Island 2021: Stürmische Zeiten

Island_flag

Heute kam der Sturm.

Am Morgen fuhr ich nach Borgarnes, um einzukaufen. Das ist die nächstgelegenste Stadt, ca eine halbe Stunde Fahrt vom meiner Unterkunft entfernt. Sie hat nur ca 2’000 Einwohner, aber dort gibt es alles: Schulen, Tankstellen, Supermarkt, Restaurants, Hotels, etc.

Das Wetter war windig und bewölkt. Das ist hier an sich nichts Besonderes und ändert sich sowieso laufend. Ab und zu konnte man auch ein paar Tropfen Regen spüren respektive auf der Windschutzscheibe sehen. Aber dank dem Wind änderte sich das immer wieder.
Also blieb ich nach dem Einkaufen noch ein bisschen in Borgarnes, um ein paar Bilder zu schiessen.

Kurz nach Mittag fuhr ich wieder zurück, mit dem Ziel meine Einkäufe in die Wohnung zu bringen und dann noch einen Abstecher zu den Hraunfossar (isl für „Lavawasserfälle“) zu machen. Die liegen nämlich hier in unmittelbarer Nähe. Da ich dort aber schon mehrere Male war, macht es für mich nur Sinn, wenn das Licht (abhängig vom Wetter) gut ist, um neue Bilder zu schiessen.

Nun, aus dem Ausflug wurde leider nichts. Nach dem Mittag legte der Wind kräftig zu und entwickelte sich zu eine  veritablen Sturm. Man konnte draussen im Freien fast nicht mehr aufrecht stehen. Ein Blick ins Internet bestätigte den Sturm. Der isländische Wetterdienst rief für den Süden und den Westen die gelbe Warnstufe aus. Das heisst hier, dass Wandern nicht mehr zu empfehlen ist und dass Fahrzeuge mit grosser Angriffsfläche wie zum Beispiel Wohnwagen in Gefahr laufen, von Windböen umgekippt zu werden. Also ganz schön heftig. Die Windgeschwindigkeiten bewegen sich hier im Moment um die 70kmh, mit Spitze von über 100kmh. Und dass soll noch bis morgen früh so andauern.

Ich war heute mehrere Mal draussen. An sich kein Problem, wenn man eine Windstopper-Jacke anzieht. Besonders kalt ist es auch nicht. Und mit meinem Auto konnte ich problemlos herumfahren. Ich musste einfach aufpassen, dass ich keinen Stein erwischte und konnte auch nicht so schnell fahren.
Aber mir wurde beim Fotografieren die Kamera mehrmals fast aus der Hand gerissen, und an das Aufstellen eines Statives für HDR Bilder war nicht mehr zu denken.

Als blieb ich in der Nähe meiner Unterkunft. Der Spuck soll morgen früh vorbei sein. Wir werden sehen.
Übrigens: Im Bild unten zeigt der Pfeil an, wo ich mich ungefähr befinde.

Inzwischen habe ich auch für diese Reise wieder eine Galerie angelegt. Die wird laufend aktualisiert.

Sturmwarnung für den 28.5.21

Stay tuned.

Island 2021: Angekommen

Island_flag

Ich bin wieder in Island. 🙂

Der Weiterflug von Kopenhagen nach Keflavik war pünktlich und dank dem Entertainmentsystem, dass es bei Iceland Air in der Economy auch auf Kurzstrecken gibt, auch kurzweilig.
Wir landeten sogar einen halbe Stunde früher als geplant.

Das Wetter ist zur Zeit sonnig, aber wie fast immer in Island windig. Und über dem Süden hängt eine Dunstglocke aus Sand, der von den starken Winden von der Südküste aufgewirbelt wird und wie bei uns der Saharasand das Land in eine gelblich Dunstglocke hüllt. Aber morgen soll es dann richtig stümisch werden und am Wochenende kommt noch der Regen dazu.

Das Prozedere hier bei der Ankunft läuft nun etwas anders ab als letztes Jahr. Nach der Passkontrolle (auch Island schränkt den freien Personenverkehr im Schengenraum ein), wo auch der Impfausweis kontrolliert wurde, ging’s via Gepäckausgabe direkt zum PCR Test. Ich sass bereits um 16:00 in meinem Mietwagen und fuhr los. Letztes Jahr kam ich erst um 17:00 aus dem Flughafen raus.

Nach zweieinhalb Stunden Fahrt traf ich hier in Brennistaðir ein. Eigentlich ginge das noch schneller, aber es gab in der Hauptstadtregion einen Stau, der mich einen  halbe Stunde aufhielt, und zudem hatte mein Navi Mühe, den Hof zu finden. Der ist ein bisschen abgelegen… 😉

Nun warte ich auf das Resultat des COVID Tests. Bis dahin muss ich in Quarantäne bleiben. Deshalb konnte ich unterwegs auch nicht einkaufen gehen. Aber meine Vermieterin war so nett, mir etwas in den Kühlschrank der Ferienwohnung zu stellen, damit ich heute Abend und morgen früh etwas zu essen habe.

Es ist jetzt kurz vor 21:00 hier in Island (die Zeitverschiebung beträgt 2 Stunden gegenüber der Schweiz, also ist es für mich eigentlich 23:00) und immer noch taghell. Ich bin nun seit 17 Stunden auf den Beinen, aber noch überhaupt nicht müde. Ich kann auch nicht schlafen gehen, wenn es so hell ist.
Die Mitternachtssonne kommt hier in Island zwar erst etwa in einem Monat, aber bereits jetzt ist es um Mitternacht ziemlich hell. Ich kenne das aus Norwegen. Ich werde wohl 2 bis 3 Nächte brauchen, um mich daran zu gewöhnen…

Stay tuned.

Island 2021: Zwischenstopp in Kopenhagen

Island_flag

Inzwischen bin ich hier in Kopenhagen angekommen. Es ist jetzt 09:45 und mein Weiterflug nach Reykjavik geht hier um 14:10. Ich muss also ein bisschen Zeit „totschlagen“ bis ich weiterfliegen kann.

Alles ist bis hierher absolut problemlos verlaufen und ich weiss jetzt auch, wie Dänemark mit COVID-19 umgeht:
– Niemand hat hier bei der Ankunft einen negativen Test verlangt.
– Alle Flugpassagiere, die in Dänemark ankommen, müssen so oder so einen Antigen Test machen.
– Vom Test ausgenommen sind lediglich Passagiere aus dem Schengenraum, die vollständig geimpft sind, falls sie nicht aus einem „roten Gebiet“ kommen (aktuell gibt es in Europa gemäss der dänischen Definition nur eine „rote Region“ in Frankreich –> Homepage der Dänischen Behörden mit der Klassifizierung der Länder und Regionen).
– Das Impfzertifikat wird bei der Passkontrolle kontrolliert, durch die alle müssen, auch die Transitpassagiere. Dabei wird auch der Pass resp die ID Karte gescannt und überprüft.
Faktisch heben die Dänen damit den freien Personenverkehr auf, der innerhalb der Schengengrenze eigentlich gilt. Schliesslich reise ich von der Schweiz über Dänemark nach Island. Damit verlasse ich den Schengenraum nie und sollte eigentlich nicht kontrolliert werden. Offenbar wird das auch von der EU akzeptiert. Ich finde es eine schlaue Lösung, und es stört mich auch nicht. Vielleicht sollten das andere Länder, insbesondere Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz, auch in Erwägung ziehen. So können die Einreisenden bezüglich COVID sicher besser kontrolliert werden.
Fazit: Ich hatte gestern Recht und hätte vor der Abreise keinen PCR-Test machen müssen. 🙂
Die SWISS und Swissport in Zürich lagen falsch.

Wie schon in Zürich ist auch der Flughafen Kopenhagen Kastrup ziemlich leer. Der Abflugbereich mit all den Gates ist menschenleer und die meisten Läden und Restaurants sind geschlossen. Ich habe schliesslich nach 20 Minuten suchen ein Restaurant gefunden, in dem ich etwas zu essen kriege und das sogar Tische hat, bei denen es Steckdosen gibt. So kann ich nun bis zu meinem Weiterflug mit dem Laptop arbeiten. Damit vergeht die Wartezeit viel schneller.

Ich hänge diesem Post noch ein Bild an, das ich gestern um 15:00 am Flughafen Zürich beim Check In im Terminal 1 geschossen habe. Von den über 40 Gepäckaufgabe Schaltern waren gerade mal 8 geöffnet. Und heute Morgen um 06:00 war immer noch jeder zweite Schalter geschlossen.
Man sieht an den Flughäfen überall deutlich, welche Auswirkungen COVID-19 auf die Reisebranche hat!

Flughafen Zürich
Flughafen Zürich

Stay tuned.

Island 2021: All checked in and ready to go

Island_flagNeun Monate nach meiner letzten Reise nach Island kann ich nun morgen wieder verreisen. Alle anderen geplanten und gebuchten Reisen dazwischen musste ich wegen COVID-19 absagen.
Ich fahre wieder nach Island, obwohl das eigentlich erst im kommenden August geplant und gebucht ist. Dann werde ich wieder 16 Tage mit dem Mietwagen unterwegs sein, schwergewichtig im Osten der Insel.

Die morgige Reise ist im Grunde ein Ersatz für eine bereits für letztes Jahr geplante und gebuchte 3-wöchige Reise durch den Süden Norwegen. Wegen COVID-19 musste ich diese Reise auf dieses Jahr verschieben, und schlussendlich im April dann absagen. Norwegens Grenzen sind wegen COVID-19 immer noch geschlossen.

Also habe ich mich umgeschaut und festgestellt, dass Island im April 2021 das einzige Land war, das geimpfte Personen ohne Quarantäne einreisen liess. Inzwischen haben weitere Länder nachgezogen, aber ich musste mich im April entscheiden. Da Island eine meiner bevorzugten Reisedestinationen ist,  fiel mir die Entscheidung ausgesprochen leicht.

Es ist eher ein „Kurztrip“, und ich werde auch nicht gross herumfahren wie sonst. Ich bleibe „bloss“ 9 Tage/8 Nächte in Island und ich werde 5 Nächte in einer Ferienwohnung auf einem Bauernhof im Westen verbringen, knapp eineinhalb Stunden nordöstlich der Hauptstadt Reykjavik. Und die restlichen drei Nächte werde ich auf der Halbinsel Reykjanes in der Nähe des Flughafens übernachten.
Von meinem jeweiligen Standort werde ich Tagesauflüge unternehmen, die aber mit einer Ausnahme noch nicht feststehen.
Ich möchte unter anderem zu Fuss zum aktiven Vulkan (der 10km Luftlinie von meiner zweiten Unterkunft entfernt liegt) am Fagradalsfjall. Das hängt aber stark vom Wetter und den Windverhältnissen ab. Kälte und Wind schreckt mich grundsätzlich nicht ab. Aber aus der Lava des Vulkans entweicht giftiges Gas und wenn der Wind dieses zu den Wanderwegen treibt, kommt man nicht durch.
Aber ich habe zusätzlich noch einen Heliflug zum Vulkan gebucht. Wenn das Wetter den Flug nicht verunmöglicht, habe ich so noch eine ganz andere Sicht.
Alles andere wird sich zeigen.

Die Organisation der Reise erwies sich im Vorfeld in bestimmten Bereichen als etwas mühsam.
Nachdem alles fixiert war, wurden bei Iceland Air die direkten Flüge nach Zürich wegen zu geringem Passagieraufkommen (COVID-19 lässt grüssen) gestrichen. Also musste mehrfach umgebucht werden, weil auch andere Flüge immer wieder wegfielen. Nun habe ich Hin- und Rückflug via Kopenhagen mit je 5 Stunden Aufenthalt in Kopenhagen. Ein Weg, der normalerweise dreidreiviertel Stunden dauert, dauert jetzt zehn Stunden…
Weil alles bei SAS, der schlechtesten Airline, mit der ich je geflogen bin, gebucht ist, war es nicht möglich, ein zweites Gepäckstück mit meiner Fotoausrüstung zu buchen. Also musste ich umpacken und meine Ausrüstung verkleinern, damit alles in einem Koffer Platz hatte.
Mit SAS habe ich jedes Mal solche Schwierigkeiten. Deren Flugzeuge sind alt und unbequem und der Service ist in allen Belangen fast nicht existent. Leider kann ich denen in Skandinavien nur schwer ausweichen, aber ich tue mein Bestes…
Der Hinflug ist aber mit Swiss bis Kopenhagen und mit Iceland Air ab Kopenhagen, meinen beiden bevorzugten Airlines. Der Rückflug ist mit Iceland Air bis Kopenhagen und mit SAS bis Zürich.

Und dann noch das Theater mit den COVID-Tests. Jedes Land hat andere Einreisebedingungen, insbesondere, wenn es um geimpfte Passagiere geht. Laut den Homepages der Gesundheitsbehörden von Island und Dänemark brauchen vollständig geimpfte Personen keinen PCR-Test, um an Bord gehen und einreisen zu dürfen. Mann muss stattdessen ein Impfzertifikat vorlegen, das gewisse Bedingungen erfüllt. Und in Island wird man bei der Einreise getestet.
Aber das weiss weder die SWISS noch das Bodenpersonal am Flughafen Zürich.
Als ich heute mein Gepäck aufgegeben habe, behauptete der Herr am Schalter allen Ernstes, dass es sowohl für Dänemark wie auch für Island einen Test brauche. Zum Glück habe ich gestern vorsorglich einen Test gemacht (und bezahlt). Sonst hätte der mich trotz Impfausweis nicht einsteigen lassen. So kann man auch Geld zu Fenster hinauswerfen. Immerhin weiss ich, dass ich bis gestern keine COVID-19 Infektion hatte…
Nachdem der Bundesrat heute die Test- und Quarantänepflicht für geimpfte Personen aufgehoben hat, bis ich gespannt, ob das Flughafenpersonal in Keflavik und Kopenhagen das bei meiner Heimreise weiss? Wahrscheinlich werde ich mich auch vor der Rückreise wieder testen lassen müssen.

Aber nun freue ich mich auf Island. 🙂

Stay tuned.

Island 2020: Neue Bilder von der zweiten Hälfte der Reise

Island_flagNun sind die Bilder der Reisetage 8 und 9  fertiggestellt und in die Galerien hochgeladen.

Inzwischen habe auch schon die ersten Bilder von Tag 10 fertig und auch hochgeladen.

Ich bin immer noch optimistisch, dass ich bis Weihnachten fertig bin und auch das zweite Buch gedruckt ist.
Das Buch der ersten Hälfte habe ich schon. 🙂

Da ich wegen der COVID-19 bedingten Einreisebestimmungen in Island meine geplante Sylvesterreise nach Reykjavik abgesagt habe, möchte ich mich nach Weihnachten mit den Restanzen meiner Reisen in die Romandie und nach Amterdam beschäftigen.

Stay tuned.

Island 2020: Halbzeit bei den Bildern

Island_flagGut zwei Monate nach meiner Rückkehr aus Island habe ich es geschafft, die Hälfte aller Bilder resp die Bilder der ersten Hälfte der Reise fertigzustellen und in die Galerien hochzuladen.

Ich habe also so quasi die Halbzeit erreicht und mache mich nun an die Bearbeitung der zweiten Hälfte. 😉
Ich hoffe, dass ich dafür nicht auch wieder zwei Monate brauche, aber das hängt weitgehend davon ab, wieviel meiner Freizeit ich der Bearbeitung der Bilder widmen kann.

Mein Ziel ist es, in jedem Fall die Bilder (und die entsprechenden Fotobücher) bis Weihnachten fertigzustellen.

Dann würde ich mich gerne noch anderen Reisen (zB Amsterdam und Westschweiz) und Fotoshootings widmen, von denen noch ein grosse Menge unbearbeiteter Bilder auf meiner Festplatte darauf wartet, gezeigt zu werden.

Stay tuned.

Island 2020: Neue Bilder in den Galerien

Island_flagInzwischen ist es schon wieder fast einen Monat her, seit ich von meiner diesjährigen Islandreise nach Hause gekommen bin. Die Arbeitswelt und der Alltag hat mich wieder.
Hier ist der Herbst überraschend schön und warm, aber in Island hat sich in gewissen Gebieten, durch die ich im August bei schönstem und warmen Wetter gefahren bin, der Winter deutlich bemerkbar gemacht. Nicht nur das die Tage spürbar kürzer werden und die Nordlichter immer öfter auftauchen (wenn der Himmel klar ist), liegt in Nordisland der erste Schnee.

Kaldidalur

Gleich nach meiner Rückkehr habe ich damit begonnen, die Bilder, die ich auf der Reise geschossen habe, zu sortieren, die besten auszuwählen und zu bearbeiten. Dabei gehe ich Tag um Tag vor, und lade die fertigen Bilder jeweils in die Galerien hoch.

Aktuell bin ich an den Bildern vom 5. Reisetag. Die Tag 1 bis 4 sind abgeschlossen und die bearbeiteten Bilder können in den Galerien betrachtet werden.

Ich bearbeite inzwischen fleissig weiter (jeweils nach Feierabend) und melde mich wieder, sobald ich wieder einige Tag abschliessen konnte.

Stay tuned.

Island 2020: Going home

Island_flagHeute halte ich mich kurz, denn ich muss (für meine Verhältnisse) früh ins Bett.
Ich bin in meiner letzten Unterkunft angelangt, dem Aurora Star Hotel am Flughafen Keflavík.
Morgen um 07:20 (Ortszeit) hebt mein Flug nach Zürich hier ab. Dann ist auch die Islandreise 2020 schon wieder Geschichte.
Deshalb habe ich heute Abend auch keine Zeit, noch ein paar Bilder zu bearbeiten. Das muss warten, bis ich wieder zu Hause bin.

Der heutige Tag begann schon mal anders als die letzten: Beim Aufstehen regnete es draussen. Nicht stark, und wenn, dann nur kurz und heftig. Dann brach auch ab und zu die Sonne durch die Wolken, gefolgt vom nächsten Schauer. Und dazu gab es Wind.

Meine letzte Etappe führte mich über die Halbinsel Reykjanes. Ich ziehe es vor, entlang der Küste auf (heute komplett leeren) Hauptstrassen nach Westen zum Flughafen Keflavík zu fahren, anstatt die etwas nördlicher gelegene Schnellstrasse zu nehmen, die mich durch die Hauptregion führen würde.
An der Küste fährt man über lange Strecken durch ausgedehnte Lavafelder, die zum grossen Teil mit Moos überwachsen sind. Ausserdem kommt man durch mindestens zwei aktive Geothermalgebiete, wo die Erde kocht und Schwefelgeruch in der Luft liegt.
Dort hat der Boden dann auch einen ockerfarbenen Stich, was man schon von sehr weit sehen kann.

Ich habe in Krýsuvík und Gunnuhver Halt gemacht, um ein paar Bilder zu schiessen, und meinen obligaten Kaffee in der selben Tankstelle in Grindavík getrunken, in der ich die letzten beiden Jahre schon Kaffee getrunken hatte.

Grindavík war übrigens in den letzten Monaten in Island im Fokus der Öffentlichkeit, weil man dort schon seit Längerem verstärktes Erdbebenaufkommen gemessen hatte. Das könnte ein Anzeichen eines bevorstehenden Vulkanausbruchs sein. Nicht die Erdbeben an sich beunruhigen die Leute. Leichte Erdbeben sind normal in Island. Aber die Häufung solcher Erdstösse ist kein wirklich gutes Zeichen.
Dazu muss man wissen, dass die Halbinsel Reykjanes mehr oder weniger ein grosses, sehr aktives Vulkansystem ist.
Heute war es allerdings ruhig. Ich habe nichts gespürt oder gehört, und das Leben in der kleinen Stadt verlief sehr ruhig.

Damit endet nicht nur meine diesjährige Islandreise, sondern natürlich auch die Berichterstattung hier.
In den folgenden Wochen und Monaten werde ich immer wieder neue Bilder in die Galerien hochladen. Je nachdem, wie viel Zeit ich für die Bearbeitung haben werde, kann es durchaus bis Weihnachten dauern, bis das letzte Bild hochgeladen ist.

Ich melde mich wieder auf diesem Kanal, wenn ich wieder verreisen werde; wann und wohin auch immer.

Stay tuned.

Island 2020: Vestmannaeyjar

Island_flagHeute bin ich zwei Stunden in einem Lavafeld herumgelaufen, das zehn Jahre jünger ist als ich. 😉

Heute war auch der erste Tag dieser Reise, an dem nicht strahlender Sonnenschein herrschte. Es war bewölkt, und ab und zu drückte die Sonne durch die Wolken. Aber halt nie dort, wo ich mich gerade aufhielt.
Dadurch war es auch etwas kühler, und am Meer hatte es einen konstanten auflandigen Wind.

Heute besuchte ich die Vestmannaeyjar (Westmännerinseln), resp deren Hauptinsel Heimaey. Diese Inselgruppe vor der isländischen Südküste umfasst mehrere Inseln, von denen längst nicht alle bewohnt sind. Aber es leben dort immerhin rund 4’300 Leute.

Am Morgen fuhr ich erst einmal ein Stunde und 15 Minuten bis zum Fährhafen Landeyjahöfn. Dort liess ich meinen Wagen stehen und fuhr mit der Fähre rund 40 Minuten zur Insel Heimaey.
Ich ging bewusst ohne Wagen hinüber, weil ich nur fünf Stunden Zeit hatte, bis ich wieder zurückfahren musste. Da ich mir den Lavakegel vom Ausbruch des Eldfell (Eld heisst Feuer) in der Nacht vom 23. Januar 1973 ansehen wollte, und dieser bei resp in der Stadt ist, lohnte sich nicht, den Fahrpreis für das Auto zu bezahlen. Was ich vorhatte, konnte ich zu Fuss machen. Eventuell komme ich irgendwann noch einmal und bleibe für eine Nacht, damit ich mir in Ruhe auch den Rest der Insel ansehen kann.

Heute ging ich zu Fuss aus der Stadt über das Lavafeld bis etwa halbhoch zum Krater. Danach wurde mir der Aufstieg zu steil und zu lang.
Man sieht heute noch, wo die Lava vom Krater her hin „geflossen“ ist, und wie sich der Lavakegel Richtung Hafen wälzte. Und genau dieser Hafen musste erhalten bleiben. Also haben die Isländer versucht, die Lava mit Meerwasser zu kühlen und so zu stoppen. Und dies gelang schlussendlich auch (zum ersten Mal überhaupt). Der Ausbruch dauerte gute 5 Monate. Aber die Bewohner und ihre Helfer gaben nicht auf.
Was aber sehr schwer vorstellbar ist, sind die riesigen Mengen Asche, unter denen ein Teil der Stadt begraben wurde. Zwar begann man sehr rasch, die Asche wegzuschaufeln. So befreite man zu Beispiel den Friedhof (der mitten in der Stadt liegt) von Hand (wegen der Gräber durften keine Bagger eingesetzt werden)von einer meterdicken Ascheschicht, aber für gewisse Stadtteile gab es keine Rettung mehr. Ca ein Drittel der Bewohner kehrten nie wieder auf die Insel zurück. Sie hatten in dieser Nacht vom 23. Januar 1973 alles verloren, und es gab keine Chance mehr, irgend etwas wieder zurückzuholen.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, zu wissen, dass 15 bis 20 Meter unter einem die Häuser verschüttet sind, die damals an der Stelle standen. Kaum vorstellbar ist auch, wie der Vulkanausbruch die Insel verändert hatte. Dort wo nun der 200 m hohe Krater und der Lavakegel stehen, war vorher nichts. Man sah aus der Stadt übers Meer bis nach Island hinüber. Heute sieht man das nur noch, wenn man auf den Berg klettert. Der Vulkanausbruch schuf einen neuen Berg.

Erst 2005 begann man, dort zu graben, wo einst ein Stadtteil mit 400 Gebäuden gewesen war. Man legte bis heute drei Gebäude frei.
Schlussendlich grub man ein Hause vollständig aus und baute drumherum ein Museum, das den Ausbruch, die Folgen und den Wiederaufbau dokumentiert.

Übrigens: In dieser Nacht 23. Januar 1973 musste ca 5’000 Leute fluchtartig verlassen, mit dem, was sie am Leib hatte und dem was sie tragen konnten. Sie wurde mit Fischerbooten evakuiert. Der Ausbruch richtete sehr viel Schaden an, veränderte dauerhaft die Form der Insel (die Insel wurde auch um ca 2.5 km2 grösser), aber er kostete keine Menschenleben.

Um 17:00 fuhr ich dann mit der Fähre wieder zurück nach Landeyjahöfn. Und von dort mit dem Wagen bis in meine Unterkunft.

Morgen ist mein letzter voller Reisetag, der mich am Schluss an den Flughafen führen wird. Ich habe mich noch entschlossen, wo ich morgen überall hinfahre. Das ist auch etwas vom Wetter abhängig. Ich lasse mich überraschen.

Stay tuned.

Island 2020: Gut geschüttelt, nicht gerührt

Island_flagHeute habe ich den Norden hinter mich gelassen und bin über die Kjölur nach Süden gefahren.

Als ich in Akureyri aufstand, schien dort zwar die Sonne, aber ringsherum waren alle Berge in tiefliegende, dunkle Wolken gehüllt. Also ging ich davon aus, dass es nun vorbei sei mit den sonnigen Tagen. Und nachdem ich Akureyri verlassen hatte, schien sich dies zu bewahrheiten.
Die ersten zwei Stunden Fahrt durch die Berge und über ein oder zwei Pässe waren düster bis neblig. Die ersten Kilometer auf der Kjölur verliefen in etwa so. Und wenn ich dort angehalten hatte und ausstieg, dann blies ein kalter Wind. Das war das Island, das ich kannte. 😉
Das änderte sich allerdings zusehends, je weiter südlich ich fuhr. Als ich etwa auf halber Strecke im Geothermal- und Naturschutzgebiet Hveravellir einen Kaffee trank, war am Himmel kein Wölkchen mehr zu sehen und so blieb es, bis heute Abend die Sonne unterging. Damit ist das für mich der 11. Tag in Folge mit strahlendem Sonnenschein in Island. Einfach toll.

Die Kjölur, oder besser gesagt die Kjalvegur, wie die Strasse über den Berg Kjölur heisst, ist zwar offiziell keine Hochlandpiste der F-Kategorie mehr, aber sie hat es vor allem wegen ihrer Länge doch noch in sich.
An sich ist sie mit einem Offroad-Wagen relativ einfach zu fahren. Aber 150 km Dauerschütteln und abschnittweise ständiges Ausweichen von richtig tiefen Löchern in der Fahrbahn spürt man am Abend schon.
Die Strecke ist sehr schön und abwechslungsreich. Aber ich würde sie nie mit einem Pw fahren. Grosse Bodenfreiheit, grosse Reifen und eine starke Federung erhöhen hier den Fahrkomfort ungemein. Mit einem Pw hätte ich Angst, ständig aufzuschlagen und den Wagen zu beschädigen. Ausserdem ist es dann kaum möglich, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 kmh zu fahren. Man braucht für die Strecke viel mehr Zeit.
Ich weiss nicht, wie es wäre, diese Strecke bei Regen zu fahren. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es dann ziemlich schwierig wird, und für Pw unmöglich, die Stecke in einer vernünftigen Zeit zu bewältigen.
Aber es geht natürlich noch langsamer: Mit sind heute zwar keine Wanderer begegnet, wohl aber mehrere Radfahrer. Gut, wenn es zu holperig oder zu steil wird, werden die wohl absteigen und zu Fuss weitergehen. In jedem Fall werden sie aber sicher zwei Tage für die Strecke brauchen.
Ausserdem hatte ich noch eine weitere, etwas besondere Begegnung:
Kurz nach meinem Kaffeehalt winkte mir der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Als ich anhielt, erklärte der mir in gebrochenem Englisch, es würde ein „big truck“ entgegenkommen. Das hiess, an einer Stelle, an der man gut kreuzen konnte, anhalten und warten.
Ich rechnete mit einem grossen Hochlandfahrzeug, mit dem Touristen hier an die entlegensten Orte gebracht werden. Aber es kam ein grosser Lastwagen mit Anhänger den Berg hinauf gekrochen. Und auf dem Anhänger hatte der einen ausgewachsenen Schaufelbagger geladen. Die bauen da oben also irgendwas.

Als ich dann gegen drei Uhr Nachmittags wieder asphaltierte Strasse erreichte, hielt ich an zwei Sehenswürdigkeiten, die sowieso an der Strecke lagen: dem Gullfoss (der Goldene Wasserfall) und dem Strokkur (dem Grossen Geysir). An diesen beiden Orten war ich vor drei Jahren auf meiner ersten Islandreise schon einmal. Aber dieses Mal war etwas ganz anders: es hatte, CORONA sei Dank, praktisch keine Leute dort.

Danach waren es nur noch zwanzig Minuten bis zu meiner nächsten Unterkunft, dem Sel Guesthouse. Hier bin ich noch auf jeder meiner Reisen durch Island abgestiegen, und werde auch dieses Mal für zwei Nächte bleiben, bevor ich dann am Freitag Richtung Flughafen fahren muss.

Morgen möchte ich auf die Westmännerinseln fahren, wenn das Wetter so bleibt und ich die Fähre erwische.

Stay tuned.