Norwegen 2022: Der Roadtrip beginnt

Flagge_NorwegenGleich vorweg: Heute war ein wunderschöner Tag. Den ganzen Tag schien die Sonne und am Himmel sah man keine einzige Wolke. Und wenn man sich im Windschatten aufhielt, war die Durchschnittstemperatur heute um die 10 Grad Celsius. Wenn das so weiter geht, muss ich mir noch Sonnencreme kaufen.

Am Morgen musste ich, nachdem ich aus dem Hotel ausgecheckt hatte, wieder zurück zum Flughafen, um meinen Mietwagen zu übernehmen. Die Fahrt vom Stadtzentrum Trondheim zum Flughafen dauert etwas mehr als eine halbe Stunde.
Dieses Mal hatte ich das Taxi am Vorabend in Trondheim bestellt und bekam so einen 25% günstigeren Preis als für das Taxi, welches ich von Zuhause für die Fahrt in die Stadt organisiert hatte. Diese Buchung hatte ich nämlich über booking.com gemacht, und ich denke, die schlagen jeweils noch ordentlich Gebühren drauf.

Am Flughafen von Trondheim kriegte ich bei Europcar einen praktisch neuen, roten Suzuki SX4 Hybrid. Der Kofferraum ist gerade gross genug, um meine beiden Koffer hineinzuzwängen. Aber ansonsten ist es ein praktischer Wagen mit genug Komfort. Und da ich ohnehin meistens über Land fahre, und somit nie schneller als 80km/h fahren darf, muss es auch keine Rakete sein.

Die Fahrt dauerte gute dreieinhalb Stunden. Ich hatte eine wunderschöne Fahrt strahlender Sonne. Die ersten 50 km waren Autobahn. Das war natürlich nichts besonderes. Aber danach fuhr ich auf Hauptstrassen, über Pässe, wo der Schnee neben der Strasse noch meterhoch liegt, entlang vollständig zugefrorener Seen und natürlich Kilometer lang entlang von Fjorden. Kurz vor Kristiansund hatte ich dann die erste Fähre. Ich konnte einfach auf die Fähre fahren und am Zielhafen wieder runter. Abgerechnet werden die Fähren wie auch die Maut von Brücken und Tunnel über das Nummernschild. Da werde ich dann nach der Fahrzeugabgabe eine Belastung von Europcar auf der Kreditkarte haben.

Nun bin ich für zwei Tage in Kristiansund. Die Stadt ist auf vier Inseln verteilt. Wenn morgen das Wetter immer noch so top ist, werde ich versuchen, mit einem Ausflugsschiff alle vier Inseln zu besuchen.

Weiter hoffe ich, dass es morgen Abend immer noch so sein wird, dass ich in der Stadt ein paar Nachtaufnahmen machen kann. Heute habe ich einige Test aus meinem Hotelzimmer gemacht. Ich kann von meinem Zimmer die ganze Bucht überschauen.

Heute habe ich noch den Link zum Bilderserver eingerichtet, als ich in Trondheim auf das Taxi wartete.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Auf den Spuren norwegischer Geschichte

Flagge_NorwegenHeute hat das Wetter gedreht. Während sich am Morgen Sonne und Wolken abwechselten, setzte sich die Sonne dann am Nachmittag durch. Auch der Wind hat abgeflaut.
Grund genug, die Stadt noch einmal zu erkunden, und sie bei einem anderen Licht zu fotografieren. Zudem hatten heute die Museen geöffnet.
Deshalb begann ich mit dem Nidarosdom. Dort kriegt man gegen Aufpreis bei der Dombesichtigung gleich noch zwei anderen Museen und ein drittes mit 50% Rabatt.

Der Dom ist sehr gross. Es ist die grösste Kirche in ganz Skandinavien, und es ist die Kirche, in der die norwegischen Könige gekrönt und seit Olav V. (dem Vater des heutigen Königs Harald V.) gesegnet werden. Eine Krönung gibt es seit 1905 nicht mehr.
Irgendwie erinnerte mich das Innere an den Kölner Dom, obwohl ich denke, dass dieser noch grösser ist. Der Nidarosdom ist in jedem Fall sehr beeindruckend. Er ist das Wahrzeichen der Stadt, und der Verwaltungsdirektor hat in einem Video gesagt, solange in Trondheim keine Hochhäuser gebaut würden, würde der Turm des Doms alles überragen (abgesehen von den Bergen, an die die Stadt angelehnt ist). Dieses fast einstündige Video erzählt im Weiteren die ganze 700 jährige Geschichte des Doms. Davon nur soviel: Der Dom heisst Nidarosdom, weil Trondheim früher Nidaros hiess.
Zum Domeintritt gehört auch der Eintritt in das Erzbischöfliche Museum (wobei anzumerken ist, dass Norwegen seit der Reformation evangelisch ist, und somit auch der Dom) und in die Ausstellung der Kronregalien. Weil Trondheim (und der Nidarosdom) in der norwegischen Verfassung als Krönungs- resp Segnungsort festgelegt wurde, wurden die Krönungsutensilien (Krone, Reichsapfel, Marschallstab und das Staatsschwert des König sowie die königliche Standarte) nach Trondheim gebracht und werden dort im Keller des erzbischöflichen Palais‘ ausgestellt.
Ebenfalls im Palais des Erzbischofs befindet sich die Rüstkammer. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Zeughaus (wie zum Beispiel in Kopenhagen), sondern um eine militärgeschichtliche Ausstellung von den Wikingern bis heute. Einen grossen Teil der Ausstellung (eine von drei Etagen) widmet sich wie im Kriegsmuseum in Narvik der Zeit der Besatzung Norwegens durch Nazideutschland, hier mit Schwergewicht auf die Geschehnisse in Trondheim.

So verbrachte ich einige Stunden auf dem Gelände des Nidarosdom. Den Rest des Tage durchstreifte ich die Teile der Stadt, die ich gestern wegen des Regens ausgelassen hatte. Im Bereich des Hafens entsteht ein hochmodernes, und wie es den Anschein macht, eher teureres Viertel mit Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten. Hier findet man auch einige brandneue Hotels der gehoberen Klasse. Direkt beim Hafen befindet sich auch der Bahnhof. Und es fällt auch auf, dass hier nicht, wie sonst weit verbreitet, mit Holz gebaut wird, sondern mit Beton.
Tatsächlich hat Trondheim sehr viele Holzhäuser. Nicht nur alte Häuser sind aus Holz gebaut. Ich habe etliche neue Einfamilienhäuer gesehen, die im traditionellen Stil mit Holz gebaut wurden.
Das ist insofern bemerkenswert, dass Trondheim in der Vergangenheit schon viele grosse Brände gesehen hat. Sogar der Nidarosdom brannte mehrere Mal in seiner Geschichte. Man ist sich aber bewusst, dass die Dichte Bebauung mit Holzhäusern auch heute noch ein gewisses Risiko einer grossen Feuersbrunst in der Stadt darstellt.

Morgen geht meine Reise weiter. Ich werde meinen Mietwagen übernehmen und die erste Etappe in Richtung Süden nach Kristiansund in Angriff nehmen.
Laut Google Maps habe ich ca 230 km vor mir und muss mit ca dreieinhalb Stunden Fahrt rechnen, eine Fähre eingerechnet.
Ich denke, ich werde sicher etwas länger dafür brauchen, weil ich mehrere Stopps einlegen werde. Schliesslich bin ich in den Ferien und nicht auf der Flucht… 😉

Der versprochen Link zum Bilderserver kommt noch. Heute hatte ich dafür aber keine Zeit mehr.

Stay tuned.

Norwegen 2022: Zu Fuss durch Trondheim

Flagge_NorwegenHeute habe ich Trondheim erkundet. Ich bin zu Fuss durch das Stadtzentrum gestreift und mir ein Bild von den örtlichen Verhältnissen gemacht. Dabei hatte ich nur die kleine Kamera bei mir.
Morgen möchte ich dann mit der „Grossen“ bestimmte Orte gezielt aufsuchen, um ein paar Bilder zu schiessen.

Dazu wird auch der Nidarosdom gehören. Denn, wie ich heute erfahren habe, ist es inzwischen erlaubt, im Dom zu fotografieren. Das möchte ich ausnutzen können.
Vor drei Jahren, als ich das erste Mal dort war, war das Fotografieren verboten. Offenbar hat es einen neuen Chef gegeben, der das etwas anders sieht als sein Vorgänger. Gut für mich. 🙂
Ausserdem sind morgen die Museen geöffnet. Die sind nämlich im Winter in ganz Trondheim am Montag geschlossen (wie heute habe feststellen müssen).
Beim Dom gibt es noch weitere Museen, die morgen eben wieder geöffnet sein werden. Unter anderem kann man dort auch die Kronjuwelen Norwegens besichtigen. Die sind nämlich nicht in Oslo sondern hier in Trondheim im Untergeschoss des Palais‘ des Erzbischofs untergebracht.
Je nach Wetter werde ich noch zum Hafen hinuntergehen, und schauen, ob ich zur Mönchsinsel (Munkholmen) hinüber fahren kann.

Zudem habe ich heute die erste Tranche an Cremes aus dem Tautra Marienkloster gekauft. Die Nonnen in dem Tautra Mariakloster, das nördlich von Trondheim liegt, machen eine der besten Handcremes, die ich je gefunden habe. Leider ging mein Vorrat zu Ende, weil ich wegen der CORONA Pandemie in den letzten zwei Jahren nicht mehr nach Norwegen fahren konnte, und das Kloster leider keine Lieferungen ins Ausland macht. Also werde ich auf dieser Reise wieder einen gewissen Vorrat kaufen, der mich eine gewisse Zeit bis zur nächsten Norwegenreise über Wasser hält.
Allerdings musste ich feststellen, dass das Kloster inzwischen die Preise erhöht hat und ich heute offenbar in einem etwas teureren Shop gelandet bin. Die Dose kostete ca Fr. 8.– mehr als vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal von dieser Creme kaufte. Das sind fast 40% Teuerung. Aber ich denke, ich kriege sie woanders billiger. Im Onlineshop des Klosters beträgt die Preiserhöhung rund 20%.
Die Cremes (und Seifen) werden nur in einigen wenigen Souvenirshops, katholischen Buchhandlungen und auf den Hurtigruten-Schiffen verkauft. Hier in Trondheim gibt es drei Verkaufsstellen, in Bergen eine und in Oslo zwei, wovon ich eine bereits kenne. Ich werde also voraussichtlich mit einigen Dosen dieser Cremes nach Hause kommen. 😉

Das Wetter scheint sich langsam zu bessern. Zu einem gab es heute keinen Dauerregen, wie ursprünglich im Wetterbericht angekündigt. Ab und zu schien sogar die Sonne. Wohl eine Folge des Windes, der hier immer noch recht stark bläst. Der sorgt halt auch dafür, dass sich die Wolken bewegen und eine Wetterfront weiterzieht.
Zum anderen sieht der Wetterbericht für die folgenden Tage ganz gut aus, und mit etwas Glück scheint Donnerstag, wenn ich in Kristiansund sein werde, die Sonne. Freitag bis Sonntag werden ich dann in Ålesund sein. Dort soll das ganze Wochenende die Sonne scheinen. Aber hier wechselt das Wetter sehr schnell. Daher sind diese Prognosen mit Vorsicht zu geniessen.

Ich habe einige der Bilder, die ich gestern und heute geschossen habe, bearbeitet und auf meinen Bildserver hochgeladen. Sobald ich den Link in den Galerien hier eingerichtet habe, gebe ich Bescheid.

Stay tuned.

Norwegen 2022: Angekommen

Flagge_NorwegenNun bin ich also in Trondheim angekommen. Hier spürt man den Winter noch gut. Auf den Anhöhen liegt noch Schnee, wenn auch nicht mehr allzu viel. Die Tagestemperatur liegt bei 4 Grad Celsius und es weht eine steife Brise. Die ist zeitweise so stark, dass mich mein Taxifahrer gefragt hat, ob ich eine durchgeschüttelte Landung gehabt hätte. Das hatte ich aber nicht.

Die Reise hierhin verlief problemlos, der Anschluss in Oslo hat gut geklappt. Auch das automatische Einchecken des Gepäcks hat in Oslo besser funktioniert als in Zürich. Im Gegensatz zu Zürich (wo die Maschinen vor ca 2 Wochen installiert worden waren) konnte ich hier beide Koffer ohne Probleme aufgeben. In Zürich hatte sich die Maschine gestern geweigert, meinen zweiten Koffer anzunehmen. Ich musste damit zum bedienten Schalter.
Und ich musste während der ganzen Reise nirgends eine Maske tragen, auch nicht in den Flugzeugen.

Generell gefällt mir der Flughafen Oslo-Gardermoen sehr gut. Er ist modern und in meinen Augen sehr übersichtlich angelegt. Ich habe mich dort immer gut zurechtgefunden.
Da wäre eine Sightseeing Tour eigentlich nicht nötig gewesen:
Meine SAS App sagte mir heute, das Gate für den Abflug nach Trondheim sei geändert worden. Neu sei es C6. Also bin ich nach der Sicherheitskontrolle (warum zum Teufel werde ich in Oslo immer für eine Zufallskontrolle auf Drogen und Sprengstoff ausgewählt? Heute schon zum dritten Mal…), die gleich beim Terminal A liegt, ins Terminal C gegangen. Kaum hatte ich es mir bei Gate C6 gemütlich gemacht und mein Sandwich ausgepackt, kam wieder eine Meldung: Das Gate hatte erneut geändert auf A19. Also habe ich meine sieben Sachen wieder zusammengepackt und mich auch den Weg zurück ins Terminal A gemacht. Und was soll ich sagen? Gate A19 war natürlich zuhinterst im Terminal A. Eine kleine Wanderung durch den Flughafen also.
Zum Glück gab’s dann keine Änderung mehr.
Für mich war das ja nicht wirklich schlimm, bloss etwas nervig. Zumal ich ja genügend Zeit hatte bis zum Abflug. Aber ich habe mir überlegt, wie das für jemanden ist, der nicht mehr gut zu Fuss ist.

Hier in Trondheim regnet und stürmt es heute Abend. Der Wind ist nicht ganz so stark, wie ich das zum Teil in Island schon erlebt habe. Aber es zieht ganz schön.
Und gemäss Wettermeldungen wird das auch morgen so sein. Erst am Dienstag soll es etwas aufklaren und trocken werden. Morgen werden ich mir erst einmal in aller Ruhe die Stadt anschauen. Es gibt ein paar Orte, die ich besuchen möchte: den Nidarosdom, das Bischofspalais, die königliche Rüstkammer, die Festung Kristiansten, das Musikmuseum Rockheim und die Insel Munkholmen. Je nach Wetter werde ich das morgen oder übermorgen machen. Allerdings werde ich nur bei einigermassen guten Wetter zur Mönchsinsel hinüberfahren.

Ich hoffe, ich komme morgen zu ein paar guten Gelegenheit, um Bilder zu schiessen.

Stay tuned.

Norwegen 2022: All checked in and ready to go

Flagge_NorwegenMein nächster Trip nach Skandinavien steht vor der Tür.
Morgen fliege ich zuerst mit SWISS nach Oslo. Von Oslo geht’s dann mit SAS auf einem Inlandflug weiter nach Trondheim.

Nun ist alles gepackt und eingecheckt habe ich mich auch schon, auf beiden Flügen. Heute Nachmittag fahre ich dann noch kurz zum Flughafen, um mein Gepäck aufzugeben. So muss ich morgen nicht allzu früh am Flughafen sein und muss auch nicht mehr zum Check-In Schalter.

Dies ist meine erste Reise ohne irgendwelche Auflagen oder Einschränkungen wegen COVID-19. Norwegen hat wie die Schweiz alle Einschränkungen aufgehoben. Ich weiss bloss noch nicht, wie es die SWISS und die SAS mit der Maskenpflicht während dem Flug halten. Aber das werde ich morgen beim Boarding herausfinden. Sicherheitshalber nehme ich ein paar Masken mit.

Nach einigen Tage in Trondheim werde ich ein Auto mieten und während 20 Tagen von Trondheim entlang der norwegischen Südküste zurück nach Oslo fahren. Von dort werde ich wieder nach Hause fliegen.

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Diese Reise hatte ich schon vor Jahren geplant. Sie hätte eigentlich schon 2020 stattfinden sollen. Sie war sogar schon gebucht und ein Teil war bereits bezahlt. Aber dann kam CORONA…
Weil Norwegen ein sehr striktes CORONA-Regime durchsetzte, konnte man als Tourist lange Zeit gar nicht in Norwegen einreisen. Ich musste die Reise zuerst verschieben und schiesslich ganz absagen. Das war auch jedes Mal mit Kosten verbunden.

Ende letztes Jahr habe ich die Reise dann noch einmal ganz von vorne geplant und gebucht. Weil ich in Island und Schweden die Erfahrung gemacht hatte, dass ich als Geimpfter und „Geboosterter“ trotz Auflagen fast überall hinreisen konnte, nahm ich das Risiko auf mich. Dass nun die Schweiz und Norwegen alle Auflagen abgeschafft haben, war damals nicht vorauszusehen. Es macht es aber noch einfacher und angenehmer zu reisen. 🙂

Ich werde auch auf dieser Reise wieder regelmässig Blogeinträge schreiben. Und selbstverständlich ist auch meine Fotoausrüstung mit dabei.

Stay tuned.

Island 2021: Auf Wiedersehen Island – bis bald

Island_flagNun bin ich am Flughafen Keflavík im Airport Hotel und morgen früh fliege ich nach Hause.
Somit geht auch diese Islandwoche im Winter zu Ende.

Die letzten beiden Tage, notabene die ersten im Jahr 2022, sind für mich in Reykjavík relativ ereignislos verlaufen. Daher habe ich gestern auch keinen Bericht gepostet.
Im Wesentlichen bin ich mehrere Male in der Stadt spazieren gegangen, habe gelesen und am Abend auf Netflix eine Gangsterserie geschaut.
Ich habe nun endlich den Roman „Kalmann“ von Joachim B. Schmidt fertiggelesen. Der Autor ist Schweizer, geboren und aufgewachsen in Graubünden, und lebt seit 2007 mit seiner isländischen Partnerin und den gemeinsamen Kindern in Reykjavík. Hier arbeitet er als Autor und Fremdenführer.
Der Roman „Kalmann“ spielt in Raufarhöfn, dem nordöstlichsten Dorf Islands, in dem heute noch ca 120 Menschen leben (ich war im August dort). Die Hauptfigur ist Kalman, ein etwas zurückgebliebener Mann in seinen Dreissigern. Er ist der Sheriff in Raufarhöfn und schaut im Dorf nach dem Rechten. 🙂

Das Neue Jahr begann in Island mit einem Schneesturm im Osten. Einige Strassen, darunter auch der östliche Teil der Ringstrasse an der Südküste wurden gesperrt, und man wurde aufgefordert, wenn immer möglich bis heute Mittag dort zu bleiben, wo man war: „It’s not traveling weather„.

Der Rest von Island, und damit natürlich auch Reykjavík, erlebte einiges an ziemlich starken Winden. Im ganzen Land galt Warnstufe Gelb. Das ist allerdings nichts aussergewöhnliches hier. Das habe ich im Mai/Juni schon erlebt, als ich im Westen war. Aber im Winter verstärkt der Wind natürlich das Kältegefühl (engl Windchill factor) erheblich. Auch wenn es „nur“ 0 bis -5 Grad ist, kann es durch den Wind trotz Winterkleider bissig kalt werden.
Aber der Schneefall blieb aus, und heute war richtig schönes Wetter. Der Himmel über der Hauptstadt war wolkenlos und gegen 11:30 ging die Sonne auf.
Während es gestern zeitweise ziemlich heftig stürmte, und dadurch auch die eine oder andere Werbetafel in den Strassen umgeworfen wurde, war es heute zwar immer noch recht windig. Aber der Wind hatte spürbar nachgelassen, und man konnte, entsprechend eingepackt, durchaus in der Stadt spazieren gehen.

Mein Hotelzimmer musste ich bis 12:00 geräumt haben. Da aber mein Bus zum Flughafen erst um 15:30 an der Haltestelle in der Nähe des Hotels fuhr, konnte ich mein Gepäck im Hotel einstellen und machte einen letzten Stadtrundgang.
Um 14:00 musste ich zum kostenlosen COVID Antigen Schnelltest antreten. Die Teststation war eine knappe Viertelstunden zu Fuss vom Hotel entfernt. Das Stäbchen war rasch in der Nase und nach fünf Minuten konnte ich schon wieder gehen.
Allerdings wurde ich schon etwas nervös, als das Resultat nach einer Stunde immer noch nicht per eMail gekommen war. Die hatten mir nämlich erzählt, dass das bloss 15 bis 20 Minuten dauern würde…
Stimmte da irgend etwas nicht? Schliesslich brauchte ich ein negatives Testresultat, um morgen früh an Bord des Flugzeugs gelassen zu werden.
Nun, das (negative) Testresultat kam nach über eineinhalb Stunden, fünf Minuten, bevor ich in den Bus zum Flughafen einstieg (wo man später keinen solchen Test mehr hätte machen können).

Ich habe jetzt alle Papiere (resp eMails auf den Smartphone) beisammen, und kann morgen meinen Flug nach Zürich nehmen. Zur Zeit braucht man drei Barcodes, um von Island nach Zürich fliegen zu können: COVID Impfzertifikat, einen negativen COVID Test (Antigentest nicht älter als 24 Stunden) und die Bestätigung des BAG, dass man das Einreiseformular ausgefüllt hat.

Sobald ich zu Hause bin, werde ich mit der Bearbeitung der restlichen Bilder beginnen, und diese fortlaufend in die Galerie hochladen.

Stay tuned.

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Island 2021: Sylvester in Reykjavík

Island_flagJetzt ist also schon 2022. Island hat bekanntlich GMT als offizielle Zeit. Somit ist das Neue Jahr hier eine Stunde später gekommen als zu Hause. 🙂

Einer der Gründe für diese Reise waren die Berichte, die ich über Sylvester in Reykjavík gelesen hatte.
Die Isländer sollen verrückt nach Feuerwerk sein und an Sylvester soviel davon in die Luft schiessen, wie sonst niemand. Daher gibt es in Reykjavík auch kein offizielles Feuerwerk an Sylvester, sondern bloss privates. Davon allerdings soviel, dass die Behörden Leute mit Atemerkrankungen davor warnen, ins Freie zu gehen.
Das wollte ich sehen.

Die Knallerei begann, wie bei uns, schon Tage vorher. Immer wieder hörte man einen vereinzelten Knall. Also eigentlich nicht aussergewöhnliches.
Das Ganze gewann dann heute Abend immer mehr an Intensität.
Davon habe ich aber erst einmal nichts mitgekriegt, weil ich bis 23:00 beim siebengängigen Sylvesterdinner sass. 😉
Als ich danach zur Hallgrímskirkja hochging, sah und hörte man in der ganzen Stadt Feuerwerk. Um die Kirche herum standen mehrere hundert Leute und auf einem abgesperrten Platz feuerten die Leute ununterbrochen ihr Feuerwerk ab. Genau so, wie ich es gelesen hatte.
Das steigerte sich weiter und als um Mitternacht die Kirchenglocken läuteten, knallte und blitzte es ununterbrochen. Aber nicht nur von dem abgesperrten Platz, sondern überall in der Stadt. Man konnte hinschauen, wo man wollte: Feuerwerk!
Und die Leute sind alle draussen in den Strassen, trotz Minustemperaturen. Vor der Hallgrímskirkja ist der ganze Platz gefüllt, die Strassen sind gesperrt und an ein Durchkommen ist dort für ein Auto im Moment nicht zu denken.
Selbst jetzt, eine halbe Stunde später, haben die Feuerwerke in der ganzen Stadt nicht nachgelassen. Die Leute feuern von ihren Balkonen, Dächern, Innenhöfen und auf der Strasse zwischen den Häusern. Direkt unter meinen Hotelzimmer befindet sich ein kleiner Platz, auf dem gerade einige Leute seit guten zwanzig Minuten eine Batterie nach der andern abfeuern.

So habe ich das noch nie erlebt. Diese Stadt feiert wirklich. 🙂

Vom Feuerwerk habe ich bloss mit dem Smartphone einige Bilder geschossen. Ich hoffe, es ist das eine oder andere brauchbar. Ich werte die Bilder morgen aus, und lade die guten in die Galerie hoch.

Stay tuned.

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Island 2021: Ein herrlicher Tag auf dem Gletscher

Island_flagDer heutige Ausflug ging auf den Gletscher Mýrdalsjökull, an den Rand des riesigen Kraters des Vulkans Katla im Süden Islands.

Mýrdalsjökull ist der viertgrösste Gletscher Islands, und darunter liegt die Katla (die grössten und gefährlichsten Vulkane Islands tragen alle weibliche Namen), deren Caldera einen Durchmesser von rund 10km hat. Die Katla ist quasi die grosse Schwester des weltweit bekanntesten Vulkans Islands, dem Eyjafjallajökull, der bei seinem Ausbruch 2010 während fünf Wochen grosse Teile des Flugverkehrs auf den nördliche Hemisphäre lahmgelegt hatte.
Nun, Katla ist sechs Mal grösser als Eyjafjallajökull. Da kann man sich in etwa vorstellen, was ein Ausbruch der Katla für Auswirkungen haben könnte: Bei ihrem letzten Ausbruch hat Katla immerhin quasi die Südküste Islands um 3 km erweitert.
Katla ist bisher immer nach Eyjafjallajökull ausgebrochen, im Durchschnitt alle 80 Jahre, das letzte Mal im Oktober 1918. Sie ist also überfällig…

Der Trip begann um 08:15, als ich am vereinbarten Treffpunkt „eingesammelt“ wurde. Von dort fuhren wir ca zweieinhalb Stunden entlang der Südküste nach Vík í Mýrdal. Als wir dort eintrafen wurde es langsam hell und die Sonne ging gegen 11:30 auf.

Und es herrschte strahlender Sonnenschein. Nicht ein Wölkchen am Himmel. Und so blieb es den ganzen Tag. Der wohl schönste Tag auf dieser Reise. 🙂

In Vík í Mýrdal stiegen wir (eine Gruppe von 10 Passagieren und einem Führer) auf einen sogenannten Superjeep um. Dieses Fahrzeug war zwar etwas kleiner als der Monstertruck am Dienstag. Aber auch bei dem konnte der Fahrer den Luftdruck in den riesigen Reifen nach Belieben variieren, um durch den tiefen Schnee auf dem Gletscher zu kommen. Aber im Innern hatte das Gefährt den Komfort eines Busses und war mit den neuesten technischen Geräten ausgerüstet. Angeblich sind diese Wagen sehr wartungsintensiv. Da wird täglich ein kleiner Service gemacht und jedes Ventil kontrolliert. Das natürlich auch eine Sicherheitsfrage, denn die Fahrzeuge dürfen auf dem Gletscher nicht steckenbleiben.

Mit dem Superjeep fuhren wir dann ca 40 Minuten durch tiefen Schnee und über Eis auf den Gletscher. Wir kamen nur sehr langsam voran und die Fahrt war ziemlich holprig. Der Jeep „Schwamm“ fast auf dem Schnee.
Unterhalb des Randes der Caldera von Katla gab es eine Art Parkplatz, auf dem bereits 4 oder 5 fünf solcher Superjeep von verschiedenen Firmen standen.

Von dort ging es, ausgerüstet mit Helm und Steigeisen, weiter zu Fuss über Eis und Schnee zu dem, was aussah wie Felsen. Aus der Nähe erwiesen sich diese Felsen allerdings aus Eis. Meterhohe Eisberge sozusagen. Wir bewegten uns über eine Stunde zwischen und auf diesen Eisbergen und krochen auch durch natürliche Eishöhlen, die das Wasser aus dem Gletscher herausgefressen hatte.
Und genossen dabei immer wieder die fantastische Aussicht bei herrlichem Wetter.

Auf dem Weg zurück nach Vík í Mýrdal machten wir noch einen Abstecher an den schwarzen Strand, für den diese Gegend bekannt ist. Anstelle von hellem Sand, wie man es sonst von Sandstränden kennt, liegt hier feinster, vulkanischer Sand, und der ist schwarz.
Die Brandung war beeindruckend und ich weiss von früheren Besuchen, wie gefährlich sie sein kann, wenn man zu nahe ans Wasser geht. Vor ca 2 Monaten wurde ganz in der Nähe eine junge Chinesin von einer solchen Welle erfasst und ins Meer gezogen. Man fand ihre Leiche ein paar Stunden später am Strand…

Von Vík í Mýrdal ging es dann wieder mit dem Kleinbus auf die Rückfahrt nach Reykjavík. Wir machten noch zwei Zwischenhalte bei den beiden bekanntesten Wasserfällen an der Südküste, dem Skógafoss und dem Seljalandsfoss. Beim Skógafoss brach gerade die Dämmerung herein. Das gab eine ganz besondere Lichtstimmung. Und als wir beim Seljalandsfoss ankamen, war es bereits stockdunkel. Da dieser Wasserfall aber beleuchtet ist, konnte ich auch dort einige Bilder schiessen.

Heute sind viele gute Bilder entstanden. Die Bearbeitung wird wohl eine Weile dauern. Einen Vorgeschmack habe ich heute in der Galerie hochgeladen.

Stay tuned.

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Island 2021: Whale watching ohne Wale

Island_flagWinter in Island ist, wenn…

  • es permanent so kalt ist, dass in Reykjavík alle Seen unabhängig von ihrer Grösse so zugefroren sind, dass man sie betreten kann.
  • man am Morgen ausschlafen kann, solange man will, und es beim aufwachen immer noch Nacht ist.
  • man am Morgen um 10:00 noch Nachtfotografie machen kann.

Heute bin ich zuerst einmal mit Kamera und Stativ in der Stadt losgezogen und habe einige Nachtbilder gemacht. Die Isländer lieben es, während der Festtage ihre Häuser mit Lichter zu schmücken. Fast jedes Haus hier hat irgendeine leuchtende Dekoration. Man sagt, dies sei, um etwas Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. Abgesehen davon ist hier der elektrische Strom sehr billig. Daher brennen diese Dekorationen praktisch rund um die Uhr.

Gegen Mittag (inzwischen war der Tag angebrochen) bin ich ins Hotel zurück, habe die Ausbeute an Bildern gesichtet, und mich für den Bootsausflug bereit gemacht, der mich um 13:00 zu den Walen bringen sollte.
Im Wissen, dass es auf dem Meer draussen angesichts der Wetterlage (Winter; bewölkt mit etwas Wind) ziemlich kalt und windig werden könnte, habe ich mich entsprechend angezogen. Allerdings konnte ich mich so nirgends lange drinnen aufhalten, ohne sofort zu schwitzen. Und das wäre dann fatal gewesen, wenn ich danach wieder raus gegangen wäre…

Um 13:00 ging es dann pünktlich los. Das Walbeobachtungsboot war ein etwas grösser als ein Fischkutter und hatte spezielle Aufbauten, von denen aus die Gäste die Wale besser sehen sollen.
Gleich vorweg: Wir haben heute weder Wale noch Delphine gesehen. Nichts, niente, rien, nothing!
Damit muss man bei solchen Touren immer rechnen. Das ist Natur. Wie bei den Nordlichtern hat man nie eine Garantie. Das kann man nicht bestellen.
Ich habe nun ein Ticket für eine weitere Tour erhalten, 2 Jahre gültig. Ich werde im August 22 auf der grossen Sommerreise wieder für einen Tag in Reykjavík sein. Eventuell buche ich dann wieder eine Tour.

Auf See war es zuerst einmal sehr windig. Aber der Seegang war eigentlich noch ganz OK. Die Firma Elding, die die Fahrt durchführte, warnte allerdings schon beim Kassenhäuschen vor „rauher See“ und bot gratis Anti-Seekrankheit-Pillen an. Ich hatte zur Sicherheit schon im Hotel eine solche genommen und war zuversichtlich, dass ich keine Probleme kriegen würde.
Solange wir der Küste entlang fuhren, quasi im Windschatten der Berge, war die See ziemlich ruhig und man konnte in der Cafeteria des Schiffs einen Kaffee geniessen.
Das änderte sich schlagartig, als das Schiff von den Bergen weg vor einem grossen Fjord vorbeifuhr. Aus diesem Fjord (
Hvalfjörður) kam wie aus einem Windkanal ein starker, ablandiger Wind, der ziemlich starke Wellen verursachte, die das Schiff von der Seite trafen. Nun war stehen nur noch möglich, wenn man sich gut festhielt. Leute wurden herumgeschleudert und die Cafeteria wurde geschlossen. Man tat gut daran, dort zu bleiben, wo man war. Nun erwischte es auch einige Passagiere mit der Seekrankheit. Die sahen nicht mehr wirklich gut aus, und die berühmten Tüten wurden rege gebraucht…
Ich setzte mich bewusst nicht hin und blieb auch die meiste Zeit an der frischen Luft, auch wenn der Wind einem die Tränen in die Augen trieb und im Gesicht brannte; und man ab und zu eine Dusche Meerwasser kriegte, wenn die Gischt besonders hoch spritzte. Ich weiss aus Erfahrung, dass es mir in einer solchen Situation am besten geht, wenn ich stehe, den Horizont sehe und frische Luft atme.
Später, nachdem wir den Fjord passiert hatten, wurde es wieder ruhiger und man konnte sich auf dem Schiff normal bewegen.
Als wir nach ca 2 Stunden erfolgloser Suche nach Walen (Eine kleine Delphinschule wurde von einem Passagier entdeckt. Aber die war so schnell vorbei, dass ich sie nicht gesehen habe) die Rückfahrt nach Reykjavík antraten, musste das Schiff halt wieder vor diesem Fjord durchfahren. Also waren noch einmal ca 20-30 Minuten Achterbahn angesagt. Nicht für alle an Bord lustig…

Es ist zu sagen, dass auf See eine beissende, alles durchdringende Kälte herrschte. Ohne die richtige Kleidung hielt man es da nicht wirklich lange im Freien aus. Jetzt ist schliesslich Winter.
Aber die Firma Elding offerierte jedem Passagier an Bord kostenlos einen warmen Overall, mit dem man locker lange draussen bleiben kann. Aber für Kopfbedeckung, Handschuhe und Schuhe muss man immer noch selbst besorgt sein.

Trotz fehlender Wale habe ich einige Bilder gemacht. Inzwischen habe ich auch eine Galerie angelegt und lade dort hoch, was gerade fertig geworden ist. Ich bin bloss noch nicht dazugekommen, hier auf der Homepage eine Verlinkung zu installieren.

Stay tuned.

Alþingishúsið
Alþingishúsið

Island 2021: Into the glacier

Island_flagDie zweite organisierte Tour dieser Reise, „Into the glacier„, hat mich heute ins Hochland geführt, genauer gesagt auf respektive in den zweitgrössten Gletscher Islands, den Langjökull (dt langer Gletscher). Der heisst so, weil er insgesamt 55km lang ist.

Das bedeutete erst einmal früher aufstehen (in den Ferien…) und um 07:00 zum Frühstück zu gehen. Um 08:00 war Pick up time an der Bushaltestelle 6, ca 10 min zu Fuss vom Hotel.
Allerdings heisst das hier, dass es ab dann bis zu 30 Minuten dauern kann, bis der Bus dann auch wirklich eintrifft, und man einsteigen kann. Die sammeln ihre Gäste in der ganzen Stadt an bestimmten Treffpunkten ein, und das kann natürlich dauern. Wie lange, das weiss man nie.
Nun, wenn das Wetter etwas frisch ist, wie heute Morgen (ca -5 Grad und eine steife Brise in der Stadt), ist man gut beraten, sich gut einzukleiden. Ein Vorteil der Masken, die man wegen COVID hier sowieso in jedem geschlossenen Raum tragen muss, ist, dass sie draussen das Gesicht auch gegen die eisige Kälte schützen… 😉
Um 08:30 ging’s dann los Richtung Norden. Da ich die Gegend dort von früheren Besuchen schon ganz gut kenne, wusste ich, dass wir nicht ganz zwei Stunden Fahrt (132km) vor uns hatten. Mit den Stopps im Geothermalgebiet Deildartunguhver und bei den Wasserfällen Hraunfossar & Barnafoss wurden es dann etwas mehr als drei Stunden. Allerdings war unser erster Halt nach zehn Minuten Fahrt eine Tankstelle in Reykjavík, um etwas zu trinken und Sandwiches zu kaufen. Sonst hätte es den ganzen Tag nichts zu essen gegeben…
Der Himmel war den ganzen Tag bewölkt, und bei der Anfahrt nach Húsafell (ausgesprochen: Husafedl) begann es zu schneien. Endlich echter Winter. 😉
Gegen Mittag hatten wir zwar Tageslicht, aber wegen der Bewölkung und dem Schneefall war es trotzdem immer etwas gedämpft.
Die eigentliche Tour zum Gletscher startete in
Húsafell um 12:30. Zuerst wurde bei jedem Gast dessen Kleidung auf Outdoor-Tauglichkeit geprüft. Wer nicht richtig angezogen war, erhielt je nach Bedarf einen Overall, einen Regenmantel oder wasserdichte Schuhe, oder alles…
Dann ging es mit einem sogenannten Monstertruck zum Gletscher hinauf. Dieses Gefährt fasst 48 Gäste plus Guide und Fahrer.
Apropos „Gast“: Ich habe heute wieder einmal die Bestätigung erhalten, weshalb ich definitiv nicht im Tourismus arbeiten könnte. Das Benehmen gewisser Gäste ist schlicht unerträglich. Am liebsten hätte ich heute so einer Kuh erklärt, dass es absolut scheissegal ist, dass ihre Familie für 40 Minuten Fahrt zum Gletscher nicht nebeneinander sitzen kann. Wenn man zu spät kommt, und alle anderen schon eingestiegen sind, dann muss man halt nehmen, was man kriegt. Aber die hat allen Ernstes lautstark von der Guide verlangt, dass 48 Leute in dem Truck aufstehen und um platziert werden, damit sie ihre Familie um sich herum haben kann. Ich habe die Isländerin bewundert, wie ruhig sie geblieben ist und nicht auf solche Quatsch eingegangen ist.

Im Winter ist es nur mit diesen Fahrzeugen möglich, ins Hochland zu gelangen. Alle Hochlandstrecken sind deshalb von September bis Mai gesperrt und dürfen nur mit Bewilligung und Spezialfahrzeugen befahren werden.
Ich bin einen Teil der heutigen Strecke im Sommer vor zwei Jahren mit einem Toyota Landcruiser selbst gefahren. Mit einem solchen Offroader damals kein Problem. Mit einem normalen Pw wäre es auch noch knapp machbar gewesen. Aber heute hätte ich keine Chance gehabt, auch nur einen Kilometer weit zu kommen. Und es waren bis zur Gletscherzunge immerhin 20km mit mehr als tausend Höhenmeter zu bewältigen. Und danach kamen noch ein paar Kilometer auf dem Gletscher selbst.

Oben auf dem Gletscher schneite es ziemlich stark und es herrschte ein kräftiger Wind. Man sah vielleicht 50 m weit. Aber ausser, dass man auf der Fahrt nicht wirklich viel von der Umgebung sah (weiss, weiss und noch einmal weiss), war das nicht wirklich ein Problem, weil der Truck genau vor dem Eingang in die Eishöhle hielt und man quasi aus dem Fahrzeug mit drei Schritten schon in der Höhle war.

Diese Höhle ist die längste, von Menschen gegrabene Eishöhle der Welt. Die Firma Arctic Adventures, welche die Tour anbietet, hatte vor einigen Jahren gut 500m Tunnel in den Gletscher graben lassen. Am hintersten Punkt befindet man sich ca 45 m unter dem Eis. Mittlerweile sind es übrigens rund 800m Länge, weil sich der Gletscher bewegt und die Tunnel in die Länge gezogen hat. Die Tunnel müssen auch regelmässig nachgegraben werden, sonst schliessen sie sich unter dem gewaltigen Druck und der Bewegung des Eises wieder. Würden die Gänge nicht mehr unterhalten, wären sie innert sechs Jahren verschwunden.
Die Führung einer Gruppe von 24 Personen dauert eine gute Stunde. Dabei wird einem viel über die Gletscher erklärt. Man sieht die verschiedenen Schichten im Eis, die sich jedes Jahr bilden. Als Besonderheit sieht man auch die schwarze Ascheschicht, die beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 auf dem Langjökull entstanden ist.
Und es wird einem bei jeder Gelegenheit deutlich gemacht, wie der Klimawandel die Gletscher auf der ganzen Welt schrumpfen lässt. Hier sieht man es ziemlich deutlich. Man rechnet damit, dass der Langjökull in ca100 Jahren komplett verschwunden sein wird. Und wenn man die Tafeln mit den Jahreszahlen im Gelände sieht, die den Rückgang des Gletschers zeigen, wird man durchaus nachdenklich, auch wenn man kein engagierter Klimaschützer ist.
In der Höhle war es übrigens viel wärmer als draussen, um den Gefrierpunkt herum. Ich hielt es problemlos ohne Handschuhe und Mütze aus.

Nach der Führung ging es dann im Supertruck wieder talwärts nach Húsafell . Von dort fuhren wir mit unserem Bus nach Reykjavík zurück, wo ich gegen 18:30 wieder im Hotel ankam. Inzwischen schneite es übrigens an der gesamten Westküste und in Reykjavík waren die Strassen weiss.

Auch vom heutigen Ausflug gibt es natürlich Bilder. Die gute Nachricht dabei ist, dass die Kamera, die gestern gestürzt ist, im Gegensatz zum Objektiv einwandfrei zu funktionieren scheint. Sobald ich dazu gekommen bin, ein paar Bilder zu bearbeiten, werde ich sie in die Galerie hochladen. 😉

Stay tuned.

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