Island 2022: Ausflug zum Eqi Gletscher

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Heute habe ich den Tagesausflug zum Eqi Gletscher gemacht.
Dieser Gletscher reicht bis zum Meer und ist auch bekannt als der „kalbende“ Gletscher, weil dort ständig grössere oder kleiner Eisstücke ins Meer abbrechen. Wobei „Stücke“ zum grössten Teil eine Untertreibung sind. Oft brechen ganze Eisberge ab, die dann im Meer mit der Strömung bis nach Neufundland gelangen können. Diese Eisberge können durchaus bis 30 Meter aus dem Wasser ragen. Wenn man weiss, dass man von einem Eisberg in der Regel nur ca 10% sieht, kann man sich vorstellen, wie gross gewisse Stücke sein können, die vom Eqi abbrechen.

Die Tour sollte mit der Abholung im Hotel um 08:45 beginnen.
Jedoch war niemand da, um mich abzuholen, resp keiner der drei Shuttles beim Hotel hatte mich auf der Liste. Ca 10 Minuten und zwei Telefonate später tauchte dann doch noch ein Bus für mich auf.
Der brachte mich zu einer Anlegestelle, an der die Besatzung eines relativ kleinen Bootes versucht, einen kleineren Eisberg von der Anlegestelle wegzuziehen, damit sie anlegen und Passagiere an Bord nehmen konnten. Aber als das nicht klappte, fuhren sie weg und mein Fahrer meinte, dass wir jetzt auch in den eigentlichen Hafen fahren müssten, da das Boot nur dort anlegen könnte.
Im Hafen konnten ich und eine deutsch/schweizerische Gruppe dann an Bord gehen. Das Boot manövrierte aus dem Hafen und drehte dann auf.
Der Eqi Gletscher liegt 80 km also 50 Seemeilen nördlich von Ilulissat. Das Boot war mit einem 325 PS Motor ausgerüstet und machte bei ruhiger See und ohne Eis im Wasser gute 28 Knoten (Meilen/h). Leider war die See nicht immer ruhig und das Boot sprang quasi von Welle zu Welle. Ausserdem musste der Bootsführer ständig einen Weg zwischen den Eisbergen suchen und ganzen Feldern von kleinen Eisstücken auf der Wasseroberfläche ausweichen. Also war es nicht immer möglich, mit Maximalgeschwindigkeit zu fahren .
Nach guten zwei Stunden waren wir am Eqi Gletscher angelangt, wo das Wasser völlig ruhig war und auch kein Wind ging. Lediglich ein leichter Regen fiel den ganzen Tag.

Der Eqi Gletscher kommt von Zentralgrönland bis ans Meer. Dort ist er 3.4km breit und das Eis ist zwischen 60 und 160 Meter dick. Es ist absolut faszinierend, vor dieser riesigen Wand aus Eis zu stehen.
Der Gletscher ist ständig in Bewegung. Man hört ständig irgend ein Knacken oder Krachen und von Zeit zu Zeit bricht Eis ab und fällt ins Wasser. Wir stoppten ca einen Kilometer vor dem Gletscher. Die Boote dürfen nicht näher als 750 Meter an den Gletscher heran. Es besteht immer die Gefahr, dass richtig grosse Eisberge abbrechen und ins Wasser fallen. Dies kann im schlimmsten Fall einen richtige Flutwelle auslösen. Dann ist es günstig, wenn man nicht allzu nahe ist und noch rechtzeitig wegfahren kann.
Wir waren zwei Stunden vor Ort. In der Zeit ereigneten sich ständig irgendwelche kleinere Abbrüche, die man meistens erst mitbekam, wenn man sie hörte. Aber das war wegen der Distanz um Gletscher ca 3 Sekunden verzögert.
Wir sahen einen grösseren Abbruch, bei dem unsere Bootsführer sofort den Motor starteten und wegfuhren. Die erzeugte Welle war zwar nicht hoch, aber wenn eine Welle mehrere Kilometer weit geht und dazu führt, dass kleinere Eisberge auseinander brechen, dann ist es ratsam, nicht zu nahe zu sein.
Im Übrigen fand ich es gar nicht so kalt. Ich hatte sogar den Eindruck, dass ich zu viele Kleider angezogen hatte. Das ist selbstverständlich relativ, denn wir hatten Leute an Bord, die froren.
Die ganze Zeit über ging zudem ein leichter Nieselregen runter. Witterungsschutz war also durchaus angesagt.

Nach zwei Stunden fuhren wir wieder zurück, zwischen Eisbergen hindurch und durch ganze Felder kleiner Eisstücke, die auf dem Wasser trieben. Die erinnerten mich ein bisschen an ein Minenfeld.
Und als wir aus der Bucht hinauskamen, fingen auch die Wellen wieder an, was zu den bereits erwähnten Sprüngen des Bootes führte.
Trotz der etwas rauhen Bedingung wurde aber niemanden schlecht. Alle waren bester Laune und genossen die ungewöhnlichen Bilder, die wir zu sehen kriegten.
Aber ich denke, Leute mit Rückenprobleme hätten heute sehr stark gelitten.

Morgen gehe ich noch einmal raus. Dieses Mal auf eine Eisberg Sigthseeing Tour. Ich bin gespannt, wohin es geht. Aber das Besondere daran ist die Zeit: Die Tour findet um 21:00 statt.

Eisberg beim Eqi Gletscher

Stay tuned.

Island 2022: Ein ruhiger Tag in Ilulissat

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Heute war nicht viel los.
Erst einmal war ich nach nicht einmal sechs Stunden Schlaf um halb sechs schon wieder wach. Das schreibe ich hellen Nacht sowie den vier Stunden Zeitverschiebung zu, die ich gestern erlebte habe.
Es gibt zwar keine Mitternachtssonne mehr. Die war Ende Juli vorbei. Aber es wird nach wie vor nicht richtig dunkel. Das kenne ich aus Island und den Lofoten. Ich werde ca drei Nächte brauchen, bis ich mich daran gewöhnt haben werde.

Als ich dann gegen halb zehn hier im Hotel auf den Shuttle wartete, der mich zum Hafen bringen sollte, wo ich auf eine Wal-Safari gehen wollte, teilte man mir mit, dass heute wegen rauher See alle Touren abgesagt wurden. Kein Boot würde heute hinausfahren. Man hätte mich benachrichtigen wollen; leider erfolglos. Ich vermute, das deutsche Reisebüro, das diese Reise verkaufte, hat meine Nummer nicht richtig weitergegeben. Das habe ich nun korrigiert.
Ich konnte zwar die Wal Safari als Ersatz am Freitag buchen. Aber nun hatte ich für heute nichts mehr zu tun.
Ich entschied mich für einen Spaziergang rund um das Hotel und suchte günstige Positionen, von denen man die Eisberg im Fjord vor Ilulissat am besten fotografieren konnte.
Es regnete leicht und es wehte ein zügiger Wind. Also nichts, was einen davon abhalten könnte, nach draussen zu gehen. Man musste sich einfach entsprechend anziehen…

Nach gut eineinhalb Stunden ging ich zurück ins Hotel. Zum Einen, um meine Windjacke, Hose und das Baseballcap zu trocknen, zum Anderen um etwas zu Mittag zu essen.

Am Nachmittag ging ich dann noch einmal raus, weil sich inzwischen das Licht geändert hate, die Wolken nicht mehr so tief hingen und es praktisch aufgehört hatte, zu regnen.

Morgen ist eine Tagestour zum Eqi-Gletscher geplant. Die dauert rund sechs Stunden. Ich hoffe, dass das Wetter (das laut Wetterbericht besser werden soll) und der Seegang es zulassen.

Stay tuned.

Island 2022: Unterwegs nach Grönland

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Meine diesjährige Islandreise beginnt nicht in Island.
Ich bin zwar inzwischen hier am Flughafen Keflavík angekommen. Aber anders als in den letzten Jahren bleibe ich heute Abend nicht in Island. Ich fliege weiter nach Grönland, genauer gesagt nach Ilulissat.
Dort werde ich fünf Tage bleiben und Ausflüge in die Diskobucht zum berühmten Eqi Gletscher sowie eine Walbeobachtungstour machen.
Am Samstag kehre ich dann hierher nach Island zurück, um eine dreiwöchige Roadtour rund um die Insel zu starten.

Nun warte ich hier am Flughafen Keflavík auf meinen Weiterflug nach Ilulissat. Insgesamt habe ich hier fünf Stunden Aufenthalt. Der Flug geht erst um 21:00 Ortszeit und dauert 3 Stunden und 20 Minuten. Die Ankunft in Ilulissat ist um 22:20 (Ortszeit / 02:20 MEZ) geplant. Da Ilulissat vier Stunden gegenüber MEZ zurückliegt, werde ich dann ab Flughafen Zürich 14 Stunden unterwegs gewesen sein.

Apropos Flughafen Zürich: Check In und Sicherheitskontrolle habe ich in weniger als 30 Minuten passiert. Keine Menschenmassen und Schlangen bis auf die Strasse. Man spürt, dass in den meisten Kantonen die Ferien vorbei sind. Am Flughafen war heute im Grunde nicht viel los.

Stay tuned.

Städtereise nach Karlsruhe

Flagge_DeutschlandSeit gestern bin ich in Karlsruhe.
Die Reise hierher war eher ein spontaner Entscheid, denn eigentlich wäre geplant gewesen, das verlängerte Wochenende (und somit auch meinen Geburtstag) in Bremen zu verbringen.
Nachdem aber Lufthansa meinen Flug nach Bremen (genauer München-Bremen, denn es gibt keine direkte Verbindung von Zürich nach Bremen) vier Tage vor Abflug strich, musste kurzfristig eine andere Destination her. Ich cancelte also am Mittwoch Hotel und Flug und begab mich auf die Suche.
Fliegen kam nicht in Frage. Da war mir erstens das Risiko angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage im Flugverkehr zu gross, und zweitens hätte eine Zugfahrt nach Bremen rund 9 Stunden gedauert, ohne dass ich einen Sitzplatz hätte reservieren können (war alles schon ausgebucht), weder bei der Hin- noch bei der Rückfahrt. Im schlimmsten Fall hätte ich jeweils neun Stunden auf der Treppe gesessen…
So fiel meine Wahl auf Karlsruhe, weil ich diese Stadt noch nicht kannte (ausser der facebook Seite des Zoos), und weil ich dort in der Innenstadt nahe des Bahnhofs ein bezahlbares, gutes Hotel gefunden hatte und weil die Zugfahrt von und nach Zürich jeweils bloss drei Stunden dauert. Der Zug kostete mich in der 1. Klasse mit reservierten Sitzplätzen bloss Fr. 120.–. Das ist nicht ganz der Betrag, den ich in Bremen für ein Flughafentaxi (hin und zurück) bezahlt hätte. In Karlsruhe konnte ich zu Fuss oder mit der Strassenbahn zum Hotel.

Gestern habe ich mir die Innenstadt zu Fuss ein bisschen angeschaut und vom Hotel zum Marktplatz und zum Schlossplatz gegangen. Dieses Wochenende findet hier das Chorfest Baden 2022 statt. Überall stehen Bühnen, auf denen am Abend Chorkonzerte stattfinden.
Aber auch hier herrschen zur Zeit sehr sommerlich Temperaturen bis zu 30 Grad am Nachmittag. Während es im Schatten ganz angenehm ist, und gelegentlich auch etwas Wind die Luft auffrischt, brennt die Sonne ganz schön. Die Brunnen in der Stadt war gestern eigentlich Planschbecken für Kinder. 🙂

Heute war ich fast fünf Stunden im Zoo. Der heisst hier Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe. Der nördliche Teil des Stadtgartens hat tatsächlich wenig mit Zoo zu tun. Es gibt dort zwar einen Streichelzoo für die Kinder, aber ansonsten hauptsächlich Liegewiesen, Blumenrabatten, Verpflegungseinrichtungen und einen grossen Teich, auf dem man Bootsfahrten machen kann.
Der Grossteil der Gehege mit den Zootieren sind im südlichen Teil des Stadtgartens.
Der Zoo ist, gemessen an anderen Zoos (zB Zürich, Basel, München, Duisburg, Hamburg, etc.) eher klein. Aber die Einbettung in den Stadtgarten mit vielen Wiesen und Bäumen macht ihn interessant.
Einige der Gehege sind neuer und grosszügiger, andere wiederum schon recht alt und entsprechen wohl nicht mehr den heutigen Standard. Der Zoo bräuchte wohl einiges an Geld, um alle nötigen Sanierungen machen zu können. Die Giraffenanlage wird zur Zeit umgebaut (und die Giraffen mussten während der Bauzeit in einen anderen Zoo ausquartiert werden), und man sammelt Geld für eine neue Anlage für die Kattas.
In meinen Augen etwas Besonderes ist die Fledermaushöhle im Untergeschoss des Exotenhauses. Dort leben tatsächlich Fledermäuse, die einem um die Ohren fliegen, wenn man hineingeht.
Der Zoo hält aber sehr wenige Reptilien. Ich habe gerade mal zwei Arten von Schlangen gesehen, nämlich eine Königspython sowie Kornnattern. Daneben habe ich mindestens vier Arten der südamerikanischen Baumsteigerfrösche (auch bekannt als Pfeilgiftfrösche) angetroffen.

Nach mehr als vier Stunden ging ich zurück ins Hotel, um mich etwas abzukühlen und meine Bilder zu sichern. Später will ich dann nochmals in die Stadt.

Aber eine ausgedehntere Erkundung inklusive Schloss werde ich wohl morgen machen.

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Stay tuned.

Auffahrt 2022: Immer noch heiss in Florenz

Flagge_ItalienHeute war es, zumindest am Morgen, spürbar etwas kühler hier in Florenz. Es hatte auch deutlich weniger Leute in der Stadt als gestern.
Die Schlangen beim Dom (eigentlich Cattedrale metropolitana di Santa Maria del Fiore), bei der Medici-Kapelle (Cappelle Medicee) und den Uffizien hatte es natürlich trotzdem. Das Warten dürfte aber etwas angenehmer ausgefallen sein als gestern.

Gegen Mittag wurde es aber etwas wärmer (über 30 Grad), obwohl einige Schleierwolken die direkte Sonneneinstrahlung dämpften. Und mit der Hitze machte sich auch die Luftfeuchtigkeit bemerkbar.
Mir lief der Schweiss in Strömen hinunter, und obwohl ich weit mehr als zwei Liter Wasser getrunken hatte, musste ich den ganzen Tag nicht auf die Toilette. Das Wasser verliess den Körper über die Haut.
Schwitzen soll gesund sein, heisst es.
Schwitzen schützt den Körper vor Überhitzung, heisst es. Aber wenn einem die Kleider ständig am Körper kleben und einem die Schweisstropfen permanent in die Augen laufen, ist das alles andere als angenehm. 😦

Ich habe meine Tour heute etwas anders gelegt als gestern, um zu anderen Plätzen in der Stadt zu kommen. Zuerst habe ich die Medici-Kapellen (Cappelle Medicee) angesteuert. Das sind die Grabkapellen des Fürstengeschlechtes der Medici an der Kirche San Lorenzo, einer weiteren, grossen Kirche inmitten der Altstadt. Danach bin ich bis zur Piazza della Repubblica, wo ich für eine Weile in einem der grossen Strassencafés meinen Wasserhaushalt wieder auffüllte. Auf dem Weg dorthin kam ich zwangsläufig am Dom vorbei. Die Schlange vor dem Eingang war noch nicht so lang wie gestern. Allerdings war der Dom auch noch nicht geöffnet.

Von der Piazza gings weiter zu den Uffizien, welche sich in der Nähe der Ponte Vecchio befinden. Im Innenhof, der Piazzale degli Uffizi, herrschte ein reges Treiben. Zig Gruppen, mit und ohne Führer, wuselten herum und vor dem Eingang zu den weltberühmten Galerien hatte sich auch hier eine lange Schlange gebildet, die nur ganz langsam vorwärts kam. Allerding hat man hier den Vorteil, dass es aufgrund der Form des Innenhofs und der Arkaden keine direkte Sonneneinstrahlung gibt. Man steht sozusagen im Schatten an. Immerhin. 🙂
Auf der Piazzale wimmelte es nur so von Strassenkünstler. Es handelte sich vorwiegend um Maler, die entweder versuchten, ihre Landschaftsbilder, welche sie gleich vor Ort erstellten, an den Mann zu bringen, oder anboten, vor Ort gegen Entgelt ein Portrait zu erstellen.
Ich habe einem dieser Maler zugeschaut, wie er mit Kohle ein Portrait (im Format A2-A1) einer Touristin anfertigte. Ich muss sagen, das zeichnerische Können dieses Mannes hat mich beeindruckt.

Von den Uffizien ging ich wieder nach Norden auf die Piazza della Signoria, an welcher der Palazzo Vecchio liegt. Da ich gestern schon hier war, hielt ich mich nicht lange auf der Piazza auf und ging zuerst ohne bestimmtes Ziel weiter.

Bis ich einen Wegweiser zum Casa di Dante (Dante’s Haus) sah. Ich wusste nicht, das Dante Alighieri, der Autor der berühmten Comedia (allgemein als Göttliche Komödie bekannt), auch mal in Florenz gelebt hatte.
Es stellte sich heraus, dass Dante 1265 sogar hier geboren wurde und dieses Haus sein Geburtsort gewesen sein soll. Es steht ungefähr dort, wo das Haus der Familie vermutlich gewesen war, hat aber nichts mehr mit dem ursprünglichen Geburtshaus zu tun. Es ist heute ein Museum rund um Dante.
Wegen politischer Querelen und einem Streit mit dem Papst musste Dante 1302 seine Geburtsstadt verlassen und kam nie mehr zurück. Weil er eine Geldstrafe nicht zahlte, wurde er später in Abwesenheit sogar zum Tode durch Verbrennen verurteilt.
Dante ist einer der bekanntesten Dichter der italienischen Literatur sowie des europäischen Mittelalters. Er überwand mit der in Altitalienisch (bzw. Toskanisch) verfassten Göttlichen Komödie das bis dahin dominierende Latein und führte das Italienische zu einer Literatursprache.

Vom Casa di Dante ging ich über die Piazza del Duomo weiter, bis ich per Zufall die Piazza della Santissima Annunziata entdeckte. Allerdings fand in der Basilica della Santissima Annunziata gerade ein Gottesdienst statt. Daher konnte man die Kirche, in der es kühl gewesen wäre, nicht besichtigen.

Deshalb beschloss ich, auch wegen der drückenden Hitze, langsam Richtung Hotel zu gehen. Unterwegs machte ich noch Halt auf der Piazza San Marco, um etwas Kleines zu essen. Ich hatte zwar wegen der Hitze keinen Hunger, obwohl ich seit dem Frühstück nichts gegessen hatte. Aber von gestern wusste ich, dass ich am Nachmittag irgendwann beträchtlichen Hunger kriegen würde und es dann noch eine ziemliche Weile bis zum Abendessen dauern würde. Also genehmigte ich mir in einem Caffé ein Panino con prosciutto crudo e mozzarella, zusammen mit einer grossen Flasche Wasser. Mehr brachte ich nicht hinunter. 🙂

Nachdem ich mich im klimatisierten Hotel wieder abgekühlt hatte, ging ich am späteren Nachmittag wieder hinaus.
Inzwischen waren dunkle Wolken aufgezogen und ein etwas kühlerer Wind wehte durch die Gassen. Das vom Wetterdienst angekündigt Gewitter schien Realität zu werden.
Es kam auch. Aber viel später und nur sehr kurz, als ich beim Abendessen sass. Der Regen kühlte etwas ab, aber gleichzeitig erhöhte sich die Luftfeuchtigkeit. Fragt sich, was unangenehmer ist.

Einige Bilder von heute konnte ich bereits in die Galerie hochladen.
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Stay tuned.

Auffahrt 2022: Es ist heiss in Florenz

Flagge_ItalienHeute bin ich wieder durch die Innenstadt von Florenz gezogen. Bloss habe ich dieses Mal die grosse Kamera mitgenommen und bin gezielt an bestimmte Orte gegangen.

Es war den ganzen Tag heiss, heisser als gestern.
Laut meteoblu.ch soll es heute Nachmittag 35 Grad Celsius gewesen sein. Ich habe es nicht nachgemessen, aber das passt schon. Wenn selbst ein Windstoss einen nicht mehr abkühlt, weil es sich anfühlt, als blase da ein grosser, heisser Föhn, dann ist es definitiv zu heiss.
Das Einzige, was ein bisschen Abhilfe schuf, war der Schatten in den engen Gassen und die Klimaanlagen der Geschäfte, die für ein kühles Lüftchen sorgten, wenn man daran vorbei ging.
Da offenbar auch die Luftfeuchtigkeit hoch war, schwitzte ich auch in den eigentlich kühlen Kirchen (jene, die ohne Ticket zugänglich sind).
Nach gut drei Stunden musste ich ins Hotel zurück, um mich im klimatisierten Zimmer abzukühlen. Das kühle Bier im Strassencafé half nicht mehr, meine Füsse brannten und die neuen Schuhe wurden plötzlich zu eng, weil die Füsse anschwollen. Ausserdem reagierte dann mein Bauch später auch noch auf die Hitze.

Als Erstes bin ich zum Dom von Florenz. Schon auf dem Weg dorthin stellte ich auf der Piazza di Santa Maria Novella fest, dass sehr viel mehr Leute unterwegs waren als gestern, und das um 09:30. Viele Gruppen mit Führer („Neckermänner bitte mir nach„), aber auch viele Schulklassen jeden Alters.
Auf der Piazza del Duomo wurde es dann noch dichter.
Das Eindrücklichste war aber die mehrere hundert Meter lange Schlange, die vor dem Haupteingang des Domes stand. Ich weiss nicht, wie lange es gedauert hatte, bis der Hinterste in den Dom hinein konnte. Es dürfte aber im Bereich von mindestens einer Stunde gewesen sein. Später entdeckte ich noch eine andere, kürzere Schlange bei einem Seiteneingang, und auch vor dem Ticketoffice und dem Campanile di Giotto musste man mindestens eine Viertelstunde anstehen. Das hiess also mindestens eineinhalb Stunden anstehen (bei der Hitze und zum Teil in der Sonne).
Nichts für mich. Ich bezahle keinen Eintritt, um eine Kirche von innen zu sehen, und ich stehe auch nicht stundenlang an, schon gar nicht bei dieser Hitze. Übrigens machten die wenigsten der Leute, die anstanden, auf mich den Eindruck von Kunstverständigen. Da waren ganze Gruppen von Amerikanern (aber auch von anderen Nationen), bei denen ich nicht sicher war, dass sie wusste, was sie da gerade im Begriff, sich anzuschauen.
Der Dom ist übrigens sehr beeindruckend. Er (und auch die Battistero di San Giovanni [Taufkirche] und der Campanile di Giotto) ist praktisch vollständig mit Marmor eingekleidet. Ein Hinweis darauf, wie reich und bedeutend Florenz einst gewesen ist. Und obwohl ich es nicht selbst gesehen habe, gehe ich davon aus, dass der Dom im Innern genauso prächtig und opulent ausgestaltet wurde. Wie gesagt, die Medici waren für eine gewisse Zeit auch die Bankiers des Papstes.

Vom Dom ging es weiter zum Palazzo Vecchio. Das war der Sitz des Stadtparlaments, der Signoria, und somit der  Mittelpunkt der weltlichen Macht im Florenz des 14.-16. Jahrhunderts.
Vor dem Palazzo Vecchio steht eine Kopie von Michelangelos David. Die über 5 Meter grosse Statue stand ursprünglich dort. Die Signoria, die Michelangelo auch den Auftrag für das Kunstwerk erteilt hatte, hatte sie dort aufstellen lassen.
David ist nun aber in der Accademia di Belle Arti untergebracht, wo er vor Witterung und mutwilligen Beschädigungen besser geschützt ist.

Vom Palazzo ging weiter hinunter zum Arno, dem Fluss, der durch Florenz fliesst. Eine  von mehreren Brücken über den Arno ist die Ponte Vecchio, eine Fussgängerbrücke, auf der mehrere Geschäfte fest verbaut sind. Dabei handelt es sich um die älteste Brücke über den Arno in Florenz. Das Bauwerk gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt.
Ich kenne die Fliessgeschwindigkeit des Arno nicht, aber auf mich machte das Wasser beinahe den Eindruck eines Sees, völlig glatt, ohne Wellen. Vermutlich hat der Fluss nur sehr wenig Gefälle, bis er in das Tyrrhenische Meer mündet. Oder er hat im Moment einfach wenig Wasser, denn bei Schneeschmelze kann er offenbar ziemlich anschwellen und gefährlich werden.

Von der Ponte Vecchio bin ich dann langsam zurück spaziert, durch enge Gassen voller Touristen.
Ich habe den ganzen Tag darauf geachtet, möglichst viel zu trinken. Bei diesen Temperaturen schwitze ich unterbrochen, und die Kopfschmerzen, mit denen ich heute morgen aufgewacht bin, könnten ein Hinweis sein, dass ich gestern zu wenig getrunken hatte (obwohl ich eigentlich nicht den Eindruck hatte). Denn von einem einzigen grossen Bier gestern Abend kriegt man keinen Kater. Zumindest ich nicht.
Also habe ich heute viel Wasser getrunken, mir ein grosses, italienisches Erdbeereis gegönnt, und mir nach dem Mittag noch ein grosses Bier genehmigt.

Trotzdem musste ich zurück ins klimatisierte Hotelzimmer, um meinen aufgeheizten Körper wieder abzukühlen und meine Füsse aus den Schuhen zu befreien. 🙂

Als ich am späteren Nachmittag wieder raus ging, war die Sonne zwar hinter den Wolken verschwunden, aber die Hitze und die Schwüle waren immer noch da.
Trotzdem habe ich in einem der Strassenrestaurants zu Abend gegessen, im gleichen wie gestern auf der Piazza di Santa Maria Novella. Ich habe mich ein bisschen an die Wärme gewöhnt (trotzdem werde ich auch in Zukunft den Norden vorziehen).
Heute habe ich echte Pasta alla Carbonara gegessen, mit Eier, Guanciale und Pecorino. Und ganz wichtig: ohne Rahm!!!! 🙂 Lecker!
Das Lustige war die Reaktion des Kellners heute Abend. Ich war im gleichen Restaurant und beim gleichen Kellner wie gestern. Allerdings trug ich heute ein T-Shirt aus Island mit englischem Aufdruck.
Ich habe nicht erwartet, dass der Mann mich wieder erkennt. Aber er sprach heute nur Englisch mit mir, egal wie oft ich ihm auf Italienisch antwortete. 🙂
Da das T-Shirt das Einzige war, welches gegenüber gestern anders war, muss es mich zum englischsprachigen Touristen gemacht haben. Oder mein italienisches Radebrechen war heute besonders schlecht…

Morgen gehe ich noch einmal mit der Kamera in die Stadt. Es gibt noch zwei, drei Orte, die ich mir ansehen will. Laut meteoblue.ch soll es ein bisschen kühler werden: bloss bis zu 31 Grad. Allerdings soll es am Nachmittag auch Gewitter geben.

Ich habe inzwischen auch eine Galerie für diese Reise eingerichtet und die ersten Bilder dort hochgeladen.
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Stay tuned.

Auffahrt 2022: Kurztrip nach Florenz

Flagge_ItalienHeute bin ich nach Florenz geflogen, um über das verlängerte Wochenende die Hauptstadt der Toscana ein bisschen kennenzulernen.

Ich bin um ersten Mal hier und habe bisher nur von dieser Stadt gelesen oder gehört.
Ich wusste, dass es die Stadt der Medici war, bis diese Dynastie der Renaissance im 17. Jahrhundert ausstarb.
Ich wusste auch, dass sich im Mittelalter viele bekannte Künstler zeitweise in Florenz niederliessen; zum Beispiel  Botticelli, Michelangelo und  Leonardo da Vinci. Aber auch Philosophen, Politiker und Gelehrte wie Machiavelli und Galileo Galilei lebten und arbeiteten hier.
Florenz war im Mittelalter ein kultureller und finanzieller „Hotspot“ in Italien, das Zentrum der Macht schlechthin neben dem Vatikan. Immerhin waren die Medici während einer gewissen Zeit die Bankiers des Papstes.

Die Stadt ist voll von Geschichte und Kultur. Ich werde in den nächsten zwei Tagen wohl nur einen Bruchteil davon sehen.
Das liegt aber nicht nur an der Fülle von Museen und Orten, die ich besichtigen könnte. Es liegt auch daran, dass die Stadt voll Touristen ist. Nach Rom dürfte Florenz einer der grössten Touristenmagnete Italiens sein.
Die Ankunft am kleinen Flughafen von Florenz war ziemlich chaotisch. Das Gepäck von sechs Flugzeugen (aus Paris, London, Kopenhagen und Zürich) kam auf den drei einzigen Gepäckbändern fast gleichzeitig. Das Gedränge war unbeschreiblich. Und eine Maske trug auch da kaum jemand, obwohl es immer noch gesetzlich vorgeschrieben ist, im öffentlichen Verkehr und in Innenräumen, die öffentlich zugänglich sind, eine FF2-Maske zu tragen. Aber das ignorieren die meisten hier im Flughafen und Bahnhöfen. Bloss ab und zu sieht man einen Touristen, der sich daran hält.

Entsprechend gross ist auch der Andrang bei den Museen, in den Strassen drängeln sich die Leute und die Restaurants sind voll. Ich musste heute in der Innenstadt eine Weile suchen, bis ich eine Gelateria fand, bei der ich nicht auf der Strasse anstehen musste. Und ich stehe aus Prinzip nur an, wenn es nicht anders geht, aber ganz sicher nicht für ein Museum, bei dem ich Eintritt zahlen muss. Oder in einem Restaurant. Das überlasse ich gerne den amerikanischen Touristen, von denen es hier mehr als genug hat.
Zu letzteren habe ich übrigens eine interessante Beobachtung gemacht: Die Florentiner scheinen nicht wirklich gut Englisch zu sprechen (wenn, dann mit starkem Akzent). Sie tun es, aber wenn einer ein paar Brocken Italienisch spricht, wird er sofort ein bisschen aufmerksamer bedient. 😉 Irgendwie kommt mir das bekannt vor, aus meiner Militärzeit in der Romandie.
Ich versuche Italienisch zu sprechen, so lange ich mich verständlich machen kann. Denn so bin ich für die Einheimischen hier sicher keine Amerikaner…
Dazu kommt, dass ich von dem Italienisch, das hier gesprochen wird, einiges verstehe. Nicht immer alles, aber ich komme zurecht. Soweit ich weiss, hätte ich weiter südlich viel mehr Mühe, die Leute zu verstehen.
Die vier Jahre Italienischkurs in der Migrosklubschule Winterthur zeigen langsam Wirkung. 😉

Mein Italienisch ist weit davon entfernt, gut zu sein. Aber es hat heute schon gereicht, dass ich mein Taxi zum Flughafen am Sonntag schon organisiert habe. Ich muss bloss noch den Taxifahrer anrufen, um die Zeit durchzugeben, zu der er mich abholen soll.
Und die gesamte Konversation mit dem Kellner beim Abendessen lief in Italienisch.

Im Übrigen habe ich heute mindestens vier Autos mit Schweizer Kennzeichen gesehen, die sich durch den dichten Innenstadtverkehr quälten. Ich habe neben Englisch viel Französisch und ab und zu auch ein bisschen Deutsch gehört.
Lustig wurde es beim Abendessen, als am Nebentisch zwei Französinnen bestellen wollten und weder die beiden jungen Damen noch die Kellnerin gut Englisch konnten, von Italienisch resp Französisch ganz zu schweigen. 🙂

Es ist verdammt heiss hier, über 30 Grad Celsius.  Heute Abend gegen sieben lief mir beim Abendessen auf der Piazza di Santa Maria Novella immer noch der Schweiss in Strömen hinunter. Und morgen soll es am Nachmittag bis zu 34 Grad werden.
Das pure Gegenteil ist mein Hotelzimmer. Das ist völlig OK mit einem grossen, bequemen Bett. Aber das Erste, das ich machen musste, als ich ankam, war die Klimaanlage hochzudrehen. Und ich werde sie in der Nacht wohl abstellen, sonst erkälte ich mich noch.

Heute habe ich mich ein wenig in der Stadt umgeschaut. Morgen ziehe ich mit der Kamera los. Das Wetter soll schön und heiss sein.

Natürlich habe ich auch heute ein paar Bilder geschossen. Allerding hatte ich aus Bequemlichkeit die kleine Kamera dabei. Ich werde nach meiner Rückkehr auch wieder eine Galerie anlegen und diese hier verlinken.

Stay tuned.

Norwegen 2022: Ein entspannter Tag in Oslo

Flagge_NorwegenHeute habe ich es langsam angehen lassen.
Ich hatte noch zwei „Pflichtziele“ zu absolvieren, die ich mir vorgenommen hatte.
Wobei das eine, der Oslo Reptilpark, durch mein reines Interesse auf die Liste gekommen war. Und das andere, die St Olav bokhandel eine Verkaufsstelle für Tautra Klosterkrem ist.

Der Oslo Reptilpark ist ein kleiner, privater Zoo mitten in Oslo, in dem, wie der Name schon sagt, Reptilien gehalten werden.
Das grösste Tier, das in dem Zoo gehalten wird, ist ein Albino Python. Aufgrund der Grösse und der Zeichnung könnte es sich dabei um einen Tigerpython (Python molurus) handeln. Ich bin mir aber nicht sicher, und habe nicht daran gedacht, das Schild am Terrarium zu lesen.
Ausserdem haben die dort auch einen Brillenkaiman (Caiman yacare) und eine Abgottschlange (Boa constrictor).
Der Rest der Tiere ist deutlich kleiner und reicht von einigen sehr interessanten und schönen, aber ungiftigen Schlangen über Geckos, Chamäleons und Taranteln bis zu den sogenannten Pfeilgiftfröschen, die zum Teil nur ein bis zwei Zentimeter gross sind.
Die sogenannten Pfeilgiftfrösche sind in Gefangenschaft nicht giftig, weil sie das Gift auf ihrer Haut (eine Verteidigungsmassnahme) von Insekten beziehen, die sie in freier Wildbahn fressen. Wenn nun in Gefangenschaft eben diese besonderen Insekten fehlen, fehlt dem Frosch auch das Gift.
Die Angestellten des Zoos, alles sehr junge Leute, spazieren zudem regelmässig mit einem ausgewachsenen Königspython (Python regius) durch die Räume, und bieten den Besuchern die Gelegenheit an, eine lebende Schlange in den Händen zu halten. Niemand muss, jeder kann.
Das hat heute bei zwei Teenagern im Alter von ca 15 Jahren zu panischen Reaktionen geführt. Als die die Schlange in einer Entfernung von zwei bis drei Metern in den Händen der Pflegerin sahen, ging sofort ein lautes Geschrei los (zum Glück hören Schlangen nichts…). Die Mädchen versteckten sich hinter dem nächsten Terrarium und zitterten und weinten, als ob sie gleich sterben müssten. Ein Wunder, dass keine zusammengeklappt ist.
OK. Ich weiss, dass es Leute gibt, die Ophidiophobie (Angst vor Schlangen) haben. Es gibt ja auch Leute, die an Archanophobie (Angst vor Spinnen) leiden.
Und ich bin selbst der Meinung, dass man Schlangen mit Respekt begegnen muss. Man muss sie kennen und wissen, wie man mit ihnen umgehen muss.
Aber so etwas wie heute habe ich noch nie erlebt. Das waren ziemlich heftige Reaktionen.
Die Schlange war weit weg, definitiv ausser Reichweite. Und gleichzeitig hatten die Mädchen offenbar mit all den Schlangen, Spinnen und Skorpionen hinter Glas kein Problem, obwohl sie direkt davor standen.
Und es half auch nicht, dass die erwachsenen Begleiter und weitere Mädchen der gleichen Gruppe die Schlange ohne Scheu in die Hände nahmen.

Direkt um die Ecke des Oslo Reptilpark liegt die katholische Buchhandlung St Olav bokhandel, eine von zwei Verkaufsstellen der Tautra Klosterkrem. Eigentlich ganz bequem für mich. Damit konnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aber leider war dort die Handcreme, die ich wollte, ausverkauft. Also machte ich mit auf zur anderen Verkaufsstelle, einer weiteren katholischen Buchhandlung. Dort kriegte ich, was ich wollte. Somit habe ich nun einen guten Vorrat an diesen Cremes.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem gemütlichen Stadtbummel, bei dem ich mir auch den neuen Stadtteil östlich des Zentralbahnhofs angeschaut habe.
Dabei entdeckte ich im Hafenbecken in der Nähe der Oper den Grund, weshalb plötzlich ich plötzlich so viel Deutsch in den Strassen hörte. Die AIDAluna hatte in der Nacht oder am Morgen in Oslo angelegt. Dieses Schiff erlangte einige Berühmtheit, als am 9. September 2018 gegen 4 Uhr morgens der deutsche Sänger Daniel Küblböck vor der Küste Neufundlands von Bord der AIDAluna verschwand, während sie sich auf einer 17-tägigen Kreuzfahrt von Hamburg nach New York befand.
Jedenfalls ergoss sich dadurch natürlich ein Schwall (das Schiff kann 2’000 Passagiere aufnehmen) von vorwiegend deutschen Kreuzfahrttouristen in die Stadt. 🙂

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Sightseeing in Oslo

Flagge_NorwegenHeute bin ich nun etwas durch Oslo gestreift.
Ich habe mir zuerst den Oslo Pass besorgt, mit dem ich die nächsten 2 Tage gratis mit den öV fahren kann, und in dem etliche Museen inklusive sind. Danach bin ich los in die Stadt.
Es war Sonntag und das Wetter war angenehm: der Himmel war bewölkt, aber die Sonne drückte durch.
Dies führte zu sehr angenehmen Temperaturen, besonders an der bekannten Aker Brygge Promenade, wo es unter anderem auch einen Yachthafen gibt. Die Leute genossen die Sonne an der Promenade, einige auf ihren privaten Motoryachten.

Zuerst habe ich „The Viking Planet“ besucht. Das ist Norwegens erstes digitales Museum über die Wikinger, ihr Leben, ihre Kultur und ihre Raubzüge.
Das Museum wartet mit Präsentationsformen wie 270 Grad Kino und Hologrammen auf. Und es gibt eine Selfie-Station, in der man sich vor einem freiwählbaren Hintergrund in Wikingerrüstung fotografieren lassen kann. Die Bilder kann man sich entweder per SMS oder al EMail zuschicken lassen. Ich habe das aus Jux einmal ausprobiert. Die Resultate sind auf dem Server…

Meine nächste „Station“ war das Rathaus, das aussieht wie eine Burg. Für mich hat der Bau irgendwie etwas Abschreckendes. Ich möchte weder dort arbeiten, noch hineingehen müssen. Allerdings soll es im Inneren sehr schön ausgestaltet sein. Ich konnte heute aber nicht hinein.
Hier wird jeweils am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen. Während alle anderen Nobelpreise in Stockholm verliehen werden, gehört der Friedensnobelpreis den Norwegern.

Gleich gegenüber vom Rathaus steht das Nobel Friedenszentrum (Nobels Fredssenter), direkt neben dem Nationalmuseum. Die Ausstellung dreht sich ausschliesslich um das Thema Frieden und Alfred Nobel. Ich war vor drei Jahren schon einmal da. Aber das ist immer wieder interessant.
Spannend finde ich immer noch den Gegensatz, dass Alfred Nobel als Erfinder des Dynamits (der stabileren Form von Nitroglyzerin) gilt, und in seinem Testament unter anderem die Stiftung eines Friedenspreises („ein Teil an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat“) verfügte.

Nachdem ich etwas an der Aker Brygge Promenade gesessen hatte, ging ich zum königlichen Schloss hoch, gerade noch rechtzeitig zur Wachtablösung.
Wenn man der Zeremonie zuschaut, fällt einem auf, dass die Soldaten (und ihre Vorgesetzten), die am Schloss Wachdienst verrichten, sehr jung sind. Dies im Gegensatz zum Beispiel zu den Wachen am Buckingham Palace in London.
Der Grund dafür ist ganz einfach, dass es sich in Norwegen um Wehrpflichtige handelt, die kaum 20 Jahre alt sind, während es in London Berufssoldaten sind, die erst nach einige Dienstjahren zu der Ehre kommen, für den Wachtdienst eingesetzt zu werden.
Eine weitere Besonderheit gegenüber England ist hier der sichtbar grosse Anteil an Frauen, sowohl bei den Mannschaftsgraden wie auch bei den Kadern. Die heutige Wachtpatroullie, die die stehenden Wachen ablöste, bestand je zur Hälfte aus jungen Männern und Frauen, und wurde von einem weiblichen Unteroffizier geführt.
Auch das ist recht einfach zu erklären: Norwegen hat 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt.

Auf meinem Rückweg vom Schloss zum Bahnhof traf ich unweigerlich auf etwas, das heute überall in Europa stattfand: dem 1. Mai Umzug.
Sehr gut organisiert und strukturiert: Die einzelnen Gruppen kam schön geordnet hintereinander auf der Umzugsrute daher. Mir kam es ein bisschen vor wie ein Fasnachtsumzug: eine Narrenzuft oder Clique nach der anderen. Alles sehr gesittet und friedlich. Auch die Punks vom schwarzen Block, die als letzte Gruppe am Umzug teilnahmen, fielen lediglich durch laute Musik auf. Musik, die so laut war, dass man ihre skandierten Parolen kaum hörte.
Thematisch wurde auch hier das ganze Repertoire des altsozialistischen Klassenkampfes heruntergespult: „Völker aller Länder vereinigt Euch„, „Solidarität“ (welche war allerdings nicht ganz klar), „Der Kapitalismus ist an allem schuld“ (da marschierten doch tatsächlich welche mit Marx-Schildern). Man sah auch Transparente mit der Forderung „Norwegen raus aus der NATO„, etc.
Und nach den politischen Gruppierungen (weitgehend bestehend aus alten 68ern, ungepflegten Neo-Hippies und Ausländern, die kaum verstanden, weshalb sie hier mitliefen) kamen die ausländischen Minderheiten:  Kubaner (die von der Pro Castro Front, nicht die vom Regime verfolgten), Palästinenser, Chinesen, Afghanen und auch die Kurden (mit grossen Öcalan Transparenten).
Und am Schluss (aber immer noch vor dem schwarzen Block) eine grossen Gruppe Ukrainer mit einer riesigen Ukrainefahne.
Und da passierte etwas, das mich beeindruckte: Während die Leute am Strassenrand und in den Cafés dem Umzug mehr oder weniger interessiert zuschauten und den einen oder anderen Teilnehmer bejubelten, standen plötzlich alle an der Strecke auf und applaudierten den Ukrainern. Die Haltung der Norweger zu Putins Invasion in die Ukraine ist hier überall deutlich zu sehen: Riesige Ukraine Flaggen an den Hochhäusern, übergrosse Schriftzüge auf Hügeln (zB in Kristiansund), gelb-blaue Beleuchtungen. So war auch die Reaktion der Menschen.

Alles in allem ein sehr friedlicher Tag ohne Chaoten. Zumindest habe ich nichts mitbekommen. Und dazu kam noch ein weiterer Faktor: Fussball.
Heute fand in Oslo auch noch der Pokalfinal der Norwegischen Meisterschaft statt. Die beiden Fangruppen aus Bodø und Molde bevölkern in ihren gelben resp blauen Shirts die Stadt seit gestern. Allerdings auch hier: Keinerlei Keilereien, trotz heftigem Bierkonsum. Nicht einmal Sprechchöre in der Innenstadt. In den Restaurant sitzen heute Abend Fans beider Mannschaften nebeneinander beim Abendessen, ohne auch nur ein bisschen laut zu werden. Das kenne ich so gar nicht.

Morgen möchte ich noch in den Oslo Reptile Park und eventuell fahre ich auf die Museumshalbinsel. Dort war ich vor drei Jahren im Wikingerschiffmuseum. Das ist aber nun wegen Renovation für fünf Jahre geschlossen. Aber es gibt immer noch das Freilichtmuseum und das Kontiki-Museum. Mal schauen, nach was mir der Sinne stehen wird.

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Die letzte Etappe nach Oslo

Flagge_NorwegenDie heutige, letzte Fahrt von Lillehammer nach Oslo hat wie erwartet nicht lange gedauert. Der grösste Teil der Strecke auf der E6 war gut ausgebaute Autobahn, auf der man 110 km/h fahren durfte.
Ausserdem ist heute Samstag. Da war kaum Verkehr, und schon gar keine Lastwagen unterwegs.

Also bin ich nach eineinhalb Stunden am Flughafen Oslo Gardermoen angekommen, bin ins Parkhaus 10 gefahren, wo die Mietwagenfirmen ihren Standort haben, und habe meinen Suzuki auf einen Parkplatz von Europcar gestellt. Als ich das Auto formell zurück- und den Schlüssel abgeben wollte, musste ich feststellen, dass der Schalter von Europcar am Samstag jeweils geschlossen ist. Man solle doch den Schlüssel einfach in die Box einwerfen, hiess es auf einem Aushang. Das habe ich dann getan und bin zum Flytoget Terminal gegangen.
Damit war der Teil Roadtrip meiner Reise abgeschlossen. Ich warte noch, bis ich die Abrechnung von Europcar erhalten habe (schliesslich muss ich noch die Maut und die Fähren bezahlen), aber ich schätze, dass ich in 18 Tagen ca 2’300 Kilometer gefahren bin.

Mit dem Flytoget Zug kommt man in 20 Minuten von Flughafen zum Osloer Zentralbahnhof, und somit mitten in die Stadt.
Eigentlich würde es in diesem Zug Ruhewagen (wie man das auch von den SBB kennt) geben. Das ist auch so angeschrieben in Norwegisch und Englisch.
Das nützt aber nichts, wenn sich zwei portugiesische Familien (oder vielleicht waren es auch Brasilianer) mit kleinen Kindern, aber nur mit rudimentären Englischkenntnissen, ausgerechnet in dem Ruhewagen niederlassen, in dem ich schon Platz genommen hatte.
Die Erwachsenen haben die ganze Strecke laut mit einander diskutiert (irgendwie hatte ich das Gefühl, jeder wollte sich mit der Lautstärke gegen die anderen durchsetzen), während die Kleinen unbeaufsichtigt herumkreischten oder auf dem Handy irgendwelche Filme schauten.
Nach kurzer Zeit fand ich, dass Verhütungsmittel eigentlich eine grossartige Erfindung wären.

Da ich schon zur Mittagszeit in Oslo angekommen war, konnte ich noch nicht im Hotel einchecken. Das ging erst ab 15:00, und ich hatte keine Lust, zusätzliche 100 Kronen für den „early check in“ zu bezahlen. Also liess ich mein Gepäck in der Gepäckaufbewahrung des Hotels, nahm meine Kamera und ging in die Stadt.

Als erstes ging ich zur Oper, die sich direkt gegenüber des Bahnhofs, in dem auch mein Hotel ist, befindet. Die spezielle Bauweise der Osloer Oper erlaubt es nicht nur, auf dem Dach herumzuspazieren. Ihre Bühne liegt auch unterhalb der Meeresspiegels. Und auch sonst ist die Architektur besonders und auf jeden Fall sehenswert.

Während am Morgen auf der Fahrt hierher die Sonne schien, war der Himmel nun am Nachmittag komplett mit Wolken verhangen. Die Temperaturen lagen bei ca 13 Grad, was mir ohne Wind durchaus als angenehm erschien.

Von der Oper ging ich noch zum Parlamentsgebäude, dem Stortinget.
Dieses liegt an der Karl Johans gate, der Haupt- und Prachtstrasse in Oslo. Diese Strasse verbindet den Hauptbahnhof in gerade Linie mit dem königlichen Schloss, und ist zu einem grossen Teil Fussgängerzone.

Und hier war heute Nachmittag etwas los. Menschen, wohin das Auge blickte. So etwas hatte ich bisher bloss in London und New York gesehen. Offenbar lockte das angenehme Wetter in Verbindung mit dem arbeitsfreien Samstag die Leute auf die Strasse. 🙂

Rund um das Stortinget finden eigentlich ständig irgendwelche politischen Demos statt. Meistens sind das bloss ein paar Leute, welche einen Stand mit einer Flugblattaktion und Megaphondurchsagen betrieben.
Heute ging es um die Coronapolitik der chinesischen Regierung, die zur Unterdrückung von Falun gong Anhängern benutzt wird. Vor drei Jahren, als  ich das letzte Mal da war, waren es die Exilafghanen.
Die Norweger lassen das im Allgemeinen gewähren und beachten die Aktionen kaum. Allerdings standen im Umkreis einer Flugblattaktion von drei vermutlich rechtsgerichteten Aktivisten in der Fussgängerzone mindestens zehn Polizisten sowie sämtliches Security-Personal der umliegenden Luxusläden. Ich habe nur Polizei gesehen, musste aber in den Leuten richtiggehend nach dem Grund der Präsenz suchen.
Ich denke, Norwegen ist auch 11 Jahre nach den Anschlägen von Breivik sehr sensibel, wenn es um rechtsextremes Gedankengut geht.

Hier in Oslo bleibe ich noch für drei Tage, bevor ich dann am nächsten Dienstag zurück in die Schweiz fliege. Auf dem Programm steht sicher die Festung Akershus, der Hafen, eventuell das Nobel Friedenszentrum und der Reptilienpark. Weiteres werden wir sehen. Ausserdem muss ich noch ein paar Dosen Tautra Klosterkrem kaufen. Die kriegt man hier in einer katholischen Buchhandlung.

Die ersten Bilder (und auch drei Videos) von heute sind auch auf den Server hochgeladen.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.