Island 2022: Am nordöstlichsten Punkt der Reise

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Nun bin ich in Raufarhöfn, dem nordöstlichsten Punkt meiner Reise. Vorsichtig geschätzt, dürfte es im Gesamten sogar der nördlichste Punkt der Reise überhaupt sein.
Der kleine Ort Raufarhöfn liegt ziemlich abgelegen, wenn auch dank ausgebauter Strasse von Húsavík aus in ca eineinhalb Stunden zu erreichen.
Hier leben gerade Mal 180 Menschen. Es hat eine Bank, eine Post, einen kleinen Laden, ein Kaffee und ein Hotel. Und die meisten Menschen hier leben von der Fischerei.
Ausserdem steht hier Heimskautsgerðið (The Arctic Henge), ein gross geplantes, aber bis heute nicht vollendetes Bauwerk, das an Stonehenge in Grossbritannien angelehnt ist.

Die Idee des inzwischen verstorbenen Erfinders des Heimskautsgerðið war, eine Attraktion im Stile der nordischen Mythologie zu schaffen, um mehr Touristen nach Raufarhöfn zu bringen. Offenbar hat der Tod des Initianten und wahrscheinlich damit verbundene Finanzierungsprobleme das Projekt ins Stocken gebracht.
Im Moment stehen die vier Eingangstore (in den vier Windrichtungen) sowie das 11 Meter hohen Zentrum. Sonst ist noch gar nichts da. Ausserdem ist mir aufgefallen, dass die Gräben für die Beleuchtung und die daneben liegenden Kabel immer gleich aussehen wie vor einem Jahr, als ich das erste Mal hier war. Da geht also gar nichts mehr.

Die Fahrt hierher verlief problemlos. Angesichts des Regens und des Windes, die überall waren, war es auch nicht erstaunlich, dass es wenig Verkehr hatte. Den hat’s im Norden sowieso weniger als im Süden, aber heute waren die Strassen teilweise leergefegt.

Einzig, als ich im Ásbyrgi Canyon Halt machte, liess der Regen nach und im Canyon gab’s auch keinen Wind. Genau zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.
Abgesehen von seiner Hufeisenform ist der Ásbyrgi auch aus einem anderen Grund eine Besonderheit: er ist fast vollständig bewaldet. Eigentlich gibt es seit Jahrhunderten in Island keine grösseren Waldflächen mehr. Es wurde im Laufe der Besiedelung alles abgeholzt, von Wikingern und ihren Nachfolgern.
Die Wiederaufforstung ist nicht ganz so einfach wegen der kurzen Sommer und des besonderen Bodens. Nicht jede Baumart kann in Island gedeihen.
Im Ásbyrgi Canyon läuft seit über 70 Jahren eine Wiederaufforstungsprojekt mit Birken und Nadelbäumen. Und es scheint ganz gut zu klappen. Der Wald im Canyon ist mittlerweile mehr als vier Meter hoch und die Stämme erreichen eine Dicke von 20 bis 40 cm. Immer noch ein junger Wald, aber für Island ganz beachtlich.
Man kann zwar mit dem Auto bis zuhinterst in den Canyon fahren. Dort gibt’s einen grossen Parkplatz, von dem aus man das Canyonende mit dem kleinen See in ein paar Minuten zu Fuss erreicht.
Aber Ásbyrgi ist bekannt als Wandergebiet. Und am Eingang des Canyons gibt’s einen Campingplatz. Denn auch hier gilt wie in ganz Island ein absolutes Verbot von Wildcampen.

Morgen soll das Wetter etwas besser werden, wenn ich weiter nach Egilsstaðir fahre. Mal sehen.

Heimskautsgerðið
The Arctic Henge

Stay tuned.

Island 2022: Ein Tag in Húsavík

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Heute hätte meine dritte und letzte Walbeobachtungsfahrt auf dem Programm gestanden. Dieses Mal in Húsavík, der selbsternannten Walbeobachtungshauptstadt Islands.

Aber eben: Das Wetter spielte nicht mit. Schon gestern zeichnete sich ab, dass in den nächsten Tagen mit Sturm und Starkregen zu rechnen ist.
Offen gestanden habe ich damit gerechnet, dass heute alle Touren abgesagt würden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Deshalb bin ich heute früher aufgestanden und wie geplant um 08:30 mein Ticket abzuholen.
Um diese Zeit regnete es kaum und auch der Wind schien nicht so stark zu sein.
Aber, wie befürchtet, man teilte mir im Ticketoffice mit, dass für heute und morgen alle Touren abgesagt waren. Da ich morgen schon wieder weiter muss, konnte ich auch nicht auf einen späteren Tag umbuchen.
Wie sich später herausstellte, hatte die Firma North Sailing dies schon gestern Nachmittag beschlossen und meinem Reisebüro mitgeteilt. Die habe die Mail aber erst heute Morgen gesehen und weitergeleitet.

Also stellte ich mich auf einen geruhsamen Tag in Húsavík ein, denn der Regen und der Wind nahmen kontinuierlich zu und erreichten bald ein Level, bei dem es draussen nicht mehr so angenehm war.

Neben Whalewatching gibt es in meinen Augen in Húsavík eigentlich nur drei interessante Dinge:

  • Vogelbeobachtung – Angesichts des Wetters und des Umstandes, dass die Papegeientaucher längst ausgeflogen waren, kein Option für mich. Ein paar Amis sind sie aber trotzdem suchen gegangen…
  • Whale Museum – Da ging ich noch einmal hin und nahm mir viel mehr Zeit, alle Exponate zu studieren. Ausserdem wurde dort ein 45 minütiger Film über Wale gezeigt.
  • Eurovision Song Contest – Die Isländer sind Fans dieser Veranstaltung und nehmen, wie die Schweiz, seit Jahrzehnten teil. Und wie die Schweiz ziehen sie regelmässig die hintersten Plätze. Sie sind auch das einzige skandinavische Land, das den Wettbewerb noch nie gewonnen hat.
    Trotzdem ist die Begeisterung für dieses Spektakel ungebrochen, und man versucht es Jahr für Jahr wieder. Wie die Schweiz auch.

Húsavík verdankt dem Eurovision Song Contest einen Boost an Bekanntheit und Popularität. Aus Húsavík kommen nämlich die Hauptfiguren des von Netflix produzierten Films „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga„, welcher 2020 herauskam.
Eigentlich eine Komödie, die den Star-Irrsinn rund um den Wettbewerb auf die Schippe nimmt, ist es nicht zuletzt auch ein Film mit guter Musik und einer schnulzig, romantischen Geschichte mit Happyend.
Der Amerikaner Will Ferrell, der den Film auch gleich produzierte, und die Kanadierin Rachel McAdams, also keine Isländer, spielen die Hauptrollen, und der Ire Pierce Brosnan, ebenfalls kein Isländer, spielt den Vater der Figur von Will Ferrell. Daneben treten verschiedene, ehemalige ESC Gewinner auf.

Am Meisten für die Bekanntheit von Húsavík in der Welt hat allerdings der Titelsong des Films gesorgt: „Húsavík (My Hometown)“.
Im Film singt Rachel McAdams als Sigrit den Song als ihren Beitrag am ESC.
Tatsächlich ist es aber die schwedische Sängerin Molly Sandén, welche der Figur Sigrit ihre Stimme leiht.
Dieser Song wurde 2021 als einer der fünf Kandidaten für den Oscar für den besten Titelsong nominiert.

Da 2021 die Oscar Verleihungen, bei den alle nominierten Songs normalerweise live gesungen werden, wegen Corona nicht wie gewohnt ausschliesslich im Kodak Theatre in Los Angeles durchgeführt werden konnten, wurden sie in einer Art Online-Version abgehalten.
Somit wurden die Musikstücke zwar live, aber irgendwo auf der Welt und nicht vor Publikum gespielt.
Molly Sandén sang „Húsavík (My Hometown) live im Hafen von Húsavík, bei beissender Kälte zusammen mit einem Chor isländischer Mädchen aus Húsavík, im Hintergrund die Kirche von Húsavík und am Himmel ein paar Nordlichter. Sie hatte damit die wohl beste Kulisse aller Bewerber. Und Húsavík einen weiteren, weltweiten Werbespot.
Leider hat der Song den Oscar 2021 für den besten Song nicht gewonnen. 😦

In Húsavík entstand in der Folge eine ESC Ausstellung in einem kleinen Kaffee. Nichts grosses, aber eine Sammlung von Artefakten und Informationen rund um Island und den ESC, liebevoll arrangiert und gepflegt. Da waren Fans am Werk.

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Stay tuned.

Island 2022: Whale Watching in Akureyri

Island_flagHeute habe nun meinen Gutschein eingelöst, den ich in der letzten Altjahreswoche in Reykjavík gekriegt hatte, als die dortige Walsafari ohne eine einzige Sichtung geblieben war.
Die Firma Elding stellt in solchen Fall jedem Teilnehmer noch an Bord des Schiffes einen Gutschein aus, mit dem man in Reykjavík oder Akureyri noch einmal eine solche Tour machen kann.
Das hat heute gut geklappt.
Der Himmel war tief bewölkt, aber es regnete nicht. Was aber noch besser war: es gab keinen Wind. Die Wasseroberfläche im Eyjafjörður war spiegelglatt. Das ist eine besten Voraussetzungen für Walbeobachtung. Man sieht die Wale in der Ferne viel besser als bei Wellengang.

Nach ca einer Stunde Fahrt (der Eyjafjörður ist der längste Fjord Islands) sahen wir die Finne (Rückenflosse) eines Zwergwales (engl Minkewhale).
Wobei sich das Wort „Zwerg“ bloss auf den Vergleich mit anderen Walarten bezieht. Zwergwale können bis 11 Meter lang und 20 Tonnen schwer wert. Von wegen Zwerg… 😉

Der Wal schien auf Futtersuche zu sein. Er blieb zwar immer auf ca 200 Meter Distanz vom Boot, tauchte aber immer wieder auf, da die nährstoffreichste Nahrung für ihn direkt unter der Wasseroberfläche war: Krill und kleine Fische.
Zwergwale gehören zu den Bartenwalen, zu deren grösseren der Buckelwal und der Blauwal zählen. Letzterer ist das grösste Lebewesen, das je auf unserem Planeten gelebt hat.
Bartenwale nehmen grosse Wassermengen ins Maul (beim Blauwal können das bis zu 50 Tonnen Wasser sein) und drücken das dann durch ihre Barten wieder aus. Dabei bleiben die Kleintiere aus dem Wasser in den Barten hängen.

„Unser“ Zwergwal wurde bald als eine „Sie“ identifiziert. Die Crew des Bootes kannte das Tier aufgrund von Zeichnungen und Narben. ‚Astra‘, wie sie genannt wird, taucht offenbar seit 2018 regelmässig im Eyjafjörður auf.

Immer, wenn sie abtauchte, ging das grosse Rätselraten los, wann und wo sie wieder auftauchen würde. Es ist nicht ganz einfach, so zu fotografieren. Oft ist man einfach zu spät, weil das Tier schneller wieder abgetaucht ist, als mit der Kamera nachgekommen ist.

Nach einer guten Stunden fuhren wir wieder zurück nach Akureyri. Und genau in dem Moment, als wir im Hafen anlegten, begann es zu regnen.

Also musste ich meine folgende Route wieder ein bisschen anpassen. Ich hatte eigentlich vor, zum Goðafoss zu fahren, und von dort einige Kilometer nach Süden ins Hochland zu fahren, bevor ich dann umgedreht hätte und nach Husavik gefahren wäre, wo ich für die nächsten zwei Tage Quartier habe.
Und genau den Teil mit dem „Abstecher ins Hochland“ liess ich sein. Es bringt nichts, im strömenden Regen mit beschränkter Sicht über eine Hochlandpiste zu fahren. Das macht keinen Spass und die beiden Wasserfälle, die ich im Visier hatte, hätte man wegen der Wolken und des Regens kaum richtig gesehen.

Ich besuchte also den Goðafoss kurz, und fuhr dann nach Husavik.

Zwergwal (Minkewhale)

Stay tuned.

Island 2022: Weiter nach Akureyri

Island_flagHeute habe ich mit etwas über 300 km eine längere Etappe zurückgelegt.
Wie schon gestern angetönt, hatte ich mir vorgenommen, bei schlechtem Wetter diese lange Strecke deutlich abzukürzen und die Bergstrecken auszulassen. Es bringt nichts, auf holprigen Strassen durch die Berge zu fahren, wenn man wegen Nebel und Regen schlicht nichts sieht.

Und genau danach sah es aus, als ich am Morgen in Laugarbakki abfuhr. Der Himmel war dicht wolkenverhangen. Aber immerhin regnete es nicht.
Das änderte sich, als ich in die Nähe zum Hvítserkur kam.
Ich fürchtete erst, ich würde auch hier nichts sehen, so tief hingen die Wolken. Und die Strasse, die zum Aussichtspunkt führte, war die reinste Mondlandschaft: 30 km voller Schlaglöcher, die zum Teil ziemlich tief waren. Da kam mir mein grosser Wagen mit seinen grossen Rädern sehr entgegen. Und am wenigsten schüttelte es mich, wenn ich mit mindestens 60 km/h über die Löcher fuhr.

Als ich vom Hvítserkur wegfuhr, war der Entschluss gefasst, die „kleinere“ Abkürzung zu nehmen. Das hiess, dass ich nicht direkt nach Akureyri fahren wollte, sondern rund um die Halbinsel Tröllaskagi, aber halt nicht, wie geplant, über den Lágheiði Pass, sondern aussen herum via Siglufjörður. Somit würde ich der Küste entlang auf asphaltierten Strassen und durch Tunnel fahren und dann von Norden her via Dalvík nach Akureyri kommen.

Soweit, so gut. Das war der Plan.
Aber als ich am Anfang der bei Hofsós ankam, ging plötzlich die Wolkendecke auf und die Sonne schien.
Unter diesen Umständen war klar, dass ich nun meine ursprüngliche Strecke fahren würde. Ich finde Lágheiði nämlich ein wunderschönes Tal, und der Pass ist zwar leicht zu fahren, aber um einiges interessanter als die Küstenstrasse.

Das Wetter blieb bis zu meinem Ziel in Akureyri sonnig und warm. Daher konnte ich den Kaffee & Kuchen im Gisli Eirikur Helgi Kaffihûs Bakkabrædra in Dalvík, wo ich immer Halt mache, wenn ich durchfahre, auf der Terrasse in der Sonne geniessen.

Morgen möchte ich die Wahle Watching Tour nachholen, die letzten Dezember in Reykjavík erfolglos geblieben war. Damals habe ich einen Gutschein für eine Wiederholung gekriegt.
Den werde ich morgen einlösen. Ich bin für die Tour um 09:00 angemeldet. Mal schauen, was da kommt.

Lágheiði

Stay tuned.

Island 2022: Bye Bye Westfjorde

Island_flagHeute habe ich die Westfjorde wieder verlassen. Jetzt bin ich in Nordisland.
Das ist insofern bemerkenswert, als dass ein grosser Teil der Westfjorde nördlicher liegt als das Meiste von Nordisland. 🙂

Die Fahrt von Heydalur hierher nach Laugarbakki, wo ich heute im gleichnamigen Hotel übernachte, dauerte knappe zwei Stunden. Also konnte ich gemütlich starten und unterwegs einige Stopps einlegen.
Das Wetter war freundlich, wenn auch die Sonne nicht mehr durch die Wolken durchkam. Es hatte kaum Wind und wenn, dann nur in Meeresnähe.

Einen Halt machte ich in Hólmavík, kurz bevor ich die Westfjorde verliess.
Die Hauptattraktion in Hólmavík ist eigentlich das Zauberei- & Hexerei-Museum. Aber da war ich vor drei Jahren schon (siehe meinen Bericht von damals), und kann es jedem empfehlen, der etwas über die Zeit der Hexenverbrennungen in Island erfahren will.
Entgegen des etwas reisserischen Namen hat das Museum nämlich einen historischen Ansatz und ist in meinen Augen der gut gemacht. Völlig frei von Effekthascherei und offenbar wissenschaftlich fundiert.
Wer also je einmal in der Gegend sein sollte, dem empfehle ich einen Museumsbesuch dort.
Heute ging es mir eigentlich nur um einen Mittagshalt in Hólmavík. Dabei habe ich mich noch ein bisschen im Ort umgesehen, bevor ich weiterfuhr.

Heute hatte ich ungewöhnlich viele Schafe auf der Strasse gesehen. Ich bin es zwar gewöhnt, in ganz Island während dem Fahren auf Schafe zu achten, die plötzlich auf die Strasse kommen könnten. Und ab und zu kommt es tatsächlich vor, dass ich abrupt bremsen oder sogar anhalten muss, bis die Tierchen sich wieder dazu entschliessen, die Strasse zu verlassen.
Das ist Alltag in Island und gehört dazu, wenn man im Land herumfährt. Hier laufen alle Schafe vom Frühling bis Herbst frei herum. Erst Ende August resp. Anfang September werden die Tiere wieder zusammengetrieben und auf ihre Besitzer verteilt, die sie für den Winter auf den Hof nehmen.
Allerdings musste ich alleine heute öfter wegen Schafen auf die Bremse als auf meinen letzten Islandreisen zusammen. Meistens geschah dies aus reiner Vorsicht. Aber einige Mal musste ich auch anhalten und warten.
Das Unterhaltendste waren zwei Schafe, die mitten auf der Strasse eine Meinungsverschiedenheit (oder vielleicht war es bloss ein Kräftemessen) austrugen. Die liessen sich auch von wartenden Autos nicht beirren, sondern kämpften munter weiter, bis ich Ihnen dann wohl doch zu nahe kam. Dann verliessen sei gemeinsam ziemlich schnell die Strasse. 🙂

Morgen steht dann wieder eine längere Strecke mit netto ca fünf Stunden Fahrzeit bis nach Akureyri an. Allerdings wird sie nur so lang, wenn das Wetter mitspielt. Bei schlechtem Wetter werde ich eine Abkürzung nach Akureyri nehmen.
Aber auf der Strecke gibt es einen Ort, an dem ich noch nie war, zu dem ich aber schon lange wollte. Es ist auch der einzige Ort entlang morgigen Strecke, der für mich neu sein wird: der Hvítserkur.
Und es gibt einen Ort, den ich unbedingt besuchen möchte, der aber nur über die lange Strecke erreichbar ist, nicht über die Abkürzung: das Gisli Eirikur Helgi Kaffihûs Bakkabrædra in Dalvík.
Von diesem Kaffihús stammen die meisten Tortenbilder, die ich in den letzten Monaten in meinem facebook-Account geteilt habe. Es ist also Zeit, eine Verkostung vor Ort vorzunehmen. 😉

Streitende Schafe

Stay tuned.

Island 2022: Weiter durch die Westfjorde

Island_flagDas isländische Wetter hält an. Während gestern hauptsächlich Sturm und Regen angesagt war, bin ich heute bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel aufgestanden. 🙂

Da die Fahrt hierher nach Heydalur recht kurz war, habe ich nicht nur beim packen und auschecken getrödelt. Ich habe mir unterwegs immer wieder einen kurzen Halt gegönnt, um zu fotografieren. Das gute Wetter hat das natürlich noch unterstützt.

Natürlich habe ich beim Litlibær eine Pause für Kaffee und Kuchen eingelegt. Allerdings war es aufgrund der Uhrzeit, als ich dort ankam, wohl eher eine Mittagspause. Aber trotzdem mit Kaffee und Kuchen. Letzterer ist im Litlibær nämlich sehr gut.

Und natürlich habe ich beim Saltverk einen kleinen Stopp eingelegt, um meine persönlichen Vorräte an Meersalz aufzufüllen. Dabei wurde mir etwas Neues angeboten: Das einfache Meersalz ohne Zusatzgeschmack kann man dort nun auf in Säckchen abgefüllt kaufen. Die dreifache Menge kostet einen Drittel der Standardverpackung im Glas. Das war ein guter Deal.

Heydalur, wo ich heute übernachte, ist ein Hof & Hotel. Die bieten hier fast alles an: Hotel, Restaurant, Camping, Wandern, Reiten, etc.
Der Name Heydalur bedeutet grob übersetzt „Heutal“.
Und fast am Ende eines solchen Tales liegt dieser Hof, fast zehn Kilometer abseits der Hauptstrasse. Es ist sehr ruhig und idyllisch hier, abgesehen vom Graupapagei im Restaurant, der immer wieder lautstark für Unterhaltung sorgt.
Der Vogel ist zudem ein ziemlicher Macho. Bei meiner Ankunft hier heute Nachmittag stand der Käfig mit dem Vogel beim Eingang. Dort begrüsste er lautstark alle ankommenden Gäste mit einem Pfiff. Allerdings fiel mir nach einer Weile auf, dass er das wohl nur bei Frauen tut. Bei Männern blieb er still. 😉

Schafe

Stay tuned.

Island 2022: Ísafjörður

Island_flagHeute war das Wetter hier in Ísafjörður mal wieder sehr isländisch. 😉
Am Morgen Sturm und Regen bei ca 7 Grad (wohlgemerkt im August) und dann gegen Abend nahm der Wind ab, der Regen hörte auf und die Wolken lichteten sich. Jetzt, um 20:00 scheint die Sonne durch die Wolken; bei ca 6 Grad. 🙂

Aber da ich heute nicht weitergefahren bin, sondern einen Tag in Ísafjörður eingeplant habe, nahm ich es gemütlich und stattete kurz vor Mittag dem Arctic Fox Center in Súðavík einen Besuch ab. Das bei den beiden letzten Mal, als ich hier war, leider geschlossen. Heute hatte es geöffnet.
Das Zentrum, welches von Anwohnern ins Leben gerufen worden war, widmet sich ganz der Erforschung und Pflege des grössten Landsäugers in Island.
Die isländischen Polarfüchse sind nicht vom Aussterben bedroht. Es geht ihnen sogar sehr viel besser als in anderen skandinavischen Länder in der Polarregion. Hier in Island bleiben die Füchse sogar von gewissen Seuchen verschont, an denen sie in der restlichen Polarregion sterben.
Island hat die fünftgrösste Polarfuchspoipulation.
Ich hatte vor zwei Jahren, als ich das Naturschutzgebiet Hornstrandir besuchte, einige Jungtiere vor die Linse bekommen. Die waren damals sehr neugierig, im Gegensatz zum Muttertier, das einen grossen Abstand zu den Menschen hielt.

Vom Arctic Fox Center aus fuhr ich zurück nach Ísafjörður, um von dort aus noch einige Orte in der Umgebung zu besuchen, die schon kannte.
Allerdings verzichtete ich darauf, wie geplant auf den Bollafjall zu fahren, um die neue Aussichtsplattform zu begutachten. Die gab es bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren noch nicht. Die wurde erst dieses Jahr gebaut.
Aber die Wolken hingen so tief, dass es keinen Sinn gemacht hätte, auf den Berg zu fahren. Ich hätte ausser Nebel gar nichts gesehen.

Also fuhr ich wieder nach Ísafjörður zurück, um einzukaufen (letzte Gelegenheit, denn ist heute Samstag. Morgen gibt’s nichts), und dann im Hotelzimmer ein paar Bilder zu bearbeiten und zu entspannen.

Morgen geht’s dann weiter nach Heydalur. Das ist wieder nur eine kurze Fahrt von etwas über 135 km. Wenn ich langsam fahre, und keinen Halt mache, bin ich zwei Stunden dort.
Also werde ich ausschlafen können, frühstücken und dann gemütlich packen, bevor ich zwischen 10:00 und 11:00 hier losfahren werde.
Gleich in der Nähe von Heydalur ist das Saltverk. Ich denke, ich werde denen sicher noch einen Besuch abstatten. :-

Stay tuned.

Island 2022: In den Westfjorden angekommen

Island_flagHeute musste ich etwas früher aus den Federn, weil ich um acht in Stykkishólmur am Fährterminal sein musste.
Rückwärts gerechnet waren das vorher etwas mehr als ein halbe Stunde Fahrt, Frühstück, packen und Gepäck ins Auto verladen sowie duschen und rasieren. Damit war ich bei 06:15.
Meine Unterkunft hatte das Frühstücksbuffet erst um 07:30 bereit, aber die nette Damen in der Küche machten mir schon um 07:00 Frühstück.

Die Überfahrt mit der Fähre von Stykkishólmur nach Brjánslaekur dauerte etwas mehr als drei Stunden und verlief sehr ruhig. Auf See war richtig schönes Wetter. Ich habe ein amerikanischen Ehepaar aus Seattle getroffen, mit dem ich mich die ganze Fahrt über unterhalten hatte. Die waren nicht wie die Durchschnittsamerikaner. Die ging nicht in Gruppen auf Pauschalreisen, sondern bevorzugten Individualreisen, die sie selbst planten.

Die Weiterfahrt nach Breiðavík, wo ich heute übernachte, war mit ca einer Stunde und zwanzig Minuten relativ kurz und problemlos. Das Hotel liegt sehr abgelegen. Und in den Zimmern, die in einem separaten Gebäude abseits vom Haupthaus sind, gibt es kein Internet. Der Grund ist ein sturer Nachbar, der sich weigerte, die Genehmigung für eine Leitung durch sein Land zu erteilen.
Also habe ich mich mit dem Laptop in Restaurant im Haupthaus gesetzt, et voilà: das Internet war da.

Nach dem Einchecken fuhr ich noch nach Látrabjarg, einer Steilküste, die für ihre Vogelwelt bekannt ist. Leider traf ich dort keine Papageientaucher (engl. Puffin) mehr an. Ich war zu spät.
Diese Vögel verbringen den Winter auf dem offenen Meer und kommen im April an die Küste, um zu nesten und Junge aufzuziehen. Mitte August verlassen sie die Küste wieder.
Man weiss nicht, wann genau die Vögel wegfliegen, aber offenbar tun sie das alle gleichzeitig.
Ich war also vermutlich zwei oder drei Tage zu spät dort.

Im Moment scheint heute Abend hier die Sonne und es sieht so aus, als dass sich das Wetter für ein paar Tage halten würde.

Breiðavík Beach

Stay tuned.

Island 2022: Ein stürmischer Tag auf Snæfellsnes

Island_flagHeure Morgen beim Aufstehen regnete es nicht wie erwartet.
Es ging „bloss“ ein starker Wind.
Weder Wind noch Regen machen mir in der Regel etwas aus, solange sie nicht zusammen auftreten. Als Kombination können sie allerdings sehr mühsam werden.

Also entschloss ich mich, entlang der Halbinsel Snæfellsness zu fahren, und einige mir bekannte Stellen zu besuchen.
Als erstes fuhr ich nach Ytri Tunga. Dieser Strand ist bekannt dafür, dass man dort oft Robben beobachten kann. Ich rechnete nicht damit, dass die Tiere herumlagen. Dafür war es einfach zu stürmisch. Ausserdem war gerade Flut, so dass alle die kleinen Felsen, auf denen die Robben sich normalerweise ausruhen, von Wasser bedeckt war.
Als ich ankam, stellte ich ausserdem fest, dass die Brandung aufgrund des Windes auch ziemlich stark war. Es war einige Robben im Meer in weiter Fern zu sehen, die dort immer wieder abtauchten.
Der Wind stiess einen am Strand fast um, und irgendwann setze dann auch starker Regen ein. Die Regentropfen schmerzten im Gesicht, und innert kürzester Zeit war meine G1000 Hose nass. Die ist zwar imprägniert, aber wasserdicht ist sie deswegen noch lange nicht. Das Gute daran ist aber, dass die Hose im Auto innert 20 Minuten trocknet.

Trotzdem beschloss ich noch weiter nach Arnarstapi zu fahren, und zu schauen, ob ich dort ein paar Bilder von der Steilküste machen könnte.
Aber der Sturm wurde immer stärker und als ich nach einer heissen Schokolade im Restaurant trotzdem noch Richtung Küste ging (ca 300 Meter), war meine Hose nass, bevor ich dort war (meine Windjacke ist hingegen wasserdicht und hält einiges aus). Ergo schoss ich drei, vier Fotos und brach die Übung ab.

Ich fuhr zurück in meine Unterkunft, wo ich ein paar Bilder bearbeitete und auf das Sturmende wartete. Da sah ich dann auch, dass der Isländische Wetterdienst inzwischen eine Sturmwarnung der Stufe gelb (dabei empfehlen sie, nicht wandern zu gehen, und mit grossen Autos und Wohnwagen vorsichtig zu fahren) ausgegeben hatte, die bis 17:00 galt.
Der Regen wurde zwar recht bald schwächer, aber der Wind liess erst ca um 18:00 nach. Als ich gegen 18:30 losfuhr, um essen zu gehen, brach sogar die Sonne ein bisschen durch die Wolken, und ich entdeckte einen Regenbogen.
Eine Stunde später, als ich wieder zurück fuhr, war schon fast wieder schönes Wetter. Jetzt um 21:00 ist der Himmel immer noch bedeckt, aber man sieht da und dort kleine Lücken in der Wolkendecke mit Himmel durchscheinen. Und es weht nicht einmal ein kleines Lüftchen.

Das ist Island, wie ich es kenne. Das Wetter wechselt sehr schnell und man sollte sich anpassen.

Morgen soll es mehrheitlich sonnig sein, und kaum Wind haben.
Das macht die dreieinhalbstündige Überfahrt mit der Fähre ab Stykkishólmur zu den Westfjorden sicher angenehmer.

Robbe

Stay tuned.

Island 2022: Weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes

Island_flagDa ich heute bloss knappe 100 km vor mir hatte, wenn ich direkt gefahren wäre, bin ich nicht nur etwas später aufgestanden. Ich habe mir auch erst einmal in Reykholt die Zeit genommen, die Ausstellung über den isländischen Dichter, Historiker und Politiker Snorri Sturluson aus dem 13. Jahrhundert anzusehen. Dieser Mann ist für die isländische Geschichte insofern bedeutend, als dass er der Einzige seiner Zeit war, dessen Schriften bis heute erhalten sind. Ohne Snorri Sturluson wüsste man heute praktisch nichts über diese Zeit. Er hatte nicht nur Zeitgeschehen aufgeschrieben, sondern auch Gesetze, Sagen und Göttergeschichten.

Bevor ich in Richtung der Halbinsel (und Nationalpark) Snæfellsness losfuhr, machte ich noch einen Abstecher an die Lavawasserfälle (Hraunfossar). Die liegen weniger als eine halbe Stunde Fahrt von Reykholt entfernt, und ich wollte sie wieder einmal bei Sonnenschein sehen. Das letzte Mal als ich dort war, begann es um elf Uhr morgens gerade mal hell zu werden. Ausserdem schneite es und die Sicht war schlecht. Das war letzten Dezember.

Das war heute anders. Die Sonne schien den ganzen Tag und es hatte kaum Wind. Die Temperaturen bewegten sich um 13 – 15 Grad.

Von den Hraunfossar ging es zum nächsten Abstecher, den Grábrók Kratern.
Der Grösste der drei Krater ist begehbar. Eine Holztreppe mit zig Stufen bringt einen auf den Kraterrand, auf dem man rund um den ganzen Krater gehen kann.
Ich war schon drei Mal dort oben. Aber jedes hatte es geregnet. Also ergriff ich die Gelegenheit, einmal bei Sonnenschein auf dem Krater zu stehen und die grandiose Aussicht zu geniessen (und natürlich zu fotografieren).

Auf dem Weg zur Miðhraun – Lava Resort, wo ich nun zwei Mal übernachten werde, machte ich noch einen kurzen Halt bei den Gerðuberg Felsen, um auch dort noch ein paar Bilder zu schiessen.

Nach dem Einchecken im Miðhraun – Lava Resort entschied ich mich spontan dazu, noch einmal loszufahren.
Da es morgen regnen wird, wollte ich das schöne Wetter noch ausnutzen, um in Grundarfjörður den bekanntesten und am häufigsten fotografierten Berg Islands abzulichten, den Kirkjufell (dt. Kirchberg).
Ich war schon drei Mal in Grundarfjörður aber nie hat es mit dem Wetter gepasst, um den Berg von seiner schönsten Seite abzulichten.

Den Tag liess ich im hoteleigenen Hotpot ausklingen, und entspannte ein bisschen im heissen Wasser an der frischen Luft, bevor ich es mir in meinem Bungalow gemütlich machte.
Ich habe mir vorgenommen, morgen im Regen dort noch einmal baden zu gehen. 🙂

Miðhraun - Lava Resort

Stay tuned.