im schlimmsten Fall einen richtige Flutwelle auslösen. Dann ist es günstig, wenn man nicht allzu nahe ist und noch rechtzeitig wegfahren kann.
Wir waren zwei Stunden vor Ort. In der Zeit ereigneten sich ständig irgendwelche kleinere Abbrüche, die man meistens erst mitbekam, wenn man sie hörte. Aber das war wegen der Distanz um Gletscher ca 3 Sekunden verzögert.
Wir sahen einen grösseren Abbruch, bei dem unsere Bootsführer sofort den Motor starteten und wegfuhren. Die erzeugte Welle war zwar nicht hoch, aber wenn eine Welle mehrere Kilometer weit geht und dazu führt, dass kleinere Eisberge auseinander brechen, dann ist es ratsam, nicht zu nahe zu sein.
Im Übrigen fand ich es gar nicht so kalt. Ich hatte sogar den Eindruck, dass ich zu viele Kleider angezogen hatte. Das ist selbstverständlich relativ, denn wir hatten Leute an Bord, die froren.
Die ganze Zeit über ging zudem ein leichter Nieselregen runter. Witterungsschutz war also durchaus angesagt.

Nach zwei Stunden fuhren wir wieder zurück, zwischen Eisbergen hindurch und durch ganze Felder kleiner Eisstücke, die auf dem Wasser trieben. Die erinnerten mich ein bisschen an ein Minenfeld.
Und als wir aus der Bucht hinauskamen, fingen auch die Wellen wieder an, was zu den bereits erwähnten Sprüngen des Bootes führte.
Trotz der etwas rauhen Bedingung wurde aber niemanden schlecht. Alle waren bester Laune und genossen die ungewöhnlichen Bilder, die wir zu sehen kriegten.
Aber ich denke, Leute mit Rückenprobleme hätten heute sehr stark gelitten.

Morgen gehe ich noch einmal raus. Dieses Mal auf eine Eisberg Sigthseeing Tour. Ich bin gespannt, wohin es geht. Aber das Besondere daran ist die Zeit: Die Tour findet um 21:00 statt.

Eisberg beim Eqi Gletscher

Stay tuned.

Island 2022: Ein ruhiger Tag in Ilulissat

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Heute war nicht viel los.
Erst einmal war ich nach nicht einmal sechs Stunden Schlaf um halb sechs schon wieder wach. Das schreibe ich hellen Nacht sowie den vier Stunden Zeitverschiebung zu, die ich gestern erlebte habe.
Es gibt zwar keine Mitternachtssonne mehr. Die war Ende Juli vorbei. Aber es wird nach wie vor nicht richtig dunkel. Das kenne ich aus Island und den Lofoten. Ich werde ca drei Nächte brauchen, bis ich mich daran gewöhnt haben werde.

Als ich dann gegen halb zehn hier im Hotel auf den Shuttle wartete, der mich zum Hafen bringen sollte, wo ich auf eine Wal-Safari gehen wollte, teilte man mir mit, dass heute wegen rauher See alle Touren abgesagt wurden. Kein Boot würde heute hinausfahren. Man hätte mich benachrichtigen wollen; leider erfolglos. Ich vermute, das deutsche Reisebüro, das diese Reise verkaufte, hat meine Nummer nicht richtig weitergegeben. Das habe ich nun korrigiert.
Ich konnte zwar die Wal Safari als Ersatz am Freitag buchen. Aber nun hatte ich für heute nichts mehr zu tun.
Ich entschied mich für einen Spaziergang rund um das Hotel und suchte günstige Positionen, von denen man die Eisberg im Fjord vor Ilulissat am besten fotografieren konnte.
Es regnete leicht und es wehte ein zügiger Wind. Also nichts, was einen davon abhalten könnte, nach draussen zu gehen. Man musste sich einfach entsprechend anziehen…

Nach gut eineinhalb Stunden ging ich zurück ins Hotel. Zum Einen, um meine Windjacke, Hose und das Baseballcap zu trocknen, zum Anderen um etwas zu Mittag zu essen.

Am Nachmittag ging ich dann noch einmal raus, weil sich inzwischen das Licht geändert hate, die Wolken nicht mehr so tief hingen und es praktisch aufgehört hatte, zu regnen.

Morgen ist eine Tagestour zum Eqi-Gletscher geplant. Die dauert rund sechs Stunden. Ich hoffe, dass das Wetter (das laut Wetterbericht besser werden soll) und der Seegang es zulassen.

Stay tuned.

Island 2022: Unterwegs nach Grönland

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Meine diesjährige Islandreise beginnt nicht in Island.
Ich bin zwar inzwischen hier am Flughafen Keflavík angekommen. Aber anders als in den letzten Jahren bleibe ich heute Abend nicht in Island. Ich fliege weiter nach Grönland, genauer gesagt nach Ilulissat.
Dort werde ich fünf Tage bleiben und Ausflüge in die Diskobucht zum berühmten Eqi Gletscher sowie eine Walbeobachtungstour machen.
Am Samstag kehre ich dann hierher nach Island zurück, um eine dreiwöchige Roadtour rund um die Insel zu starten.

Nun warte ich hier am Flughafen Keflavík auf meinen Weiterflug nach Ilulissat. Insgesamt habe ich hier fünf Stunden Aufenthalt. Der Flug geht erst um 21:00 Ortszeit und dauert 3 Stunden und 20 Minuten. Die Ankunft in Ilulissat ist um 22:20 (Ortszeit / 02:20 MEZ) geplant. Da Ilulissat vier Stunden gegenüber MEZ zurückliegt, werde ich dann ab Flughafen Zürich 14 Stunden unterwegs gewesen sein.

Apropos Flughafen Zürich: Check In und Sicherheitskontrolle habe ich in weniger als 30 Minuten passiert. Keine Menschenmassen und Schlangen bis auf die Strasse. Man spürt, dass in den meisten Kantonen die Ferien vorbei sind. Am Flughafen war heute im Grunde nicht viel los.

Stay tuned.

Norwegen 2022: Ein entspannter Tag in Oslo

Flagge_NorwegenHeute habe ich es langsam angehen lassen.
Ich hatte noch zwei „Pflichtziele“ zu absolvieren, die ich mir vorgenommen hatte.
Wobei das eine, der Oslo Reptilpark, durch mein reines Interesse auf die Liste gekommen war. Und das andere, die St Olav bokhandel eine Verkaufsstelle für Tautra Klosterkrem ist.

Der Oslo Reptilpark ist ein kleiner, privater Zoo mitten in Oslo, in dem, wie der Name schon sagt, Reptilien gehalten werden.
Das grösste Tier, das in dem Zoo gehalten wird, ist ein Albino Python. Aufgrund der Grösse und der Zeichnung könnte es sich dabei um einen Tigerpython (Python molurus) handeln. Ich bin mir aber nicht sicher, und habe nicht daran gedacht, das Schild am Terrarium zu lesen.
Ausserdem haben die dort auch einen Brillenkaiman (Caiman yacare) und eine Abgottschlange (Boa constrictor).
Der Rest der Tiere ist deutlich kleiner und reicht von einigen sehr interessanten und schönen, aber ungiftigen Schlangen über Geckos, Chamäleons und Taranteln bis zu den sogenannten Pfeilgiftfröschen, die zum Teil nur ein bis zwei Zentimeter gross sind.
Die sogenannten Pfeilgiftfrösche sind in Gefangenschaft nicht giftig, weil sie das Gift auf ihrer Haut (eine Verteidigungsmassnahme) von Insekten beziehen, die sie in freier Wildbahn fressen. Wenn nun in Gefangenschaft eben diese besonderen Insekten fehlen, fehlt dem Frosch auch das Gift.
Die Angestellten des Zoos, alles sehr junge Leute, spazieren zudem regelmässig mit einem ausgewachsenen Königspython (Python regius) durch die Räume, und bieten den Besuchern die Gelegenheit an, eine lebende Schlange in den Händen zu halten. Niemand muss, jeder kann.
Das hat heute bei zwei Teenagern im Alter von ca 15 Jahren zu panischen Reaktionen geführt. Als die die Schlange in einer Entfernung von zwei bis drei Metern in den Händen der Pflegerin sahen, ging sofort ein lautes Geschrei los (zum Glück hören Schlangen nichts…). Die Mädchen versteckten sich hinter dem nächsten Terrarium und zitterten und weinten, als ob sie gleich sterben müssten. Ein Wunder, dass keine zusammengeklappt ist.
OK. Ich weiss, dass es Leute gibt, die Ophidiophobie (Angst vor Schlangen) haben. Es gibt ja auch Leute, die an Archanophobie (Angst vor Spinnen) leiden.
Und ich bin selbst der Meinung, dass man Schlangen mit Respekt begegnen muss. Man muss sie kennen und wissen, wie man mit ihnen umgehen muss.
Aber so etwas wie heute habe ich noch nie erlebt. Das waren ziemlich heftige Reaktionen.
Die Schlange war weit weg, definitiv ausser Reichweite. Und gleichzeitig hatten die Mädchen offenbar mit all den Schlangen, Spinnen und Skorpionen hinter Glas kein Problem, obwohl sie direkt davor standen.
Und es half auch nicht, dass die erwachsenen Begleiter und weitere Mädchen der gleichen Gruppe die Schlange ohne Scheu in die Hände nahmen.

Direkt um die Ecke des Oslo Reptilpark liegt die katholische Buchhandlung St Olav bokhandel, eine von zwei Verkaufsstellen der Tautra Klosterkrem. Eigentlich ganz bequem für mich. Damit konnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aber leider war dort die Handcreme, die ich wollte, ausverkauft. Also machte ich mit auf zur anderen Verkaufsstelle, einer weiteren katholischen Buchhandlung. Dort kriegte ich, was ich wollte. Somit habe ich nun einen guten Vorrat an diesen Cremes.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem gemütlichen Stadtbummel, bei dem ich mir auch den neuen Stadtteil östlich des Zentralbahnhofs angeschaut habe.
Dabei entdeckte ich im Hafenbecken in der Nähe der Oper den Grund, weshalb plötzlich ich plötzlich so viel Deutsch in den Strassen hörte. Die AIDAluna hatte in der Nacht oder am Morgen in Oslo angelegt. Dieses Schiff erlangte einige Berühmtheit, als am 9. September 2018 gegen 4 Uhr morgens der deutsche Sänger Daniel Küblböck vor der Küste Neufundlands von Bord der AIDAluna verschwand, während sie sich auf einer 17-tägigen Kreuzfahrt von Hamburg nach New York befand.
Jedenfalls ergoss sich dadurch natürlich ein Schwall (das Schiff kann 2’000 Passagiere aufnehmen) von vorwiegend deutschen Kreuzfahrttouristen in die Stadt. 🙂

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Sightseeing in Oslo

Flagge_NorwegenHeute bin ich nun etwas durch Oslo gestreift.
Ich habe mir zuerst den Oslo Pass besorgt, mit dem ich die nächsten 2 Tage gratis mit den öV fahren kann, und in dem etliche Museen inklusive sind. Danach bin ich los in die Stadt.
Es war Sonntag und das Wetter war angenehm: der Himmel war bewölkt, aber die Sonne drückte durch.
Dies führte zu sehr angenehmen Temperaturen, besonders an der bekannten Aker Brygge Promenade, wo es unter anderem auch einen Yachthafen gibt. Die Leute genossen die Sonne an der Promenade, einige auf ihren privaten Motoryachten.

Zuerst habe ich „The Viking Planet“ besucht. Das ist Norwegens erstes digitales Museum über die Wikinger, ihr Leben, ihre Kultur und ihre Raubzüge.
Das Museum wartet mit Präsentationsformen wie 270 Grad Kino und Hologrammen auf. Und es gibt eine Selfie-Station, in der man sich vor einem freiwählbaren Hintergrund in Wikingerrüstung fotografieren lassen kann. Die Bilder kann man sich entweder per SMS oder al EMail zuschicken lassen. Ich habe das aus Jux einmal ausprobiert. Die Resultate sind auf dem Server…

Meine nächste „Station“ war das Rathaus, das aussieht wie eine Burg. Für mich hat der Bau irgendwie etwas Abschreckendes. Ich möchte weder dort arbeiten, noch hineingehen müssen. Allerdings soll es im Inneren sehr schön ausgestaltet sein. Ich konnte heute aber nicht hinein.
Hier wird jeweils am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen. Während alle anderen Nobelpreise in Stockholm verliehen werden, gehört der Friedensnobelpreis den Norwegern.

Gleich gegenüber vom Rathaus steht das Nobel Friedenszentrum (Nobels Fredssenter), direkt neben dem Nationalmuseum. Die Ausstellung dreht sich ausschliesslich um das Thema Frieden und Alfred Nobel. Ich war vor drei Jahren schon einmal da. Aber das ist immer wieder interessant.
Spannend finde ich immer noch den Gegensatz, dass Alfred Nobel als Erfinder des Dynamits (der stabileren Form von Nitroglyzerin) gilt, und in seinem Testament unter anderem die Stiftung eines Friedenspreises („ein Teil an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat“) verfügte.

Nachdem ich etwas an der Aker Brygge Promenade gesessen hatte, ging ich zum königlichen Schloss hoch, gerade noch rechtzeitig zur Wachtablösung.
Wenn man der Zeremonie zuschaut, fällt einem auf, dass die Soldaten (und ihre Vorgesetzten), die am Schloss Wachdienst verrichten, sehr jung sind. Dies im Gegensatz zum Beispiel zu den Wachen am Buckingham Palace in London.
Der Grund dafür ist ganz einfach, dass es sich in Norwegen um Wehrpflichtige handelt, die kaum 20 Jahre alt sind, während es in London Berufssoldaten sind, die erst nach einige Dienstjahren zu der Ehre kommen, für den Wachtdienst eingesetzt zu werden.
Eine weitere Besonderheit gegenüber England ist hier der sichtbar grosse Anteil an Frauen, sowohl bei den Mannschaftsgraden wie auch bei den Kadern. Die heutige Wachtpatroullie, die die stehenden Wachen ablöste, bestand je zur Hälfte aus jungen Männern und Frauen, und wurde von einem weiblichen Unteroffizier geführt.
Auch das ist recht einfach zu erklären: Norwegen hat 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt.

Auf meinem Rückweg vom Schloss zum Bahnhof traf ich unweigerlich auf etwas, das heute überall in Europa stattfand: dem 1. Mai Umzug.
Sehr gut organisiert und strukturiert: Die einzelnen Gruppen kam schön geordnet hintereinander auf der Umzugsrute daher. Mir kam es ein bisschen vor wie ein Fasnachtsumzug: eine Narrenzuft oder Clique nach der anderen. Alles sehr gesittet und friedlich. Auch die Punks vom schwarzen Block, die als letzte Gruppe am Umzug teilnahmen, fielen lediglich durch laute Musik auf. Musik, die so laut war, dass man ihre skandierten Parolen kaum hörte.
Thematisch wurde auch hier das ganze Repertoire des altsozialistischen Klassenkampfes heruntergespult: „Völker aller Länder vereinigt Euch„, „Solidarität“ (welche war allerdings nicht ganz klar), „Der Kapitalismus ist an allem schuld“ (da marschierten doch tatsächlich welche mit Marx-Schildern). Man sah auch Transparente mit der Forderung „Norwegen raus aus der NATO„, etc.
Und nach den politischen Gruppierungen (weitgehend bestehend aus alten 68ern, ungepflegten Neo-Hippies und Ausländern, die kaum verstanden, weshalb sie hier mitliefen) kamen die ausländischen Minderheiten:  Kubaner (die von der Pro Castro Front, nicht die vom Regime verfolgten), Palästinenser, Chinesen, Afghanen und auch die Kurden (mit grossen Öcalan Transparenten).
Und am Schluss (aber immer noch vor dem schwarzen Block) eine grossen Gruppe Ukrainer mit einer riesigen Ukrainefahne.
Und da passierte etwas, das mich beeindruckte: Während die Leute am Strassenrand und in den Cafés dem Umzug mehr oder weniger interessiert zuschauten und den einen oder anderen Teilnehmer bejubelten, standen plötzlich alle an der Strecke auf und applaudierten den Ukrainern. Die Haltung der Norweger zu Putins Invasion in die Ukraine ist hier überall deutlich zu sehen: Riesige Ukraine Flaggen an den Hochhäusern, übergrosse Schriftzüge auf Hügeln (zB in Kristiansund), gelb-blaue Beleuchtungen. So war auch die Reaktion der Menschen.

Alles in allem ein sehr friedlicher Tag ohne Chaoten. Zumindest habe ich nichts mitbekommen. Und dazu kam noch ein weiterer Faktor: Fussball.
Heute fand in Oslo auch noch der Pokalfinal der Norwegischen Meisterschaft statt. Die beiden Fangruppen aus Bodø und Molde bevölkern in ihren gelben resp blauen Shirts die Stadt seit gestern. Allerdings auch hier: Keinerlei Keilereien, trotz heftigem Bierkonsum. Nicht einmal Sprechchöre in der Innenstadt. In den Restaurant sitzen heute Abend Fans beider Mannschaften nebeneinander beim Abendessen, ohne auch nur ein bisschen laut zu werden. Das kenne ich so gar nicht.

Morgen möchte ich noch in den Oslo Reptile Park und eventuell fahre ich auf die Museumshalbinsel. Dort war ich vor drei Jahren im Wikingerschiffmuseum. Das ist aber nun wegen Renovation für fünf Jahre geschlossen. Aber es gibt immer noch das Freilichtmuseum und das Kontiki-Museum. Mal schauen, nach was mir der Sinne stehen wird.

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Die letzte Etappe nach Oslo

Flagge_NorwegenDie heutige, letzte Fahrt von Lillehammer nach Oslo hat wie erwartet nicht lange gedauert. Der grösste Teil der Strecke auf der E6 war gut ausgebaute Autobahn, auf der man 110 km/h fahren durfte.
Ausserdem ist heute Samstag. Da war kaum Verkehr, und schon gar keine Lastwagen unterwegs.

Also bin ich nach eineinhalb Stunden am Flughafen Oslo Gardermoen angekommen, bin ins Parkhaus 10 gefahren, wo die Mietwagenfirmen ihren Standort haben, und habe meinen Suzuki auf einen Parkplatz von Europcar gestellt. Als ich das Auto formell zurück- und den Schlüssel abgeben wollte, musste ich feststellen, dass der Schalter von Europcar am Samstag jeweils geschlossen ist. Man solle doch den Schlüssel einfach in die Box einwerfen, hiess es auf einem Aushang. Das habe ich dann getan und bin zum Flytoget Terminal gegangen.
Damit war der Teil Roadtrip meiner Reise abgeschlossen. Ich warte noch, bis ich die Abrechnung von Europcar erhalten habe (schliesslich muss ich noch die Maut und die Fähren bezahlen), aber ich schätze, dass ich in 18 Tagen ca 2’300 Kilometer gefahren bin.

Mit dem Flytoget Zug kommt man in 20 Minuten von Flughafen zum Osloer Zentralbahnhof, und somit mitten in die Stadt.
Eigentlich würde es in diesem Zug Ruhewagen (wie man das auch von den SBB kennt) geben. Das ist auch so angeschrieben in Norwegisch und Englisch.
Das nützt aber nichts, wenn sich zwei portugiesische Familien (oder vielleicht waren es auch Brasilianer) mit kleinen Kindern, aber nur mit rudimentären Englischkenntnissen, ausgerechnet in dem Ruhewagen niederlassen, in dem ich schon Platz genommen hatte.
Die Erwachsenen haben die ganze Strecke laut mit einander diskutiert (irgendwie hatte ich das Gefühl, jeder wollte sich mit der Lautstärke gegen die anderen durchsetzen), während die Kleinen unbeaufsichtigt herumkreischten oder auf dem Handy irgendwelche Filme schauten.
Nach kurzer Zeit fand ich, dass Verhütungsmittel eigentlich eine grossartige Erfindung wären.

Da ich schon zur Mittagszeit in Oslo angekommen war, konnte ich noch nicht im Hotel einchecken. Das ging erst ab 15:00, und ich hatte keine Lust, zusätzliche 100 Kronen für den „early check in“ zu bezahlen. Also liess ich mein Gepäck in der Gepäckaufbewahrung des Hotels, nahm meine Kamera und ging in die Stadt.

Als erstes ging ich zur Oper, die sich direkt gegenüber des Bahnhofs, in dem auch mein Hotel ist, befindet. Die spezielle Bauweise der Osloer Oper erlaubt es nicht nur, auf dem Dach herumzuspazieren. Ihre Bühne liegt auch unterhalb der Meeresspiegels. Und auch sonst ist die Architektur besonders und auf jeden Fall sehenswert.

Während am Morgen auf der Fahrt hierher die Sonne schien, war der Himmel nun am Nachmittag komplett mit Wolken verhangen. Die Temperaturen lagen bei ca 13 Grad, was mir ohne Wind durchaus als angenehm erschien.

Von der Oper ging ich noch zum Parlamentsgebäude, dem Stortinget.
Dieses liegt an der Karl Johans gate, der Haupt- und Prachtstrasse in Oslo. Diese Strasse verbindet den Hauptbahnhof in gerade Linie mit dem königlichen Schloss, und ist zu einem grossen Teil Fussgängerzone.

Und hier war heute Nachmittag etwas los. Menschen, wohin das Auge blickte. So etwas hatte ich bisher bloss in London und New York gesehen. Offenbar lockte das angenehme Wetter in Verbindung mit dem arbeitsfreien Samstag die Leute auf die Strasse. 🙂

Rund um das Stortinget finden eigentlich ständig irgendwelche politischen Demos statt. Meistens sind das bloss ein paar Leute, welche einen Stand mit einer Flugblattaktion und Megaphondurchsagen betrieben.
Heute ging es um die Coronapolitik der chinesischen Regierung, die zur Unterdrückung von Falun gong Anhängern benutzt wird. Vor drei Jahren, als  ich das letzte Mal da war, waren es die Exilafghanen.
Die Norweger lassen das im Allgemeinen gewähren und beachten die Aktionen kaum. Allerdings standen im Umkreis einer Flugblattaktion von drei vermutlich rechtsgerichteten Aktivisten in der Fussgängerzone mindestens zehn Polizisten sowie sämtliches Security-Personal der umliegenden Luxusläden. Ich habe nur Polizei gesehen, musste aber in den Leuten richtiggehend nach dem Grund der Präsenz suchen.
Ich denke, Norwegen ist auch 11 Jahre nach den Anschlägen von Breivik sehr sensibel, wenn es um rechtsextremes Gedankengut geht.

Hier in Oslo bleibe ich noch für drei Tage, bevor ich dann am nächsten Dienstag zurück in die Schweiz fliege. Auf dem Programm steht sicher die Festung Akershus, der Hafen, eventuell das Nobel Friedenszentrum und der Reptilienpark. Weiteres werden wir sehen. Ausserdem muss ich noch ein paar Dosen Tautra Klosterkrem kaufen. Die kriegt man hier in einer katholischen Buchhandlung.

Die ersten Bilder (und auch drei Videos) von heute sind auch auf den Server hochgeladen.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Fahrt nach Lillehammer

Flagge_NorwegenHeute bin ich also in Lillehammer angekommen. Das ist die zweitletzte Station meiner Norwegenreise 2022.

Für die Fahrt hierher habe ich, wie in den letzten Tagen schon, die direkten, schnellen Autobahnen gemieden und bin übers Land gefahren.

Alles in allem war es wieder ein schöne gemütliche Fahrt von etwas mehr als vier Stunden (auf der Autobahn hätte ich es in zweieinhalb Stunden geschafft).
Entlang an endlosen Fjorden und Seen; und auch der eine oder anderen Pass war unterwegs auch noch drin. Ca 25 km vor Lillehammer habe ich (wohl das letzte Mal in dieser Saison) am Strassenrand Schnee liegen sehen und bin an einem See vorbeigekommen, der noch zugefroren war.

Das Wetter war sonnig mit einigen Wolken. Und da es weitgehend windstill war, waren die 8 bis 10 Grad ganz angenehm. Am Nachmittag, als ich nach Lillehammer kam, wurde die Wolkendecke immer dichter und die Sonne verschwand.

Lillehammer ist in der Welt allgemein bekannt als der Austragungsort der XVII. Olympischen Winterspiele 1994.
Jedenfalls mir war die Stadt dem Namen nach bekannt, auch wenn ich vor dieser Reise keine Ahnung hatte, wo sie liegt. In Norwegen halt, aber das war’s dann auch schon. 🙂
Die XVII. Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer hatte ich zudem aus Schweizer Sicht als recht erfolgreich in Erinnerung. Allerdings wurde mir erst bewusst, wie erfolgreich die Schweizer Athleten waren, als ich nachgesehen habe: Vreni Schneider gewann dort einen kompletten Medaillensatz (Slalom, Kombination, Riesenslalom). Es war ihre insgesamt dritte olympische Goldmedaille nach Calgary 1988.
Mit „Sonny“ Schönbächler gewann ein Schweizer eine Goldmedaille im FreeStyle Springen, das zum ersten Mal olympisch ausgetragen wurde. Schönbächler beendete anschliessend seine Karriere als Spitzensportler.
Die dritte Goldmedaille ging an den 2er Bob von Donat Acklin und Gustav Weder

Ich bedaure, dass ich hier in Lillehammer nur eine Nacht eingeplant habe. Ich bräuchte noch einen Tag, um mir Lillehammer anzusehen, zB den olympischen Park oder auch die grosse Schanzenanlage. Und das Clarion Collection Hotel Hammer gehört zu den besseren Unterkünften dieser Reise. Hier liesse es sich durchaus ein paar Tage aushalten.
Lillehammer hat einen kleinen Stadtkern mit einer langen Fussgängerzone voller Läden und Restaurants.
Heute habe ich in der alten Brauerei zu Abend gegessen, und hatte Gesellschaft von zwei Norwegern in meinem Alter, die beide Deutsch sprachen.
Der Eine (der Wirt der Brauerei) hatte in Bremen studiert (und gab mir gleich ein paar Kneipentipps für den Sommer), und der Andere hatte lange in Salzburg gelebt (und ist mit einer Österreicherin verheiratet).
Die Kombination ergab einen interessanten Abend. 😉
Zum Essen gab es übrigens Bratwürste (aus der lokalen Metzgerei) mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Und dazu ein Bier aus der eigenen Brauerei sowie eine Kostprobe des lokalen Schnaps. Alles in allem ein Genuss nach Tagen von Pizza (in italienischen Restaurants ohne Italiener) und Hamburgern. 🙂
Es sieht wohl so aus, dass ich wieder einmal hierher kommen muss…

Die letzte Etappe der Reise, die ich morgen fahren werde, ist mit 150 km auf der Autobahn in eineinhalb Stunden zu schaffen.
Ich fahre an den Osloer Flughafen Gardermoen, um dort meinen Mietwagen abzugeben.
Vom Flughafen nehme ich dann die Flytoget, die Flughafenbahn, die direkt zum Osloer Zentralbahnhof fährt.
In Oslo bleibe ich noch für drei Tage, bevor ich dann am nächsten Dienstag zurück in die Schweiz fliege.

Die ersten Bilder von Lille befinden sich bereits auf dem Server abgelegt. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: In der Nähe von Oslo

Flagge_NorwegenHeute bin ich nach Drammen gefahren. Damit bin ich nun in der Nähe von Oslo. Ich werde die Hauptstadt aber erst übermorgen erreichen. Vorerst bleibe ich noch ein wenig auf Distanz.

Nun ist es mit der Dauersonne leider vorbei.
Heute war der Himmel durchgehend bewölkt. Allerdings konnte die Sonne immer noch durch die Wolken drücken. Es war hell und zum Teil brauchte ich beim Fahren immer noch die Sonnenbrille, aber es gab halt keine Schlagschatten. Das Sonnenlicht war diffus.
Später, nach meiner Ankunft in Drammen, kam etwas Wind auf, der die Wolken aufriss, und die Sonne dann doch noch kurz schien.

Auf der Fahrt von Porsgrunn nach Drammen bin ich bewusst einen Umweg genommen. Auf der E18 hätte die Fahrt gerade mal eineinhalb Stunden gedauert. Aber dabei hätte ich nicht viel von der Landschaft gesehen, wie ich das gestern abschnittsweise schon erlebt hatte.
Also bin ich bewusst nur über Hauptstrassen gefahren.
Dabei habe ich die Stadt Skien entdeckt und dort spontan Halt gemacht. Wenn man durch die Stadt fährt, fällt einem als Erstes ein sehr grosses, schon fast prunkvolles Rathaus aus.
Später habe ich dann erfahren, dass Skien der Geburtsort von Henrik Ibsen ist. Dieser norwegische Dramatiker dürfte jedem Gymnasiasten während der Mittelschule mindestens einmal begegnet sein. Mir kam auf jeden Fall sofort das Theaterstück „Nora oder Ein Puppenheim“ in den Sinn, das ich an der Mittelschule einmal lesen musste.
Ich habe keine Ahnung mehr, worum es darin geht. Aber der Titel in Verbindung mit Henrik Ibsen ist mir im Gedächtnis geblieben

Hier in Drammen ist die Aass Bryggeri zu Hause, die älteste noch existierende und grösste Brauerei Norwegens. Deren Bier schmeckt im Übrigen sehr gut. 🙂

Morgen fahre ich weiter nach Norden, vorbei an der Hauptstadt Oslo bis nach Lillehammer.
Diese Stadt liegt ca 180 km nördlich von Oslo. Dem einen oder anderen kommt der Name vielleicht bekannt vor, da die XVII. Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer ausgetragen wurden.

Wie immer habe ich erste Bilder von heute bearbeitet und auf dem Server abgelegt.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.