Stockholm 2025: Ein neues Jahr hat begonnen

Dies ist mein erster Post im 2025. 🙂

Hier in Stockholm hat es letzte Nacht tatsächlich geschneit. In der Tat hat es eine halbe Stunde, nach ich den letzte Post fertig hatte, damit begonnen.
In der ganzen Stadt knallte es bis nach Mitternacht ganz schön. Allerdings sah man wegen dem Schneefall und den Wolken nicht wirklich viel.
Am Morgen lagen dann noch ungefähr zwei Zentimeter Schnee, wobei die Strassen entweder voll Matsch oder ganz geräumt waren, und in den Fussgängerbereichen lag eine Mischung aus gefrohrenem Schneematsch und Rollsplitt. Da war überall ziemlich viel Streusalz im Spiel.
Allgemein war es heute heute auch etwas wärmer als gestern, da der Himmel wolkenverhangen war. Aber die Temperaturen blieben unter dem Nullpunkt.

Ich habe erst einmal ausgeschlafen und bin erst um 10:00 zum Morgenessen.
Danach bin ich in die Stadt losgezogen.
Da die meisten Museen heute geschlossen waren, habe ich einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Zuerst ging ich nach Gamla Stan. Von dort habe ich die Fähre nach Djurgården genommen.

In Djurgården habe ich das Spritmuseum besucht, das gemäss eigener Beschreibung die schwedische Trinkkultur dokumentiert. 😉
Tatsächlich gibt es dort eine ständige Ausstellung über die Herstellung von Vodka in Schweden.
Obwohl es mehrere Marken gibt, merkt man relativ schnell, welche Firma wohl das Museum finanziert:
Immer wieder kommt die Geschichte der Firma Absolut aus Åhus zur Sprache. Der weltweit vertriebene und bekannte Absolut Vodka ist das Hauptprodukt der Firma.
Früher im Besitz des schwedischen Staates gehört die Firma seit mehr als 15 Jahren zum französischen Konzern Pernod Ricard.
Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und informativ. Unter anderem kann man die verschiedenen Aromen durch Riechproben erkunden.
Eine weitere Ausstellung widmet sich dem Schmuggel von Alkohol während der schwedischen Prohibition. Wie in Amerika führte das Verbot von starken alkoholischen Getränken zu Schmuggel, Schwarzbrennerie, illegalen Clubs, etc. bis hin zu durch Schmuggler erschossenen Zollfandern.
Und zur Zeit befindet sich auch eine Andy Warhol Ausstellung im Spritmuseum.
Auch wenn ich die Werke von Warhol (wie auch die von Keith Haring) im Grunde mag, habe ich mich beim Betrachten der ausgestellten Werke gefragt, was daran Kunst sein soll, die so hoch gelobt und teuer gehandelt wird. Das Meiste würden Schulkinder mit entsprechende Anleitung auch hinkriegen.
Aber eben, man muss nicht immer alles verstehen…. 😉

Mit dem Bus bin ich dann zurück zum Hotel.
Der Bussfahrer hatte definitiv keinen guten Start ins Neue Jahr. An seinem Bus war so einiges kaputt: Offenbar funktionierte das Billetsystem nicht, die Haltesignale, die man mit betätigen des „HALT“ Knopfes auslösen konnte, gingen ebenfalls nicht, und die Türen öffneten sich auch nicht.
Aber wir kamen am Ziel an. 🙂

Bevor ich zurück ins Hotel ging, genehmigte ich mir im Espresso House noch einen Kaffee.
Das hätte besser sein lassen, denn mir wurde richtig schlecht, als am Tisch neben mir zwei Russisch sprechende Frauen Platz nahmen. Allerdings nicht wegen der Sprache. 😉
Die Jüngere der beiden sah aus wie ein Zombie mit ihren aufgespritzten Lippen (sah aus wie zwei Fahrradschläuche, die kurz vor dem Platzen waren) und ihren zu spitzen Krallen geschliffen langen Fingernägel. Eingentlich überflüssig zu erwähnen, dass sie gefühlt zentimeterweise Make-Up ins Gesicht geschmiert hatte und ihre küstlichen Wimpern waren so lang, dass man kaumdie Augen sah.
Wahrscheinlich hat die einen Job, bei dem sie Kinder erschrecken muss? Oder sie ist in einem Laden zuständig dafür, bei Ladenschluss die Kunden rauszutreiben?
Aber das spielte eigentlich keine Rolle. Ich musste ja nicht hinsehen, und wem’s gefällt…
Aber die Frau stank meterweit nach einem üblen Parfüm. Vermutlich hatte sie es sich am Morgen gleich aus der Flasche über Kopf und Körper geschüttet. Ich kann nicht sagen, ob das Parfüm teuer oder billig war. Davon verstehe ich nichts.
Aber da half auch kein Wegsehen mher. Dieser Gestank war so penetrant, dass mir übel wurde. Hätte ich gegessen, weiss ich nicht, ob alles bei mir behalten hätte können. Ich musste da raus, und zwar so schnell wie möglich.

Am Abend hat es wieder begonnen zu schneien. Jetzt kurz nach 22:00 sind die Strasse wieder weiss.
Aber laut Wetterbericht soll es morgen sonnig werden. Und die Temperaturen soll auch wieder sinken. Die gefühlte Temperatur soll auch während des Tages -10 Grad und tiefer liegen.

Stay tuned.

Gröna Lund auf Djurgården

Reiseplanung 2019

Nach der Reise ist vor der Reise

Nachdem ich Ende September von meiner letzten Reise 2018 aus Island zurückgekehrt war, stellte sich relativ rasch die Frage:

Wohin nächstes Jahr????? 😉

Da der Buchungszeitpunkt einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Preis einer Reise haben kann, habe ich jetzt, Ende November 2018 bereits alle Reisen im 2019 gebucht und zum grössten Teil auch bezahlt.
Dadurch kostet mich zum Beispiel ein Städteflug nach Stockholm und zurück im Juli 2019 mit Swiss bloss CHF 234.–. So billig bin ich noch nie nach Skandinavien geflogen.

Ich habe also folgende Reisen geplant und gebucht:

30. Januar – 10. Februar 2019
Die Hurtigruten im Winter
Ich fliege mit Finnair via Helsinki nach Ivalo [FIN] im nördlichen Lappland. Von dort geht es zuerst mit dem Bus nach Inari [FIN], wo ich zwei Tage bleiben werde.
Danach geht es ebenfalls mit dem Bus nach Kirkenes [N], wo ich an Bord des Hurtigrutenschiffs Finnmarken gehe und damit in sechs Tagen und fünf Nächten entlang der norwegischen Küste bis Bergen [N] fahre.
Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Bergen fahre ich mit der Bergenbahn nach Oslo, von wo ich dann am Folgetag nach Zürich zurückfliege.
Die Reise hat für mich drei Besonderheiten:
Erstens ich fahre im Winter in den Norden. Das heisst, es wir sehr kalt (bis zu -25 Grad am Tag) und sehr dunkel (die Tage dauern von 09:00 bis 13:30 in Kirkenes). Ich werde mir noch besonders winterfeste Kleider kaufen müssen…
Zweitens ich fahre zum ersten Mal für mehrere Tage auf einem Schiff mit.
Und drittens ich benutze vier verschiedene Verkehrsmittel: Flugzeug, Bus, Schiff und Bahn.
Gebucht habe ich die Reise wieder bei Travel Scandinavia (World Wide Travel) in Zürich.

19. – 22. April 2019
Ostern in Colmar.
Wenn alle nach Süden fahren, fahre ich an Ostern nach Norden.
Mit dem Auto bin ich von mir zu Hause in zweieinhalb Stunden in Colmar, und wenn meine Überlegungen richtig sind, sollte ich auch keine grossen Verkehrsbehinderungen erleben, da ich antizyklisch fahre.
Ich bin gespannt, was diese Stadt im Elsass zu bieten hat.

29. Mai – 2. Juni 2019
Auffahrt in Oslo.
Da Auffahrt am Donnerstag ein Feiertag ist, lässt sich mit einem einzigen zusätzlichen Ferientag am Freitag ein verlängertes Wochenende machen, dass ich in Oslo verbringen will.
Es wird mein drittes Mal in Oslo sein. Allerdings bin ich die beiden vorherigen Male bloss umgestiegen: am Bahnhof und am Flughafen.
Dieses Mal möchte ich die norwegische Hauptstadt ein bisschen näher kennen lernen.

3. – 7. Juli 2019
Geburtstag in Stockholm.
Nachdem ich dieses Jahr an meinem Geburtstag relativ spontan und entsprechend kurzfristig nach Kopenhagen geflogen bin, habe ich meine Geburtstagsreise für nächstes Jahr etwas früher geplant und gebucht. Das hat sich natürlich auch auf den Preis von Flug und Hotel positiv ausgewirkt.
Das wird mein dritter Trip in die schwedische Hauptstadt, und ich bin gespannt, was noch so ist wie vor 13 Jahren, als ich beruflich bedingt das letzte Mal dort war, und was es Neues zu entdecken gibt.
Ich habe jetzt schon drei fixe Ausflugsziele: der Skansen Park mit Freilichtmuseum und Aquarium, das Abba Museum und das Vasa Museum. Der Rest wird sich ergeben, je nach Lust und Laune. Allenfalls auch ein Ausflug mit dem Schiff auf die Schären.
Stockholm bietet sehr viel.

1. – 4. August 2019
Den Feiertag am Donnerstag, 1. August nutze ich mit einem „Brückenferientag“ am Freitag gleich wie an der Auffahrt, um für ein verlängertes Wochenende nach Duisburg zu fliegen.
Ich kenne diese Stadt im Ruhrpott überhaupt nicht. Ausser vielleicht, dass dort früher Schimanski ermittelt hatte… 😉
Ich weiss auch nicht, was sie einem Touristen zu bieten hat. Es war reine Neugier, die mich auf die Idee gebracht hat, dorthin zu fliegen.
In jedem Fall gibt es dort einen Zoo, den ich sicher besuchen werde, um ein paar Tierbilder zu schiessen. Ansonsten lasse ich mich überraschen. 

16. – 28. September 2019
Meine dritte Islandreise.
Dieses Mal will ich die Westfjorde kennen lernen, eine der einsamsten Gegenden Islands.
Die Reise mache ich wiederum im Mietwagen in bewährte Art und Weise: Lediglich die Übernachtungen (und natürlich Flug und Mietwagen) habe ich durch das Reisebüro buchen lassen. Aber in der Routenwahl und der Orte, die ich besuchen will, habe ich alles offen gelassen, und werde jeden Tag entscheiden, was ich unterwegs wie und wann tue.
Das gibt mir die Freiheit, die Reisetage jeweils nach meinem Belieben zu gestalten, damit immer genug Zeit für das Fotografieren und das Baden in heissen Quellen bleibt (in Island einfach ein Muss).
Aus Komfortgründen habe ich auch für diese Reise einen Offroader in der Grössenordnung eines Toyota Rav4 4×4 gebucht. Obwohl ich nicht ins Hochland fahren werde, ist doch ein Teil meiner Route Schotterpiste, die mit einem 4×4 SUV einfach besser und sicherer gefahren werden kann. Ausserdem ist es nicht ausgeschlossen, dass Ende September in den Westfjorden Schnee fällt.
Ich habe auch diese Islandreise beim Reisebüro Erlingsson in Reykjavík gebucht.

Kopenhagen 2018: Neue Bilder in der Galerie

Heute habe ich wieder einmal Zeit gefunden, um ein paar Bilder von meinen Reisen zu bearbeiten und hochzuladen. Darunter waren einige aus Kopenhagen, das ich Anfang Juli besucht hatte.

Schaut Euch doch einmal Kopenhagen Galerie an. 😉

St. Alban’s Kirche

Kreuzfahrtschiffe im Hafen

Neue Liste: Meine Hotels

Ich habe nun unter „Allgemeine Reisetipps“ eine Liste angelegt, mit den Hotels, in denen ich selber übernachtet habe. –> Meine Hotels

Die Liste wird laufend erweitert, und ist auch jetzt noch nicht vollständig.
Im Moment ist sie nach Ländern gegliedert, aber sonst nicht sortiert. Das kommt später. 😉

Sollte jemand eines der Hotels in der Liste selber auch kennen, und neuere Informationen darüber haben, bin ich froh für eine entsprechende Nachricht über das Kontaktformular

Norwegen 2018: Neue Bilder in der Galerie

NorwegenEine gute Woche nachdem ich aus Norwegen nach Hause gekehrt bin, habe ich etliche neue Bilder bearbeiten können und in die entsprechenden Galerien hochgeladen.

Schaut sie Euch doch mal an. 😉

Aber werden in den nächsten Tagen noch mehr dazukommen.

„Sonnenuntergang“ am Strand von Nyksund

alte Fähranlegestelle bei Evenskjer
alte Fähranlegestelle bei Evenskjer

Reiseplanung 2018 – Update

Die hier im Blog Anfang Jahr vorgestellte Ferienplanung bedarf einer Anpassung. 😉
Zum einen sind bereits zwei der drei geplanten Reisen vorbei (Helsinki und die Lofoten), und zum anderen habe ich mich aufgrund einer günstigen Situation bei der Arbeit kurzfristig entschieden, aus meinem Geburtstag ein verlängertes Wochenende zu machen und dieses in Kopenhagen zu verbringen. Daher präsentiert sich meine Ferienplanung für 2018 nun so:

10. – 13. Mai 2018
Ein verlängertes Wochenende wegen Auffahrt [Christi Himmelfahrt] mit einem Städteflug nach Helsinki.

Da werde ich nach über 20 Jahren wieder einmal die finnische Hauptstadt besuchen.
Das erste, und bisher einzige, Mal, als ich die finnische Hauptstadt besuchte, war 1997 im Rahmen meiner Diplomreise anlässlich des Abschlusses des Diplomlehrgangs an der Militärakademie.
Damals hatte ich leider nicht wirklich viel Zeit, um die Stadt individuell kennenzulernen, weil das offizielle Programm uns vollständig in Beschlag nahm.
Das möchte ich nun nachholen.
–> Ich verbrachte drei wunderschöne, sonnige Tage in Helsinki, während es in der Schweiz regnete und ziemlich kühl war. Details siehe meine Berichte im Blog und meinen Reisebericht.

27. Mai – 7. Juni 2018
Norwegen Frühling 2018 - GesamtrouteMeine erste Reise nach Norwegen.
Wie schon im Herbst 2017 in Island, erkunde ich die Lofoten im Norden von Norwegen mit dem Mietwagen.
Gebucht habe ich die Reise bei Travel Scandinavia (travel worldwide AG) in Zürich.
Und wie schon auf der Islandreise wird mein Fokus auch auf den Lofoten auf der Landschaftsfotografie liegen.
Das besondere an dieser Reise wird für mich sein, dass das Reiseziel nördlich des Polarkreises liegt und dass die Sonne dort während meiner ganzen Reise nicht untergehen wird.
–> Ich habe hohen Norden mit seinem eigenen Charme kennen und irgendwie mögen gelernt. 11 Nächte (an denen es nie dunkel wurde) an sechs verschiedenen Orten auf den Vesteralen und den Lofoten, 1265 km mit dem Mietwagen, unzählige beeindruckende Landschaften, zwei Tage Sonnenschein, zwei Tage Regen und Sturm, und acht Tage ständiger Wetterwechsel, und Temperaturen von 2 bis 10 Grad Celsius im Juni.
Mir hat’s sehr gefallen. Ich gehe sicher irgendwie und irgendwann wieder.
Details im Blog in meinen täglichen Kurzberichten.

4. – 8. Juli 2018
Ein verlängertes Wochenende, an dessen Beginn mein Geburtstag steht, mit einem Städteflug nach Kopenhagen.
Mein erster Besuch der dänischen Hauptstadt war 1991. Da bin ich vor den Diplomprüfungen mit zwei Studienfreunden mit dem Nachtzug von Basel nach Kopenhagen gefahren, und wir sind eine Woche in einem günstigen Hotel im Dreierzimmer mit Gemeinschaftsdusche auf dem Flur abgestiegen.
Nun bin ich nach 27 Jahren zum zweiten Mal dort. Aber dieses Mal etwas komfortabler mit Flug und ****Hotel. 😉

18. – 28. September 2018
Island Herbst 2018 - GesamtrouteMeine zweite Islandreise.
Im Herbst zieht es mich wieder nach Island. Die Eindrücke, die ich bei meiner ersten Islandreise erhalten habe, machen Lust auf „mehr“.
Dieses Mal führt ein grosser Teil der Reiseroute über Schotterpisten durch das Hochland, und mein Mietwagen wird nicht mehr ein netter, kleiner KIA Ceed sein, sondern ein Offroader in der Grössenordnung eines Toyota Rav4 4×4.
Ich habe vom Reisebüro Erlingsson in Reykjavík, mit dem ich das letzte Mal schon sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, noch nicht alle Hoteladressen erhalten, aber die Route ist fixiert.

Norwegen 2018: Tag 11 – die letzte Etappe

NorwegenDie heutigen knapp 240 km Fahrt von Narvik nach Tromsø waren die letzte Etappe meiner Reise über die Inseln der Vesterålen und Lofoten. Meine Reise ist also auch schon wieder zu Ende.
Die Fahrt verlief absolut problemlos, und da auch heute das Wetter unterwegs auch immer wieder wechselte, konnte ich auch wieder einige Zwischenhalte einlegen, um ein paar Aufnahmen der phantastischen Landschaft zu machen. 🙂

So kam ich dann gegen 15:00 nach ca fünfeinhalb Stunden in Tromsø an, und checkte gleich wieder im Clarion Collection® Hotel With ein, in dem ich schon zu Beginn meiner Reise gewohnt hatte.

Nach dem Einchecken im Hotel rief ich die Mietwagenfirma an und vereinbarte einen Rückgabetermin eine Stunde später beim Hotel. Ich erwähnte schon am Telefon den Schaden an der Stossstange hinten rechts und war nun gespannt, was da finanziell auf mich zukommen würde.
Als der Mitarbeiter von Europcar dann im Hotel auftauchte, erlebte ich eine durchaus positive Überraschung: Der Schaden war nicht während meiner Fahrt entstanden, sondern bereits vorher.
Der Mitarbeiter, der mir am am Dienstag vor Woche den Wagen brachte, hat den Schaden mit einer kleinen Markierung auf dem Rapport zwar vermerkt, mich aber am Auto nicht darauf hingewiesen. Und da es regnete bei der Übernahme habe ich den Wagen auch nicht so genau angesehen. Mea culpa, maxima culpa. 😦
Da habe ich wohl wieder einmal eine Lehre gezogen. In Zukunft werde ich mir Mietautos bei der Übernahme genauer ansehen…
Aber besser so, als umgekehrt.

Nun bin ich daran, erste Bilder von heute zu bearbeiten, Sicherheitskopien von allen Bilder anzulegen und mein Equipment zu zerlegen, zu reinigen und reisefertig zu machen.

Morgen kann ich es gemütlich nehmen. Ich muss bis spätestens um 12:00 hier im Hotel auschecken, aber mein Flug nach Oslo geht erst um 17:05. Mit dem Bus sind es ca 15 Minuten zum Flughafen und die Bushaltestelle ist zwei Minuten vom Hotel entfernt.
Somit habe ich bis ca 15:15 noch Zeit. Ich werde wohl mein Gepäck beim Hotel einstellen und es mir dann im Esssaal bei Kaffee und Wasser à discretion mit dem Laptop noch ein paar Bilder bearbeiten, bis mein Bus fährt.

Schneefall im Juni auf einem Pass 311 Meter über Meer
Schneefall im Juni auf einem Pass 311 Meter über Meer

Blick auf den Fjord vom Hotel Gratangsfjellet aus
Blick auf den Fjord vom Hotel Gratangsfjellet aus

Norwegen 2018: Tag 10 – eine ruhige Fahrt entlang der Küste

NorwegenDie heutige Fahrt von Svolvær  nach Narvik verlief ziemlich unspektakulär.
Ausser dass das Wetter ständig änderte und ich heute wieder einmal von Starkregen bis Sonnenschein alles gesehen habe. Und das war gut so. 🙂

Die 240 km Distanz fuhr ich ohne Probleme. Dank der Wetterwechsel lohnte es sich auch immer wieder, anzuhalten und sich etwas genauer anzusehen. Und natürlich Bilder zu machen. 😉
Daher brauchte ich für die Strecke schlussendlich fünfeinhalb Stunden. Und weil man hier maximal 90 km/h fahren darf, in der Regel aber weniger schnell unterwegs ist.

Somit habe ich auch die Lofoten verlassen und befinde mich nun wieder auf norwegischem Festland.

Kurz vor Narvik fuhr ich dann an einer riesigen Baustelle vorbei, an der eine neue Brücke (die Hålogaland Brücke oder Hålogalandsbrua) über einen Seitenarm des  Ofotfjorden, genauer über den Rombaksfjord gebaut wird.
Sie wird mit 1533 Metern Länge die zweitlängste Brücke Norwegens werden und die längste Hängebrücke nördlich des Polarkreises.
Es macht den Eindruck, dass das Teil schon fast fertig ist. Jedenfalls wird die Eröffnung für 2018 angekündigt und die Strassenanshlüsse sind auch schon gebaut. Damit werden die Anfahrtsdistanzen nach Narvik um 5 – 17 Kilometer verkürzt werden, je nach dem, woher man kommt.

In Narvik habe ich dann noch etwas für meine Bildung getan, und mich im Kriegsmuseum über die Schlacht um Narvik 1940 informiert.

Morgen fahre ich meine letzte Etappe dieser Reise von Narvik nach Tromsø, wo ich den Mietwagen zurückgeben und eine letzte Nacht übernachten werde, bevor ich am Donnerstag in die Schweiz zurückfliege.

alte Fähranlegestelle bei Evenskjer
alte Fähranlegestelle bei Evenskjer

Die neue Hålogaland Brücke vor Narvik
Die neue Hålogaland Brücke vor Narvik

Norwegen 2018: Tag 9 – Ein Spaziergang und Tausende getrockneter Fischköpfe

NorwegenHeute stand also die Erkundung von Svolvær auf dem Programm.

Das Wetter war heute nicht ganz so konstant wie gestern. 😉
Zwar generell stark bewölkt, die Temperaturen im einstelligen Bereich und etwas Wind. Aber Regen liess sich erst einmal nicht blicken.
Also entschloss ich mich, den alten Stellungen einer Batterie der deutschen Küstenartillerie im 2. Weltkrieg auf der Insel Kjeøya (Kjeøya kystbatteri) einen Besuch abzustatten.

Die Insel liegt direkt vor Svolvær und schirmt das Hafenbecken gegen das offene Meer ab. Verbunden mit der Stadt ist diese und noch andere kleinere Inseln durch eine hohe Bogenbrücke. Mein Ziel lag im Grunde direkt vor meiner Nase. Bloss sind da ein paar hundert Meter Meerwasser des Hafenbeckens dazwischen. Also musste ich einen Bogen über die bereits erwähnte Brücke machen und war nach ca einer halben Stunde dann vor Ort.

Dass auf dieser Insel auch überall grosse Gestelle standen, an denen die Fische zum Trocknen aufgehängt werden, habe ich ja schon von meinem Hotelzimmer aus gesehen.
Aber aus der Nähe betrachtet, stellte sich dann aber heraus, dass an den Gestellen nicht Fische hingen, wie ich es schon von meiner letzten Unterkunft kannte, sondern ganze Bündel von Fischköpfen. Da es immer wieder leicht nieselte, waren diese Tausende von Fischköpfen nicht ganz trocken und rochen entsprechend.

Hinter diesen Gestellen fand ich dann die Überreste der Küstenartilleriestellung HKB 47/ 973 Kjäröen, mit der die deutsche Wehrmacht während der Besetzung Norwegens im 2. Weltkrieg den Hafen von Svolvær verteidigte.
Da ist im Grunde nichts mehr; ausser ein paar betonierte Höhlen, die zum grossen Teil zugemüllt sind.
Wenn man nicht weiss, wo man suchen muss, wird man nicht viel finden. Und dass es sich um ehemalige Stellungen der Küstenartillerie handelt, habe ich eigentlich nur an einem Ort erkennen können, an dem ich noch die alten Eisenschienen gefunden habe, auf denen früher die Kanonen in Position gedreht wurden.
Die Norweger machen gar nichts für den Erhalt resp Sicherheit dieser Anlage. Es gibt keine Wege dorthin, und es gibt auch keine Absperrungen. Man balanciert sich über Stock und Stein, durch Gras und Gebüsch, bis man auf alten Beton trifft. Immerhin ist es auf Google Maps verzeichnet. So habe ich davon erfahren.
Es sieht auch so aus, als ob die Einheimischen dieses Gebiet im Sommer als Naherholungsgebiet nutzen. Ich habe Picknicktische und Feuerstellen gefunden; und eine Menge Müll (sic!).
Ich denke, irgendwann werden alle Bunker zugewachsen und verfallen sein.

Danach habe ich dem Fiskerkona am äussersten Ende der Insel einen Besuch abgestattet. Diese Skulptur, die die Fischer am Eingang des Hafens von Svolvær am Pier begrüsst, zeigt „feskarkjärringa“ – jemanden, den Sie lieben. Die Skulptur wurde vom Bildhauer Per Ung geschaffen.

Danach trat ich den Rückweg in die Stadt an, und genau dann begann es auch wieder zu regnen. Allerdings wäre der Begriff „Schnee“ auch nicht ganz verkehrt. Es regnete nicht wirklich, sondern der Niederschlag, der herunterkam, wird von den Meteorologen mit „Graupelschauer“ bezeichnet. Kleine Eiskörnchen, die man noch nicht als Hagel bezeichnen kann, die aber dank dem Wind im Gesicht ziemlich stechen können.
Es versteht sich von selbst, dass der Niederschlag nur so lange dauerte, bis ich über die Brücke zurückgekommen und die schützenden Häuser der Stadt erreicht hatte.

Und so ging es dann mit dem Wetter am Nachmittag weiter: trocken, Graupelschauer, trocken, Regen, trocken, Graupelschauer, etc.

Deshalb habe ich in der zweiten Tageshälfte noch das Kriegsmuseum 1940 – 1945 besucht, und am Abend das Magic Ice.
Das sogenannte Kriegsmuseum dokumentiert die deutsche Besetzung von Svolvær und den Lofoten im 2. Weltkrieg.
Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine umfangreiche Sammlung von Uniformen, Ausrüstungen und Abzeichen, sowie Bildern und Dokumente aus dieser Zeit. Man hat sogar das Büro der Gestapo in Svolvær nachgebaut.
Viele Exponate sind nicht nur in norwegisch, sind auch in englisch und deutsch beschriftet.

Das Magic Ice ist generell gesehen ein grosser Eisschrankin dessen Innerem eine Temperatur von -6 Grad Celsius herrscht. Darin sind wie in einer Galerie die Werke litauischer Eiskünstler ausgestellt. Und es gibt eine Rutsche sowie eine Bar aus Eis. Am Eingang erhält man einen warmen Überwurf und Handschuhe. So hält man es dort drin problemlos länger aus. Ich war ungefähr eine Stunde ununterbrochen drin und habe nicht gefroren.
An der Bar kann man übrigens alles konsumieren, wonach man Lust hat. Wie in einer „normalen“ Bar: Bier, Wein, Schnaps und auch alkoholfreie Getränke. Und im Eintrittspreis ist ein Willkommens-Drink aus einem Becher aus purem Eis inbegriffen. Weiter Konsumationen müssen bezahlt werde.
Da habe ich erfahren, dass in Tromsø gerade eben ein weiteres Magic Ice eröffnet worden ist. Mal schauen, wo das ist, wenn ich am Mittwoch wieder nach Tromsø komme.

Morgen nehme ich dann die zweitletzte Etappe meiner Reise unter die Räder und fahre zurück auf’s Festland nach Narvik.

Blick auf das offene Meer von der alten Stellung der Küstenartillerie aus
Blick auf das offene Meer von der alten Stellung der Küstenartillerie aus

Tausende getrockneter Fischköpfe

Norwegen 2018: Tag 8 – Es frischt auf auf den Lofoten

NorwegenIch hasse es, wenn Wetterprognosen genau zutreffen. ;-(
Heute stimmte die Prognose von gestern viel zu genau: es regnete schon beim aufstehen, und jetzt, kurz vor Mitternacht, wenn ich diese Zeilen schreibe, regnet es immer noch.

Grundsätzlich macht mir solches Wetter auch in den Ferien nichts aus.
Zum einen sollte man wissen, wohin man fährt, was dort für Wetter herrschen kann. Und man sollte entsprechende Kleidung mitnehmen, damit man trotz Regen nach draussen kann.
Genau das habe ich gewusst und bin deshalb auch nicht überrascht. Also eigentlich kein Problem. 😉
Zum anderen sollte man für solche Tage immer ein „Schlechtwetterprogramm auf Lager haben, zB einen Museumsbesuch oder sonstige Indooraktivitäten. Oder eben passende Kleidung mitnehmen, damit man trotzdem nach draussen kann.
Auch das habe ich gemacht und bin auch deshalb nicht überascht. Also immer noch kein Problem. 😉
Das Problem liegt für mich in der Fotografie:
Wind, Kälte und von mir aus auch Schnee stören mich beim Fotografieren wenig. Auf alle Fälle weniger als Hitze und permanenter, starker Sonnenschein.
Aber Regen macht es in zweifacher Hinsicht schwierig resp fast unmöglich, anständige Bilder zu schiessen.
Erstens können Regentropfen auf der Linse zwar ein Stilmittel sein, aber müssen sie unbedingt auf jedem Bild sein? Nicht wirklich. Das nervt ein bisschen, und verdirbt einem ganz schnell die Freude. 😉
Und zweitens kommen mit starkem Regen oft eine tiefhängende Bevölkung und eine Art Schleier in der Luft (bei der Menge Wasser nicht weiter verwunderlich). Und damit sieht man oft sehr wenig. Und wenn überhaupt, dann nur diffus durch eben besagten Schleier.
Es nervt deshalb, wenn man den ganzen Tag durch eine wunderschöne Landschaft fährt, und ganz genau weiss, dass es sich nicht lohnt, anzuhalten, aus dem Wagen auszusteigen (und dabei ein bisschen nass zu werden), weil bei der Sicht sowieso kein gutes Foto entsteht.
Wenn nun solches Wetter mit dieser Sicht den ganzen Tag ununterbrochen herrscht, und ich auf über hundert Kilometern Fahrt von Leknes nach Svolvær kein einziges gutes Landschaftsbild habe machen können, nervt mich das bei aller Liebe zum kühlnassen Wetter hier im Norden halt schon. 😦

Wegen dem Wetter habe ich heute das Ersatzprogramm aktiviert:
Ich war in Henningsvær in der Galerie eines einheimischen Fotografen, dem Galerie Lofotens Hus, und ich war in Kabelvåg im Lofotmuseem Storvågan. Die bekannte Vågan kirke habe ich heute wie schon vor zwei Tagen ausgelassen. Vor zwei Tagen, als ich das erste Mal daran vorbeifuhr, fand dort gerade eine Beerdigung statt. Da ist man als Tourist fehl am Platz. Und heute habe ich sei mir für morgen „aufgehoben“, da das Wetter vermutlich ähnlich sein wird…

Nun bin ich also bis übermorgen in Svolvær, im Thon Hotel Lofoten. Ich wohne im 8. Stock und habe Blick direkt auf die Anlagestelle der Hurtigruten-Schiffe, die die ganze norwegische Küste befahren. Morgen werde ich mich in erster Linie in dieser kleinen Stadt umschauen, und allenfalls ausserhalb noch ein oder zwei Plätze besuchen.

Und übrigens: Ich habe schon wieder diesen getrockneten Kabeljau (oder Dorsch), den sogenannten Stockfisch direkt vor meiner Nase, dort wo wohne.
Auf der Feuertreppe dieses modernen, 10-stöckigen Hotels habe ich im achten und neunten Stock doch tatsächlich Stockfisch entdeckt.
Mein Zimmer liegt direkt neben der Feuertreppe. Das fand ich eigentlich sehr gut, als ich angekommen bin.
Bis ich von unten von der Strasse aus die Fische dort haben hängen sehen…

Regenbogen über dem Hafen von Svolvær

Stockfisch auf der Feuertreppe im 8. Stock des Thon Hotel in Svolvær