Island 2020: Die lange Etappe

Island_flagHeute fuhr ich die längste Etappe dieser Tour, nämlich vom Flughafen Keflavík bis zum Hótel Flókalundur in den Westfjorden, meiner heutige Unterkunft. Insgesamt rund 450km waren zu fahren, darunter eine zwar einfache aber dennoch holprige Hochlandstrecke, die Kaldidalur (F550). So heisst auch das Tal, durch das die Piste führt.

Testresultat

Übrigens kam morgens um 06:00 per SMS und in der App das Resultat meines COVID Tests, den ich gestern bei der Einreise machen musste: NEGATIV.
Zum Glück, sonst wären meine Ferien zu Ende gewesen, bevor sie richtig angefangen hatten, und ich hätte in Isolation gemusst.
Nun muss ich am Donnerstag einen zweiten Test machen, der hoffentlich auch negativ ausfällt. Das bringt meine Reisepläne zwar etwas durcheinander, aber es bleibt erträglich.Toyota Landcruiser

Also habe ich heute Morgen meinen Mietwagen gefasst. Dieses Mal ist ein Toyota Landcruiser. Der Wagen ist noch einmal grösser und robuster als der Wagen im letzten Jahr. Damit kann man durchaus über Schotterpisten fahren… 😉

Vom Flughafen bin ich direkt bis nach Þingvellir gefahren, wo ich einen kurzen Zwischenhalt einlegte, um dann gleich weiter ins Kaldidalur Tal zu fahren. Dieser Streckenabschnitt dauerte fast drei Stunden, denn zum einen kann man auf den Hochlandpisten nicht allzu schnell fahren, und zum anderen war die Landschaft so beeindruckend, dass ich mehrere Stopps machte, um zu fotografieren. Und im Verlauf des Tages wurde das Wetter immer besser. Ein weiterer Pluspunkt.

Irgendwann war die Zeit so fortgeschritten, dass ich mich dazu entschied, keine weiteren Stopps mehr zu machen, sobald ich aus dem Tal herauskam. Denn von dort an lagen noch gute dreieinhalb Stunden Fahrt vor mir, und ich wollte eigentlich vor dem Abendessen im Hótel Flókalundur ankommen.

Das hat dann auch knapp funktioniert.
Aber irgendwann unterwegs teilte mir der Bordcomputer mit, dass es in einem der Reifen zu Druckverlust kam. Zuerst fand ich bei näherer Begutachtung nichts. Aber je weiter ich fuhr, desto mehr spürte ich, dass der Wagen leicht nach links zog. Und ca 80 km vor dem Ziel sah ich dann ach, dass der linke Vorderreifen offensichtlich Luft verlor.
Da vor mir nur noch asphaltierte Strasse war (das wusst ich vom letzten Jahr), beschloss ich, zu versuchen, bis zum Hotel zu kommen. Und das klappte.
Hier organisiert mir das Hotel jemanden, der den Reifen reparieren konnte. Der taucht kurz nach sieben mit seinem Werkzeug auf und nach knapp 20 Minuten war das kleine Loch (das kaum sichtbar gewesen war) verschlossen und das Rad wieder am Auto. Der Mechaniker meinte, das sei so gut wie neu und würde meine ganze Tour halten. Wir werden sehen.

Morgen habe ich eine relativ kurzen Strecke vor mir. Ich fahre bis nach Ísafjörður, von wo ich dann übermorgen den Trip nach Hornstrandir machen werde. Ich hoffe, das Wetter hält.

Stay tuned.

Island 2020: Angekommen und getestet

Island_flagJetzt bin ich also wieder hier in Island. 🙂
Ich freue mich, dass ich die Reise schlussendlich machen kann, trotz vieler Einschränkungen und Änderungen wegen COVID-19.

Der Flug mit Icelandair verlief problemlos und war pünktlich. Ich schätze aber, das Flugzeug war nicht einmal halb voll.
In der Business Class sassen gerade mal drei Passagiere und der Rest des Flugzeugs war zu etwas mehr als ein Drittel belegt. Und das, obwohl Icelandair zur Zeit nicht jeden Tag Zürich anfliegt, sondern nur noch drei Mal pro Woche.
Und die sehr genauen Anweisungen beim Ein- und Aussteigen (Reihe um Reihe) führten dazu, dass kein Gedränge entstand. So sollte man es eigentlich immer, bei jedem Flug und jedem Flughafen machen. Auch wenn nicht gerade CORONA ist.
Das Handgepäck musste unter dem Vordersitz verstaut werden. Die Benutzung der Gepäckfächer über den Sitzen war nicht erlaubt. Und es gab an Bord keinen Service und keinen Duty-Free-Verkauf. Jedem Passagier wurde stattdessen beim Einsteigen eine Flasche Wasser abgegeben. Bei einem Flug, der weniger als vier Stunden dauert ist das auch nicht tragisch. Ausserdem hat Icelandair das bereits sehr früh per eMail mitgeteilt. So konnte man etwas zum Essen mit an Bord nehmen.

Hier in Keflavík mussten dann alle nach dem Aussteigen anstehen, um den COVID-19 Test zu machen. Wenn man, wie von den Behörden empfohlen, die Registrierung und die Bezahlung des Test bereits online von zu Hause aus gemacht hatte, musste man nun nur noch anstehen. Ansonsten musste man sich noch registrieren und den Test bezahlen.
Es dauerte allerdings über eine Stunde, bis ich bis zu den Kabinen gelangte, in denen die Abstriche von Mund- und Nasenschleimhaut für den Test gemacht wurden. Die Prozedur (nicht gerade angenehm, besonders in der Nase, aber schmerzlos) dauerte dann nur einige Sekunden. Der Test kostet bei Vorkasse ISK 9’000.– (ca CHF 60.–). Er ist hier also deutlich billiger als in der Schweiz, wenn er vom Patienten selbst berappt werden muss.

Flughafen Keflavík

Nun muss ich auf das Testergebnis warten, das mir innert 24 Stunden per Tracing-App Rakning C-19 oder per Telefon mitgeteilt wird. Oder es kann auch sein, dass ich gar nichts höre. Das heisst dann nach 24 Stunden, dass der Test negativ ausgefallen ist.
Ich denke allerdings, dass sich die App meldet, denn ich brauche einen neuen Barcode für den zweiten Test, den ich in fünf Tagen machen muss. Und da werde ich schon in Ísafjörður sein, ganz oben in den Westfjorden. Aber zum Glück für mich gibt es in Ísafjörður ein Gesundheitszentrum, die den Abstrich vornehmen können. So muss ich meine Route nicht einmal anpassen

Morgen geht es dann los mit der diesjährigen Tour.
Ich werde am Morgen meinen Mietwagen übernehmen (ich bin gespannt, was es dieses Mal sein wird) und gleich Richtung Norden losfahren. Vor mir sind insgesamt 460 km, bis ich in den Westfjorden in meiner nächsten Unterkunft ankommen werde. Darin inbegriffen ein kleiner Abstecher ins Hochland, damit die Strecke nicht allzu langweilig wird. Immerhin bin ich das Meiste davon schon ein oder mehrere Male gefahren.

Laut Wetterbericht soll es morgen stark bewölkt sein, aber nicht regnen. Und das Wetter soll im Norden sogar noch aufhellen. Mal schauen… Das Wetter in Island hat in der Regel seinen eigenen Willen und kann sehr rasch ändern.

Von der Hochlandstrecke verspreche ich mir morgen die ersten ungewöhnlichen Landschaftbilder. Ich komme auch einem Gletscher ziemlich nahe. Eventuell kann ich sogar auf den Gletscher fahren, aber ich fürchte, dafür reicht die Zeit nicht.

Stay tuned.

Reisen in Zeiten von CORONA: Island 2020

Island_flagMorgen fliege ich zum vierten Mal nach Island, um während zwei Wochen diese wunderschöne und einmalige Insel mit dem Mietwagen zu erleben. 🙂

Ich fahre noch einmal in die Westfjorde. zum einen, weil mir diese wilde und einsame Gegend im Nordwesten Island’s ausgesprochen gut gefällt.  Zum anderen war ich letztes Jahr einen Monat später unterwegs und viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Exkursionen stellen ihren Betrieb jeweils Anfang September ein.

Allerdings ist diese Reise nicht wie die anderen in den letzten Jahren.
Auch Island musste wegen der COVID-19 Pandemie zum Teil massive Einschränkungen in Kauf nehmen und strikte Massnahmen einführen, um die Ausbreitung des CORONA Virus unter Kontrolle zu behalten.
Der Lockdown hat dieses Land schwer getroffen, da der Toursimus ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Nach der Öffnung kommen nun zwar die Touristen aus Europa wieder, wenn auch weniger zahlreich (zum Beispiel fliegt Iceland Air anstatt täglich nur drei Mal in der Woche direkt von Zürich nach Kevlavik). Aber die Amerikaner und die Asiaten fehlen immer noch.

Des einen Leid, des anderen Freud: Ich freue mich auf einen Aufenhalt ohne die zahlreichen lauten und rücksichtslosen Reisegruppen aus Übersee., über die ich mich immer ärgern muss. Island muss jetzt noch mehr Paradies sein. 🙂

Allerdings bekommt man den Einfluss des Corona Virus auch als europäischer Tourist zu spüren: Ich hatte diese Reise schon letztes Jahr beim Reisebüro Erlingsson Naturreisen in Reykjavík gebucht.

Gesamtroute

Da die Isländische Regierung logischerweise immer wieder kurzfristig mit neuen Massnahmen auf die laufende Entwicklung der Pandemie reagieren muss, und weil auch die Fluggesellschaft Iceland Air sowie andere Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr die Leistung erbringen (können) wie in der normalen Lage, musste ich in den letzten drei Woche meine Reise mehrfach in Zusammenarbeit mit Erlingsson Naturreisen anpassen. Das hatte unter anderem auch einige Mehrkosten für mich zur Folge. Aber Erlingsson Naturreisen konnte mir die Reise so erweitern, dass ich für die Mehrkosten auch weitere Reiseerlebnisse bekommen werde.
So dauert die Reise nun drei Tage länger als geplant, weil sowohl mein Hin- wie auch mein Rückflug gestrichen wurden und ich anderen Tage fliegen muss. Und meine Fahrstrecke wird mind. 700 km länger, weil ich in diesen Zusatztagen noch in andere Gegenden fahren werde.
Island lässt Einreisenden die Wahl zwischen 14 Tage Quarantäne (keine Option für mich, da meine gesamte Reise weniger lange dauert) und einem kostenpflichtigen COVID-19 Test bei der Einreise). Nach dem Test kann man wie geplant weiterreisen. Man muss sich an einige Vorsichtsmassnahmen halten, bis man per SMS oder App das Testresultat erhält.
Vor ca eineinhalb Wochen kam dann die Auflage, dass man sich nach fünf Tage ein zweites Mal testen lassen muss. Dieses Mal allerdings ohne Kosten. Da ich an dem Tag in Ísafjörður sein werde, wo es eine Einrichtung gibt, in der man sich testen lassen kann, beeinträchtigt das meine Reisepläne nicht.

Allerdings kam heute morgen die Nachricht, dass ab nächsten Mittwoch alle Einreisenden zwischen dem ersten und zweiten Test vier Tage in Quarantäne müssen. Da habe ich wohl Glück gehabt, dass ich vorher einreise. Das hätte meine Reisepläne gewaltig gestört, und vor allem den Hauptgrund für diese Reise, den Tagesausflug ins Naturschutzreservat Hornstrandir verunmöglicht.

Aber nun freue ich mich, dass es klappt und bin gespannt, was ich Neues, aber auch Bekanntes antreffe werde.

Wie immer ich natürlich auch meine Fotoausrüstung dabei und ich hoffe auf viele Gelegenheiten, diese beeindruckenden Natur fotografieren zu können.
Die Bilder werde ich natürlich auch wieder hier in einer Galerie hochladen, wie ich mir auch wieder vorgenommen haben, wenn möglich täglich von meinen Erlebnissen und Eindrücken zu berichten.

Stay tuned.

Island 2019: Fotoupdate

Island_flagNun sind bereits drei Wochen vergangen, seit ich aus Island nach Hause gekommen bin. 🙂
Und langsam, aber sicher komme ich mit der Bearbeitung der Bilder voran.

Nun sind alle Bilder der ersten vier Reisetage bearbeitet und hier in der Galerie Island 2019 hochgeladen.

Nach und nach werden auch die Bilder der folgenden Tage kommen. Aber das braucht halt etwas Zeit.

Stay tuned.

Island 2019: Die letzte Etappe

Island_flagDieser Post wird kurz ausfallen, denn ich muss heute früh ins Bett.;-)
Morgen um 07:20 geht mein Flug nach Zürich. Da werde ich um 04:00 aufstehen, mein Gepäck am Flughafen aufgeben (es sind fünf Minuten vom Hotelausgang bis zur Gepäckaufgabe) und zurück ins Hotel zum Frühstück gehen. Das gibt es warm hier ab 04:30.
Danach werde ich gemütlich die Security passieren und am Gate auf das Boarding warten.

An meinem letzten Tag der diesjährigen Islandreise bin ich noch einmal ganz bewusst von den Hauptstrassen auf die Nebenstrassen ausgewichen und habe entlang der Südküste die ganze Halbinsel Reykjanes abgefahren. Das Wetter war nett heute, und es regnet nie. 😉
Leider haben es die französischen Raser mit ihren Luxusschlitten auch so gemacht. Wahrscheinlich, weil dort mit weniger Polizei rechneten.
Hi, hi. Aber da gab es auch ungeteerte Abschnitte mit Schlaglöchern.
Es war ein Heidenspass, einem Ferrari 308 zuzusehen, wie er versuchte, unbeschadet durch die „Mondlandschaft“ zu kommen, nachdem er wie ein Irrer viel zu schnell über die Küstenstrasse gedonnert ist und gedrängelt und überholt hat. Ich glaube kaum, dass ihm das vollständig gelang. Der dürfte seinen Unterboden überholen lassen müssen, wenn er wieder zu Hause ist… 🙂

Die heutige Nacht verbringe ich wie immer im Airport Hotel Aurora Star gleich beim Flughafen.
Und morgen geht dann die diesjährige Islandreise schon wieder zu Ende. War schön und sowieso viel zu kurz.

Heute konnte ich leider nicht so viele Bilder bearbeiten. So haben es bloss deren drei in die Galerien geschafft: Island 2019

Stay tuned.

Island 2019: Ein Ausflug an die Südküste

Island_flagHeute war wieder Islandwetter. Das heisst, von strahlendem Sonnenschein bis zu strömenden Regen war schlicht alles da.;-)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin nicht auf die Westmännerinseln gefahren. Ich war zwar am Fährterminal, weil das Wetter eigentlich gut aussah, als ich hier um 08:30 abfuhr.
Und die See war ruhig. Ich hätte also ‚rüberfahren können, und wäre bestimmt pünktlich wieder zurückgewesen. Keine Frage.
Aber als ich da auf der Hafenmauer stand und zu den Inseln hinüber blickte, sass dort die einzige schwarze Gewitterwolke weit und breit genau über Heimaey, der Hauptinsel. Es sah verdammt nass und dunkel aus dort drüben. Da entschied ich mich gegen eine Überfahrt und beschloss stattdessen, einen bekannten Ort, den Skógafoss Wasserfall zu besuchen.
Wie Recht ich mit meiner Wettereinschätzung hatte, zeigte sich zwei Stunden später auf der Rückfahrt von Skógafoss: Es begann nun auch an Land zu schütten wie aus Kübeln.
Also tat ich, was man in seiner solchen Situation in Island am Besten tut: Ich fuhr weiter. 😉

Auf dem Parkplatz beim Skógafoss traf ich dann unerwartet auf ganz besondere Fahrzeuge, die man in Island nicht unbedingt erwartet.
Dort war offenbar ein Streckenposten einer Ralley für gut betuchte Pensionäre aus Frankreich und Belgien. Die Autos waren alle entweder sehr teuer oder sehr alt, fast so alt wie ihre Fahrer vom Typ Flavio Briatore: Solariumbräune unter den weissen Haaren, Designerjeans und – jacken, Goldkettchen und sackarrogant im Benehmen. Dazu die passenden Frauen im gleichen Stil, bei denen die monatliche Bottoxbehandlung längst nur noch zur Fratzenbildung beiträgt, aber ganz sicher nicht zur Schönheit. 😉
Entsprechend sind die dann auch auf den Strassen gefahren. Wären besser in Monaco geblieben…
Aber die Autos waren schön. 🙂

Unterwegs fotografierte ich dann noch den berühmten Zaun an der Ringstrasse, an dem zig BHs hängen. Irgendwie muss jede Frau, die dort hält und den Zaun fotografiert, einen BH hinhängen. Von den Männern werden natürlich andere Unterwäsche-Teile erwartet. Keine Ahnung vorher die Tradition kommt und zu was es gut sein soll. Aber sieht lustig aus.
Ich bin deshalb nicht ausgestiegen und habe den Zaun nur durch die Windschutzscheibe fotografiert…

Die heutige Nacht verbringe ich noch einmal im im Sel Guesthouse. Morgen nehme ich dann die letzte Etappe der diesjährigen Reise in Angriff, die nach einer Fahrt über die Halbinsel Reykjanes am Flughafen Keflavík enden wird, wo ich meinen Mietwagen zurückgeben werde.
Und von dort werde ich am Samstagmorgen um 07:20 nach Hause fliegen.

Auch vom heutigen Ausflug habe ich ein paar Bilder bereits bearbeitet und in die Galerien hochgeladen: Island 2019

Stay tuned.

Island 2019: Doch noch Nordlichter

Island_flagHeute war Islandwetter. 😉
Das heisst, man konnte den Spruch „Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, warte 15 Minuten oder fahre 10 Kilometer“ anwenden.
Den ganzen Tag über war es zwar bewölkt, aber es hatte auch ein ganz klein wenig Wind. Der sorgte dafür, dass die Wolken immer wieder aufrissen und die Sonne durchkam. Und wenn es mal ein bisschen regnete, war es sehr lokal.

Heute bin ich etwas über 200 Kilometer in gut sieben Stunden gefahren. Wie gestern schon geschrieben, bin ich bewusst nicht der schnellen Hauptstrasse entlang gefahren, sondern bin über Land, was auch wieder ein paar Streckenabschnitte „Schlagloch-Hopping“ bedeutete. Allerdings waren diese Strassen im Vergleich zu denen auf den Westfjorden richtiggehend einfach zu fahren.

Ich habe einige Halte eingelegt. Zum Teil, um Orte zu besuchen, die ich schon kannte, und andere, die neu für mich waren. Einige der Orte bin ich ganz spontan angefahren, obwohl ich es eigentlich nicht geplant hatte.
Und ab und zu entdeckte ich auch Orte beim Vorbeifahren. 🙂

So zum Beispiel den Trollpfad beim Fossatún Country Hotel. Entlang dieses Pfades waren nicht nur Figuren, die Trolle darstellten, sondern auch Tafeln, auf denen kurze Geschichten über Trolle aus der isländischen Mythologie standen.

Nun bin ich wieder im Sel Guesthouse abgestiegen und werde für zweio Nächte hier bleiben. In diesem Gästehaus, das im Wesentlichen ein umfunktionierter Bauernhof ist, bin ich nun zum dritten Mal. Auch bei meinen beiden letzten Islandreisen bin ich irgendwann hier gelandet.

Und das Sel enttäuscht nie. Nicht nur wegen der Unterkunft, die dieses Mal ein ganzes Chalet ist, das ich für mich alleine habe.

Nein, heute Abend wurde der „Nordlicht-Fluch“ dieser Reise gebrochen. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, dass es mir auf dieser Reise nicht vergönnt gewesen wäre, Nordlichter sehen und fotografieren zu können, Das Wetter war einfach nie gut dafür gewesen. Sobald der Himmel bewölkt ist, sieht man nichts.
Nun, bin ich gegen zehn Uhr noch einmal raus um ein paar Nachtbilder zu machen und da rissen die Wolken kurzzeitig auf und der Himmel wurde für kurze Zeit grün. 🙂

Morgen habe möchte ich auf die Westmänner-Inseln, die vor der Südküste von Island liegen. Die Fahrt von hier zu Fähreanlegestelle ist bloss eineinhalb Stunden, und die Überfahrt dauert ca 40 Minuten.
Das mache ich aber nur, wenn das Wetter wirklich gut ist. Sollte Sturm in der Luft liegen (was im Süden öfters vorkommt), dann werde ich darauf verzichten. Ich möchte nicht riskieren, auf den Inslen sitzenzubleiben.
Das werde ich mir morgen früh deshalb genau anschauen. 😉

Ein erste Nordlicht-Bild und andere Eindrücke von heute sind auch schon bearbeitet und ich die Galerien hochgeladen: Island 2019

Stay tuned.

Island 2019: Und wieder Richtung Süden – Adieu Westfjorde

Island_flagNun, der Regen ist zurückgekehrt. Und hat dabei zumindest am Morgen seinen Kumpel, den Nebel auch gleich mitgebracht…
Allerdings regnete es nicht sehr lange und der Nebel verzog auch bald einmal. Es blieb den ganzen Tag bewölkt, aber die Wolken rissen immer wieder auf und liessen ein paar Sonnenstrahlen durch.
Und es blieb warm. Es ist ganz allgemein deutlich wärmer als vor einem Jahr zur gleichen Jahreszeit. Das ist offenbar nicht nur mein Eindruck. Auch die Einheimischen meinen, dass es im September eigentlich deutlich kühler sein sollte.

Für die gut 150 Kilometer Fahrt brauchte ich heute nicht ganz drei Stunden. Die ganze Strecke war geteert (für mich inzwischen fast ungewohnt), und ausser ein paar Schafen hatte es kaum Verkehr auf der Strasse. Von den üblichen Fotostopps abgesehen als kaum Verzögerungen.

Apropos Schafe: In ganz Island muss man von Frühling bis Herbst immer damit rechnen, dass sich Schafe auf oder neben der Fahrbahn befinden.
Ein guter Grund, das Tempolimit von 90 km/h auf den geteerten Hauptstrassen (und weniger auf Nebenstrassen) nicht zu überschreiten und seine Augen offen zu halten. Die  Viecher sind tatsächlich überall, Zäune hin oder her.

Hier beim Hraunsnef habe ich heute darauf verzichtet, auf den Grábrók zu gehen. Das Wetter und das Licht waren ähnlich wie letztes Jahr. Das hätte mir also keinen neuen Bilder gebracht. Falls morgen die Sonne scheint, gehe ich vermutlich noch einmal hoch. Aber nur wenn die Sonne scheint.

Stattdessen bin ich zum Glanni Wasserfall gegangen. Ca eine Viertelstunde zu Fuss ab dem Parkplatz erreicht man ein Plattform, von der aus man sehr gut auf den Wasserfall sieht.
Ich bin dann noch einmal zehn Minuten weiter durch die herbstlich Lavalandschaft gegangen, bis ich einen kleinen See erreichte, der doch tatsächlich „Paradies“ heisst. Sogar auf Google Maps findet man ihn unter dem Namen „Paradísarlaut„.

Morgen habe ich wieder ein etwas längere Strecke nach Skálholt vor mir. Die Strecke ist deshalb länger, weil ich bewusst die Hauptstrassen verlasse und über Land fahre. Das beinhaltet auch einige nicht geteerte Streckenabschnitte, die erfahrungsgemäss um Einiges langsamer gefahren werden müssen.

Die ersten Bilder vom Glanni und dem Paradies (und ein paar Schafen) habe ich in die Galerien geladen: Island 2019

Stay tuned.

Island 2019: Tagesausflug nach Djúpavík

Island_flagHeute schien die Sonne den ganzen Tag. Erst gegen Abend zogen die Wolken auf, und es gab einen kurzen Wolkenbruch. Die Temperaturen lagen tagsüber an der Küste bei 14 Grad Celsius. Das ist ziemlich warm für diese Jahreszeit.

Aufgrund des schönen Wetters entschloss ich mich spontan, den Ort Djúpavík zu besuchen. Dort gibt es ein Hotel und eine verlassene Heringsfabrik. Das Hotel ist das ganze Jahr durch geöffnet, falls es dann jemand im Winter dorthin schaffen sollte.
Offenbar gibt es nur drei Menschen, die das ganze Jahr dort wohnen: das Besitzerehepaar des Hotels und deren Schwiegersohn.
Allerdings ist es auch ohne Schnee zu empfehlen, für die Fahrt ein etwas grösseres, geländegängiges Auto zu benutzen. Auch wenn es Berichte gibt, nach denen es Leute auch mit einem kleinen KIA C’eed nach Djúpavík geschafft haben sollen. Die Fahrt hin und zurück sind über hundert Kilometer über eine Piste, auf der es von Schlaglöchern nur so wimmelt… 😉

Von Djúpavík aus fuhr ich dann aber nicht zurück nach Drangsnes, sondern weiter nach Hólmavík, um mir dort das Museum für isländische Zauberei und Hexerei anzuschauen.
Ich muss gestehen, ich hatte eine Show für Touristen erwartet.
Stattdessen war da eine sorgfältig gestaltete Ausstellung über die Zeit der Verfolgung von Hexen und Zauberer in Island.
Diese beschränkte sich im Grund auf das 17. Jahrhundert. Danach war die Christianisierung von Island soweit fortgeschritten, dass es keine diesbezüglichen Anschuldigungen, Prozesse und Hinrichtungen gab. Aber während des 17. Jahrhundert wurden in Island 21 Personen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Und das in einem Land, in den es so gut wie keine Wälder gibt, und grössere Mengen an Holz importiert werden musste (und immer noch muss).
Eine weitere Besonderheit in Island ist, dass unter den 21 Hingerichteten nur eine Frau war. Während also in Europa überall den Hexen der Prozess gemacht wurde, war die Zauberei in Island Männersache.
Das Museum zeigt aber auch Dokumentationen und Artefakte der Zauberei. So werden Zauber- und Opfersteine gezeigt, sowie Runen und Zeichen erklärt, und es gibt eine Sammlung der gebräuchlichsten Zaubersprüche.
Dank dem bin ich nun also im Besitz eines Zaubers, der mich unsichtbar machen kann. Es gibt eine genaue Anleitung, was dafür wie zu tun ist, und welche magischen Sprüche aufzusagen sind… 😉

Morgen verlasse ich die Westfjorde und fahre wieder südwärts. Mein Etappenziel ist das HRAUNSNEF SVEITAHÓTEL in der Nähe von Borgarnes.
Falls es Wetter und Zeit zulassen, werde ich dort noch das Grábrók-Kratersystem besuchen. Das sind drei erloschene Vulkankrater, bei denen ich schon einmal war. Aber damals hatte es bei meinem Besuch geregnet. 

Auch heute habe ich erste Bilder bereits bearbeitet und in die Galerien geladen: Island 2019

Stay tuned.

Island 2019: Weiter geht’s mit schönerem Wetter

Island_flagDas Wetter wird tatsächlich besser. Schon heute Morgen beim Aufstehen in Ísafjörður konnte ich am Himmel einzelne blaue Flecken entdecken. Und auch der Regen hielt sich sehr zurück. Wenn überhaupt, nieselte es leicht, und auch das nicht sehr lange. Und ich habe um die Mittagszeit tatsächlich Sonnenstrahlen erlebt.
Wenn das so weiter geht, wird bis Ende Woche in Island strahlendes Wetter herrschen. Dann, wenn ich wieder nach Hause gehe…

Die Fahrt der gut 250 Kilometer von Ísafjörður nach Drangnes, die ich heute zu bewältigen hatte, war äusserst entspannt und verlief problemlos. Denn es gab nur geteerte Strassen und darauf kaum Verkehr. Man merkte, dass Sonntag war.
Dass ich dafür aber rund sechs Stunden gebraucht habe, liegt vor allem daran, dass ich wegen des guten Wetters öfters einen „Fotohalt“ eingelegt habe. Ausserdem gab es unterwegs mehrere Orte, die ich besuchen wollte.

So bin ich auch beim Saltverk vorbei. Diese Firma verarbeitet hier auf dem Westfjorden Meersalz zu Speisesalz mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, und vertreibt dieses Produkte nicht nur über isländische Souvenirshops, sondern auch weltweit via Internet. Es ist nicht die einzige Salzfirma in Island, wurde aber bekannt durch verschiedene Artikel. Das Geschäft scheint zu laufen, den die Produktion läuft 7 Tage in der Woche im Schichtbetrieb.
Ich habe mich bei der Gelegenheit mit neuen Geschmacksrichtungen eingedeckt: Salz mit geräuchter Birke und Salz mit Lakritze. 😉

Doch vorher habe ich unterwegs noch etwas entdeckt, das ich nicht gewusst habe. Als ich eigentlich zum Litlibær Cafe wollte, sah ich ca einen Kilometer vorher einige Leute über die Strasse gehe und im Fjord etwas zu fotografieren. Bei genaueren Hinsehen sah ich denn auch eine Kolonie Robben, die im seichten Wasser lagerte.
Es versteht sich von selbst, dass ich dort auch anhalten musste…

Das Litlibær Cafe hatte übrigens saisonbedingt schon geschlossen. Aber das wusste ich schon vor meiner Abfahrt.

Alles in allem ein schöner Tag in einer wunderschönen und farbenfrohen Herbstumgebung.
Hier im Malarhorn Guesthouse bleibe ich auch wieder zwei Nächte. Das heisst, ich kann es morgen ruhig angehen lassen, und nach belieben die Gegend erkunden.
Wie immer sind die ersten bearbeiteten Bilder in den Galerien hochgeladen: Island 2019

Stay tuned.